Die Professional Association of Diving Instructors (PADI) ist ein amerikanisches Unternehmen, das weltweit Tauchausbildungen anbietet. Mit rund 6.200 Tauchbasen und 130.000 Mitgliedern in 183 Ländern ist es die weltweit größte kommerzielle Tauchausbildungsorganisation. Die Tauchausbildungen des 1966 gegründeten Unternehmens sind weltweit standardisiert und werden von anderen Tauchorganisationen anerkannt.

Unternehmen Die Professional Association of Diving Instructors wurde 1966 von John Cronin († 2003) und Ralph Erikson († 2006) in Morton Grove, Illinois, gegründet.Die Geschichte von PADI. padi.com, abgerufen am 5. Dezember 2016.

Laut eigenen Angaben stellte PADI zwischen 1996 und 2015 jährlich über 900.000 Brevetierungen aus, was 56 % aller Tauchausbildungen weltweit entspricht. Seit Gründung des Unternehmens wurden bereits über 24 Millionen Taucher ausgebildet, der Frauenanteil liegt bei 36 %. Weltweit – in über 150 Ländern – bieten etwa 6200 Tauchbasen PADI-Ausbildungen an.

Das Unternehmen ist in folgenden Regionen mit Tochtergesellschaften vertreten: PADI America mit Sitz in Rancho Santa Margarita, Kalifornien – zuständig für die USA PADI Asia Pacific mit Sitz in Frenchs Forest, New South Wales – zuständig für Afghanistan, Australien, Indien, Indochina, Indonesien, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Pazifischen Inseln und Philippinen PADI Canada mit Sitz in Port Coquitlam, British Columbia – zuständig für Kanada PADI Pacific China mit Sitz in Shenzhen City, Guangdong – zuständig für die Volksrepublik China PADI EMEA (Europe, Middle East & Africa) mit Hauptsitz in Bristol, Vereinigtes Königreich – zuständig für Europa, Malediven, französische Karibikinseln, Afrika, Naher Osten und Russland PADI Pacific Japan mit Sitz in Tokio, Japan – zuständig für Japan PADI Latin America mit in Sitz Rancho Santa Margarita, Kalifornien – zuständig für die Karibik, Mittel- und Südamerika

Der Hauptsitz von PADI Worldwide liegt in Rancho Santa Margarita, Kalifornien. Präsident und CEO ist derzeit Drew Richardson.

Standards Die PADI-Standards legen Inhalte und Abläufe aller Kurse für Tauchlehrer und Assistenten fest. Die Ziele dieser Standards sind, ein weltweit einheitliches Ausbildungssystem anzubieten und den Tauchlehrern einen rechtlich gesicherten Rahmen für die Ausbildung zu geben. Die Standards werden permanent weiter entwickelt und z. B. an neueste Entwicklungen oder Erkenntnisse zur Tauchphysiologie angepasst. Änderungen der Standards werden vierteljährlich an alle Tauchlehrer verschickt. Die verschiedenen Manuals werden bei Bedarf überarbeitet und können u. a. online bezogen werden.

Ausbildungssystem Das Ausbildungssystem besteht aus standardisierten Modulen, die in Theorie und Praxis aufgeteilt sind. Die Theorie wird hauptsächlich im Selbststudium sowie durch Tauchlehrer vermittelt, während die Praxis ausschließlich durch Tauchlehrer im Schwimmbad oder im begrenzten Freiwasser sowie im offenen Freiwasser unterrichtet wird. Am Ende jeden Kurses wird ein Tauchschein (Brevet) ausgestellt, der weltweit anerkannt wird.

mini|hochkant=1.8|Übersicht über das PADI-Ausbildungssystem Wegen der großen internationalen Verbreitung findet man fast überall auf der Welt PADI-Tauchschulen. Durch die Standardisierung der Tauchkurse kann man daher einen begonnenen Kurs an einer beliebigen anderen PADI-Tauchschule weiterführen. Voraussetzung ist eine Überweisung von Tauchlehrer zu Tauchlehrer.

Viele andere kommerzielle Tauchorganisationen, v. a. aus dem US-amerikanischen Raum, bieten ein ähnliches Ausbildungsschema an, mit teilweise identischen Begriffen. Ausführliches Ausbildungsmaterial zum Selbststudium kann im Set (bestehend aus Kursbuch, DVD, der Tauchtabelle RDP – optional auch Computer-Dive-Manual – oder anderen Unterwasser-Karten) in den PADI-Tauchschulen erworben werden. Das Trainingsmaterial ist in verschiedenen Sprachen verfügbar und muss seit 1. Januar 2006 von jedem Kursteilnehmer besessen werden.

Schnorchel-Programme Discover Snorkeling

Discover Snorkeling ist kein Kurs, sondern ein Angebot für Schnorchler mit einem zertifizierten Assistenten geführte Touren an interessante Stellen zu unternehmen. Dementsprechend gibt es keine Voraussetzungen für die Teilnahme. Ebenso gibt es keine Theorie-Lektionen, aber Informationen zur Ausrüstung, Sicherheit, den örtlichen Gegebenheiten etc. Als Abschluss wird ein Zertifikat an die Teilnahme vergeben.

Digital Underwater Photographer Specialty Snorkeler

Den Specialty-Kurs für digitale Unterwasserfotografie gibt es auch für Schnorchler. Im PADI Digital Underwater Photographer-Kurs lernt man die Möglichkeiten der digitalen Technologie auszunutzen. Das Ergebnis sind gute Unterwasserbilder, die schnell gemacht sind. Man lernt nicht nur, wie gute Fotos gemacht werden, sondern auch, wie sie am Computer verbessert und archiviert werden. Diesen Kurs gibt es als PADI Digital Underwater Photographer Specialty Diver.

Skin Diver Im Skin-Diver-Kurs erlernt man im Pool oder begrenzten Freiwasser mit einer Schnorchel-Ausrüstung umzugehen (Freitauchen). Es werden Fertigkeiten wie z. B. Ein- und Ausstiege in und aus dem Wasser, Ausblasen des Schnorchels, Druckausgleich etc. geübt.

Kursumfang: üben praktischer Fertigkeiten

Voraussetzungen: mindestens 8 Jahre alt

Kinder-Programme Bubblemaker Der Bubblemaker ist kein Tauchkurs, sondern eine Möglichkeit für Kinder, in das Thema Tauchen „hineinzuschnuppern“. Neben einer kurzen theoretischen Einführung, beinhaltet Bubblemaker ein Tauchgang im Schwimmbad bei einer maximalen Tiefe von 2 Metern, unter Aufsicht eines Instructors. Normalerweise dauert die Bubblemaker-Erfahrung etwa eine Stunde.

Voraussetzungen: Mindestalter von 8 Jahren

Seal Team Die Kindertauchausbildung Seal Team beinhaltet eine Einführung in das Gerätetauchen im Schwimmbad. Erlernt wird der Gebrauch der Tauchausrüstung, die Tauchzeichen, der Druckausgleich, den Atemregler heraus nehmen, die Bedienung der Tarierweste, das Fluten der Tauchermaske, das Atmen aus dem Oktopus sowie der Wechsel zwischen dem Schnorchel und Atemregler.

Kursumfang: fünf Theorie-Lektionen fünf Schwimmbad-Lektionen

Voraussetzungen: mindestens 8 Jahre alt gute Gesundheit

Master Seal Team Aufbauend auf den fünf Lektionen des Seal Team-Kurses gibt es zehn sogenannte Speciality AquaMissions, analog zu den Spezialtauchgängen im Recreational-Diving-Programm:

Spezialist für die Identifizierung von Meerestieren Umwelt Spezialist Inner Space Spezialist (Tarieren) Navigations Spezialist Nachttauch Spezialist Sicherheits Spezialist Suchen und Bergen Spezialist Schnorcheltauch Spezialist Schnappschuss Spezialist Wrack Spezialist

Voraussetzungen: Seal Team Member gute Gesundheit

Junior-Brevets Jugendliche von 10 bis 14 Jahren können an Tauchkursen für Erwachsene teilnehmen und dabei ein sogenanntes Junior-Brevet erwerben, das im Bezug auf die maximale Tauchtiefe eingeschränkt ist. Zu den Junior-Brevets gehören: Junior Open Water Diver (JOWD) Junior Advanced Open Water Diver (JAOWD) Junior Rescue Diver (JRD) Junior Master Scuba Diver (JMSD)

Einführungsprogramme Im Gegensatz zu anderen Tauchverbänden vertritt PADI die „Dive Today“-Philosophie, nach der Tauchschüler nicht erst mit langwierigen Schnorchel-, Schwimm- oder sonstigen Trainingslektionen auf das Gerätetauchen vorbereitet werden, sondern, nach infrastruktureller Möglichkeit, noch am Tag der Entscheidung zu einem Schnuppertauchen oder Tauchkurs, mit der Gerätetauchausbildung beginnen.

Discover Scuba Diving Discover Scuba Diving (DSD) ist kein Tauchkurs, sondern eine Möglichkeit, in den Tauchsport hineinzuschnuppern. (Schnuppertauchen gemäß der Norm ISO 11121) Am Anfang wird ein Video gezeigt, in dem das Wichtigste über das Tauchen kompakt vorgeführt wird. Alternativ erfolgt eine kurze Einführung in das Tauchen durch einen Tauchlehrer, Divemaster oder Assistant Instructor. Daraufhin geht der Anfänger mit einem Tauchlehrer in ein Schwimmbad, wo ihm in einer maximalen Tiefe von sechs Metern die wichtigsten Handgriffe gezeigt werden, danach kann optional noch ein Tauchgang im Freiwasser (in einer maximalen Tiefe von 12 Metern) erfolgen. Dieses „Schnuppertauchen“ kann durch einen PADI-Instructor als Schwimmbadtauchgang 1 auf den Open Water Diver angerechnet werden.

Scuba Review Im Kurs Scuba Review kann ein brevetierter Taucher theoretische und praktische Tauchfertigkeiten und -kenntnisse auffrischen.

Kursumfang: Auffrischen theoretischer und praktischer Fertigkeiten

Voraussetzungen Mindestens 10 Jahre alt brevetierter Taucher oder Teilnehmer in einem Tauchkurs

Discover Local Diving Discover Local Diving (DLD) ist kein PADI-Kurs, sondern ein Programm für brevetierte Taucher, geführt von einem Divemaster oder Instructor Tauchgänge an einer ihnen unbekannten Lokalität zu unternehmen.

Voraussetzungen: PADI Scuba Diver oder höher Mindestens 10 Jahre alt

Recreational Diving Certifications Scuba Diver Der Kurs Scuba Diver ist ein weltweit anerkannter Anfängertauchkurs. (entspricht der internationalen Norm ISO 24801-1) Durch seinen modularen Aufbau ist gewährleistet, dass jedem Tauchschüler eine Basis an Wissen und Können vermittelt wird. Mit drei Theorie-Modulen und drei dazugehörenden Schwimmbad-Modulen wird der Tauchschüler auf die zwei Freiwassertauchgänge, bzw. auf die weiterführenden Module des Open-Water-Diver-Kurses (OWD) vorbereitet. Nach Abschluss des Kurses wird von PADI ein Tauchschein (Brevet) in Kreditkartenformat ausgestellt. Dieser Tauchschein erlaubt es, ausschließlich in Begleitung eines professionellen Tauchers (mindestens Divemaster) bis 12 m Tiefe zu tauchen. Die drei Module des Scuba-Diver-Kurses sind identisch mit den ersten drei der insgesamt fünf Module des Open-Water-Diver-Kurses und ermöglicht so, den vollwertigen OWD-Kurs in Etappen zu bestehen.

Kursumfang: drei Theorie-Lektionen drei Tauchgänge im Schwimmbad oder begrenztem Freiwasser zwei Tauchgänge im Freiwasser mit Gerät, ein optionaler Schnorchel-Tauchgang, ein empfohlener „Abenteuer-Tauchgang“

Voraussetzungen: mindestens 15 Jahre alt mindestens 10 Jahre alt (Junior Scuba Diver)

Open Water Diver Der Kurs Open Water Diver (OWD) ist ein weltweit anerkannter Anfängertauchkurs. (entspricht der Norm ISO 24801-2) Durch seinen modularen Aufbau ist gewährleistet, dass jedem Tauchschüler eine Basis an Wissen und Können vermittelt wird. Mit fünf Theorie-Modulen und fünf dazugehörenden Schwimmbad-Modulen wird der Tauchschüler auf die vier Freiwassertauchgänge vorbereitet. Nach Abschluss des Kurses wird von PADI ein Tauchschein (Brevet) in Kreditkartenformat ausgestellt. Der Tauchschein ermöglicht es, mit einem Tauchpartner selbständig Tauchgänge bis zu einer empfohlenen Tiefe von 18 m zu planen und durchzuführen.

Nach den PADI-Standards dürfen Junior Open Water Diver im Alter von 10 bis 11 Jahren nur in Begleitung eines professionellen PADI Tauchers, eines brevetierten Elternteils oder eines brevetierten Erziehungsberechtigten tauchen. Die Tauchgänge dürfen eine Tiefe von 12 Metern nicht überschreiten. Im Alter von 12 bis 14 Jahren müssen sie in Begleitung eines brevetierten Volljährigen tauchen.

Kursumfang: fünf Theorie-Lektionen fünf Tauchgänge im Schwimmbad oder begrenztem Freiwasser vier Tauchgänge im Freiwasser mit Gerät, ein optionaler Schnorchel-Tauchgang, ein empfohlener „Abenteuer-Tauchgang“

Voraussetzungen: mindestens 15 Jahre alt mindestens 10 Jahre alt (Junior Open Water Diver)

Advanced Open Water Diver / Adventure Diver