Witim () ist eine Siedlung städtischen Typs in Russland in der sibirischen Republik Sacha (Jakutien) im Lensker Ulus. Sie hat Einwohner (Stand ).

Geographie Die Siedlung liegt auf dem linken Hochufer der Lena gegenüber der Mündung des Witim.Witim auf Google Maps Nach einer Reisenotiz des Erzbischofs von Irkutsk, Nil Issaakowitsch (1799–1874), der Witim 1843 besuchte, befand sich die Siedlung ursprünglich drei Werst (gut 3 km) nördlich des jetzigen Ortes und ist später die Lena hinaufgezogen.zitiert nach: , gazetayakutia.ru, 19. November 2009 (russisch); abgerufen am 16. Oktober 2012.

Geschichte mini|links|Witim im 19. Jh. Witim gehört zu den ältesten Siedlungen an der Lena. Einige Quellen nennen als Gründungsjahr das Jahr 1621.(1) Geografisch-Statistisches Wörterbuch des Russischen Reiches (Географическо-статистический словарь Российской империи) (St. Petersburg, 1883); (2) Irkutsk und die Irkutsker Region unter Einbeziehung anderer Regionen und Provinzen Sibiriens (Иркутск и Иркутская губерния с очерком прочих губерний и областей Сибири) (Irkutsk, 1870, S. 55). beide zitiert nach Газета “Якутия”'(s. o.) Dies widerspricht jedoch dem neueren Forschungsstand, demzufolge die ersten Russen an der Lena Händler aus Mangaseja waren, die an der Wiljui-Mündung, die sich erheblich weiter flussabwärts befindet, 1620 auf die Lena stießen, sowie ein Demid Pjanda (Демид Пянда), der erst 1623 die obere Lena von der Unteren Tunguska aus erreichte und bei seiner Fahrt an teils felsigen, teils bewaldeten Hochufern entlang auch die Mündung eines großen rechten Nebenflusses (Witim) passierte.Fisher, Raymond Henry: The Russian Fur Trade, 1550-1700. University of California Press, 1943 (englisch). vgl. den Abschnitt Землепроходец Пянда и открытие Лены (Der Entdecker Pjanda und die Erschließung der Lena) in Открытие русскими средней и восточной Сибири [Die russische Erschließung des nördlichen und östlichen Sibiriens] randewy.ru; abgerufen am 26. November 2010 (russisch). siehe auch Demid Pjanda Manche Autoren bringen Witim mit einem Winterlager des Pantelei Demidowitsch Pjanda, wahrscheinlich eines Sohnes von Demid Pjanda, in Zusammenhang, der 1643 erwähnt wird.Natalja Chowawko: (Исторический калейдоскоп Витима ), isurgut.ru (russisch). Abgerufen am 27. November 2010 Der Brockhaus-Efron spricht davon, dass Witim 1661 „schon existierte“.Brockhaus-Efron. Enzyklopädisches Wörterbuch. (Энциклопедический Словарь). Band 12. St. Petersburg 1892 (russisch). Online-Ausgabe in der Библиотека “Вехи”. vehi.net; abgerufen am 24. November 2010

Ursprünglich wahrscheinlich als Winterquartier (зимовья) gegründet, wurde die Siedlung später zu einer Handelsbefestigung ausgebaut. Mitte des 19. Jahrhunderts erstreckte sich die Siedlung über 2 km am Fluss entlang und zählte um 250 Einwohner bäuerlicher Herkunft, die neben dem Handel von Fischfang und Jagd, dem Transport von Lasten, dem Goldbergbau und dem Kunsthandwerk lebten. Es gab etwa 100 Gehöfte, eine Holzkirche, eine Religionsschule, eine Krankenstation, zwei Gastwirtschaften und eine Gerberei.Sibirischer Bote (Сибирский вестник) Nr. 10 (1867), zitiert nach Газета "Якутия" (s. o.) Die Große Enzyklopädie (Большая энциклопедия) von 1901 spricht von 600 Einwohnern.Große Enzyklopädie (Большая энциклопедия). St. Petersburg, 1901. zitiert nach Газета "Якутия" (s. o.)

Im zaristischen Russland diente der Ort auch als Verbannungsort für politische Gegner des Zarenregimes. Von 1912 bis 1913 lebte hier der belarussische jiddische Dichter H. Leivick in Verbannung.

+ Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1959 2872 1970 3691 1979 3461 1989 5311 2002 3973 2010 4376 Tabelle: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Infrastruktur Der Ort verfügt über einen Flugplatz (ICAO-Code: UERT).Flugplatzinformation. gcmap.com; abgerufen am 24. November 2010 Dieser diente im Zweiten Weltkrieg als Zwischenlandeplatz für alliierte Flugzeuge aus Alaska und wurde dazu 1944 in mühsamem Einsatz der im Ort verbliebenen Alten, Frauen und Kinder ausgebaut. Seit den 1990er Jahren spielt der Flugplatz eine wichtige Rolle bei der Erschließung des Talakan-Ölfeldes, eines bedeutenden Ölfunds in der Republik Sacha.

Im Jahr 2010 zählte die Siedlung 4262 Einwohner. gks.ru; abgerufen am 24. November 2010 Sie verfügt über zwei Mittelschulen. Während bis in das 19. Jahrhundert hinein der Goldbergbau und der Handel mit wertvollen Tierfellen (Zobel) Haupteinnahmequellen des Ortes waren, spielt in neuerer Zeit vor allem die Forstwirtschaft und die Binnenschifffahrt eine Rolle. Die Binnenschifffahrt verliert jedoch durch den Bau einer Eisenbahnstrecke nach Jakutsk im Jahr 2009 und den Bau einer Landstraße von Lensk nach Ust-Kut zunehmend an Bedeutung. Durch den Flugplatz und die geografische Lage des Ortes ist die Erschließung des Talakan-Ölfeldes zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor des Ortes geworden. 1994 wurde eine temporäre Pipeline gebaut. Die Gesellschaft Surgutneftegas (Сургутнефтегаз) nutzt den Ort Witim als logistische Basis für die Versorgung des Ölfeldes. Allein im Jahr 2004, dem ersten Jahr nach der Lizenzerteilung an Surgutneftegas, wurden 700 Waggonladungen mit Gütern wie Öl- und Schmierstoffe, Bohrausrüstungen, Wohnwagen, Versorgungstrailer, Diesel-Kraftstationen, Baumaschinen und Fahrzeuge über Witim geliefert. Die Gesellschaft Surgutneftegas errichtete hierzu eine Straße von Witim in das 100 km entfernte Talakan-Ölfeld.. Pressemitteilung, 10. Dezember 2004. Surgutneftegas (englisch); abgerufen am 25. Februar 2011

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Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Republik Sacha