miniatur|Berliner Gedenktafeln für Meisel in der Jonasstr. 22, Neukölln Will Meisel, eigentlich August Wilhelm Meisel (* 17. September 1897 in Rixdorf bei Berlin; † 29. April 1967 in Müllheim (Baden)) war ein deutscher Tänzer, Komponist und Verlagsgründer.Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 4845–4848. Er war Nationalsozialist und Antisemit.

Leben Meisels Eltern waren der Ballettmeister Emil Meisel und seine Frau Olga Meisel (geborene Loepke). Die Familie wohnte in Rixdorf bei Berlin, Steinmetzstraße 20 (heute Kienitzer Straße). Meisel kürzte die Vornamen August Wilhelm später auf Will.

Er besuchte die Albrecht-Dürer-Oberrealschule in Berlin-Neukölln. Vom 5. Lebensjahr an lernte er Musik und Tanz und war ab dem 10. Lebensjahr als Tänzer Mitglied der damaligen Königlichen Hofoper in Berlin, Unter den Linden. Von März 1915 bis November 1918 war Will Meisel Soldat im Ersten Weltkrieg, wurde 1917 bei Ypern verwundet und musste im Lazarett eine Gasvergiftung auskurieren. Nach dem Krieg war er von 1918 bis 1923 wieder Tänzer an der Staatsoper Berlin.

Am 15. Mai 1926 gründete er die Edition Meisel & Co. GmbH und wurde somit Verleger. Sein erster Verlagstitel war „Ilona“ mit dem Text seiner damaligen Frau Ilona von Fövenyessy von Hewi. Diese Ehe zerbrach und wurde 1932 geschieden. Im März 1935 heiratete Will Meisel die Kammersängerin Eliza Illiard, mit der er zwei Söhne, Peter (* 22. Juni 1935; † 5. Oktober 2010) und Thomas (* 18. Januar 1940; † 26. Mai 2014), hatte. miniatur|Meisels Grab auf dem Friedhof Wilmersdorf Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten trat er zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.849.490).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/28160855 In der Folge betätigte er sich als Komponist von Filmmusik und Operetten, aber auch von NS-Propagandastücken wie dem Marsch für eine Gesangsstimme und Klavier oder Salonorchester Deutschland den Deutschen (1934). 1937 „übernahm“ er in Groß Glienicke das voll möblierte Sommerhaus des aus Deutschland vertriebenen jüdischen Arztes Alfred Alexander.Thomas Harding: Sommerhaus am See. Fünf Familien und 100 Jahre deutscher Geschichte. Aus dem Englischen von Daniel Bussenius. dtv, München 2016. ISBN 978-3-423-28069-3 Am 23. November 1938, wenige Tage nach den Novemberpogromen, bekundete er in einem Schreiben an Hans Hinkel sein Interesse an der Übernahme eines „arisierten“ Verlages, möglichst der Edition Peters. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Meisel als Verleger und Komponist „unabkömmlich“ gestellt.

Im Herbst 1944 übersiedelte die Familie nach Österreich in ihr Ferienhaus und kehrte erst im Spätsommer 1946 nach Berlin zurück. Nach der Rückkehr wurde Meisel auch als Filmproduzent tätig. An seinem Wohnort in der Jonasstraße 22 in Berlin-Neukölln betrieb er eine Tanzschule. Er schrieb die Musik zu 44 Tonfilmen, 8 Operetten sowie unzählige Evergreens und Lieder (Berlin bleibt doch Berlin, Wir wollen Freunde sein fürs ganze Leben, Fräulein Pardon, Weekend und andere). Meisels Operetten Königin einer Nacht und Die Frau im Spiegel wurden verfilmt.

Will Meisel und Eliza Illiard wurden auf dem Friedhof Wilmersdorf beigesetzt.

Ehrungen Paul-Lincke-Ring Bundesverdienstkreuz am Bande (9. November 1962)Bundespräsidialamt Will-Meisel-Weg in Berlin-Rudow

Filmografie als Komponist 1930: Königin einer Nacht 1930: Liebe im Ring 1930: Eine Freundin so goldig wie Du 1930: Der Andere 1930: Im Kampf mit der Unterwelt 1931: Tänzerinnen für Süd-Amerika gesucht 1931: Der Bergführer von Zakopane 1931: Ein ausgekochter Junge 1931: Der Storch streikt. Siegfried der Matrose 1931: Um eine Nasenlänge 1931: Schachmatt 1931: Wenn die Soldaten... 1931: Der unbekannte Gast 1932: Die Vier vom Bob 13 1933: Das Tankmädel 1933: Es war einmal ein Musikus 1933: Schleppzug M 17 1934: Die große Chance 1934: Zigeunerblut 1934: Annette im Paradies 1934: Schön ist jeder Tag den Du mir schenkst, Marie Luise 1934: Ich sing’ mich in dein Herz hinein 1934: Ein Walzer für dich 1934: Der Springer von Pontresina 1934: Jede Frau hat ein Geheimnis 1934: La Paloma. Ein Lied der Kameradschaft 1934: Was bin ich ohne Dich 1935: Der Schlafwagenkontrolleur 1935: Alle Tage ist kein Sonntag 1935: Krach im Hinterhaus 1936: Familienparade 1936: Engel mit kleinen Fehlern 1936: Der müde Theodor 1936: Krach im Hinterhaus 1936: Hummel – Hummel 1936: Alles für Veronika (Fräulein Veronika) 1936: Der verkannte Lebemann 1937: Karussell 1938: Kleines Bezirksgericht 1939: Ehe in Dosen 1940: Polterabend 1940: Weltrekord im Seitensprung 1941: Ehe man Ehemann wird 1951: Königin einer Nacht 1953: Auf der grünen Wiese 1955: Die Wirtin an der Lahn 1969: Königin einer Nacht

Literatur Klaus Eidam, Rudolf Schröder: 100 Jahre Will Meisel : 17. September 1897 – 29. April 1967. Eine Berliner Geschichte mit Musik. Edition Meisel, Berlin 1997, ISBN 3-00-001431-4. Will Meisel : *17.9.1897 – †29.4.1967 ; Kurzbiografie und Werkverzeichnis. Edition Meisel, Berlin 2014, . Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 4845–4848. online Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 5: L – N. Rudolf Lettinger – Lloyd Nolan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 377.

Weblinks

Homepage der Meisel-Verlage Onlineshop der Meisel-Verlage Will Meisel, Kurzbiographie, Verlag Felix Bloch Erben Will Meisel, komponistenlexikon.de des Deutschen Komponistenverbandes

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Tänzer (Deutschland) Kategorie:Musiker (Nationalsozialismus) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Musiker (Berlin) Kategorie:Träger des Paul-Lincke-Ringes Kategorie:NS-Propaganda Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1897 Kategorie:Gestorben 1967 Kategorie:Mann