Die Akagi (jap. ) war ein Flugzeugträger der Kaiserlich Japanischen Marine, benannt nach dem Vulkan Akagi in der heutigen Präfektur Gunma. Auf Kiel gelegt als ein Schlachtkreuzer der Amagi-Klasse, wurde sie noch während des Baus in einen Flugzeugträger umgewandelt, um die Bedingungen des Washingtoner Flottenvertrags zu erfüllen. Nach Japans Kündigung des Vertrages Ende 1934 erfolgte zwischen 1935 und 1938 ein weiterer Umbau des Schiffes, bei dem aus ihren drei Flugdecks ein einziges konstruiert wurde. Zusätzlich erhielt sie einen Inselaufbau als Kommandozentrale. Als zweiter in Dienst gestellter und erster Flottenflugzeugträger Japans stellte die Akagi einen Kern zur Entwicklung der japanischen Trägerkampfgruppendoktrin dar. Japans Erfolge in den ersten sechs Monaten des Pazifikkriegs basierten erheblich auf dieser Doktrin.

Flugzeuge der Akagi griffen bereits in den späten 1930er Jahren in die Kampfhandlungen des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges ein. Bei der Aufstellung der Kidō Butai Anfang 1941 wurde sie zum Flaggschiff der Trägergruppe bestimmt und blieb dies für den Rest ihrer Dienstzeit. Gemeinsam mit den anderen Trägern der Gruppe führte sie den Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 durch. Im Januar 1942 griffen ihre Flugzeuge in die Schlacht um Rabaul ein. Im Folgemonat führten ihre Kampfgruppen einen Luftangriff auf Darwin durch und halfen bei der Besetzung Niederländisch-Indiens. Im März und April versenkten ihre Flugzeuge bei einem Vorstoß in den Indischen Ozean einen britischen Schweren Kreuzer und einen australischen Zerstörer.

Nach einem kurzen Werftaufenthalt nahm sie mit drei anderen Flottenträgern an der Schlacht um Midway im Juni 1942 teil. Dort wurde sie durch einen gegnerischen Luftangriff schwer beschädigt und, als eine Rettung des Schiffes aussichtslos erschien, evakuiert und von japanischen Zerstörern selbst versenkt. Der Verlust der Akagi und der anderen bei Midway eingesetzten Träger stellte einen entscheidenden strategischen Verlust für Japans Streitkräfte dar und sorgte dafür, dass die Alliierten in die Offensive gehen konnten.

Konstruktion und Bau mini|links|Die Akagi nach ihrer Fertigstellung mit den drei unterschiedlich langen Flugdecks und den unterschiedlichen Abgasfahnen aus den beiden Schornsteinen im Jahr 1927

Der Bau des Schiffs war ursprünglich 1920 als Schlachtkreuzer der Amagi-Klasse in Kure begonnen worden.

Der Name Akagi, der Name eines Berges, entsprach dem typischen Schema der Namensgebung japanischer Schlachtkreuzer, wie sie schon bei der vorangegangenen Kongō-Klasse praktiziert worden war.

Gestützt auf die Beschlüsse der Washingtoner Flottenkonferenz von 1922, wurde die Fertigstellung des Schlachtkreuzers abgebrochen, und die Akagi wurde zur Fertigstellung als Flugzeugträger vorgesehen. Die geplanten Schwesterschiffe Amagi, Atago und Takao wurden unfertig verschrottet. Sie war damit der zweite Flugzeugträger, dessen Bau die Kaiserlich Japanische Marine nach der Hōshō von 1922 begann.

Die angesetzten Arbeiten beinhalteten auch eine Umgestaltung des Rumpfes, der nahezu fertiggestellt war. Hierbei wurde, unter anderem, das schwere Schutzsystem des ursprünglichen Schlachtkreuzers deutlich reduziert, um Gewicht einzusparen; der Gürtelpanzer wurde dabei von 25,4 cm Dicke auf 15,2 cm reduziert. Lagertanks für Flugzeugtreibstoff und Munitionsbunker für Fliegerbomben und Torpedos wurden in den Rumpf eingepasst.

Der neue Flugzeugträger war zunächst für die damals üblichen Doppeldecker-Flugzeugtypen ausgelegt und erhielt drei Flugdecks. Davon waren die beiden unteren Hallendecks – naturgemäß – nur zum Start von Flugzeugen geeignet, während auf dem oberen Deck auch gelandet werden konnte. Über die gesamte Schiffslänge erstreckte sich dabei keines der Decks. Das obere Deck war 190 Meter lang und nicht durchgängig horizontal ausgeführt. Es erreichte, etwa in der Schiffsmitte, seinen höchsten Punkt und fiel nach achtern und zum Bug hin leicht ab, um für Flugzeuge das Beschleunigen beim Start und das Bremsen nach der Landung zu unterstützen. Das darunter gelegene Abflugdeck hatte nur eine kurze Abflugplattform von 15 Metern Länge, und das untere Abflugdeck war 55 Meter lang.

Der hintere Teil der beiden Abflugdecks diente gleichzeitig als Hangar, in dem die Flugzeuge gelagert, bewaffnet, betankt und repariert werden konnten. Zum Zeitpunkt ihrer Indienststellung lag die Kapazität bei 60 mitgeführten Flugzeugen. mini|links|Die Akagi 1930, die beiden 20-cm-Geschütztürme sind vorn auf dem mittleren Abflugdeck zu erkennen. Daneben liegt das Schlachtschiff Nagato. Das Schiff war zunächst mit sechs 12-cm-/L45-Flugabwehrkanonen in drei Zwillingslafetten und sechs einzeln lafettierten 20-cm-/L50-Geschützen in Kasematten bewaffnet.

Die Wasserverdrängung bei voller Beladung lag bei 34.364 ts und damit deutlich niedriger als die Verdrängung, die das Schiff, unter gleichen Bedingungen, als Schlachtkreuzer gehabt hätte.Hans Lengerer: Akagi & Kaga, Warship Vol.22. S. 129.

Der Stapellauf fand am 22. April 1925 statt. Die Ausrüstung und Indienststellung erfolgten in Yokosuka und wurden am 27. März 1927 abgeschlossen.

Nachrüstungen Weil sich die Einsatzdoktrin für Flugzeugträger beim Bau des Schiffes noch in der Anfangsphase befunden hatten, wurden mehrfach Änderungen an Ausrüstung und Ausstattung der Akagi vorgenommen, um das Schiff an neue Erkenntnisse und modernere Technik anzupassen.

So wurde nachträglich eine provisorische Brücke im vorderen Bereich der Steuerbordseite des oberen Flugdecks montiert.

Nachgerüstet wurden in den folgenden Jahren auch zwei Geschütztürme mit je zwei 20-cm-/L50-Geschützen, die man an der Basis des mittleren Abflugdecks aufstellte, je einen an Backbord und Steuerbord. Die Bewaffnung, die primär zur Bekämpfung von gegnerischen Schiffen geeignet war, erhöhte sich so für einige Jahre auf zehn 20-cm-/L50-Rohre. Diese später unübliche Art der Bewaffnung eines Flugzeugträgers für Artillerieduelle mit anderen Schiffen ergab sich auf Basis der eingeschränkten Reichweite der eigenen Flugzeuge und ihrer schwachen Bewaffnung: Man war sich nicht sicher, ob ein feindliches Schiff durch die eigenen Flugzeuge erkannt und aufgehalten werden konnte, bevor es bis auf Schussweite an den eigenen Träger herankommen konnte.Mark R. Peattie: Sunburst: The Rise of Japanese Naval Air Power, 1909–1941. US Naval Institute Press, 2007, ISBN 1-59114-664-X, S. 55.

Umbau mini|links|Die Akagi 1939, der Knick im Flugdeck ist zu erkennen Das Konzept von drei Flugdecks war unzureichend für den Einsatz neuer deutlich schwererer und größerer Flugzeugtypen. Diese benötigten eine längere Start- und Landebahn als die Flugzeugmodelle, für die das Schiff ursprünglich gebaut worden war, und nahmen auch viel mehr Platz in den Hangars ein. Die beiden unteren Abflugdecks waren damit nicht mehr zeitgemäß und wurden zu reinen Hangardecks umgewandelt. Das neue durchgängige Flugdeck war 249 Meter lang und 30 Meter breit.

Der Träger erhielt nun auch einen fest installierten Brückenturm, der an Backbord mittschiffs auf das Flugdeck aufgesetzt wurde.

Die Arbeiten begannen am 15. November 1935 und dauerten letztlich wegen Verzögerungen durch FinanzierungsproblemeMark R. Peattie: Sunburst: The Rise of Japanese Naval Air Power, 1909–1941. US Naval Institute Press, 2007, ISBN 1-59114-664-X, S. 58. drei Jahre an. Sie schlossen auch einen Austausch der zum Teil noch für eine Befeuerung mit Kohle vorgesehenen Dampfkessel gegen solche mit Ölbefeuerung mit ein.

Die Abführung der von den Kesseln erzeugten Abgase erfolgte bei der Akagi zunächst über zwei hintereinander angeordnete Schornsteine, die mittschiffs an der Steuerbordseite das obere Hangardeck verließen. Die Konstruktion entließ die Abgase dann nicht senkrecht nach oben, sondern leitete sie nach unten in Richtung der Wasseroberfläche ab, um die Flugoperationen nicht durch Rauch zu behindern.

Die beiden Zwillingstürme mit ihren 20-cm-/L50-Geschützen wurden entfernt, die sechs 20-cm-Geschütze in den Kasematten allerdings behalten.20 cm/50 bei navweaps.com, gesichtet am 28. Juli 2010

Die Akagi trug nach dem Umbau vierzehn 25-mm-Zwillingsmaschinenkanonen Typ-96, deren Einsatz durch sechs Typ-95-Leitgeber koordiniert wurde. Die älteren schweren 12-cm-Flugabwehrkanonen wurden von neuen Typ-94-Leitgeräten mit Anweisungen versorgt. Das durch den Umbau leicht gestiegene Gewicht erhöhte den Tiefgang, und die maximale Geschwindigkeit sank dementsprechend von 32,5 auf 31,2 Knoten.

Der vorgesehene Ersatz der 12-cm-/L45-Flugabwehrkanonen durch die moderneren Typ 89 12,7-cm-Flugabwehrkanonen in Zwillingslafetten wurde wegen ihres Untergangs nicht mehr realisiert.

Die Kapazität für Kampfflugzeuge blieb nach dem Umbau trotz vergrößertem Hangar gleich, weil die inzwischen größer gewordenen Bordflugzeugtypen, zudem teils ohne echte Flügelfaltung, die Vorteile des vergrößerten Hangarraums kompensierten. Für den Zustand nach dem Totalumbau wird die Zahl der Flugzeuge, die maximal mitgeführt werden konnten, mit 91 angegeben. Sie gilt für alte Flugzeugmuster bei einer Einbeziehung von zerlegten Reservemaschinen. Tatsächlich betrug die Kapazität im Zweiten Weltkrieg normalerweise 63 Flugzeuge.

Vergleich Die Akagi blieb zwar aus traditionellen Gründen bis 1942 das Flaggschiff der japanischen Trägerflotte, war aber in vielerlei Hinsicht der schwächste der sechs damaligen japanischen Flottenträger. Das geknickte Flugdeck, der geringe Hangarraum, die veraltete Flak (einziges Schiff mit den alten 12-cm-Waffen) und die geringe Seeausdauer, dazu die Vertrimmungsprobleme ergaben in Summe ein Schiff, das trotz der höheren Geschwindigkeit technisch hinter der Kaga zurückblieb (größere Hangars mit effektiver Kapazität für wenigstens 72 Flugzeuge, moderne und viel stärkere Flak, hohe Seeausdauer, durchgehendes Flugdeck) und in der Bewaffnung auch von den viel kleineren Soryu und Hiryū überrundet wurde, von den drastisch kampfstärkeren Schiffen der Shokaku-Klasse ganz abgesehen.

Einsätze mini|Aichi D3A stehen zum Start bereit mini|Ein A6M2-Zero-Jagdflugzeug, ausgerüstet mit einem Abwurftank für Treibstoff, hebt am 7. Dezember 1941 zum Angriff auf Pearl Harbor ab. Die ersten Ziffern der Kennnummer am Leitwerk markieren den Jäger als Maschine der Akagi

Der erste Kommandant der Akagi war Yamamoto Isoroku, der später Oberkommandierender der kaiserlich japanischen Marine wurde. Während des Zweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs wurde der Flugzeugträger vor der Küste Chinas eingesetzt. Am 30. Januar 1939 lief sie in südchinesische Gewässer aus und unterstützte dort bis zum 19. Februar Bodenoperationen, darunter Angriffe auf Guilin und Liuzhou. Vom 27. März bis zum 2. April 1940 unterstützte Akagi Operationen in Zentralchina.

Einsatzgrundsätze der japanischen Träger