Die Anna Göldi-Stiftung wurde 2007 auf Initiative von Journalist und Schriftsteller Walter Hauser (1957–2022) zum 225-Jahre-Gedenken an die Sennwalder Magd Anna Göldi gegründet, die 1782 in Glarus einem Justizmord zum Opfer fiel. Die Stiftung ist Trägerin des Anna Göldi Museum und verleiht zweijährlich den Anna-Göldi-Menschenrechtspreis.Anna-Göldi-Menschenrechtspreis
Zweck und Ziele Die Stiftung bezweckt die Wahrung des Gedenkens an die am 13. Juni 1782 hingerichtete Anna Göldi sowie die Erforschung der Hintergründe des Prozesses, der zu ihrer Verurteilung führte. Laut Eigendarstellung setzt sie sich zudem „für die Wahrung der Menschen- und Grundrechte ein und engagiert sich gegen Diskriminierung, Rassismus und Willkür“. Sie bezweckt ferner die publizistische Unterstützung von diskriminierten Randgruppen und Minderheiten sowie von Opfern von Willkür und Menschenrechtsverletzungen.
Die Stiftung ist Besitzerin des Anna Göldi Museums in Glarus, Ennenda, welches 2017 eröffnet wurde und zu den bedeutendsten kulturellen Sehenswürdigkeiten der Schweiz gehört. Das Museum erinnert an das Schicksal der 1782 hingerichteten Magd und setzt ein wichtiges Zeichen für das Ringen um Menschenrechte bis zur heutigen Zeit.
Finanziell unterstützt wird die Stiftung von der Standortgemeinde Glarus, dem Kanton Glarus, dem Kanton Zug, dem Kanton St. Gallen, von Pro Helvetia sowie weiteren Gönnern und Sponsoren.
Organisation Die Stiftung hat ihren Sitz im Kanton Glarus. Die Stiftung verfolgt öffentliche und gemeinnützige Zwecke. Ihr oberstes Organ ist der Stiftungsrat. Die Stiftung verleiht alle zwei Jahre den Anna Göldi Menschenrechtspreis an Persönlichkeiten, die sich heute gegen Justiz- und Behördenwillkür einsetzen.
Stiftungsrat Präsidentin: Veronika Britt, Rechtsanwältin, FinanzexpertinStiftungsrat. Abgerufen am 30. Oktober 2025. Nicole Billeter, Historikerin Ursula Helg, Museumsleiterin Susan Honegger, Sozialpädagogin, Künstlerin Helen Thomas, Senior Researcher ETH Zürich, Architektin, Autorin, Verlegerin Francesca Trento, Theologin und Journalistin
Ehrenmitglieder: Peter Bertschinger (1943–2025), dipl. Ing. ETH Peter Jenny, Prof. em. ETH Zürich Elisabeth Kopp (1936–2023), Alt-Bundesrätin
Aktivitäten Aufarbeitung und Rehabilitation 2007 stellte Walter Hauser sein Buch Der Justizmord an Anna Göldi vor. Bei seinen Recherchen war er auf zuvor unbekannte Originaldokumente gestossen. So konnte bewiesen werden, dass der Gerichtsschreiber Johann Melchior Kubli die geheimen Akten zwei deutschen Journalisten übergeben hatte, die den Fall publik machten. Die Bekanntmachung und die daraus resultierende Empörung führten letztlich mit dazu, dass Anna Göldi als letzte Hexe in Europa in die Geschichte einging. Hauser hatte mit seinem Buch die Rehabilitation angestossen.Anna Göldi – Die „letzte Hexe“ wird rehabilitiert. 20 Minuten vom 10. Juni 2008.Kanton Glarus Regierungsrat: Kanton Glarus Staatskanzlei:
Anna Göldi-Gedenktag und Menschenrechtspreis Die Anna Göldi-Stiftung will mit Gedenktag an das Unrecht erinnern, das Anna Göldi mit ihrer Hinrichtung am 13. Juni 1782 widerfahren ist. Der Gedenktag soll bewusst machen, dass auch in der heutigen Zeit noch viel Unrecht passiert. 13. Juni 2007: Buchvorstellung Der Justizmord an Anna Göldi von Walter HauserAnna Göldis Geschichte bewegt die Massen. In: Die Südostschweiz. 15. Juni 2007, S. 7.
13. Juni 2009: Verleihung des Anna Göldi-Menschenrechtspreis an Luzius Wildhaber, langjähriger Präsident des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Strassburg 13. Juni 2010: Buchvorstellung Johann Melchior Kubli – Fürsprecher im Hexenhandel um Anna Göldi von Nicole Lieberherr 18. Juni 2011: Verleihung des Anna Göldi-Menschenrechtspreises an Islamwissenschaftlerin Amira Hafner-Al Jabaji 13. Juni 2012: Gedenkveranstaltung im Zürcher Grossmünster 13. Juni 2013: Führung zum einstigen Richtplatz 13. Juni 2014: Einweihung des Anna Göldi-Mahnmals in GlarusEin Licht für die letzte Hexe In: Neue Zürcher Zeitung. 13. Juni 2014. 13. Juni 2015: Verleihung des Anna Göldi-Menschenrechtspreises an Menschenrechtsaktivistin Ursula Biondi und Journalist Turi Honegger, auf annagoeldi.ch. 18. Juni 2016: Vorstellung Ausstellungskonzept Anna Göldi Museum 24. Juni 2017: Öffentlicher Vortrag Johann Melchior Kubli, ein Wegbereiter der Menschenrechte von Nicole Lieberherr und Walter Hauser 16. Juni 2018: Verleihung des Anna Göldi-Menschenrechtspreises an Schriftstellerin Mariella Mehr 18. Juni 2019: Referat von IKRK-Präsident Peter Maurer über Krieg und sexuelle Gewalt 13. Juni 2020: Verleihung des Anna Göldi-Menschenrechtspreises an den Verein Miteinander Valzeina 12. Juni 2022: Buchvorstellung Lauter Frauen von Caroline Arni
Weblinks Offizielle Website der Anna Göldi-Stiftung
Einzelnachweise
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