Die Corvette C6 ist die sechste Auflage des US-amerikanischen Sportwagens Corvette von General Motors, die von Januar 2005 bis Februar 2013 hergestellt wurde.

Seit ihrer Vorstellung im Juni 1953 lief die Corvette über sechs Generationen hinweg bislang in rund 1,5 Millionen Exemplaren vom Band. Der Sportwagen mit der GFK-Karosserie ist weltweit bekannt und fester Bestandteil der amerikanischen Sportwagengeschichte. Die Corvette wurde schon in vielen Songs und Filmen verewigt und entwickelte sich so zum Sportwagen-Kultobjekt, da auch bekannte Personen aus der Film- und Musikbranche eine „Vette“ besaßen oder besitzen.

Modellgeschichte

Neben dem deutlich veränderten Aussehen werden erstmals seit der Chevrolet Corvette C1 wieder offene anstatt der eigentlich typisch gewordenen Klappscheinwerfer verwendet. Außerdem bekam die neue C6 einen größeren und effizienteren V8-Motor, das Fahrwerk wurde überarbeitet, die Fahreigenschaften verbessert und die Innenausstattung aufgewertet.

Das neueste Modell der Corvette trägt in Europa offiziell nun nicht mehr die Marke Chevrolet. Der Grund für die Trennung des Namens wird mit dem Vertrieb von Daewoo-Fahrzeugen unter dem Namen Chevrolet in Europa angegeben. Man wolle so das sportlich-gehobene Image von Corvette wahren, heißt es von offizieller Seite.

Die neueste Corvette ist technisch moderner denn je, orientiert sich aber stilistisch auch an Designelementen früherer Modellgenerationen. Die Neuauflage des Sportwagens wurde jedoch mit einjähriger Verspätung präsentiert; somit musste das im Sommer 2003 begangene 50. Corvette-Jubiläum ohne die Premierenfeier der C6 über die Bühne gehen. Die Premiere fand schließlich im Jahr 2004 in den Vereinigten Staaten auf der North American International Auto Show in Detroit statt. Trotzdem dauerte es aber noch ein weiteres gutes Jahr, bis die C6 auch auf die Straßen kam: Die C6 wurde erst 2005 zum ersten Kunden geliefert.

Die sechste Corvette-Generation, erhältlich als Coupé oder Cabrio, wartet nun mit einem stark überarbeiteten, größeren und vor allem leistungsstärkeren V8-Motor auf. Der Sportwagen profitiert zudem von verbesserten Fahreigenschaften gegenüber seinen Vorgängern. Zahlreiche Verbesserungen an Karosserie und Innenraum sowie die höhere Verarbeitungsqualität der Corvette sollen die Wettbewerbsfähigkeit des Sportwagens stärken.

„Die Corvette ist ein kompromissloser Sportwagen, der seinen Besitzer mit makelloser Leistung und großem Komfort belohnt“, meint Ed Peper, der General-Manager von Chevrolet. Außerdem sagte er zu einem späteren Zeitpunkt auch noch: „Die Änderungen und Weiterentwicklungen an der 2008er Corvette geben ein Bild der kontinuierlichen Verbesserungen, typisch für die Chevrolet-Bestrebung, den besten Sportwagen der Welt zu bauen – und mit einer stolzen Geschichte von nahezu 55 Jahren steigert sich die Corvette erneut.“

Dave Hill, der inzwischen pensionierte Chef-Ingenieur, der die C5 und die C6 mitentwickelte, sagte:

Diese Aussagen bestätigen zudem auch verschiedene Fahrberichte und Tests von Auto-Magazinen weltweit. Die C6 wurde damit einhergehend von der US-Zeitschrift „Car and Driver’s“ in die Liste der zehn besten Autos des Jahres 2005 gewählt. Dergleichen schrieb auch die US-Zeitschrift „Road & Track“: „Die C6 hat keine richtigen Schwachpunkte und viele Stärken. Sie besitzt Weltklasseleistung, einen hohen Komfortlevel und sie ist fast zum halben Preis eines Porsche Carrera S zu haben“. Dass sie sich wegen des speziellen drehmomentstarken Motors mit großem Hubraum und des Fahrwerks mit quer eingebauten Blattfedern statt Schraubenfedern nicht genauso anfühlt wie beispielsweise die europäischen Mitbewerber, wird meist auch als ausgeprägter Charakter gewertet.

Die aktuellen Basis-Modelle sind das C6 Coupé mit traditionell herausnehmbaren Dach (Targa) und die C6 Convertible (Cabrio). Diese waren vom Erscheinen 2005 bis 2007 mit dem 6,0-Liter-LS2-Motor ausgestattet. Seit 2008 kommt der immer noch aktuelle 6,2 Liter LS3 zum Einsatz, der leistungsstärkste je in eine Corvette eingebaute Motor, der mit dem Automatikgetriebe kombiniert werden kann. Die Sport-Version Z06 und die Top-Version ZR1 sind ausschließlich mit manuellem konventionellem Schaltgetriebe verfügbar. Die ZR1 ist die bisher leistungsfähigste Serien-Corvette, die je entwickelt worden ist.

Alle diese aktuellen Corvette-Modelle profitieren auch von der in Le Mans erfolgreichen Renntechnik. Mit der ZR1, einer Neuauflage der ZR-1 aus dem Jahre 1989, begann 2008 ein ganz neues Kapitel in der Corvette-Geschichte, denn sie ist mit 476 kW (647 PS) Leistung die schnellste und stärkste Serien-Corvette.

Mit kompakteren Außenmaßen und relativ hoher Leistung ist die C6 bisher die erfolgreichste Corvette-Generation. Das Nachfolgemodell Chevrolet Corvette C7 soll auf der NAIAS 2013 erscheinen und ihren Vorgänger dann nach acht Jahren Bauzeit ablösen.

Am 28. Februar 2013 lief im GM-Werk in Bowling Green (Kentucky) die letzte Corvette C6 vom Band. Es handelte sich um eine „Corvette 427 Convertible“ (Cabrio) in der Farbe Arctic White, ausgestattet mit dem 7,0-Liter-LS7-V8-Motor der Z06 und dem 60th-Anniversary-Design-Paket. Insgesamt wurden 215.100 Corvettes der Baureihe C6 gebaut, wovon 13.466 auf das Modelljahr 2013 entfallen.

Entwicklung Die Verbreitung der Corvette war im Gegensatz zu den „Global-Playern“ Porsche 911 oder Ferrari stark auf den Heimatmarkt fokussiert. Von den 35.000 Einheiten, die in Bowling Green jährlich gebaut werden, gingen bislang maximal 1.200 Stück nach Europa und noch weniger nach Japan. Das sollte sich mit der C6 ändern, denn GM strebte eine Vervier- bis Verfünffachung des Verkaufs in Europa an.

Bei der ersten weltweiten Vorstellung 2005 wurde die neue C6 zwar mit Beifall begrüßt, Kritiker meinten jedoch, sie wäre gar nicht neu genug, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Die Corvette C6 war die erste, die gleichzeitig mit einem anderen General-Motors-Auto vom gleichen Team entwickelt wurde. Dies war der Cadillac XLR, ein luxuriöser Zweisitzer mit klappbarem Hardtop, der 2004 auf den Markt kam. Erst nach dem Beenden der Entwicklung des Cadillac XLR konnte sich das Corvette-Team der C6 voll und ganz widmen. Sie war schließlich schon seit dem Jahr 2000 in der Entwicklungsphase.

In der sechsten Generation gilt die Corvette immer noch als der amerikanische Sportwagen. Mittlerweile zwar im Design deutlich europäisiert, hat sie über die 50-jährige Geschichte Eigenschaften wie den Small-Block-V8-Motor, die Karosserie aus Fiberglas, die extrem leichten und haltbaren Blattfedern und eine umfangreiche Serienausstattung bewahrt. Die Chevrolet Corvette C5 wurde oft dafür kritisiert, dass sie zu groß für einen Sportwagen der hohen Klasse sei. Wäre sie kleiner, dann würde sie billiger herzustellen und auch für den Stadtverkehr geeigneter sein. Das letztere Argument galt insbesondere für den europäischen Absatzmarkt, wo GM die Verkaufsquote erhöhen wollte.

Als die C6 schließlich auf den Markt kam, bestätigten sich diese Absichten; sie war tatsächlich kleiner als ihr Vorgänger. Insgesamt wurde die Karosserie 13 cm kürzer und 2,5 cm schmaler. Der Radstand vergrößerte sich aber dennoch auf 269 cm, was 3 cm mehr sind als bei der C5. Gleichzeitig wurden auch die Räder um je einen Zoll größer: Vorne wurden 18"-Räder und hinten 19"-Räder eingebaut. Der Kofferraum schrumpfte von 700 l auf 620 l für die Coupé/Targa-Variante und für die Cabriolet-Version von 390 l auf maximal 290 l.

Bei der C6 wurde erstmals seit langer Zeit auf ein besonderes Merkmal verzichtet: Nach 42 Jahren wurden die Klappscheinwerfer durch herkömmliche, fest montierte, offene Scheinwerfer ersetzt, die es bei einer Corvette seit 1962 nicht mehr gegeben hatte. Durch die aggressiv gestylten Frontscheinwerfer ist die neue C6 somit optisch sofort von den anderen Corvette-Generationen zu unterscheiden. Auch sonst hat sich an der Corvette C6 sehr viel geändert; sie hat zwar ihr amerikanisches Flair nicht ganz verloren, jedoch wurde sie europatauglich gemacht.

Der neue LS2-Motor im normalen C6 Coupé und Cabrio ist immer noch der bekannte sogenannte Small-Block-V8, er wurde jedoch überarbeitet. Der Hubraum wurde gegenüber dem Vorgänger LS1 von 5.666 cm³ (5,7 Liter) auf 5.967 cm³ (6,0 Liter) erhöht und die Kompressionsrate stieg von 10,1:1 auf 10,9:1 an. Eine aufpolierte Luftansaugung sorgt für 15 Prozent mehr Luft. Das Abgassystem wurde aus neuentwickeltem Leichtmetall hergestellt und erhielt somit dünnere Wände und eine um 20 Prozent verbesserte Ausströmung. Die maximale Leistung von 257 kW (350 PS) bei 5200/min der Corvette C5 wurden so auf 298 kW (405 PS) bei 6000/min angehoben. Der neue LS2 wog aber dank einer neuen Wasserpumpe und einer aus Aluminium hergestellten Ölwanne knapp 7 kg weniger. Ab 2008 wurde der Hubraum des nun als LS3 bezeichneten Motors sogar auf 6,2 Liter vergrößert und die Leistung auf 321 kW (436 PS) gesteigert.

Die C6 hat ein hinten mit dem Differential in einem Gehäuse montiertes Getriebe (sog. Transaxle-Bauweise) für eine bessere Gewichtsverteilung im Fahrzeug, sowie eine Alu-Cockpit-Struktur, genau wie die C5. Genauso übernommen wurden die vorderen und hinteren Einzelradaufhängungen in der sogenannten SALA-Ausführung (Short Arm/Long Arm = je ein kurzer und ein langer Dreieckslenker); diese Konstruktion spiegelt die am meisten vom Rennsport geprägte Fahrwerksveränderung in der Corvette-Geschichte. Die Federung, Querlenker, Stoßdämpfer, Buchsen, Stabilisatoren und Lenkgetriebe wurden ebenso von der C5 übernommen, jedoch gegenüber dem Vorgänger überarbeitet. Neue Goodyear Extended Mobility Tires (EMT) nutzen die neuesten Design-, Seitenwand- und Compound-Techniken für Reifen mit Notlaufeigenschaften. Erhältlich war das neue Modell wahlweise mit einem Sechsgangschaltgetriebe, einer Vierstufenautomatik oder einem Sechsgang-Paddleshift-Getriebe mit Automatikmodus ab 2006. Im Unterschied zur C5 war das optionale Schaltgetriebe ohne Aufpreis.

Generell wurden Chassis und Fahrwerk aus der C5 übernommen und teilweise mit neuen Teilen versehen. Das Auto gilt als besser manövrierbar. Die Corvette C6 bringt viele neue Features und Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger und hat eine erhöhte Leistungsfähigkeit.

Modellpflege/Neuerungen C6 ab Modelljahr 2006 Hier ist ein kurzer Überblick auf die Änderungen und Neuerungen der Corvette C6 für die Versionen ab dem Modelljahr 2006:

Es wurden Leistungsverbesserungen für das Coupé und Cabrio vorgenommen; unter anderem mit der optionalen Verfügbarkeit eines neuen, elektronisch gesteuerten 6-Gang-Getriebes mit Paddle-Shift-Funktion inklusive automatischem Modus. Das Getriebe hat drei Fahrprogramme: Während bei Drive die Automatik eher sanft und normal schaltet, sind die Schaltmomente beim Sportmodus kürzer eingestellt. Die Funktion Paddle-Shift erlaubt die manuelle Anwahl der zu schaltenden Gänge über Schaltwippen am Lenkrad. Eine breite Spreizung des Getriebes ermöglicht eine ausgewogene Balance zwischen Beschleunigung und Wirtschaftlichkeit.

Im Innenraum gehört ein neues sportliches Dreispeichenlenkrad ebenfalls zu den Neuerungen ab 2006. Das neue Lenkrad mit 370 mm Durchmesser ist kleiner als das vorherige Vierspeichenmodell. Es ist charakteristisch für ein sportliches Design, das auch in anderen leistungsorientierten Chevrolet-Fahrzeugen umgesetzt wird.

Ersetzt wurde ab 2006 auch der vorher manuell gesteuerte Airbag-Schalter. Alle Corvettes kamen nun mit fortgeschrittenen zweistufigen Front-Airbags mit dem neuen Passenger Sensing System (PSS) von General Motors. PSS nutzt Sensoren, um die Funktion des Beifahrerairbags automatisch ein- oder auszuschalten.

Z06 Mit ihrem 512 PS (377 kW) leistenden 7,0-Liter-LS7-Motor, dem Rennfahrwerk, dem durch Innenhochdruckumformen hergestellten Aluminiumrahmen und der Karosserie mit CFK-Elementen war die Z06 das schnellste, technisch fortschrittlichste Modell in der damals 53-jährigen Corvette-Geschichte.

Ab Modelljahr 2008/LS3-Motor