mini|Uniforms Die Canadiens de Montréal (IPA: ; , IPA: ; offiziell Le Club de Hockey Canadien) sind ein kanadisches Eishockeyfranchise der National Hockey League aus Montreal in der Provinz Québec. Es wurde am 4. Dezember 1909 gegründet und gehört, neben den Montreal Wanderers, Ottawa Senators und Quebec Bulldogs, zu den Gründungsmitgliedern der Liga. Zudem sind sie eines der sogenannten Original-Six-Teams. Die Teamfarben sind Rot, Weiß und Blau. Aufgrund ihrer Herkunft ist die Mannschaft auch als „Habs“ oder „Les Canadiens“ bekannt.
Die Canadiens tragen ihre Heimspiele im Centre Bell aus und sind mit insgesamt 24 Stanley-Cup-Siegen das erfolgreichste Franchise der NHL-Geschichte sowie eines der erfolgreichsten Nordamerikas. Einen dieser Triumphe feierten sie als Mitglied der National Hockey Association und somit vor der Gründung der NHL. Seine erfolgreichste Zeit hatte das Team zwischen 1952 und 1979, als mit zahlreichen späteren Mitgliedern der Hockey Hall of Fame ein Großteil der Titel gewonnen wurde.
Geschichte Die Malone-Vezina-Ära (1909 bis 1923) Der Besitzer der Renfrew Creamery Kings, John Ambrose O’Brien, kam 1909 nach Montreal, um für sein Team sowie die Cobalt Silver Kings und den Haileybury Hockey Club, mit denen Renfrew in einer Liga spielte, die Teilnahme an der Canadian Hockey Association (CHA) zu beantragen. Die Verantwortlichen lehnten dies ab und so kam es zu einem Kontakt mit Jimmy Gardner, dem Besitzer der Montreal Wanderers. Auch den Wanderers hatte man die Teilnahme verweigert und so überlegten O’Brien und Gardner, eine eigene Liga zu gründen. Um in Montreal einen Konkurrenten für die Wanderers in der Liga zu haben, sollte der finanzstarke O’Brien ein Team für den französischsprachigen Teil der Bürger Montreals gründen. O’Brien, der hierzu nicht die nötigen Kontakte in Montreal hatte, wurde überzeugt, dass er nur Jack Laviolette verpflichten musste und dieser würde sich um alle erforderlichen sportlichen Belange kümmern. O’Brien willigte ein, auch wenn er das neue Team, die Canadiens, so bald wie möglich weitergeben wollte.The Montreal Maroons, S. 23–24 mini|Jack Laviolette war erster Trainer und General Manager der Canadiens
Laviolette, der als Spielertrainer und General Manager fungierte, war auf dem Eis der Rückhalt der Verteidigung des neuen Teams. Für den Angriff hatte er mit Newsy Lalonde und Didier „Cannonball“ Pitre starke Spieler für das Team gewinnen können. Mit der National Hockey Association (NHA) startete eine Konkurrenzliga zur CHA. Wenige Wochen nach dem Start in die Saison 1909/10 traten einige Teams der CHA in die NHA über und die CHA wurde aufgelöst.The Montreal Maroons, S. 24–25
Am 5. Januar spielten sie ihr erstes Spiel und trafen dabei auf die Cobalt Silver Kings in der heimischen Jubilee Arena und gewannen mit 7-6.
Im Jahr darauf wurde das Team an George Kennedy verkauft. Er änderte die Teamfarbe von blau in rot.
1914 spielten die Canadiens als Mitglied der NHA zum ersten Mal in ihren berühmten roten Trikots mit dem blauen Brustring. Auf dem Brustring prangte ein rotes „C“, wie es heute noch der Fall ist. Der einzige Unterschied war, dass im „C“ damals ein „A“ stand statt des heutigen „H“.
In der Saison 1915/16 gewannen sie zum ersten Mal den Stanley Cup, als sie die Portland Rosebuds im Finale schlugen. Im Jahr darauf zogen sie erneut ins Finale ein, wo sie jedoch den Seattle Metropolitans unterlagen.
1917 war auf den Trikots der Spieler erstmals das heutige Wappen der Canadiens zu sehen und im selben Jahr stiegen sie sowie vier weitere Teams aus der NHA aus und gründeten die NHL. Grund dafür war ein langjähriger Streit mit dem Besitzer der Toronto Blueshirts Edward J. Livingstone. Canadiens-Besitzer Kennedy und seine Mitstreiter bildeten zwar eine Allianz, die gereicht hätte, um Livingstone aus der NHA auszuschließen, doch dies hätte ein langes Nachspiel vor Gericht zur Folge gehabt. So entschied man sich, eine neue Liga zu gründen und Livingstone alleine in der NHA zu lassen. Kennedy war die vorantreibende Kraft in der jungen NHL. So gab er Tommy Gorman das Geld, um die Ottawa Senators zu kaufen, die sich in Schwierigkeiten befanden. mini|hochkant|Newsy Lalonde, im Trikot des Club Athletique-Canadien, gehörte schon 1910 zur Mannschaft
Die Canadiens zogen von der Jubilee Arena in die Montreal Arena, kehrten aber an die alte Wirkungsstätte zurück, als die Montréal Arena im Januar 1918 abbrannte. Herausragende Spieler bei den Canadiens waren im ersten Jahr Joe Malone, der 44 Tore schoss, was erst 27 Jahre später wieder geschafft wurde, und Torhüter Georges Vezina, dem der erste Shutout der NHL-Geschichte am 18. Februar 1918 gelang. Am Ende der regulären Saison lagen die Canadiens zusammen mit den Toronto Arenas auf Platz eins der Tabelle. In den Playoffs scheiterten dann aber die Canadiens an den Arenas. Es sollte die erste von vielen Playoff-Serien zwischen ihnen und den Arenas, die sich später in Toronto Maple Leafs umbenannten, gewesen sein.
1919 erreichten sie als Vertreter der NHL das Finale um den Stanley Cup, damals noch zwischen den zwei besten Teams der NHL und der Pacific Coast Hockey Association (PCHA). Nach fünf Spielen sollte der Gewinner zwischen Seattle und Montréal feststehen, doch beide Mannschaften hatten je zwei Spiele gewonnen und eins endete unentschieden. Zu einem sechsten Spiel kam es nicht, wegen des Ausbruchs der Spanischen Grippe. Bereits im fünften Spiel bestand fast der komplette Kader der Canadiens aus erkrankten Spielern. Teambesitzer Kennedy versuchte Spieler für das sechste Spiel aufzutreiben, doch viele ehemalige Spieler der Canadiens waren in Europa und kämpften im Ersten Weltkrieg. Da nicht genug Spieler zur Verfügung standen, wurde das sechste Spiel abgesagt, da es den Canadiens untersagt wurde, Spieler der Victoria Cougars in den Kader zu nehmen. Eigentlich sollten die Seattle Metropolitans zum Sieger erklärt werden, doch deren Trainer nahm den Sieg nicht an, weshalb das Stanley-Cup-Finale 1919 offiziell ohne Sieger blieb. Montréals Stürmer Joe Hall starb an der Spanischen Grippe fünf Tage nach dem Abbruch der Finalserie.
Neben diesem schmerzhaften Verlust musste das Team auch noch den Weggang von Joe Malone verkraften, der während seiner Zeit in Montréal unter Vertrag bei dem inaktiven Franchise der Québec Bulldogs stand, und als das Team in den Spielbetrieb zurückkehrte, musste Malone zu seiner alten Mannschaft. Außerdem brannte im Sommer 1919 die Jubilee Arena ab und es wurde mit der Mount Royal Arena eine neue gebaut.
Teambesitzer George Kennedy starb 1921 an den Folgen der Spanischen Grippe und seine Witwe verkaufte das Team an Léo Dandurand, Joseph Cattarinich und Louis Letourneau. mini|hochkant|Aurèle Joliat gehörte von 1922 bis 1938 zu den Topscorern
Howie Morenz und „Rocket“ Richard (1923–1950) 1924 konnten die Canadiens wieder den Stanley Cup gewinnen, mit Spielern, wie Howie Morenz, Aurèle Joliat und Billy Boucher. In einem neu geschaffenen Playoff-Format schlugen sie die Calgary Tigers der Western Canada Hockey League (WCHL) und die Vancouver Maroons der PCHA. Die PCHA stellte daraufhin den Spielbetrieb ein und im Jahr darauf spielten die Canadiens im Finale gegen die Victoria Cougars aus der WCHL, die erfolgreich aus dem Zusammentreffen hervorgingen.
Zu Beginn der Saison 1925/26 kollabierte Torhüter Georges Vezina während eines Spiels. Daraufhin wurde bei ihm eine fortgeschrittene Tuberkulose festgestellt, an der er im März 1926 starb. Die Canadiens belegten in der Saison den letzten Platz. An seine Stelle trat daraufhin George Hainsworth, der damit im Alter von 31 Jahren seine NHL-Karriere begann. Doch er überzeugte absolut und wurde von 1927 bis 1929 mit der zu Ehren von Georges Vezina geschaffenen Vezina Trophy für den Torhüter mit den wenigsten Gegentoren ausgezeichnet.
1926/27 zog das Team in das Montréal Forum, wo sie die kommenden 70 Jahre spielen sollten, da es in der Mount Royal Arena Probleme mit dem Eis gab. Es war zudem die erste Saison, in der der Stanley Cup ausschließlich unter den Teams der NHL ausgespielt wurde.
In der Saison 1929/30 konnten die Canadiens wieder den Stanley Cup gewinnen, als sie die scheinbar übermächtigen Boston Bruins schlugen. 1931 konnten sie nach Siegen über die Bruins, die Ottawa Senators und die Chicago Blackhawks ihren vierten Stanley-Cup-Triumph feiern.
Zu Beginn der 1930er Jahre schwächelten die Superstars der Canadiens und Howie Morenz wurde, nachdem er über zu große Erwartungen von Seiten der Fans geklagt hatte, zu den Chicago Blackhawks transferiert. Den Tiefpunkt erreichte das Team 1935/36, mit dem schlechtesten Saisonergebnis in der Geschichte des Franchise. Die NHL gab daraufhin für die folgenden zwei Jahre den Canadiens die Rechte an allen französischen Kanadiern und auch Howie Morenz kehrte ins Team zurück. Das Team erholte sich sofort von der Talfahrt und beendete die Reguläre Saison auf Platz zwei. Doch die Saison wurde von einer Tragödie erschüttert, als Howie Morenz am 8. März 1937 starb. Am 28. Januar hatte er sich in einem Spiel einen mehrfachen Beinbruch zugezogen. Im gebrochenen Bein entwickelte sich eine Thrombose, die schließlich zu einem Schlaganfall führte.
Daraufhin kamen wieder schwächere Jahre für die Canadiens und im Frühjahr 1940 kamen Gespräche auf, dass das Franchise möglicherweise aufgelöst wird. Mit dem Besitzer der Toronto Maple Leafs Conn Smythe war es dann eine in Montréal eher unbeliebte Person, die den Canadiens half. Viele Teams mussten wegen der schlechten Wirtschaft aufgelöst werden und viele machten sich Sorgen, dass die Liga die Auflösung der traditionsreichsten Teams nicht überstehen würde. Smythe übernahm 1940 die Canadian Arena Company, die fünf Jahre zuvor die Canadiens gekauft hatte und verpflichtete für die Mannschaft Trainer Dick Irvin, der die Maple Leafs sehr erfolgreich trainiert hatte.
mini|Die Mannschaft im Jahr 1942 Irvin führte das Team sehr schnell zum Erfolg zurück und baute die „Punch Line“ mit Maurice Richard, Toe Blake und Elmer Lach auf, die die Canadiens 1944 wieder zum Stanley-Cup-Sieg führen konnte. Besonders Richard ragte in den folgenden Jahren heraus und wurde Nachfolger des verstorbenen Howie Morenz als großartiger Torschütze und einer der größten Superstars der NHL, der „Rocket“ genannt wurde. In der Saison 1944/45 schrieb er NHL-Geschichte, als er als erster Spieler 50 Tore in 50 Spielen erzielte, eine Marke, die erst über 30 Jahre später wieder erreicht werden konnte.
In der Saison verloren die Canadiens aber im Halbfinale der Playoffs gegen Toronto, doch 1946 ging der Stanley Cup wieder nach Montréal. Im Jahr darauf mussten sie sich, trotz der Hart Memorial Trophy für Maurice Richard als wertvollster Spieler der Saison 1946/47, erneut den Maple Leafs geschlagen geben, diesmal im Finale um den Stanley Cup.
Das beste Team der NHL-Geschichte (1950 bis 1960) Das Ende der vierziger Jahre verlief wenig erfolgreich, einmal verpassten sie sogar die Playoffs, doch mit dem Beginn der fünfziger Jahre begann die erfolgreichste Phase in der Geschichte Montréal Canadiens. Von 1951 bis 1960 erreichten sie jedes Jahr das Finale und konnten sechs Mal den Stanley Cup gewinnen, von 1956 bis 1960 fünf Mal in Folge. Die damalige Zusammensetzung des Teams gilt als die wahrscheinliche beste Mannschaft, die je in der NHL gespielt hat. 1955 folgte Toe Blake auf Dick Irvin als Cheftrainer, hinzu kamen neue Spieler, wie Jean Béliveau, Dickie Moore, Doug Harvey, Bernie Geoffrion und Torhüter Jacques Plante, der 1959 als einer der ersten Torhüter eine Maske trug. Außerdem gehörte immer noch Superstar Maurice „Rocket“ Richard zur Mannschaft, sowie sein 15 Jahre jüngerer Bruder Henri Richard, auch bekannt als „Pocket Rocket“.