Neuhof an der Zenn (amtlich: Neuhof a.d.Zenn) ist ein Markt im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Neuhof ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Neuhof an der Zenn.
Geografie Lage Die Zenn durchläuft das Gemeindegebiet, dieser fließt neben anderen Nebenbächen darin durchs Siedlungsgebiet des Hauptortes der Leitenbach zu.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Markt Erlbach, Wilhermsdorf, Dietenhofen, Rügland und Trautskirchen.
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat 14 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Einöde Hammermühle zählt zum Gemeindeteil Neuhof an der Zenn.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Hirschneuses, Neuhof an der Zenn, Neuziegenrück und Oberfeldbrecht. Die Gemarkung Neuhof an der Zenn hat eine Fläche von 13,301 km². Sie ist in 2180 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6101,28 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Adelsdorf, Dietrichshof, Eichenmühle, Straußmühle, Vockenroth und Ziegelhütte.
Geschichte Westlich von Zennhausen, das bereits 776 gegründet wurde, wurde durch das Heilsbronner Zisterzienserkloster im Jahr 1249 ein neuer Klosterhof errichtet, lateinisch als „Noviacuria“ bezeichnet. 1312 ist erstmals auch die deutsche Form „ze dem Niuwen Houe“ belegt, seit 1801 auch mit dem Zusatz „an der Zenn“.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. S. 158. Der Ort wurde Sitz einer Probstei des Klosters, die die Besitzungen in über hundert Orten verwaltete. Neuhof lag im Hoheitsgebiet des Fürstentums Bayreuth.
Während der Amtszeit von Hans Schmidt als Pfarrer von Trautskirchen und Neuhof erfolgte die Reformation.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Neuhof am 12. Oktober 1631 von einer plündernden Raubschar überfallen.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Neuhof 80 Anwesen (2 Wirtshäuser, 2 Schmieden, 2 Torhäuser, 1 Brauhaus, 1 Ziegelei, 2 Höfe, 1 Halbhof, 11 Güter, 1 Gütlein, 30 Häuser, 24 Häuslein, 1 Mühle). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Kastenamt Neuhof.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 115.
1792 kam Neuhof an Preußen und 1810 an das Königreich Bayern. Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Neuhof. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Neuhof gebildet, zu dem Adelsdorf, Dietrichshof, Eichenmühle, Hammermühle, Neuselingsbach, Neuziegenrück, Oberfeldbrecht, Rothenhof, Stöckach rechts der Zenn, Straußmühle, Unterfeldbrecht, Vockenroth und Ziegelhütte gehörten. 1813 entstand die Munizipalgemeinde Neuhof, die mit Ausnahme von Ober- und Unterfeldbrecht deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden drei Ruralgemeinden gebildet: Adelsdorf mit Dietrichshof; Neuhof mit Eichenmühle, Hammermühle, Stöckach rechts der Zenn, Straußmühle, Vockenroth und Ziegelhütte; Neuziegenrück mit Neuselingsbach.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 225. Die Gemeinde Neuhof war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Am 4. Januar 1824 wurde die Ruralgemeinde Adelsdorf wieder der Ruralgemeinde Neuhof einverleibt und Stöckach links der Zenn und Einersdorf von der Ruralgemeinde Buch nach Neuhof umgemeindet. Am 30. Oktober 1851 wurden schließlich Einersdorf und Stöckach nach Trautskirchen umgemeindet.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim. S. 204.Nach waren Einersdorf und Stöckach 1856 noch Ortsteile von Neuhof.
Ab 1862 gehörte Neuhof zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt Erlbach, 1929–1972: Finanzamt Fürth, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt-Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Fürth zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Seit 1926 lautet die amtliche Bezeichnung des Ortes und der Gemeinde „Neuhof an der Zenn“. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 11,450 km².
Neuhof an der Zenn wurde noch im April 1945 vom Volkssturm bzw. der Reichswehr verteidigt. Verteidiger, die dies als sinnlos betrachteten, wurden sogar noch von deutschen Militärgerichten zum Tod verurteilt.Gerhard Wagner, Markt Erlbach: 1945 Drei Wochen im April. Selbstverlag, 2020 Daraufhin wurde der Ort von amerikanischer Artillerie schwer beschossen und weitgehend zerstört. Dabei kamen sieben Zivilisten und drei deutsche Soldaten ums Leben. 75 Wohnhäuser, 62 Scheunen und 90 Nebengebäude wurden total zerstört.
Eingemeindungen Am 1. Januar 1970 wurde die Gemeinde Neuziegenrück eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Hirschneuses und Oberfeldbrecht hinzu. Der Gemeindeteil Neukatterbach der aufgelösten Gemeinde Katterbach folgte am 1. Juli 1972.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum von 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1755 auf 2162 um 407 Einwohner bzw. um 23,2 %. Gemeinde Neuhof an der Zenn Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2005 2010 2015Einwohner 738 1048 983 954 929 912 912 900 901 888 894 852 908 841 836 851 843 806 835 1006 917 1181 1756 2106 2073 2082HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2015 als Wohngebäude. 107 151 150 163 166 162 163 149 163 471 654Quelle Für die Gemeinde Neuhof zuzüglich der Einwohner von Eichenmühle (S. 4), Hammermühle (S. 36), Stöckach rechts der Zenn (S. 89), Straußmühle (S. 90) und Vockenroth (S. 98).
Ort Neuhof an der Zenn Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2017Einwohner 651 733 762 737 732 694 691 783 726 894 1050 1311Häuser 93 102 133 133 135 128 133 265 Quelle
Politik Marktgemeinderat Die Kommunalwahl 2020 führte zu folgender Sitzverteilung im Marktgemeinderat (Vergleich zur Wahl 2014): CSU/Freie Bürger 8 Sitze (−2) Bündnis 90/Die Grünen 3 Sitze (+2) Bürgernahe Liste 3 Sitze (±0)
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß.
Raumordnung Die Gemeinde Neuhof an der Zenn ist Mitglied der 2009 gegründeten Kommunalen Allianz Aurach-Zenn, die ein Integriertes ländliches Entwicklungskonzept ist und mit den benachbarten Allianzen NorA und Kernfranken die Lokale Aktionsgruppe Rangau bildet.
Bau- und Bodendenkmäler
Verkehr Die Staatsstraße 2255 verläuft nach Oberfeldbrecht (2,7 km südwestlich) bzw. über Neuziegenrück nach Markt Erlbach (3,7 km nördlich). Die Staatsstraße 2413 verläuft nach Trautskirchen (3,7 km westlich) und an Adelsdorf vorbei zur Staatsstraße 2252, die nach Wilhermsdorf führt (6 km nordöstlich). Die Kreisstraße NEA 10 verläuft an der Ziegelhütte und Straußmühle vorbei nach Hirschneuses (2,8 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Unterfeldbrecht (1,8 km südlich), nach Vockenroth (1 km nordwestlich), nach Neuselingsbach (1 km nördlich) und nach Eichenmühle zur St 2413 (2 km nordöstlich).
Durch den Ort führen die Fernwanderwege Ansbacher Weg, Roter Tropfen und der Rundweg Zenntalwanderweg.
Literatur
Emanuel Feiler: Neuhof a.d.Zenn, Porträt eines fränkischen Marktes im Lichte der deutschen Geschichte. Neuhof a.d.Zenn 1999. Emanuel Feiler: Neuhof a.d.Zenn 1945, Schicksal und Gestaltung einer fränkischen Marktgemeinde. Neuhof a.d.Zenn 1995.
Weblinks
Website des Marktes Neuhof a.d.Zenn
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ersterwähnung 1249 Kategorie:Markt in Mittelfranken Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Ort an der Zenn Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim