mini|Lage des Kreises Waldbröl (1905) Der Kreis Waldbröl war von 1816 bis 1932 ein preußischer Landkreis im Regierungsbezirk Köln der Rheinprovinz. Sein Gebiet gehört heute zum Oberbergischen Kreis und zum Rhein-Sieg-Kreis. Der Verwaltungssitz befand sich in Waldbröl.
Verwaltungsgeschichte Durch den Wiener Kongress wurde das Großherzogtum Berg am 31. Mai 1815 Preußen zugesprochen. 1816 wurde preußische Verwaltungseinteilung in Provinzen, Regierungsbezirke und Kreise eingeführt. Dabei wurde auch der Kreis Waldbröl gegründet, der im Wesentlichen aus dem Gebiet des Kantons Waldbröl im Arrondissement Siegen, Département Sieg des Großherzogtums Berg bestand. Der Kreis war in die fünf Bürgermeistereien Dattenfeld, Denklingen, Eckenhagen, Morsbach und Waldbröl gegliedert, die während der Franzosenzeit als Mairien gegründet worden waren. Erster Landrat war Heinrich Joseph Joesten.
Nach der Einführung der Gemeindeordnung für die Rheinprovinz von 1845 bildeten alle Bürgermeistereien des Kreises mit Ausnahme der Bürgermeisterei Dattenfeld jeweils eine Gemeinde.Gemeindeordnung für die Rheinprovinz 1845, § 1 In der Bürgermeisterei Dattenfeld wurden die beiden eigenständigen Gemeinden Dattenfeld und Rosbach eingerichtet.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Köln 1847, S. 192. Das Gebiet des Kreises umfasste 1885 eine Fläche von 300,08 km².
Carl Maurer seit 1852 Landrat des Kreises, begründete die Kreissparkasse Waldbröl. Im Jahre 1913 konnte Landrat Gerdes den deutschen Kaiser Wilhelm II. in Waldbröl begrüßen.
Wie in der gesamten Rheinprovinz wurden 1927 die Bürgermeistereien des Kreises in Ämter überführt. Am 1. Oktober 1932 wurde der Kreis Waldbröl aufgelöst. Denklingen, Eckenhagen, Morsbach und Waldbröl wurden mit den Gemeinden des ebenfalls aufgelösten Kreises Gummersbach zum Oberbergischen Kreis zusammengeschlossen. Das Amt Dattenfeld mit den Gemeinden Dattenfeld und Rosbach kam zum Siegkreis.
Geschichte Der Kreis Waldbröl war eine Hochburg der NSDAP. Bei der Reichstagswahl am 14. September 1930 stimmten 36,2 % der Wähler im Kreis Waldbröl für die Nationalsozialisten. Ihr Stimmenanteil lag damit doppelt so hoch wie im Reichsdurchschnitt (18,3 %).Birgit Rosendahl-Kraas: Die Stadt der Volkstraktorenwerke. Eine Stadtutopie im „Dritten Reich“. Die Planungen und Großbauten der Deutschen Arbeitsfront für die Stadt Waldbröl. Martin Galunder-Verlag, Wiehl 1999, ISBN 3-931251-45-4, S. 6. Bei der Reichstagswahl vom 31. Juli 1932 erhielt die NSDAP im Kreis 48,3 % der Stimmen bei einem Reichsdurchschnitt von 37,3 %.50 Jahre Wahlen in Nordrhein-Westfalen, Anlage 3, S. 39
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1816 15.109 1828 16.444 1852 19.565 1871 21.543Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885, S. 244. 1880 22.895 1890 24.046 1900 24.861 1910 28.370 1925 30.212
Landräte 1816–1829 Heinrich Joseph Joesten 1829–1830 Heinrich Foerster 1830–1833 Wolter Plasmann 1833–1848 Josef Sonoré 1848 Peter Steiniger 1848–1852 Oskar Danzier 1852–1878 Carl Maurer 1878–1880 Franz Gehle 1880–1888 Hans Köppen 1888–1891 Edwin Sander 1891 Peter Eiden 1891–1895 Eduard Lindenberg 1895–1903 Gustav Springorum 1903–1919 Hermann Gerdes 1919–1932 Otto Eichhorn
Literatur Emil Hundhausen: Anno Tubak. Bürger, Bilder und Berichte aus dem Oberbergischen Land und seinem Grenzgebiet. Wanderverein Altwindeck, Verlag F. Franz, Windeck-Stromberg 1977.
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