Eine Sprengung ist die Zerstörung eines Objektes durch Sprengstoff. Sie dient militärischen und zivilen Zwecken, so zum Abbruch von Bauwerken, der Gewinnung von Bodenschätzen, Herstellung von Geländevertiefungen, dem Tunnelbau, zur Verbindung nichtschweißbarer Metalle mit Hilfe der Sprengtechnik oder auch zur Formgebung von Blechen durch Sprengplattieren. Mitunter werden Sprengungen auch zu kriminellen Zwecken durchgeführt, z. B. um Geld aus Automaten zu entwenden. Wenn die Tat nur der Zerstörung dient, wird sie meist nicht als Sprengung bezeichnet, sondern eher als Bomben- bzw. Sprengstoffanschlag o. ä.
mini|hochkant=2|Sprengung eines Schornsteins der alten Henningerbrauerei in Frankfurt (Main) am 2. Dezember 2006 im zeitlichen Verlauf mini|Abriss eines Gebäudes des Pruitt-Igoe-Wohngebietes mini|Sprengung eines alten Gasometers mini|hochkant|Langer Oskar, Hagen mini|Sprengung der Haarbachtalbrücke mini|hochkant|Im Kalten Krieg zur Sprengung vorbereitete Donaubrücke: Halterungen zum Anbringen von Schneidladungen
Durchführung Nach dem Sprengstoffrecht dürfen Sprengungen nur von ausgebildetem Fachpersonal, also von Sprengberechtigten, durchgeführt werden. Die Ausbildung erfolgt an sog. Sprengschulen bzw. beim Militär, Katastrophenschutz (THW) und im Bergbau in staatlich anerkannten Lehrgängen. In Deutschland wird die Fachkunde durch ein Zeugnis der erfolgreichen Lehrgangsteilnahme nachgewiesen. Mit diesem kann der Inhaber einen Befähigungsschein nach § 20 bzw. § 27 Sprengstoffgesetz erhalten.
Bei größeren Sprengungen wird kurz zuvor eine Vergrämungssprengung durchgeführt, deren Knall Tiere und insbesondere Vögel aufschrecken und flüchten lässt.
Weitere Bedeutungen Das Wort bezeichnet technisch allgemein das Trennen von festen Materialien durch Einbringen von expansiv wirkenden Gegenständen oder Substanzen. So ist es möglich, Stein durch Einbringen von gewässerten Holzkeilen auseinanderzusprengen, da sich Holz nach der Wässerung mit großer Kraft ausdehnt. Auch Wassereinschlüsse, die gefroren werden, sprengen feste Substanzen auseinander. In diesen Fällen gibt es keine Explosion, sondern es entstehen Brüche und Trennfugen.
Einige Bauwerkssprengungen 1947: Nikolaikirche (Chemnitz) 1948: Matthäikirche (Leipzig) 1949: Georgenkirche (Berlin-Mitte), St.-Andreas-Kirche (Berlin), Lazaruskirche (Berlin)kirchensprengung.de 1950: Berliner Stadtschloss 1956: St.-Ulrich-und-Levin in Magdeburg 1959: American Church of St John in Dresden 1968: Universitätskirche in Leipzig 1968: Garnisonkirche in Potsdam 1995: Millerntor-Hochhaus in Hamburg 1998: OMEGA-Sendemast Trelew 1999: OMEGA-Sendemast Chabrier (höchstes je gesprengtes Objekt) 2001: Buddha-Statuen von Bamiyan 2002: 300 m hoher Schornstein des Kraftwerk Thierbach 2004: Hochhaus Langer Oskar in Hagen 2004: Kohlekraftwerk Aschaffenburg 2008: Althoff-Turm des Karstadt-Gebäudes in Essenyoutube.com 2008: Kühltürme G+H des Kraftwerks Scholven in Gelsenkirchen 2009: Kamin („Langer Heinrich“) der Zuckerfabrik Regensburg 2010: Hochhaus „Weißer Riese“ in Kamp-Lintfortyoutube.com 2011: Turmhotel in Solingenyoutube.com 2012: Reste des Löhrhof-Centers in Recklinghausenyoutube.com 2013: Sinntalbrücke bei Bad Brückenau (etwa 770 Meter lange Autobahnbrücke an der BAB A7)youtube.com 2013: Bodenseesender (Sendemasten) 2014: AfE-Turm der Universität Frankfurt am Mainyoutube.com 2014: Kohleturm der ehemaligen Kokerei Kaiserstuhl in Dortmundyoutube.com 2014: Alter Aussichtsturm Pyramidenkogel 2015: DEW-Gasometer Dortmundyoutube.com 2017: Bonn-Centeryoutube.com 2019: Kraftwerk Gustav Knepperyoutube.com 2019: Weißer Riese im Wohnpark Hochheide in Duisburgyoutube.com 2020: Talbrücke Eisern in Siegenyoutube.com 2021: Kraftwerk Kellermann Lünen 2024: Die Haarbachtalbrücke auf der A 544
Siehe auch Automatensprengung Rückbau Seismische Sprengung Sprengung verendeter Rinder Verzögerungsmuster
Literatur Jürgen Lippok: Bauwerkssprengungen. Grundlagen · Sprengverfahren · Bemessung. Weißensee Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-89998-080-6.
Weblinks
Fotostrecke & Video: Sprengung Wohnkomplex Goliath in Marl am 13. August 2006 Planungen zur Sprengung des Wohnkomplex Goliath in Marl am 13. August 2006
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