Neosauropoda ist die Bezeichnung sauropoder Dinosaurier. Sie umfasst die Diplodocoidea und die Macronaria.
Ein typischer basaler Neosauropode ist die Gattung Haplocanthosaurus. Er lebte vor etwa 155 Millionen Jahren im späten Jura. Auch spätere Gattungen, einschließlich Diplodocus, Apatosaurus und Brachiosaurus, werden als Neosauropoda definiert.
Das Taxon wurde 1986 von José Fernando Bonaparte definiert.
Merkmale Neosauropoden waren meist sehr große sich stets quadruped (vierfüßig) fortbewegende Pflanzenfresser (Herbivoren). Der Körperbau war bei allen Neosauropoden ähnlich und ist durch einen meist sehr langen Hals und Schwanz, einen massigen, tonnenförmigen Körper mit säulenartigen Beinen sowie einen proportional kleinen Kopf gekennzeichnet.Paul Upchurch, Paul M. Barrett, Peter Dodson: Sauropoda. In: David B. Weishampel, Peter Dodson, Halszka Osmólska (Hrsg.): The Dinosauria. 2nd edition. University of California Press, Berkeley CA u. a. 2004, ISBN 0-520-24209-2, S. 259–324, hier S. 273–295. Ihre Größe reicht von sechs Metern Länge bei der in Deutschland entdeckten Inselform EuropasaurusP. Martin Sander, Octávio Mateus, Thomas Laven, Nils Knötschke: Bone histology indicates insular dwarfism in a new Late Jurassic sauropod dinosaur. In: Nature. Bd. 441, Nr. 7094, 2006, S. 739–741, doi:10.1038/nature04633, . bis zu über 30 Metern Länge und vermutlich über 70 Tonnen Gewicht bei Riesenformen wie Argentinosaurus,Gerardo V. Mazzetta, Per Christiansen, Richard A. Fariña: Giants and Bizarres: Body Size of Some Southern South American Cretaceous Dinosaurs. In: Historical Biology. Bd. 16, Nr. 2/4, 2004, S. 71–83, doi:10.1080/08912960410001715132, Digitalisat (PDF; 574,66 kB). deren tatsächliche Größe sich jedoch – aufgrund der meist nur fragmentarischen Funde – nur schätzen lässt.
Etwas ältere Abbildungen zeigen, vor allem bei den Diplodocoiden und Titanosauriern, wie sie ihre langen Hälse ähnlich einer Giraffe zum Abweiden von Bäumen fast senkrecht in die Höhe strecken und den Schwanz hinter sich herschleifen. Heute wird davon ausgegangen, dass die meisten Neosauropoden den Hals waagerecht über den Boden hielten. Inwieweit der Hals seitlich und vertikal bewegbar war, hängt jedoch von den einzelnen Gattungen und ihrer Wirbelbeschaffenheit ab. Das fast völlige Fehlen von Schwanzabdrücken in fossilen Fährten lässt darauf schließen, dass der Schwanz stets über dem Boden gehalten wurde.John S. McIntosh, Michael K. Brett-Surman, James O. Farlow: Sauropods. In: James O. Farlow, Michael K. Brett-Surman (Hrsg.): The complete Dinosaur. Indiana University Press, Bloomington IN u. a. 1997, ISBN 0-253-33349-0, S. 269–271.
Systematik Äußere Systematik Das Kladogramm zeigt die äußere Systematik innerhalb der Eusauropoda; vereinfacht nach Upchurch et al. aus dem Jahr 2004: mini|Barapasaurus
Innere Systematik mini|Diplodocus mini|Argentinosaurus Die zwei Ordnungen innerhalb der Neosauropoda sind die Diplodocoidea und die Macronaria. Das Kladogramm von Upchurch et al. aus dem Jahr 2004 zeigt die Innere Systematik:Paul Upchurch, Paul M. Barrett, Peter Dodson: Sauropoda. In: David B. Weishampel, Peter Dodson, Halszka Osmólska (Hrsg.): The Dinosauria. 2nd edition. University of California Press, Berkeley CA u. a. 2004, ISBN 0-520-24209-2, S. 259–324.
Ob die Cetiosauridae ebenfalls zu den Neosauropoden gehört, wird diskutiert, da sie möglicherweise die Stammformen der Neosauropoden sind. Die Cetiosauridae gilt daher als paraphyletisch.Robert L. Carroll: Paläontologie und Evolution der Wirbeltiere. Georg Thieme, Stuttgart u. a. 1993, ISBN 3-13-774401-6.
Einzelnachweise
Kategorie:Sauropoda Kategorie:Sauropoden