Die Winterlinge (Eranthis) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae): Die etwa neun Arten sind in Eurasien verbreitet.

Beschreibung mini|Illustration von Eranthis hyemalis, mit Rhizom, grundständigen Laubblättern, Blütenstandsschaft, Hochblättern, Blüte und Balgfrüchten

Vegetative Merkmale Winterling-Arten wachsen als ausdauernde, krautige Pflanzen. Sie bilden ein Rhizom mit einem Durchmesser von etwa 1 Zentimeter und mehreren knolligen Segmenten als Überdauerungsorgan aus. Für Eranthis hyemalis ergaben genaue Untersuchungen, dass eine Hypokotylknolle gebildet wird.

Es sind höchstens ein oder zwei grundständige Laubblätter vorhanden, die in Blattstiel und Blattspreite gegliedert sind. Der Blattstiel ist relativ lang. Die handförmig geteilte Blattspreite besitzt einen unregelmäßig gezähnten Blattrand.

Generative Merkmale Der Blütenstandsschaft ist stets unverzweigt und endet in einer endständigen, einzelnen Blüte. Unter der Blüte sitzt ein Wirtel aus waagerechten Hochblättern in je nach Art wechselnder Anzahl.

Die Blüte ist zwittrig und radiärsymmetrisch. Die Schauorgane der Blüte bilden fünf bis acht gelbe, weiße oder rosarote, kronblattähnliche Kelchblätter, die eine längliche, elliptische oder eiförmige Form besitzen. Es sind fünf bis acht kleine und röhrenförmige Nektarien vorhanden, die manchmal sterile Staubbeutel besitzen. Es sind zehn bis viele (bis 36) Staubblätter vorhanden mit einnervigen, schmal linealen Staubfäden und ellipsoiden oder kreisförmigen Staubbeuteln. Je Blüte sind vier bis neun, selten mehr freie Fruchtblätter vorhanden, die in einer deutlich erkennbaren Narbe enden. Jedes Fruchtblatt enthält sechs bis neun Samenanlagen.

Es stehen vier bis neun, selten mehr Balgfrüchte zusammen, die 2 bis 3 mm lang, gerade oder im oberen Bereich gekrümmt sind, in einem Schnabel enden und jeweils viele Samen enthalten. Die etwas abflachten, eiförmigen bis ellipsoiden Samen besitzen eine oliv-braune, glatte oder netzartig skulpturierte Oberfläche.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 8. Alle Pflanzenteile sind giftig.

Systematik und Verbreitung Die Gattung Eranthis wurde 1807 durch Richard Anthony Salisbury mit der Typusart Eranthis hyemalis aufgestellt. Der Gattungsname Eranthis leitet sich von den griechischen Wörtern er für Frühling und anthos für Blüte ab. Ein Synonym für Eranthis ist Cammarum nom. rej.

Die Gattung Eranthis ist in Eurasien verbreitet.

Die Gattung Eranthis gehört zur Tribus Actaeeae in der Unterfamilie der Ranunculoideae innerhalb der Familie der Ranunculaceae. Die Gattung Eranthis gliedert sich in zwei Sektionen mit acht bzw. neun Arten:

Name Trivialname Verbreitung BildSection Eranthis: Eranthis hyemalis (Winterling) Syn.:Eranthis ×tubergenii (Eranthis cilicica × Eranthis hyemalis) Südeuropa. Sie dient als Zierpflanze und tritt in Europa und Nordamerika verwildert auf. 100pxEranthis cilicica Türkei – südliches Anatolien 100px Eranthis longistipitata Im nordöstlichen Iran und im südlichen Zentralasien verbreitet (Auf der Karte Nr. 3!) 100px Eranthis sect. Shibateranthis : Sie wird von manchen Botanikern auch als eigene Gattung Shibateranthis abgetrennt. Eranthis albiflora Endemit im westlichen Teil der chinesischen Provinz Sichuan. Eranthis lobulata Endemit im nördlichen-zentralen und im westlichen Teil der chinesischen Provinz Sichuan. im Qionglai Shan Gebirge Tibet Eranthis pinnatifida Japan – mittleres und westliches Honschu 100px Eranthis sibirica In den Gebirgen Sibiriens beheimatet: Altai, Angara Gebiet und Sajangebirge (auf der Karte Nr. 4!) Eranthis stellata Im Ussuri-Gebiet, im nördlichen Korea und in den nordostchinesischen Provinzen Jilin und Liaoning. 100px Eranthis byunsanensis Südliches Korea

Weblinks

Erik Wahlsteen: Beschreibungen und Bilder zahlreicher Eranthisarten. (englisch, the-genus-eranthis.blogspot.de) International Rock Gardener. Nr. 49 , The Scottish Rock Garden Club, Januar 2014 (englisch, srgc.org.uk PDF).

Quellen Li Liangqian, Michio Tamura: Eranthis. In: (flora.huh.harvard.edu PDF, textgleich online bei efloras.org wie gedrucktes Werk). Bruce D. Parfitt: Eranthis in (efloras.org). Michio Tamura: Eranthis. In: Adolf Engler, Karl Prantl (Begr.), Paul Hiepko (Hrsg.): Die natürlichen Pflanzenfamilien nebst ihren Gattungen und wichtigeren Arten insbesondere der Nutzpflanzen. Band 17a, Teil 4: Angiospermae: Ordnung Ranunculales, Fam. Ranunculaceae. 2. stark vermehrte und verbesserte Auflage. Duncker & Humblot, Berlin 1995, ISBN 3-428-07980-9, S. 253–255. (bgbm.org).

Wilhelm Troll: Vergleichende Morphologie der höheren Pflanzen. Teil 1: Vegetationsorgane. Borntraeger, Berlin-Zehlendorf 1937–1943; Nachdruck Koeltz, Königstein 1967. Theodor Arzt: Über die Embryobildung von Pseudomonokotylen (Podophyllum Emodi und Eranthis hiemalis). Heinrich, Dresden 1933 (zugleich Dissertation, Universität Göttingen 1929). Richard Anthony Salisbury: Observations on the Genera of Trollius, Eranthis, Helleborus, Coptis, and Isopyrum. In: Transactions of the Linnean Society of London. Band 8, 1807, S. 300–307, hier: S. 303, . B. Y. Sun et al.: A New Species of Eranthis (Ranunculaceae) from Korea: E. byunsanensis. In: Korean Journal of Plant Taxonomy. Band 23, Nr. 1, S. 23. Wen-Tsai Wang, Pei Gen Xiao: Acta Phytotaxonomica Sinica, Additamentum, 1, 1965, S. 53, Tafel 1, f. 1.; (tropicos.org) Megabook.ru (russ.); Весенник сибирский – Eranthis sibirica D.C.; megabook.ru

Kategorie:Hahnenfußgewächse