mini|Der Kreis Fürstenthum im 18. Jahrhundert Der Kreis Fürstenthum, eigentlich Kreis Fürstenthum Cammin, war bis 1872 ein preußischer Landkreis in Hinterpommern. Seine Kreisstadt war die Stadt Köslin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das ehemalige Kreisgebiet zusammen mit ganz Hinterpommern – militärische Sperrgebiete ausgenommen – von der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung unterstellt; es liegt heute in der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Verwaltungsgeschichte Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde das Hochstift Cammin als Fürstentum Cammin säkularisiert und im Westfälischen Frieden (Vertrag von Osnabrück) – zusammen mit dem übrigen Hinterpommern – Brandenburg-Preußen zugesprochen.Instrumentum Pacis Osnabrugensis vom 24. Oktober 1648, Art. XI, Abs. 5. Bei der Kreisreform 1724 wurde das Fürstentum in einen Landrätlichen Kreis umgewandelt.

Der Kreis umfasste die Städte Bublitz, Kolberg, Körlin und Köslin, die königlichen Ämter Bublitz, Kasimirsburg, Kolberg, Körlin und Köslin sowie eine größere Anzahl von adligen Dörfern und Gütern.

Die elf dem Kolberger Domkapitel gehörenden Dörfer wurden 1811 in den Kreis eingegliedert, nachdem dieses Territorium säkularisiert worden war.Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 6, Anklam 1870, S. 263–280. Infolge der Provinzialbehörden-Verordnung vom 30. April 1815 wurde der Kreis Fürstenthum Teil des Regierungsbezirks Köslin in der Provinz Pommern.

Bei der pommerschen Kreisreform von 1818 wurde der Kreis Fürstenthum um 29 Dörfer des Kreises Greifenberg sowie drei Dörfer des Ostenschen Kreises vergrößert.

Der für die damaligen Verhältnisse ungewöhnlich große Kreis wurde am 1. September 1872 in die drei Kreise Bublitz, Kolberg-Körlin und Köslin aufgeteilt.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1797 33.203 1816 46.537 1846 89.571 1864 111.071 am 3. DezemberKönigliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin: 4. Kreis Fürstenthum. Berlin 1866, S. 67 (Online). 1871 111.138 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung 1871

Landräte 1724–1749Conrad Tessen von Heydebreck (1688–1760)

1763–1767Friedrich Wilhelm von Kameke (1718–1770) 1767–1794Friedrich Georg Christoph von Hellermann (1723–1794) 1794–1812Wilhelm Casimir von Hellermann (1766–1840) 1812–1839Carl Heinrich von Gerlach (1783–1860) 1839–1849Albert von Gaudecker-Kerstin 1849–1857Wilhelm von Hellermann (1810–1889) 1857–1872August von Gerlach-Parsow (1830–1906)

Städte und Gemeinden Bei der Volkszählung von 1871 umfasste der Kreis Fürstenthum vier Städte und 195 Landgemeinden: Adlig Bauerhufen Adlig Henkenhagen Adlig Klein Möllen Adlig Todenhagen Alt Banzin Alt Belz Alt Bork Alt Quetzin Alt Werder Altstadt Augustin Baldekow Bartin Barzlin Bast Bauerhufen Beverhusen Bischofthum Biziker Bodenhagen Bogenthin Borkenhagen Bornhagen Bublitz, Stadt Bullenwinkel Büssow Casimirshof Cluß Cordeshagen Cratzig Crettmin Curow Cursewanz Damgardt Damitz Dargen Dassow Datjow Deep Degow Dörsenthin Drawehn Drenow Drensch Drosedow Dubbertech Eigenthum Henkenhagen Fischerlage Henkenhagen Fritzow Funkenhagen Gandelin Ganzkow Garchen Garrin Gervin Gieskow Glienke Gohrband Goldbeck Gollendorf Gribow Groß Jestin Groß Karzenburg Groß Möllen Groß Pobloth Groß Satspe Groß Streitz Grumsdorf Güdenhagen Gülz Gust Hölkewiese Jaasde Jamund Jatzthum Kaltenhagen Kerstin Kiepersdorf Klannin Klein Jestin Klein Karzenburg Klein Möllen Klein Pobloth Klein Satspe Klein Streitz Kleist Kolberg, Stadt Kolberger Deep Kölpin Konikow Körlin, Stadt Köslin, Stadt Kothlow Kowanz Krampe Laase Labus Lappenhagen Lassehne Latzig Leikow Linow Lübchow Lubow Lüptow Mallnow Maskow Mechenthin Mersin Meyringen Mocker Mohrow Moitzelfitz Naugard Necknin Nedlin Nehmer Nessin Nest Neu Banzin Neu Bork Neu Buckow Neu Griebnitz Neu Quetzin Neu Werder Neudorf Neuenhagen Neuklenz Neurese Parsow Peterfitz Petershagen Pleushagen Plümenhagen Pobanz Poldemin Popiel-Seebeck Poppenhagen Porst Prettmin Priddargen Puddemsdorf Rabuhn Ramelow Reckow Repkow Reselkow Rogzow Rogzow Rossenthin Roßnow Rützow Rüwolsdorf Sassenburg Schötzow Schreitstaken Schübben Schulzenhagen Schützenwerder Schwedt Schwellin Schwemmin Schwerinsthal Schwessin Seefeld Seeger Sellnow Semmerow Seydel Simötzel Sorenbohm Spie Steglin Stepen Sternin Stöckow Stolzenberg Strachmin Strippow Thunow Timmenhagen Todenhagen Tramm Ubedel Vangerow Varchmin Varchminshagen Wartekow Wisbuhr Wobrow Wolfshagen Wusseken Zernin Zerrehne Zetthun Zewelin Ziegelei Zuchen Zwilipp Zum Kreis gehörten 1871 außerdem 178 Gutsbezirke.

Literatur Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin: 4. Kreis Fürstenthum. Berlin 1866, S. 1–67 (Google Books). Arthur Zechlin: Das Fürstentum Kammin. Historisch-topographisch dargestellt. In: Globus, Band 60, Nr. 14, Braunschweig 1891, S. 215–220 (Google Books), S. 232–238 (Google Books) und S. 246–252 (Google Books).

Weblinks

Karte des Kreises Fürstenthum am Anfang des 19. Jahrhunderts

Einzelnachweise

Furstenthum Kategorie:Koszalin Kategorie:Powiat Koszaliński Kategorie:Powiat Kołobrzeski Kategorie:Aufgelöst 1872