mini|hochkant=1.1|Gemarkungsplan von 1885 zeigt auch die Insel Mainau und das Kloster St. Katharinen als eigene Gemarkungen neben Allmannsdorf, mit separat nachgewiesenen Flächenangaben Allmannsdorf, früher ein eigenständiges Dorf und Vorort von Konstanz am Bodensee, ist heute ein rechtsrheinischer StadtteilKonstanz.de Stadtgliederung von Konstanz westlich oberhalb vom Konstanzer Stadtteil Staad auf einem Höhenrücken. Der Bezirk entstand aus der flächenmäßig größeren ehemaligen Gemeinde.

Geschichte Ehemalige Gemeinde Allmannsdorf Allmannsdorf gehörte ab 1272 zur Landschaft Mainau der Deutschordens-Kommende Mainau. Im Jahr 1806 wurde der Deutsche Orden in den mit Frankreich verbündeten deutschen Staaten säkularisiert. Die Besitztümer (Land oder Vermögen) fielen an das Großherzogtum Baden.Emil J. Mundhaas: Hoch- und Niedergerichtsbarkeit des Deutschen Ordens in der Landschaft Mainau. In: Hegau. Zeitschrift für Geschichte, Volkskunde und Naturgeschichte des Gebiets zwischen Rhein, Donau und Bodensee. Jahrbuch 70 2013, ISBN 978-3-933356-69-7, S. 233–254. Von 1806 bis 1914 gehörten zur Gemeinde Allmannsdorf auch die heutigen Konstanzer Verwaltungsbezirke Staad (Konstanz), Egg (mit der Insel Mainau und dem früheren Kloster St. Katharinen), Königsbau und der größere Teil von Petershausen-Ost.Schriftliche Ausarbeitung vom 31. März 2015 von Emil J. Mundhaas, Konstanz.

Eingemeindung zu Konstanz Der Vertrag zur Eingemeindung zur Stadt Konstanz wurde Anfang 1914 geschlossen, im Juni 1914 durch das Innenministerium genehmigt und trat zum 1. Januar 1915 in Kraft.Emil J. Mundhaas: „Heirat“ nach jahrelangen Verhandlungen. Allmannsdorf 100 Jahre vereinigt mit der Stadt Konstanz. In: Stadt Konstanz (Hrsg.): Konstanzer Almanach 2015. Verlag Friedrich Stadler, Konstanz, ISBN 978-3-7977-0585-3, S. 47–49. Allmannsdorf behielt seinen eigenen Friedhof, den Allmannsdorfer Friedhof.Emil Mundhaas: Die Friedhöfe in der ehemaligen Gemeinde Allmannsdorf. In: Delphin-Kreis (Hrsg.): Das DelphinBuch. Band 11, Labhard Medien GmbH, Konstanz 2013, ISBN 978-3-939142-93-5, S. 229–260.

Bevölkerung 1806: (Gemeinde Allmannsdorf mit Staad, Egg mit Mainau, Königsbau und dem größeren Teil von Petershausen-Ost): 670 SeelenEmil J. Mundhaas: Hoch- und Niedergerichtsbarkeit des Deutschen Ordens in der Landschaft Mainau. In: Hegau. Zeitschrift für Geschichte, Volkskunde und Naturgeschichte des Gebiets zwischen Rhein, Donau und Bodensee. Jahrbuch 70 2013, ISBN 978-3-933356-69-7, S. 233–254, hier S. 254. 1843: 683 Einwohner durch steigende Geburtenraten und Zuzüge.Emil Mundhaas: Die Friedhöfe in der ehemaligen Gemeinde Allmannsdorf. In: Delphin-Kreis (Hrsg.): Das DelphinBuch. Labhard Medien GmbH, Konstanz 2013, ISBN 978-3-939142-93-5, S. 229–260. 1990: 4.221.. 1995: 4.742 2000: 4.859 2005: 5.158 2010: 5.268 2018: 5.341Konstanz – Daten, Fakten Zahlen. In: Konstanzer Kompass 2020, Stadler Verlagsgesellschaft Konstanz, S. 8–9.

Bauten Ein markantes Gebäude ist der auch vom Bodensee weithin sichtbare Otto-Moericke-Turm, ehemals der Staader Wasserturm, heute die Jugendherberge Konstanz.

Die Loretto-Kapelle wurde 1638 erbaut als Dank für den Abzug der Schweden 1633 im Dreißigjährigen Krieg;Konstanz-Allmannsdorf – Lorettokapelle bei ihr zu finden ist ein „Loretto-Kreuz“, ein großes Flurkreuz, errichtet 1587 in der Nähe seines heutigen Standorts vom Deutschordensritter Georg von Gemmingen zur Markierung des Deutschordensgebiets. Heute bekundet das Wegkreuz die Freundschaft zu Konstanz' französischer Partnerstadt Fontainebleau; Erinnerungstafeln an der Sandsteinsäule bezeugen das zehnjährige Bestehen der Städtepartnerschaft 1970. Darüber hinaus sind drei Bildsäulen von 1657 sowie ein „Holzmarterl“ von 1914 zur Kapelle arrondiert.

Im Turm der Kirche St. Georg in Allmannsdorf hängt neben vier anderen Kirchenglocken eine Glocke aus dem 13. Jahrhundert.Johannes Hof: Wo einig der ältesten Glocken hängen. In: Südkurier, 28. Dezember 2020

Die evangelische Kreuzkirche (1956) ist ein Beispiel der Nachkriegsmoderne, mit einer Fassadenverkleidung aus gelbem Klinker.

Literatur Harald Derschka: Allmannsdorf und die Gründungsausstattung der Abtei Reichenau. In: Harald Derschka, Rainer Hausmann, Martin Löhnig (Hrsg.): Festschrift für Hans-Wolfgang Strätz zum 70. Geburtstag. Edition Rechtskultur, Regenstauf 2009, ISBN 978-3-86646-400-1, S. 93–114. Paul Motz: Die Baugeschichte des alten Pfarrhauses in Konstanz-Allmannsdorf. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung. Band 87, 1969, S. 151–155. Digitalisat Anneliese Müller: Allmannsdorf. In: Der Landkreis Konstanz. Amtliche Kreisbeschreibung III: Gemeindebeschreibungen der Verwaltungsräume Engen, Gottmadingen, Hilzingen, Höri, Konstanz. Thorbecke, Sigmaringen 1979, ISBN 3-7995-6183-8, S. 432–440. Emil J. Mundhaas: Vom „Hörnlibühl“ über den „Kilchenbuck“ zur „Allmannshöhe“: Ein Gang auf der Zeitachse durch das alte Allmannsdorf. In: Delphin-Kreis (Hrsg.): Das DelphinBuch, (Konstanzer Beiträge zu Geschichte und Gegenwart, Neue Folge, Band 9), Konstanz 2008, ISBN 978-3-939142-34-8, S. 25–50. Emil J. Mundhaas: Schifffahrt und Fischerei im alten Staad. Chronik der Gemeinde Allmannsdorf, Band II. Manuskript, Frühsommer 2008, Aufbewahrungsort: Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Historische Landkarte Allmannsdorf, am Überlinger See, Kreis Konstanz, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Allmannsdorf (meyersgaz.org).

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