mini|Sekula Drljević (um 1925) Sekula Drljević (; * 7. September 1884 in Ravni zu Kolašin, Fürstentum Montenegro; † 10. November 1945 in Judenburg, Österreich) war ein faschistischer montenegrinischer Politiker und einer der bekanntesten Sympathisanten des Nationalsozialismus in Montenegro.

Leben und Wirken Sekula Drljević schloss sein Studium der Rechtswissenschaft in Zagreb ab und erlangte den Doktortitel. Danach war er Justiz- und Finanzminister des Königreichs Montenegro. Anfangs sah sich Drljević als montenegrinischer Serbe und befürwortete den Kriegseintritt Montenegros auf Seiten Serbiens in den Ersten Weltkrieg. Nach der Vereinigung Montenegros mit Serbien 1918, die Drljević als Okkupation betrachtete, übersiedelte er nach Kroatien, wo er mit faschistischen Gruppen um Ante Pavelić in Kontakt kam. Drljević entwickelte unter Einfluss kroatischer Faschisten die Idee einer eigenständigen montenegrinischen Nation kroatischen Ursprungs und setzte sich in Schriften fortan für ein selbständiges Montenegro, das in Union mit Kroatien und Albanien, das er ebenfalls als kroatisch betrachtete (gemäß einer von kroatischen Nationalisten vertretenen Theorie, wonach die Albaner Nachfahren eines legendären kroatischen Stammes wären), unabhängig sein sollte. Nach dem Balkanfeldzug der Achsenmächte wurde Drljević 1941 von Mussolini nach Montenegro geholt.

Drljević erklärte am 12. Juli 1941 das unabhängige Königreich Montenegro, was aber am Widerstand eines Aufstands der kommunistischen Partisanen sowie der serbisch-nationalen Tschetniks scheiterte.

Drljević verließ schon am 14. Juli Montenegro und kehrte zurück nach Kroatien, wo er als Propagandist in die Dienste Ante Pavelićs trat. Er war u. a. Redakteur des faschistischen Kampfblattes Graničar (Der Grenzwächter), in dem er den Kampf Adolf Hitlers pries, und gründete 1944 mit sieben Gleichgesinnten die Montenegrinische Volksversammlung, eine Art faschistische Exilregierung. Im gleichen Jahr versuchte er in seinem Buch Wer sind die Serben? mit wissenschaftlichen Methoden, die Serben als jahrhundertelangen Destabilitätsfaktor des Balkans darzustellen.

Seinen Standpunkt stellte Drljević wie folgt dar:

Am 10. November 1945 wurde Drljević zusammen mit seiner Frau Marija im DP-Lager von Judenburg (Österreich) ermordet. Die Tat wurde nie aufgeklärt; nach Vermutungen sollen beide von Tschetniks aus der Herzegowina oder jugoslawischen Agenten getötet worden sein. Er wurde in Klagenfurt bestattet.

Nachleben Von den montenegrinischen Unabhängigkeitsbefürwortern wird heute die Rehabilitation Sekula Drljevićs angestrebt, auch die jetzige Nationalhymne Montenegros ist eine von Drljević bearbeitete Version eines älteren Volksliedes aus dem 19. Jahrhundert.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Weblinks

Vita (kroat.)

Einzelnachweise

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