Treppeln ()Eintrag „Trjebule“ in der niedersorbischen Ortsnamendatenbank auf dolnoserbski.de ist ein Ortsteil der Gemeinde Neuzelle im Landkreis Oder-Spree des Landes Brandenburg.
Geographie Der Ort liegt direkt an der L43 zwischen Groß Muckrow im Westen und Möbiskruge im Osten des Landes Brandenburg. Das Gassendorf wurde 1994 als schönstes Dorf des Landkreises Oder-Spree ausgezeichnet und befindet sich im Naturpark Schlaubetal. Namensvetter ist der Ort Treppeln (Trzebule),Trzebule in der polnischsprachigen Wikipedia welcher seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Polen liegt.
Namensdeutung Urkundlich erwähnt wurde am 19. Oktober 1357 Treplin, am 1. Dezember 1450 Trappeln, um 1550 zu deme Dorffe Treplin und im Jahre 1578 Treppeln.
Es wäre naheliegend, Treppeln auf den alten Namen der Schlaube zurückzuführen, wie in der Übersetzung der Urkunde von 1249 ad lacum altiorem trebule = zum oberen See der Trebula (Schlaube). Dann könnte der Name auf trebiti = reinigen, roden, den Wald lichten zurückgehen, was die Häufung dieses Wortstammes in der Region erklären ließe, da man nicht nur den drei Treppelseen begegnet (sorbisch trępļzē), sondern auch dem Ort Treppeln selbst.Zeitschrift Lětopis Instituta za serbski ludospyt: rěč a literatura. Band 20–21, Institut für Sorbische Volksforschung in Bautzen, V Budyšinje Domowina, 1973, S. 185, 186, 192.
Wie sehr die Deutungen auseinandergehen, zeigt sich an dem wendischen trébule von tróba = Notdurft bzw. trébasch = bedürfen, welches für eine armselige Gegend im Namen stehen kann.Alexander Buttmann: Die deutschen Ortsnamen mit besonderer Berücksichtigung der ursprünglich Wendischen in der Mittelmark und Niederlausitz. F. Dümmler, Berlin 1856, S. 102. Eine weitere Variante mit altsorbischem Stamm Treb könnte in Verbindung zu dem männlichen Namen Trebomir stehen. Er soll auf treba = Opfer, Notwendigkeit zurückzuführen sein.Hansjürgen Brachman, Elzbieta Foster, Christine Kratzke, Heike Reimann: Das Zisterzienserkloster Dargun im Stammesgebiet der Zirzipanen. Ein interdisziplinärer Beitrag zur Erforschung mittelalterlicher Siedlungsprozesse in der Germania Slavica. Franz Steiner Verlag, 2003, ISBN 3-515-08268-9, S. 120.
Die Gewannflurnamen des 18. Jahrhunderts sind zum größten Teil deutscher Herkunft.
Geschichte Die Besiedlung von Treppeln begann bereits in der Bronzezeit. Etwa 700 Meter westlich des heutigen Dorfes fand man ein Hügelgräberfeld der Lausitzer Kultur.Hugo Jentsch: Die prähistorischen Altertümer aus dem Stadt- und Landkreise Guben. 5 Teile, Guben 1883–1892 Dort fand sich in einem Sumpfgebiet, dem Langen Lauch, um 1935 auch der Läuferstein einer Drehmühle. Am 19. Oktober 1357 findet sich in einer Urkunde die Erwähnung des Besitzers von Treplin , dem … Zchachen bürgere zcu Gubin, also der Gubener Bürger Zache. Als das Kloster Neuzelle eine Reihe von umliegenden Dörfern erwarb, wurde in der Urkunde vom 1. Dezember 1450 neben Trappeln auch die Kobil (Kobbeln) und Ostendorf (Ossendorf), erwähnt. Die ehemals Wirchenower Mühle (Schlaubemühle), gehörte ebenfalls dazu. Die zu deme Dorffe Treplin geschlagene halbe wüste feldt marcke Wirchenow, ein Dorf, welches zwischen 1370 und 1420 wüst wurde und nahe dem Wirchensee lag, wurde zusammen mit Treppeln vom Kloster verpfändet. Apitz von Bomsdorf zu Treppel verkaufte 1535 Treppel erblich an Melchior Berger aus Niewisch und dessen Brüder,Dr. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis. Hauptteil 3: Sammlung für allgemeine Landes- und kurfürstliche Haus-Angelegenheiten. Zweiter Band, G. Reimer Berlin 1860, S. 509f. dieser im Jahre 1547 an Hans Bencker zu Guben, 1554 an Melchior von Bomsdorf. Dieser zog acht wuesste Erbhuefen ein und errichtete auf diesen einen Meierhof mit Schäferei. Neben diesem Vorwerk gab es 1572 einen Lehnrichter und neun Hufner mit zusammen 20 Hufen Land, die Kinder wurden von einem Schulmeister im Kirchort Göhlen unterrichtet. Der Dreißigjährige Krieg hinterließ verödete Landstriche und auch Treppel war 1645 abgebrannt und wüst.Winfried Töpler: Das Kloster Neuzelle und die weltlichen und geistlichen Mächte 1268–1817. (= Studien zur Geschichte, Kunst und Kultur der Zisterzienser. Band 14). Berlin 2003, ISBN 3-931836-53-3, S. 200. Das Kloster verpfändete Treppeln 1685 erneut.Winfried Töpler: Das Kloster Neuzelle und die weltlichen und geistlichen Mächte 1268–1817. (= Studien zur Geschichte, Kunst und Kultur der Zisterzienser. Band 14). Berlin 2003, ISBN 3-931836-53-3, S. 257. diesmal an Melchior Siegmund von Kückpusch, die Familie hatte auch in Kobbeln gepachtet. In der Zeit seiner Pacht entstand am Unterende des Dorfes der Dorfkrug (1692), welcher bis heute als solcher besteht. mini|Torhaus von 1888
Ende des 17. Jahrhunderts fiel Treppeln endgültig an das Kloster zurück, Abt Eugenius Haumann (reg. 1685–1695)Winfried Töpler: Das Kloster Neuzelle und die weltlichen und geistlichen Mächte 1268–1817. (= Studien zur Geschichte, Kunst und Kultur der Zisterzienser. Band 14). Berlin 2003, ISBN 3-931836-53-3, S. 30. ließ die Gebäude des Gutes neu herstellen, da sie bei dem Feuer 1687 abgebrannt waren. Das Lehnschulzengut des Gottfried Wollenberger ist bereits 1700 und 1721 bezeugt. Später errichtete man an dieser Stelle ein Ziegelfachwerkhaus, als Arbeiterwohnhaus der Domäne, der Neuzeller Stiftsfonds überließ das Gebäude 1904 der Gemeinde, in der DDR war dort der Sitz des Rates der Gemeinde. Im Jahre 1791 bestellten die Treppelner noch Ausgedinger und arme Häusler, welche die Kinder unterrichten mussten,Friedrich Beck: Heimatkunde und Landesgeschichte. Zum 65. Geburtstag von Rudolf Lehmann. (= Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, Band 2). H. Böhlaus Nachfolger, Weimar 1958, S. 29. ab 1827 besuchten die Kinder die Schule in Kobbeln, ehe 1911 am Wege nach Kummro ein eigenes Schulhaus errichtet wurde. An der Schule vorbei führt ein Feldweg in Richtung Ossendorf zum Treppelsee, ein kleiner Waldweiher, welcher von den Bauern als Viehtränke, Flachs- und Hanfröste genutzt wurde. [Anmerkung: Eine Röste ist ein Gewässer, in welches die Stiele zum Anfaulen der Holzteile gelegt wurden.] In den Jahren 1855 und 1858 kam es zu Bränden, welche dazu führten, dass neue Gebäude aus Feldsteinen errichtet wurden. An der Straße nach Bahro befand sich seit 1692 der Krug, nun Köhlers Gasthof, ihm gegenüber steht ein aus Feldsteinen gemauertes Torhaus aus dem Jahre 1888.
In Richtung Wirchensee befand sich die 1897 aufgelöste Domäne, welche aus dem Stiftsvorwerk hervorgegangenen war, der Gutsstall wurde zu einem Wohnhaus umgebaut, dann als Försterei genutzt. Im Ersten Weltkrieg wurden in den Kellern der Gebäude Gefangene untergebracht. Die Kobbelner Försterei, in der DDR ein Erholungsheim, am Weg nach Kieselwitz gelegen, lag in einer Gemarkung, welche während der Separation im 19. Jahrhundert dem Dorf zugeschlagen wurde. Diese trägt noch einen alten, sorbischen Namen: Domschk, einst auch Wolschk-Lauch und Domelsk-Lauch. Von hier aus verlief der Kieselwitzer Weg, der Mahlweg der Kobbelner Bauern zur Schlaubemühle, in die Kobbelsche Heyde mit dem Klauzksee, durch die Separation kamen auch ein Teil der Gemarkung Möbiskruge einschließlich Hörnchen und im Südwesten die frühere Henzendorfsche Herrschaftliche Heyde dazu. Nahe dem ehemaligen Stiftsgut lebte der letzte Handspinner der Niederlausitz, er war der Urenkel eines Treppelner Klosterschäfers, und verspann noch 1941 mit der Handspindel geschorene Wolle von seinen Schafen.Mitteldeutsche Forschungen. Bände 1–2, Böhlau Verlag, 1954, S. 176. Er lebte auf dem Bauerngut Reschke (Bartels Hof) in der damaligen Dorfstraße 23. Wie die umliegenden Dorfer, so sollte auch Treppeln für den SS-Truppenübungsplatz Kurmark geräumt werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand die LPG Frühlingsstürme Treppeln. 1971 schloss diese sich mit der LPG in Kobbeln zusammen, man betrieb gemeinsam Schweineproduktion. Am Wege nach Kummro wurde 1980 eine moderne Milchviehanlage der LPG Tierproduktion Möbiskruge in Betrieb genommen. An der Straße in Richtung Groß Muckrow lagen die Gebäude der landwirtschaftliche Werkstatt des Kreisbetriebes für Landtechnik Finkenheerd.
Treppeln wurde nach der Wende im Jahre 1994 als schönstes Dorf des gesamten Landkreises Oder-Spree ausgezeichnet. Auch die alte Allee aus Kastanien hat dazu beigetragen, welche bereits 1838 im Dorf auf Veranlassung des Stifts angepflanzt wurden. Die Laubbäume sollten bei Feuern die Ausbreitung einschränken. Leider trauten die Dorfbewohner damals der Obrigkeit nicht recht und vernichteten etliche der Bäume, welche später mit Winter-Linden ersetzt wurden. Eine Allee aus Roteichen am Ortsausgang von Treppeln musste im Jahre 2008 aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden. Die Bäume waren durch ihr Alter nicht mehr stabil. In: Märkische Oderzeitung, 26. November 2008
Am 31. Dezember 2001 wurde Treppeln mit zehn weiteren Orten zur neuen Gemeinde Neuzelle zusammengeschlossen.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
Kloster Maria Friedenshort
Im Jahr 2018 kamen Zisterzienser-Mönche aus dem österreichischen Stift Heiligenkreuz nach Neuzelle. Anfangs lebten die Gründermönche provisorisch im katholischen Pfarrhaus, denn das historische Kloster Neuzelle befindet sich vollständig im Eigentum des Landes und nicht der Kirche oder des Ordens. Durch die vielfältige kulturelle und schulische Nutzung ist die Anlage für klösterliches Leben nicht mehr geeignet. Nach intensiven Verhandlungen mit der Landesregierung konnte der Orden eine ehemalige Stasi-Liegenschaft im Wald erwerben. Auf dieser wird das Kloster Maria Friedenshort errichtet. Die Gebäude auf dem ehemaligen Stasi-Gelände wurden bereits abgerissen. Der Baubeginn des neuen Klosters soll voraussichtlich 2026 sein.
Der Bernhardshof ist ein Bauernhof in Treppeln, welcher vom Priorat Neuzelle gekauft wurde. Er wird derzeit in ein provisorisches Kloster ausgebaut, welcher für 14 Mönche ausgelegt ist. Nachdem das neue Kloster fertiggestellt ist, wird der Bernhardshof als Gästehaus genutzt.
Krug mini|Köhler’s Gasthof, der ehemalige Krug