mini|Piet Hein vor der H. C. Andersen-Statue in Kopenhagen (1983) Piet Hein (* 16. Dezember 1905 in Kopenhagen; † 18. April 1996 auf Fünen) war ein dänischer Physiker, Mathematiker, Erfinder und Literat.

Sein Studium absolvierte er am Institut für Theoretische Physik der Universität Kopenhagen (das spätere Niels-Bohr-Institut) sowie an Dänemarks Technischer Universität. Die Universität Yale verlieh ihm 1972 die Ehrendoktorwürde.

Piet Hein war ein direkter Nachkomme von Piet Pieterszoon Heyn, dem holländischen Nationalhelden des 16. Jahrhunderts.

Leistungen Piet Hein ist durch Werke wie die Spiele Hex, Tangloids, Morra, Tower, Polytaire, TacTix, Nimbi und den Somawürfel sowie Tausende von ihm selbst illustrierten, Gruks genannten Kurzgedichten berühmt geworden.

mini|Piet Hein SUPERELLIPSE® mini|hochkant|„Superei“ aus Messing mini|Sergels Torg (Stockholm) mit dem Springbrunnen als Superellipse von Piet Hein Im Jahr 1959 erhielt er von der Stadtverwaltung Stockholm den Auftrag, die ideale Form eines Kreisverkehrs auf einem neu zu gestaltenden Platz (Sergels Torg) zu gestalten. Auf der Suche nach einem Kompromiss zwischen einem Rechteck (dessen Seiten parallel zu der Begrenzung des Platzes wären) und einem Kreis (bei dem der Verkehrsfluss optimiert würde) erzielte er durch Verwendung einer mathematischen Formel von Gabriel Lamé eine Kombination aus beidem: Die Superellipse und als Spezialfall davon den Superkreis.

Im Weiteren beförderte er die Anwendung der Superellipse (auch Lamésche Kurve genannt) in der Architektur, der Stadtplanung und im (Möbel-)Design (Tisch Superellipse (1964) in Zusammenarbeit mit Bruno Mathsson, Super-Ei). In diesem Zusammenhang schuf er die Marke SUPERELLIPSE®.

Der amerikanische Wissenschaftsjournalist Martin Gardner schrieb 1965 in einem seiner Beiträge für den Scientific American über Piet Hein:

Betrachten wir das … Superei … Es genügt einer Gleichung mit dem Exponenten 2½ und einem Höhen-Breiten-Verhältnis von 4:3. Es sieht aus, als würde es umkippen, aber es tut es nicht. Diese gespenstische Stabilität, die das Superei auf beiden Seiten besitzt, kann als Symbolik des superelliptischen Gleichgewichts zwischen dem Rechteckigen und dem Runden angesehen werden und gilt wiederum als ein schönes Symbol für das ausgeglichene Wesen von Menschen wie Piet Hein einer ist, die ein erfolgreiches Bindeglied zwischen C. P. Snows »zwei Kulturen« bilden.

Auszeichnungen und Ehrungen 1968 – Alexander Graham Bell Silver Bell 1969 – Emil-Aarestrup-Medaille 1971 – Industrial Design Prize, Oslo (1971) 1971 – iF Industrie Forum Design, Hannover 1972 – Ehrendoktor an der Yale University, Connecticut 1973 – Huitième Salon Internationale du Lumiaire 1975 – Ehrenhandwerker des Jahres (), Kopenhagen 1978 – The Storm Petersen Prize 1978 – Ehrenmitglied in dem „Königlich Kopenhagener Schützenverein und Dänische Bruderschaft“ () 1978 – Läkerol-Kulturpreis 1980 – The international Aphia-Prize, Paris 1983 – Nobel Vorlesung: Creative Thinking in Science and in human Relations, Stockholm 1985 – Verdienstmedaille Ingenio et arti in Gold, überreicht von Königin Margrethe II., Kopenhagen Liste der Empfänger Ingenio et arti. 1989 – Jahrespreis des Dänischen Designrates () 1990 – Tietgen Medaille 1991 – Ehrendoktor der Odense Universität Quelle:

Persönliches Piet Hein war viermal verheiratet und hatte fünf Söhne aus seinen letzten drei Ehen. 1937: Mit Gunver Holck verheiratet, geschieden. 1942: Verheiratet mit Gerda Ruth (Nena) Conheim, geschieden. Söhne: Juan Alvaro Hein, geboren am 9. Januar 1943; Andrés Humberto Hein, geboren am 30. Dezember 1943. 1947: Verheiratet mit Anne Cathrina (Trine) Krøyer Pedersen, geschieden. Sohn: Lars Hein, geboren am 20. Mai 1950. 1955: Verheiratet mit Gerd Ericsson, am 3. November 1968 gestorben. Söhne: Jotun Hein, geboren am 19. Juli 1956; Hugo Piet Hein, geboren am 16. November 1963.

Werke Grooks. Borgens, Kopenhagen 1998, ISBN 87-418-1079-1 Collected Grooks I. Borgens, Kopenhagen 1999, ISBN 87-21-01859-6 Collected Grooks II. Borgens, Kopenhagen 2000, ISBN 87-21-01861-8

Siehe auch Johan Gielis

Literatur Jim Hicks: A poet with a slide rule: Piet Hein bestrides art and science. In: Life Magazine. 61/1966, S. 55–66. Jim Hicks: Piet Hein bestrides Science and Arts. In: Life. 1966, S. 210–244. Anne Chamberlin: King of Supershape. In: Esquire. 1/1967, S. 111–115. Martin Gardner: Piet Hein's Superellipse. In: Martin Gardner: Mathematischer Karneval. Ullstein, Berlin 1985, ISBN 3-550-07675-4. Johan Gielis: Inventing the Circle. The geometry of Nature. Geniaal Press, Antwerpen 2003, ISBN 90-807756-1-4.

Weblinks

Offizielle Internetseite Piet Hein Eric W. Weisstein: Superellipse. (Wolfram MathWorld) im Park Egeskov auf der Insel Fünen in Dänemark

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Dänisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Designer Kategorie:Spieleautor Kategorie:Ehrendoktor der Yale University Kategorie:Ehrendoktor der Syddansk Universitet Kategorie:Träger der Medaille Ingenio et arti Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1996 Kategorie:Mann