mini|Nebelschütz, Luftaufnahme (2017) mini|St. Martin, Luftaufnahme (2017)

Nebelschütz, , ist ein Dorf und die zugehörige Gemeinde im Zentrum des ostsächsischen Landkreises Bautzen in der Oberlausitz. Sie ist Mitglied im Verwaltungsverband Am Klosterwasser (Zarjadniski zwjazk „Při Klóšterskej wodźe“) im sorbischen Siedlungsgebiet. Zwei Drittel der Bevölkerung sprechen Sorbisch.Walde, Martin: Demographisch-statistische Betrachtungen im Gemeindeverband "Am Klosterwasser" in: Lětopis 51 (2004), Heft 1 Die Gemeinde hat etwa 1200 Einwohner, davon im Ort selbst.

Geographie und Verkehr Die Gemeinde befindet sich in der Westlausitz rund drei Kilometer östlich der Stadt Kamenz und 20 km nordwestlich von Bautzen, am Berührungspunkt dreier Naturräume. Nach Nordosten erstreckt sich das relativ ebene Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet, nach Südosten das flachwellige Oberlausitzer Gefilde, nach Westen das Westlausitzer Hügel- und Bergland.Mannsfeld, K. und Syrbe, R.-U. (Hrsg.): Naturräume in Sachsen mit Kartenbeilage „Naturräumliche Gliederung Sachsens“, in: Forschungen zur deutschen Landeskunde (Band 257), Deutsche Akademie für Landeskunde, Selbstverlag, Leipzig, 2008, ISBN 978-3-88143-078-4 Durch die Ortsteile Miltitz und Nebelschütz fließt die Jauer (Jawora). Sie ist ein kleiner Bach, der früher zwischen den beiden Ortsteilen zu einem Speicherbecken aufgestaut wurde und unter anderem als Angelrevier dient. Die A 4 ist über die Staatsstraße S 94 und den Anschluss Burkau (ca. 15 km) zu erreichen.

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung von Nebelschütz datiert auf das Jahr 1304. In einer Urkunde des Klosters St. Marienstern werden zwei Brüder aus Nebelschütz erwähnt. Was die grundherrlichen Besitzverhältnisse in Nebelschütz im 14. und 15. Jahrhundert angeht, gibt es nur unvollständige Überlieferungen. Ursprünglich dürfte der Ort den in der Gegend reich begüterten Herren von Kamenz gehört haben. Im Zinsregister von Marienstern aus dem Jahr 1374 wird erwähnt, dass die Zisterzienserinnen Einkünfte aus Nebelschütz bezogen. Das Dorf oder zumindest einige Güter im Ort wurden im Laufe des 15. Jahrhunderts mehrfach verkauft oder verpfändet. Als Grundherren über Teile von Nebelschütz werden u. a. Angehörige der Familie von Metzradt und auch die Stadt Kamenz erwähnt. Spätestens während des ersten Viertels des 16. Jahrhunderts hatte das Kloster das gesamte Dorf erworben. St. Marienstern blieb bis zur Ablösung der Grundherrschaft 1832 Besitzer von Nebelschütz. Deshalb ist die Bevölkerung des Ortes in der Reformationszeit auch katholisch geblieben.

Seit dem 1. Mai 2001 ist Nebelschütz Mitglied im Verwaltungsverband Am Klosterwasser.

Bevölkerung und Sprache Laut der Volkszählung von 2011 waren zu diesem Zeitpunkt von 1.196 Einwohnern der Gemeinde 1.011 römisch-katholisch (84,5 %), 48 evangelisch (4 %) und 137 gehörten einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an (11,5 %).Zensusdatenbank auf zensus2011.de 2022 lag der Anteil der katholischen Bevölkerung bei 83,5 %.Datenblatt für die Gemeinde auf zensus.sachsen.de; abgerufen am 16. Februar 2025 (pdf)

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts für das Dorf eine Bevölkerungszahl von 271, darunter 256 Sorben (94 %) und 15 Deutsche. Bedingt v. a. durch den Zuzug von Umsiedlern aus den ehemaligen Ostgebieten zählte Ernst Tschernik 1956 einen sorbischsprachigen Bevölkerungsanteil von nur noch 55,6 %.

Ortsgliederung Die Gemeinde Nebelschütz besteht aus fünf Ortsteilen (Einwohnerzahlen Stand Einwohner-Statistik In: www.am-klosterwasser.de.): Dürrwicknitz (Wěteńca), Einwohner Miltitz (Miłoćicy), Einwohner Nebelschütz, Einwohner Piskowitz (Pěskecy), Einwohner Wendischbaselitz (Serbske Pazlicy), Einwohner

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat von Nebelschütz besteht momentan aus zwölf Mitgliedern. Die Kommunalwahlen der letzten Jahre ergaben folgende Stimm- bzw. Sitzverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften2024 2019 2014%Sitze % Sitze % SitzeUnsere Dörfer47,76––––Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)30,7461,8852,66Freie Wählervereinigung10,2118,3219,32Freunde des Sportes7,2111,5116,42Die Linke4,2 –8,41 – –SPD – – – –11,61 gesamt100,012 100,0 12 100,0 11 Wahlbeteiligung 82,1 % 79,4 % 65,0 %

Bürgermeister Bürgermeister ist seit 2022 André Bulang. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2026Mirko Domaschke(Měrko Domaška)Domaschke51,52022André Bulang(André Bulank)Bulang86,22015Thomas Johannes Zschornak(Tomaš Čornak)CDU58,2200863,2200192,0199479,0

Ortspartnerschaften Hlučín, Tschechien Namysłów, Polen Ladánybene, Ungarn Sehenswürdigkeiten

mini|Nebelschütz – Hauptstraße und Pfarrkirche Kath. Pfarrkirche St. Martin (Swj. Měrćina), zwischen 1740 und 1743 im Barockstil erbaut Speicherbecken Nebelschütz Miltitzer Frosch, ein großer von der Eiszeit überformter Rundhöcker aus Granodiorit Nebelschütz liegt am Radwanderweg „Auf den Spuren des Krabat“ Wendentor, historisches Torhaus zwischen der historischen Herberge „Heldhaus“ und der Parkanlage; siehe Wendentor

Naturschutz

Regelmäßige Veranstaltungen mini|hochkant|Ostroer Osterreiter in Nebelschütz Osterreiten Zampern Vogelhochzeit Internationales Dorffest

Söhne und Töchter des Ortes Jan Skala (1889–1945), sorbischer Publizist Jan Buck (1922–2019), sorbischer Maler Jan Hansky (1925–2004), sorbischer Maler

Einzelnachweise

Weblinks

Gemeinde Nebelschütz

Kategorie:Ort in der Oberlausitz Kategorie:Ort im Landkreis Bautzen Kategorie:Ort im sorbischen Siedlungsgebiet Kategorie:Ersterwähnung 1304 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)