Apple Inc. [] ist ein US-amerikanischer Hard- und Softwareentwickler und ein Technologieunternehmen, das Computer, Smartphones, Tablets und Unterhaltungselektronik sowie Betriebssysteme und Anwendungssoftware entwickelt und vertreibt. Zudem betreibt Apple ein Internet-Vertriebsportal für Musik, Filme und Software. Der Hauptsitz von Apple, der Apple Park, befindet sich im kalifornischen Cupertino.

Apple wurde 1976 von Steve Wozniak, Steve Jobs und Ron Wayne als Garagenfirma gegründet und zählte zu den ersten Herstellern von Personal Computern. Das Unternehmen trug maßgeblich zu deren Entwicklung als Massenprodukt bei. Bei der Einführung der grafischen Benutzeroberfläche und der Maus in den 1980er Jahren nahm Apple mit den Computern Lisa und Macintosh eine Vorreiterrolle ein. Mit dem Erscheinen des iPods (2001), des iPhones (2007), des iPads (2010) und der Apple Watch (2014) weitete Apple sein Geschäft nach und nach auf andere Produktbereiche aus. Es legte damit die Basis für den bis heute anhaltenden Boom der Märkte für Smartphones und Tabletcomputer. In den letzten Jahren hat sich das iPhone, mit einem Umsatzanteil von mehr als 50 % am Gesamtumsatz des Konzerns, zu Apples wichtigstem Produkt entwickelt.

Der 2003 eröffnete iTunes Store für Musik- und Film-Downloads wurde das erste kommerziell erfolgreiche Downloadportal und formte diesen Markt entscheidend mit. Heute sind der iTunes Store und der 2008 eröffnete App Store zwei der weltgrößten Vertriebswege für digitale Güter.

Mit einem Umsatz von 391 Milliarden US-Dollar (Stand: 2024) ist Apple eines der umsatzstärksten Unternehmen der Welt. Der Markenwert belief sich im Jahr 2024 auf 489 Milliarden US-Dollar; Apple ist damit die wertvollste Marke der Welt.

Geschichte 1976–1980: Gründungsphase mini|Apple I (1976) Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne das Unternehmen Apple mit einem Startkapital in Höhe von 1300 US-Dollar.Walter Isaacson: Steve Jobs. Little, Brown, London 2011, ISBN 978-1-4087-0374-8, S. 62–63. Jobs und Wozniak hatten je 45 % der Geschäftsanteile und Wayne hatte 10 %. Antrieb war der Homebrew Computer Club, ein Treffen von Enthusiasten und Hackern,Steven Levy: Hackers: Heroes of the Computer Revolution. Doubleday 1984, ISBN 0-385-19195-2. aus dem viele Computer-Pioniere und -Unternehmer hervorgegangen sind. Dieser Club wird bezüglich des Personal Computers als „Schmelztiegel für eine ganze Branche“ bezeichnet. In dem Trio war Wozniak der kreative Bastler, ein – wie der Journalist Steven Levy schrieb – genialer Computer-Hacker, dem jedoch jedes Gefühl für Geschäftliches fehlte; Steve Jobs war der Visionär, der die Idee zur Firmengründung vorantrieb und Ron Wayne war derjenige, der die beiden zusammenbringen und zwischen ihnen vermitteln konnte, so dass sie sich auf ein gemeinsames Konzept einigten. Wayne kümmerte sich um die juristischen Formalien der Unternehmensgründung und zeichnete auch das erste Logo der neuen Firma; es zeigte Isaac Newton unter einem Apfelbaum sitzend, an dem ein einzelner Apfel hing. Wayne verließ Apple bereits elf Tage später, aufgrund von Sorgen um die Zahlungsmoral der Firma Byte Shop, die der erste Kunde der neuen Firma war. Seine Anteile am Unternehmen verkaufte er dabei für insgesamt 2300 US-Dollar.Walter Isaacson: Steve Jobs. Little, Brown, London 2011, ISBN 978-1-4087-0374-8, S. 65.

Das Konzept und die Entwürfe für den Apple I, den weltweit ersten Personal Computer,Boris Gröndahl: Hacker. Rotbuch 3000, ISBN 3-434-53506-3.Steve Wozniak: „iWoz: Wie ich den Personal Computer erfand und Apple mitgründete.“, Deutscher Taschenbuchverlag, Oktober 2008, ISBN 978-3-423-34507-1. entstanden unter Federführung von Wozniak kurz vor der Unternehmensgründung in Los Altos im Silicon Valley. Sein PC war die Basis für die Idee zur Firmengründung und zugleich das erste Produkt von Apple. Die anschließend mit Hilfe von Steve Jobs montierten Baugruppen des Gerätes wurden ab Juli 1976 bei der Computerkette Byte Shop unter dem Slogan Byte into an Apple für einen Verkaufspreis von 666,66 US-Dollar in geringen Stückzahlen von etwa 200 Exemplaren veräußert. Das Nachfolgemodell, der 1977 erschienene Apple II, war der letzte industriell hergestellte PC, der – wie der Apple I – vollständig von einer einzelnen Person, Steve Wozniak, entworfen wurde. Zur Entwicklung und Vermarktung dieses Computers waren weitere über die Verkaufserlöse des Apple I hinausgehende Investitionen notwendig. Diese machten 1977 die Umwandlung von Apple in eine Kapitalgesellschaft notwendig, wobei die erste größere Investition von Mike Markkula getätigt wurde. Mit seinen eingebrachten 250.000 US-Dollar hielt er fortan 26 Prozent der Firmenanteile.Walter Isaacson: Steve Jobs. Little, Brown, London 2011, ISBN 978-1-4087-0374-8, S. 75. Der im Juni 1977 der Öffentlichkeit vorgestellte kommandozeilenorientierte Apple II entwickelte sich rasch zu einem Verkaufsschlager und gilt als einer der erfolgreichsten Personal Computer seiner Zeit.

1981–1984: Xerox PARC, Lisa und Macintosh mini|LISA Operating System, eines der ersten Fenstersysteme Beflügelt vom großen Erfolg des Apple II begann Apple im Herbst 1979 mit der Arbeit an einem neuen zukunftsweisenden Projekt. Unter dem Codenamen „Macintosh“ wurde die Entwicklung eines intuitiv zu bedienenden Computers für breite Bevölkerungsschichten ins Auge gefasst. Der verantwortliche Jef Raskin drängte dabei insbesondere auf die Einbindung einer kurz zuvor durch Xerox vorgestellten grafischen Benutzeroberfläche (englisch graphical user interface oder GUI). Diese hatte bereits das grundlegende Konzept heutiger GUIs mit Fenstern, anklickbaren Icons und einer Menüführung zur Bedienung via Computermaus nebst Mauszeiger, das sogenannte WIMP-Paradigma. Damit sollte die zuvor bei Computern vorherrschende und Spezialwissen voraussetzende kommandozeilenorientierte Oberfläche abgelöst werden. Raskin veranlasste Steve Jobs im November 1979, das Forschungszentrum Xerox PARC (Palo Alto Research Center) aufzusuchen, um sich selbst ein Bild zu machen. Jobs war von der GUI des Xerox Alto beeindruckt und entsandte wenige Wochen später weitere Apple-Entwickler zum Begutachten der Technologie. Xerox erhielt im Gegenzug die Gelegenheit, vor Apples Börsengang 100.000 Aktien im Wert von damals einer Million US-Dollar zu erwerben.Macworld: Apple: The first 30 years. 30. März 2006, abgerufen am 11. März 2013.Malcolm Gladwell: Creation Myth. Xerox PARC, Apple, and the truth about innovation. In: The New Yorker. 16. Mai 2011, abgerufen am 11. März 2013.Walter Isaacson: Steve Jobs. Little, Brown, London 2011, ISBN 978-1-4087-0374-8, S. 94–97.

Ebenso wie dem 1981 vorgestellten Xerox Star mit seiner GUI war auch Apple mit dem 10.000 US-Dollar teuren Apple Lisa zwei Jahre später kein kommerzieller Erfolg beschieden, obwohl der GUI von Apple einige Verbesserungen wie überlappende Fenster, Dropout-Menüs, Drag and Drop und der Papierkorb hinzugefügt worden waren. Erst 1984 gelang es dem wesentlich preisgünstigeren und in großen Stückzahlen verkauften Macintosh, die grafische Benutzeroberfläche auf dem entstehenden PC-Massenmarkt zu etablieren.Bruce Horn: On Xerox, Apple and Progress. Auf: folklore.org, abgerufen am 11. März 2013.

1985–1996: Sculley-Ära und danach Bereits im Herbst 1982 war Apple auf der Suche nach einem Firmenchef gewesen, da Mike Markkula das Amt abgeben wollte. Die Wahl fiel im Frühjahr 1983 auf John Sculley, der zuvor für zwei erfolgreiche Werbekampagnen von PepsiCo verantwortlich gewesen war und als Marketing-Genie galt. Sculley und Jobs waren zunächst voneinander begeistert: So erklärte Jobs im Mai 1984, Sculleys Arbeitsbeginn bei Apple habe zu den schönsten Tagen seiner Karriere gehört. Sculley erklärte daraufhin, Apple habe „nur eine Führungsfigur – Steve und mich.“Walter Isaacson: Steve Jobs. Little, Brown, London 2011, ISBN 978-1-4087-0374-8, S. 182. Zitat: „‘The happiest two days for me were when Macintosh shipped and when John Sculley joined Apple,’ [Jobs] said. […] In response, Sculley effused about the joys of being Jobs’s partner for the past year […] ‘Apple has one leader,’ he said, ‘Steve and me.’“ Kurze Zeit später hatten die beiden immer häufiger Konflikte; im Mai 1985 versuchte Jobs einen Putsch. Nachdem dieser gescheitert war, wurde Jobs zunächst von seinen Aufgaben als Leiter der Macintosh-Abteilung entbundenWalter Isaacson: Steve Jobs. Little, Brown, London 2011, ISBN 978-1-4087-0374-8, S. 201–206. und verließ Apple im September 1985. Er gründete den Computerhersteller NeXT.

Nachdem die anfängliche Euphorie abgeflaut war, verkaufte der Macintosh sich nur schleppend, weil die Hardware zu leistungsschwach war. Dies änderte sich ab etwa 1986 mit der Vorstellung neuer Modelle wie dem Macintosh Plus. Eine hohe Verbreitung fand die Macintosh-Produktlinie im Desktop-Publishing-Markt, der infolge der WYSIWYG-Fähigkeiten des Macintosh sowie dank Software verschiedener Drittanbieter wie PageMaker und QuarkXPress entstand.

mini|Newton MessagePad (1993) Im Jahr 1987 begann eine Gruppe unter der Leitung von Steve Sakoman, an drahtlosen Netzwerken und Handschrifterkennung zu arbeiten. Das Projekt mit dem Codenamen „Newton“ fand die Unterstützung von Sculley, der dafür die Bezeichnung Personal Digital Assistant prägte und es im Frühjahr 1992 auf der Consumer Electronics Show vorstellte. Das Projekt verzögerte sich mehrfach. Als das erste Gerät, das Newton MessagePad, im Spätsommer 1993 schließlich erschien, war die Handschrifterkennung unausgereift und führte zu Spott bis hin zu einer Parodie in der Fernsehserie Die Simpsons.Arun Rao, Piero Scaruffi: A History of Silicon Valley. ISBN 978-0-9765531-8-2. Kapitel 18: Early Failures: Good Ideas which Arrive Early are Bad Products (1980–94) ( )Apple Newton – All-time 100 gadgets. Time Magazine, 25. Oktober 2010; abgerufen am 12. März 2013.

Da das Macintosh-Betriebssystem in den 1980er Jahren den Wettbewerbern deutlich voraus war, erzielten die Geräte damals Gewinnmargen von teils über 50 %. Mit dem Erscheinen von Windows 3.0 im Mai 1990 kam Apple jedoch unter Druck und stellte im Oktober 1990 mit dem Macintosh LC und dem Macintosh Classic zwei deutlich günstigere Macintosh-Modelle vor. Dies führte vorübergehend zu höheren Marktanteilen, gleichzeitig sanken Apples Gewinne jedoch deutlich.Andrew Pollack: Company News; Apple’s Net Is Up 10.3% In Quarter. In: The New York Times, 17. Januar 1992. Abgerufen am 7. Mai 2014. Da derweil die Kosten für verschiedene Forschungsprojekte deutlich stiegen – alleine das Newton-Projekt hatte Entwicklungskosten in Höhe von 100 Mio. US-DollarDawn Kawamoto: Riding the next technology wave. Interview mit John Sculley. In: CNET News, 2. Oktober 2003; abgerufen am 11. März 2013. – fuhr Apple 1993 erstmals seit mehreren Jahren einen Quartalsverlust ein. Im Juni 1993 musste Sculley schließlich den Posten als CEO räumen und wurde von Michael Spindler abgelöst.

Unter Spindler begann Apple 1994, das eigene Betriebssystem Mac OS – damals System 7 – an andere Hardwarehersteller zu lizenzieren, um so stärker in Konkurrenz mit Microsoft zu treten. Zunächst traten dem Lizenzprogramm nur kleinere Unternehmen wie Power Computing bei, erst 1996 mit Motorola auch ein größerer Hersteller.Motorola licenses Mac OS. CNET News, 19. Februar 1996; abgerufen am 14. März 2013. Die erhofften Marktanteil-Zugewinne traten jedoch nicht ein, stattdessen hatte sich das konkurrierende Betriebssystem Windows weitgehend durchgesetzt. Apple hatte nur noch in den Bereichen Bildung, Web- und Desktop-Publishing größere Bedeutung.Stock Reports: Apple Computer, Inc. Standard&Poor’s, 16. Juli 1997; abgerufen am 5. März 2014.Los Angeles Times: Gateway Overtakes Apple in Education Field. 21. August 1997, abgerufen am 5. März 2014.