Ford of Europe ist die europäische Niederlassung der US-amerikanischen Ford Motor Company. Sie hat ihren Sitz in Köln.

Modellgeschichte PKW Ford of Europe entstand 1967 durch den Zusammenschluss von Ford Deutschland mit der britischen Ford-Niederlassung (Ford of Britain).

1967–1973: Cortina und Escort mini|Erstes Gemeinschaftsprojekt war der Ford Escort ’68 (ab 1967)

Das erste neue Modell nach Gründung von Ford of Europe war der Escort, der im Vereinigten Königreich ab Oktober 1967 gebaut und später im Jahr verkauft wurde. Der Escort war eine Limousine der unteren Mittelklasse mit Frontmotor und Hinterradantrieb und ersetzte den britischen Anglia. Außer im Vereinigten Königreich wurde der Wagen ab 1970 auch in Deutschland gebaut. Zuerst kam die 2-türige Limousine heraus, später gab es auch einen 3-türigen Kombi, einen 3-türigen Lieferwagen und eine 4-türige Limousine. Angetrieben wurde der Escort von Vierzylinder-Otto-Reihenmotoren mit 0,95, 1,1 und 1,3 Liter Hubraum. Später gab es auch einen 2,0-Liter-Reihenmotor im RS 2000, der eine Höchstgeschwindigkeit von 177 km/h erreichte.

Der Wagen wurde schnell sehr beliebt und stach die Modelle der wichtigsten Wettbewerber, wie zum Beispiel Opel und Volkswagen (in Deutschland), Vauxhall, BMC und die Rootes-Gruppe (in Großbritannien) aus. Der Escort erreichte nie solch eine große Dominanz in Europas größtem Automobilmarkt, jagte aber dem Opel Kadett und dem VW Käfer deutliche Marktanteile ab.

Die zweite große Modellvorstellung von Ford of Europe war 1969 der Capri, ein Sportcoupé. Der Wagen basierte auf der Plattform des Cortina, wurde von Motoren mit 1,3 bis 3,0 Liter Hubraum angetrieben und ebenfalls in Großbritannien und Deutschland gebaut, dort mit V4- und V6-Motoren. Auch dieses Modell erlangte schnell Popularität.

Im August 1970 wurden in Großbritannien der Cortina Mk. III und in Deutschland der fast baugleiche Ford Taunus TC vorgestellt, der dort den Taunus 12 M / 15 M ersetzte. Die britischen und deutschen Modelle basierten auf der gleichen Plattform, hatten aber leicht unterschiedliche Karosserien und heimische Motoren als Antrieb, obwohl es beide Wagen mit dem in USA entwickelten 2,0-Liter-OHC-Vierzylinder-Ottomotor zu kaufen gab. 1972 war der Cortina das meistverkaufte Auto im Vereinigten Königreich.

Im Frühjahr 1972 ersetzte Ford Europe seine Spitzenmodelle (in Großbritannien der Zephyr / Zodiac, in Deutschland der 17 M / 20 M / 26 M) durch den Consul und Granada, die als Limousine, Kombi und Coupé verfügbar waren. Diese Modelle zielten direkt auf den Rover P6, den Audi 100 und den Triumph 2000. Schnell hatten Consul und Granada ihre Konkurrenten in vielen Ländern übertrumpft und 1973 lagen sie an 10. Stelle der Verkaufsstatistik im Vereinigten Königreich. Wie der Capri und der Cortina / Taunus TC wurden die frühen Consul und Granada sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland gebaut, aber in jedem Land mit den dort üblichen Motoren.

1974–1980: Escort ’81 und neuer Fiesta mini|Ford Fiesta ’76

Ein überarbeiteter Capri II erschien Anfang 1974. Er hatte eine Heckklappe anstatt des gewöhnlichen Kofferraumdeckels.

Die zweite Baureihe des Escort erschien 1975. Diese unterschied sich von außen vom Vorgänger, hatte aber die gleiche Bodengruppe. Der kleinste Motor mit 0,95 Liter Hubraum, der sich nie gut verkauft hatte, wurde nur noch in Italien angeboten.

1975 verdrängte Ford British Leyland (mit dem Marken Austin, Morris und Rover) von der ersten Stelle der britischen Zulassungsstatistik.

1976 stieg Ford of Europe mit dem Fiesta, der ersten Kombilimousine von Ford mit Frontantrieb und quer eingebautem Motor, in den Kleinwagenmarkt ein. Der Fiesta wurde im Ford-Werk in Valencia in Spanien gebaut und war mit Vierzylinder-Ottomotoren mit 1,0; 1,1 und 1,3 Liter Hubraum (wie der erste Escort) erhältlich. In der sportlichen XR2-Version gab es später auch einen Motor mit 1,6 Liter Hubraum. Nicht nur in Großbritannien und Deutschland, sondern auch in den anderen europäischen Staaten gehörte das Modell bald zu den meistverkauften Autos des Kontinents. Es setzte sich gegen Konkurrenten wie den VW Polo, den Citroën Visa, den Vauxhall Chevette und den Peugeot 104 durch.

1976 wurde auch der neue Cortina Mk. IV und der nun baugleiche Taunus TC ’76 vorgestellt. Der Cortina führte in Großbritannien weiterhin die Verkaufsstatistik an. Er setzte sich gegen Modelle der Konkurrenten wie den Vauxhall Cavalier / Opel Ascona oder den Chrysler Alpine durch.

Im September 1977 wurde die dritte Baureihe des Granada vorgestellt. Ab 1976 wurden alle Granadas in Köln gebaut, der Name Consul für die günstige Variante des Granada entfiel bereits 1975. Der Capri II erschien 1978 und wurde ebenfalls nur in Köln gebaut.

Ab Oktober 1980 verkaufte Ford die dritte Baureihe des Escort, den Escort ’81 mit Frontantrieb und modernem Aussehen, in Großbritannien, in Deutschland und im übrigen Westeuropa. Erstmals gab es den Escort als Kombilimousine; eine Stufenhecklimousine gab es nicht mehr. Der 2,0-Liter-OHC-Motor wurde nicht mehr im Escort angeboten; das Spitzenmodell war anfangs der XR3 mit 1,6-Liter-CVH-Motor. Während der beiden Ölpreiskrisen 1973/74 und 1979/80 war Benzin erheblich teurer geworden; viele Käufer wollten Autos mit sparsamen Motoren. Der Escort war für Ford ein wichtiges Volumenmodell und für Autokäufer eine Alternative zum VW Golf II und zum Opel Ascona C.

1981–1989: Sierra, Orion und Scorpio mini|Ford Sierra

20 Jahre Cortina-Fertigung in Großbritannien endeten im Oktober 1982, als der neue Sierra herauskam. Der neue Wagen hatte weiterhin angetriebene Hinterräder, aber Einzelradaufhängung statt Starrachse. Die große Neuerung aber war die neue, ultramoderne und strömungsgünstige Form. Anfangs waren die Verkaufszahlen enttäuschend, aber die Nachfrage stieg bald, und 1983 stand der Sierra an dritter Stelle der britischen Verkaufsstatistik. Der Wagen wurde in Großbritannien und Belgien gebaut und in ganz Europa und darüber hinaus verkauft. Später gab es auch Cosworth-Versionen des Sierra, die es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 241 km/h brachten.

1983 erhielt der sieben Jahre alte Fiesta eine umfangreiche Modellpflege und wird deshalb als zweite Baureihe geführt. Der Fiesta ’84 war weiterhin als 3-türige Kombilimousine erhältlich, hatte aber weichere Linien, die ihm ein moderneres Aussehen verliehen. Die sportliche XR2-Version gab es auch wieder, aber mit neuem CVH-Motor mit mehr Leistung und dem ersten Fünfganggetriebe, das je in einen Fiesta eingebaut wurde. Ebenfalls 1983 gab Ford den Kundenwünschen nach einer Stufenheckversion der erfolgreichen Escort-Kombilimousine nach. Die vom Escort abgeleitete Stufenheckversion hieß Orion, war aber höher in der Modellpalette angesiedelt. Der 1,1-Liter-Motor war nicht erhältlich und es gab nur die besseren Ausstattungsvarianten GL und Ghia. Der Orion war fast so lang wie der Sierra, und viele Kunden sahen in ihm den wahren Nachfolger des alten Cortina / Taunus TC.

Im Mai 1985 präsentierte Ford mit dem Scorpio einen weiteren Meilenstein. Der Wagen basierte auf der verlängerten Plattform des Sierra und sah sehr viel moderner aus als alle anderen Autos damals in diesem Marktsegment. Der Scorpio war auch das erste Großserienfahrzeug der Welt, das serienmäßig mit Antiblockiersystem (ABS) ausgestattet war. Gute Ausstattung, ein komfortabler Innenraum und gute Qualität sorgten für den europaweiten Erfolg des nur in Deutschland gefertigten Scorpio. Eine Stufenheckvariante erschien 1989.

Die Fertigung des Sportwagens Capri endete im Dezember 1986 nach 17 Jahren und es gab keinen Nachfolger, da Sportcoupés nicht mehr gefragt waren. Viel populärer waren schnelle Kombilimousinen, wie der Ford Escort XR3i, der Vauxhall Astra GTE / Opel Kadett GTE, der Peugeot 309 GTI oder der VW Golf GTI.

Im Februar 1987 wurde ein neuer Sierra vorgestellt, der vor allen Dingen jetzt auch als Stufenhecklimousine erhältlich war. Die Modelle der Konkurrenten, wie Austin Montego, der Vauxhall Cavalier / Opel Ascona, der Fiat Croma und der Peugeot 405, boten dies längst. Die Stufenheckausführung war das erste Fahrzeug dieser Bauart von Ford nach der Einstellung des Cortina / Taunus TC fünf Jahre zuvor.

Ein neuer Fiesta auf moderner Plattform mit Verbundlenkerhinterachse wurde im April 1989 vorgestellt. Die wichtigste Neuerung war die lange erwartete fünftürige Version. Auch hier boten die Wettbewerber schon längst fünftürige Modelle, wie den Austin Metro, den Vauxhall Nova / Opel Corsa, den Fiat Uno, den Seat Ibiza oder den Peugeot 205. Neu im Angebot waren auch die 1,0 und 1,1-Liter-HCS-Motoren (High Compression Swirl), die es zusätzlich zu den bewährten 1,3- und 1,4-Liter-Motoren gab. Es gab auch einen 1,8-Liter-Dieselmotor und die Sportmodelle XR2i und RS Turbo mit 1,6-Liter-Motoren. Das Spitzenmodell Ghia war als erster Fiesta mit elektrischen Fensterhebern und ABS ausgestattet.

Den größten Teil der 1980er-Jahre war der Escort das meistverkaufte Auto der Welt; von 1982 bis 1989 führte es jedes Jahr die britischen Verkaufsstatistiken an. Trotz eines Facelifts im März 1986 sah der Wagen am Ende der Dekade aber im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten wie dem Rover 200, dem Peugeot 309, dem Fiat Tipo und dem Vauxhall Astra / Opel Kadett altbacken aus.

1990–1996: Driven by You mini|Ford Escort RS Cosworth (1996)

Der Escort ’91 wurde im September 1990 zusammen mit dem neuen Orion vorgestellt, aber die beiden neuen Fahrzeuge stießen auf nur mäßiges Interesse. Die Modellpalette wurde während der Bauzeit um den RS2000 16V und RS Cosworth erweitert, die beide auf positivere Reaktionen stießen. Der RS2000 verfügte über einen modernen DOHC 16V-Motor, der 110 kW (150 PS) leistete, zur umfangreichen Serienausstattung gehörten unter anderem Halbschalensitze der Firma Recaro. Der RS Cosworth ist strenggenommen kein Escort. Das Fahrzeug und insbesondere die Technik basiert auf dem Ford Sierra. Für den Einsatz in der Rallyeweltmeisterschaft sollte der kompaktere Escort zum Einsatz kommen, jedoch weiterhin den – anders als bei allen anderen Escort ab 1980 – längs eingebauten Cosworth-YB-Motor mit 162 kW (220 PS) sowie den Allradantrieb des Ford Sierra haben. Zwischen 1993 und 1997 gewann der Escort insgesamt elf Läufe zur Rallyeweltmeisterschaft.

Ford konnte sich Anfang der 1990er Jahre sicher in der Spitzenposition der britischen Verkaufsstatistiken halten. Man ließ sogar Brian May von Queen ein neues Lied – Driven by You – schreiben, das in Ford-Fernsehspots in Großbritannien eingesetzt wurde.

Ford antwortete auf die Kritik an den Unzulänglichkeiten des Escort im September 1992 mit einer kleinen Modellpflege, und der Einführung der neuen Zetec-Motoren bestand, die auch im Fiesta verfügbar waren. Auch der Orion profitierte von den Verbesserungen, aber ab 1993 wurde die Bezeichnung Orion aufgegeben und die Stufenheckversionen hießen nun ebenfalls Escort.

1993 führte Ford bei allen Serienmodellen einen serienmäßigen Fahrer-Airbag ein; viele Modelle hatten auch einen Beifahrer-Airbag entweder serienmäßig oder auf Wunsch.

Im Februar 1993 stellte Ford den grundlegend neuen Mittelklassewagen Mondeo vor, der den Sierra ersetzte und mit dem Opel Vectra / Vauxhall Cavalier, dem Peugeot 405 und dem Nissan Primera im Wettbewerb stand. Mit dem Mondeo wurde in dieser Klasse der Schritt zum Frontantrieb getan und das Modell war mit verschiedenen Zetec-16V-Motoren erhältlich. 1994 kam auch ein 2,5 Liter Duratec-V6 dazu. Der Wagen, der als Kombilimousine, Stufenhecklimousine und Kombi verfügbar war, wurde 1993 zum Auto des Jahres gewählt. Bei seiner Vorstellung kam es kaum ein Frontantriebsauto mit besseren Fahreigenschaften in Europa. 1994 führte Ford auch wieder die Verkaufsstatistik der Mittelklassewagen im Vereinigten Königreich an und verdrängte damit den Vauxhall Cavalier, der sie in den Jahren davor angeführt hatte.