mini|Emblem der Corvette C5

Bei der Corvette C5 handelt es sich um die fünfte Generation der US-amerikanischen Sportwagen-Baureihe.

Die Markteinführung der fünften Corvette war bereits für das Jahr 1993 zum 40-jährigen Jubiläum geplant, jedoch verzögerte sich die Vorstellung unter anderem wegen interner Probleme bei General Motors. Aus diesen Gründen stellte Chevrolet erst am 6. Januar 1997 das Nachfolgemodell der seit Frühjahr 1983 gebauten Chevrolet Corvette C4 vor. Am 7. März 1997 begann GM offiziell mit der Auslieferung und dem Verkauf.

Obwohl die klassische Konfiguration als zweisitziges Coupé mit herausnehmbarem Dach, vorn eingebautem Achtzylinder-V-Motor und Hinterradantrieb beibehalten wurde, war die neue Corvette komplett neu konstruiert. In der Geschichte der Corvette war die C5 das erste neuentwickelte Modell, denn zuvor waren Teile aus anderen GM-Modellen verwendet worden. Die „Fifth Generation“ bekam darum ein völlig neues Design, einen neuen Rahmen, einen neuen 350-PS-Motor aus einer Aluminiumlegierung sowie ein neues Fahrwerk. Außerdem wurden hochwertigere Materialien verwendet und auch die Verarbeitungsqualität verbessert.

Die C5 wurde bis Anfang 2004 hergestellt und ein Jahr später vom Nachfolgemodell Chevrolet Corvette C6 ersetzt.

Auszeichnungen Im Jahr 1998 wurde in den USA die Corvette C5 zum „Auto des Jahres“ gewählt. Im gleichen Jahr wurde die C5 auf der „North American International Auto Show“ in Detroit als „North American Car of the Year“ ausgezeichnet.

Karosserie mini|Heckansicht

Die C5 hatte mit der neuentwickelten Karosserie einen Luftwiderstandsbeiwert (cw) von 0,29. Die zunächst als Coupé mit abnehmbarem Targa-Dach lieferbare C5 kam später in noch zwei weiteren Versionen auf den Markt. Erstmals in der Modellgeschichte hatten Corvette-Käufer (zumindest in den USA) die Wahl zwischen drei Karosserievarianten. Zusätzlich zum Coupé mit herausnehmbarem Dachmittelteil und dem seit Modelljahr 1998 angebotenen Cabrio war auf dem US-Heimatmarkt seit Modelljahr 1999 eine Version mit festem Dach erhältlich. Dave Hill stellte im August 1998 offiziell dieses 99er Festdach-Modell vor.

Dieses sogenannte Fixed Roof Coupe (FRC) mit festem Dach, das nie in Europa angeboten wurde, lag preislich unterhalb des normalen Coupés. Durch das feste Dach wurde die Struktur um 12 % verwindungssteifer als beim einfachen Coupé und die C5 „FRC“ wog 41 kg weniger als dieses. Die im Jahr 2001 erschienene Topversion „Z06“ basierte auf diesem „Fixed Roof Coupé“, weshalb auch bei der Z06 das Dach nicht entfernt werden kann. Dies sollte die Verwindungssteifigkeit der Karosserie erhöhen.

Die C5 ist mit das bisher breiteste serienmäßige Corvette-Modell. Das Nachfolgemodell C6 ist sowohl schmaler als auch kürzer als die C5. Die Breite der Corvette C5 wuchs gegenüber dem Vorgängermodell C4 vorne um 110 mm und hinten um 76 mm. Die Länge nahm ebenfalls um 90 mm auf 4570 mm zu. Der Radstand wuchs dabei auch um über 220 mm auf 2665 mm. Durch gewichtssparende Bauweise mit leichten Materialien war die neue C5 dennoch 36 kg leichter als ihr Vorgängermodell. Der Tradition folgend wurden wieder Klappscheinwerfer und vier Rücklichter eingebaut, die wieder eher rundlich (oval) waren.

Die tiefere Motorhaube ermöglichte im Gegensatz zur C4 eine bessere Sicht auf die Straße. Beim Vorgängermodell C4 waren die Kotflügel in die Motorhaube integriert und bildeten mit dem Frontteil der Karosserie eine Einheit, die sich komplett öffnen ließ (sogenannte Clamshell Hood); bei der C5 hingegen wurde die Motorhaube wieder separat ausgeführt und lässt sich konventionell öffnen. Der hintere Teil des Autos, das bei der Corvette C4 oft als zu groß und zu „abrasiert“ kritisiert wurde, bekam bei der C5 ein harmonischeres Design, ohne dass die Aerodynamik darunter leiden musste. Der Einstieg wurde bequemer und das Platzangebot im Innenraum verbessert. Der durch eine große Heckklappe zugängliche Kofferraum ist fast doppelt so groß wie bei der C4, da auf das Reserverad und einen Wagenheber verzichtet wurde. Stattdessen erhielt die C5 spezielle Goodyear-Reifen mit Notlaufeigenschaften, sogenannte Runflat-Reifen.

Cabriolet mini|Corvette C5 Convertible (1998–2004)

Ein Jahr nach dem Erscheinen der neuen C5 gab es 1998 wieder ein Cabrio. Es war deutlich leichter als das C4 Cabrio, wies jedoch eine vierfach höhere Chassissteifigkeit auf. Eine weitere neue Modellvariante stellte die Replika des „Indianapolis 500 Pace Car“ dar – ebenfalls ein Cabriolet.

Das Verdeck wurde so entwickelt, dass es keine Verstärkungen benötigte. Dadurch wurde das Cabriolet geringfügig schwerer als das Coupé und verwand sich kaum mehr als selbiges mit dessen herausnehmbaren Targa-Dach. Der Kofferraum mit einem Fassungsvermögen mit 393 Litern bot mehr als jedes andere zweisitzige Cabriolet zu seiner Zeit. Um diesen zusätzlichen Raum zu ermöglichen, wurde auf ein elektrisches Verdeck verzichtet, es war auch nicht gegen Aufpreis lieferbar.

Innenraum bzw. Ausstattung Auch der Innenraum wurde gegenüber dem Vorgängermodell grundlegend überarbeitet und dabei die Funktionalität und Bedienbarkeit verbessert. So wurde die gesamte Bedien- und Anzeigeausstattung hinter dem Lenkrad erneuert und die oft kritisierten digitalen Anzeigen der C4 durch vier analoge, in Schwarz und Weiß gehaltene und besser ablesbare Rundinstrumente ersetzt. Zusätzlich gibt es serienmäßig einen „Driver-Information-Center“ (DIC) genannten Bordcomputer mit Digitaldisplay, auf dem sich verschiedene Parameter (wie z. B. der Luftdruck jedes einzelnen Reifens) anzeigen lassen. Der Einstieg wurde bequemer und das Platzangebot im Innenraum erheblich verbessert. Der beim Vorgängermodell links vom Fahrer befindliche Handbremsgriff wurde in die Mittelkonsole verlegt. Der Kofferraum ist fast doppelt so groß wie beim Vorgänger und fasst bis zu 707 Liter. Durch den Verzicht auf das Reserverad und einen Wagenheber wurde zudem das Gewicht verringert. Zum Ausgleich kommen von Goodyear entwickelte Reifen mit Notlaufeigenschaften zum Einsatz.

Die C5 besitzt eine umfangreiche Serienausstattung, unter anderem mit sechsfach elektrisch verstellbaren Sport-Ledersitzen, einem Soundsystem von Bose mit Radio, Kassettengerät und 12-fach-CD-Wechsler (im Kofferraum), einer automatisch geregelten 2-Zonen-Klimaanlage, Tempomat, elektrischen Fensterhebern, Lichtautomatik, elektronischer Wegfahrsperre, einem Hinterachs-Sperrdifferential sowie einer Memory-Funktion, die die Sitzposition, die Stellung der Außenspiegel, die Einstellungen der Klimaanlage sowie den Radiosender für bis zu drei Fahrer speichert. Optional war ein zuschaltbares Head-Up-Display (HUD) erhältlich (in Europa ab dem Modelljahr 1999 serienmäßig), das als Ergänzung zu den Analoginstrumenten Angaben wie Geschwindigkeit, Drehzahl und Tankanzeige in die Windschutzscheibe projiziert.

Die Sicherheitsausstattung wurde gegenüber der Corvette C4 um Airbags für Fahrer und Beifahrer, Seitenaufprallschutz in den Türen sowie eine Fahrdynamikregelung (ESP) erweitert.

Chassis Das Getriebe wurde bei der Corvette erstmals in Transaxle-Bauweise an die Hinterachse verlegt. Bei dieser Bauweise ist das Vier-Stufen-Automatikgetriebe bzw. das ab 1998 wahlweise erhältliche manuell geschaltete Sechsganggetriebe nicht am Motor angeflanscht, sondern bildet mit dem Hinterachsdifferentialgetriebe eine Einheit. Verbunden mit der zur Wagenmitte hin orientierten Einbauposition des Motors (Frontmittelmotor) ergibt sich daraus eine Gewichtsverteilung von jeweils etwa 51,4 Prozent vorne und 48,6 Prozent hinten.

Der Kastenrahmen der C5 ist aus einem einzigen Stück gefertigt. Da es keine Verbindungsstellen gibt, ist dieser Rahmen stärker und steifer als herkömmliche Automobilrahmen. Außerdem sind Fahrer und Beifahrer durch diesen hochfesten Rahmen, die tragenden Querträger und den Überrollbügel bei einem Unfall geschützt. Der Antriebsstrang wurde ab der C5 vom Chassis entkoppelt, womit einer der Kritikpunkte an den Vorgängermodellen beseitigt wurde. Die Antriebswelle besteht aus Metallmatrix-Verbundwerkstoff, einem metallischen Verbundwerkstoff aus Aluminium, Aluminiumoxid und Keramik, um hohe Festigkeit in Leichtbauweise zu erzielen.

Fahrwerk Das Fahrwerk der C5 ist ebenfalls eine Neuentwicklung. Vorn und hinten werden Quer-Blattfedern aus Verbundwerkstoff in Leichtbauweise eingesetzt. In den Radaufhängungen kommt eine neue Technologie zum Einsatz, um die Balance zwischen Federung, Komfort und Fahreigenschaften zu verbessern. Die unteren Querlenker vorne und hinten sowie die oberen Querlenker hinten bestehen aus Gussaluminium, um bei niedrigem Gewicht hohe Festigkeit zu erreichen. Die vorderen oberen Quer- und Dreieckslenker aus geschmiedetem Aluminium tragen zur Spurtreue bei und ermöglichen ein zentrales Lenkverhalten. Mit dem neu konstruierten Fahrwerk mit Vorder- und Hinterrädern an doppelten Querlenkern ergibt sich ein sicheres, auch bei hohen Kurvengeschwindigkeiten neutrales und gut kontrollierbares Fahrverhalten. Die Einzelradaufhängung aller vier Räder basiert auf dem SALA-Konzept (Short Arm Long Arm – ein kürzerer und ein längerer Querlenker), das auch unter der Bezeichnung „Doppelquerlenkerachse mit ungleich langen Lenkern“ bekannt ist. Diese Art von Aufhängung wird vorzugsweise an Rennwagen verwendet.

Die neue variable Servolenkung (MAGNASTEER II) passt die erforderliche Lenkkraft der Geschwindigkeit und den Fahrbedingungen an. Die leichten hohlen Querstabilisatoren vorne und hinten sind Bestandteil dieses umfassenden Ausstattungspakets. Leichtmetallräder aus Aluminium (vorne: 8,5 × 17 Zoll / hinten: 9,5 × 18 Zoll) komplettieren die Serienausstattung der Corvette. Magnesiumfelgen waren ebenfalls optional gegen Aufpreis erhältlich.

Ein neues elektronisches „Active Handling System“ (ESP) verhilft zusätzlich zur Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) zur verbesserten Kontrolle über das Fahrzeug. Innenbelüftete Scheibenbremsen an allen vier Rädern und Warnleuchte gehören zur Standardausstattung der Corvette C5. Das Antiblockiersystem Bosch 5.3 ist eine Weiterentwicklung, um eine bessere Abstimmung mit dem „Active Handling System“ (ESP) zu erzielen. Zusätzlich wurde eine neue Bremssoftware eingesetzt, die eine erhöhte Stabilität an der Hinterachse garantiert.

Z51 Als aufpreispflichtige Z51-Option konnte das FE3-Sportfahrwerk bestellt werden. Dieses optionale Sportfahrwerk war im „Z51“-Sportpaket enthalten und umfasste Querblattfedern mit höherer Federrate (härtere Federn), straffere Stoßdämpfer und steifere Querstabilisatoren mit größerem Durchmesser. Dieses Fahrwerk war in der C5 Z06 serienmäßig.

F55 Für die C5 war optional das elektronisch verstellbare Fahrwerk F55 Magnetic Selective Ride Control erhältlich. Es regelt die Stoßdämpfer mit einer Reaktionszeit von 1 Millisekunde.

Reifen-System In enger Zusammenarbeit mit Corvette entwickelte Goodyear den „Eagle F1 GS“. Es handelt sich um einen sogenannten „Extended-Mobility“-Reifen (EMT) oder „Run-Flat“-Reifen mit Notlaufeigenschaften. Diese speziell hergestellten Reifen lassen sich auch in vollständig luftleerem Zustand noch bis zu 160 km weit bei einer Geschwindigkeit von 90 km/h fahren, so dass kein Ersatzreifen notwendig ist. Der „Goodyear Eagle F1 GS“ ist als Standardbereifung der C5 vorgesehen, vorne als P245/45ZR17 und hinten als P275/40ZR18. Es dürfen jedoch auch normale Reifen anderer Hersteller montiert werden.

Zur Standardausstattung der Corvette C5 gehört außerdem ein System zur Überwachung des Reifeninnendrucks. Es arbeitet mit batteriebetriebenen Sensoren, die innerhalb des Ventilschaftes jedes Reifens montiert sind. Tritt in einem Reifen ein Über- oder Unterdruck auf, erscheint automatisch eine Warnmeldung auf dem „Driver Information Center“ (DIC). Mit dem „DIC“ kann der Fahrer auch jederzeit den Innenluftdruck einzelner Reifen überprüfen.

Motor