Der Zoo Duisburg wurde am 12. Mai 1934 von Duisburger Bürgern gegründet. Bekannt ist der Zoo für sein Delfinarium und die in Deutschland erste dauerhafte und lange Zeit einzige Haltung von Koalas. Daneben werden zahlreiche zoologische Raritäten gehalten, wie z. B. Riesenotter aus Südamerika, Bärenstummelaffen und Roloway-Meerkatzen aus Afrika, Fossas aus Madagaskar, Nebelparder aus Asien oder Wombats aus Australien.

Lage und Anreise Der Zoo befindet sich am nördlichen Rand des Duisburger Stadtwalds an der Grenze zu Mülheim an der Ruhr und tangiert den nördlichen Campus der Universität Duisburg-Essen. Die Bundesautobahn 3 trennt den Zoo in einen westlichen und einen östlichen Teil, die über eine begrünte Landschaftsbrücke verbunden sind. Über die Ausfahrt Duisburg-Kaiserberg können Besucher mit Pkw anreisen. Die Linie 901 der Straßenbahn Duisburg hält am Eingang und verbindet mit den Hauptbahnhöfen von Duisburg und Mülheim. Die Fläche des Zoos beträgt circa 16 Hektar.

Geschichte Gründerjahre des Zoo Duisburg Gegründet wurde der Zoo Duisburg im Jahr 1934 auf Initiative des Duisburger Tierparkvereins als Duisburg-Hamborner Tierpark. Der erste Direktor war Eduard Wiedemann, der jedoch 1942/43 zum Zoo Wuppertal wechselte, worauf der Zoo bis 1946 kommissarisch vom Vorstand des Tierparkvereins geleitet wurde. Anfänglich wurden vornehmlich heimische Tierarten auf einer Fläche von kaum mehr als einem Hektar präsentiert. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges konnte der Zoo auf über acht Hektar ausgedehnt und auch der Tierbestand erheblich erweitert werden. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die meisten Anlagen und Gebäude des Zoos schwer beschädigt oder völlig zerstört, so dass der Zoo geschlossen werden musste. Zum Kriegsende 1945 überlebten lediglich ein Emu, drei Flamingos, sowie einige Esel, Ziegen und Schafe.

Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg Unter dem neuen Direktor Hans-Georg Thienemann, der 1946 vom Königsberger Tiergarten nach Duisburg kam, musste der Zoo nach dem Krieg komplett neu aufgebaut werden. Der Tierbestand konnte u. a. durch Leihtiere aus dem Münchener Tierpark Hellabrunn neu bestückt werden. Rasch entstanden neue Anlagen für u. a. Tarpane, Przewalski-Pferde, Rinder und Wisente, die in ihrer Grundstruktur noch heute erhalten sind.

Bereits im Jahr 1951 konnte das frühere Juwel des Zoos, das Aquarium, wieder eröffnet werden, das heute als das älteste noch erhaltene Gebäude des Zoos gilt. Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Zoos war die Eröffnung des Großsäugerhauses für Elefanten und Giraffen im Jahr 1953, das heute, vergrößert und modernisiert, ausschließlich der Elefantenhaltung dient.

Ebenfalls in den 1950er Jahren entstanden die seinerzeit für den Zoo Duisburg typischen Freianlagen mit Trockengräben, für z. B. Trampeltiere und Davidshirsche, sowie auf einem Erweiterungsgelände am Nordende des Zoos die Anlagen für Robben und Pinguine, die 1958 von dem Unternehmer und Förderer des Zoos, Helmut Horten, eingeweiht wurden.

Entwicklung zum modernen Zoo Im Jahr 1959 wurde die Gesellschaftsform in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, mit der Stadt Duisburg (73 %) und dem Tierparkverein als Hauptaktionäre. Im selben Jahr konnte ein zusätzliches Gelände von circa fünf Hektar jenseits der Bahnstrecke Duisburg-Wedau–Bottrop Süd und der Bundesautobahn 3 hinzugewonnen werden, so dass sich die Gesamtfläche des Zoos auf über 15 Hektar ausweitete. Über die so genannte Expo-Brücke der Weltausstellung in Brüssel wurde das neue Areal erschlossen.

Zoologischer Höhepunkt des neuen Geländes war das 1962 eröffnete Äquatorium, das seinerzeit größte und modernste Affenhaus der Welt. Als weiterer Höhepunkt wurde im Jahr 1965 das erste Delfinarium in Mitteleuropa auf dem neu erschlossenen Areal eröffnet. Die Haltung und Erforschung von Großen Tümmlern steigerte das Ansehen des Zoos, weil Delfine damals nur aus dem Fernsehen bekannt waren.

mini|links|Beluga-Dressur (1980er Jahre) mini|Amazonasdelfin

Der Erfolg mit den Großen Tümmlern bewegte Wolfgang Gewalt, der im Jahr 1966 die Nachfolge des 1965 verstorbenen Direktors Thienemann antrat, im Jahr 1968 ein zweites Delfinarium zu bauen und weitere Delfinartige im Zoo Duisburg zu etablieren. In eigenständig geführten, heute kritisierten und so nicht mehr vorstellbaren Fangexpeditionen brachte Wolfgang Gewalt im Jahr 1969 Weißwale (auch Belugas genannt) nach Duisburg, denen später aus weiteren Expeditionen Jacobita-Delfine (auch Commerson-Delfine genannt) folgten, die gemeinsam mit den Weißwalen im Walarium untergebracht wurden.

Von den 17 gefangenen Commerson-Delfinen überlebten bis 1985 nur drei Exemplare, was in den späten 1970er Jahren und 1980er Jahren immer wieder für Schlagzeilen sorgte. Von einer weiteren Expedition nach Südamerika brachte Gewalt die als stark gefährdet geltenden Amazonasdelfine nach Duisburg, von denen 1985 noch zwei lebten. Der Bestand umfasste zu diesem Zeitpunkt außer den genannten Commerson- und Amazonasdelfinen fünf Große Tümmler und zwei der drei gefangenen Weißwale, womit der Zoo 1985 unter den Delfinarien Europas die vielfältigste Mischung aufwies. Der Zoo stand zu dieser Zeit auch unter heftiger Kritik durch Tierschützer, denn auch zwanzig Jahre nach einem „Start bei Null“ waren noch keine Nachzuchten bei den Walen und Delfinen zu vermelden und alle Tiere stammten aus dem Wildfang.Udo Tschimmel, Christoph Henning: Flippern bis zum Todeskampf. In: Geo-Magazin, Oktober 1985. S. 98–122; zu Duisburg speziell S. 113–115 Erst drei Jahre später wurde der erste Große Tümmler in Duisburg geboren.

Aufgrund des baufälligen Zustandes des in die Jahre gekommenen Walariums wurden im Sommer 2004 der Weißwal „Ferdinand“ und der Jacobita-Delfin „Yogi“, die letzten Tiere ihrer Arten in Duisburg, nach San Diego (USA) ins dortige SeaWorld geflogen, wo sie zusammen mit Artgenossen ihren Lebensabend verbringen sollten. Trotz ihres hohen Alters – beide Tiere zählten zu diesem Zeitpunkt schon zu den ältesten bekannten Tieren ihrer Art – überstanden beide den Transport gut. Während Yogi wenige Monate danach im hohen Alter verstarb, lebte Ferdinand noch bis 2023. Nach der Abgabe der Weißwale und Jacobita-Delfine und der Schließung des Walariums konzentrierte der Zoo Duisburg sich fortan auf die Haltung der Großen Tümmler und Flussdelfine.

mini|Der Chinesische Garten im Zoo

Im Jahr 1970 benannte sich der Duisburger Tierpark offiziell in Zoo Duisburg um. Das Ansehen stieg von Jahr zu Jahr. Hierzu trugen nicht nur viele Erstzuchten bei seltenen Tierarten wie Beutelteufel, Löffelhund oder Baumkänguru bei, sondern auch einige innovative Anlagen, wie die „Run-and-Fun“-Anlage für Afrikanische Wildhunde, das Vogelwäldchen, das große Raubtierhaus, die Bärenfreianlage oder der gut einen Hektar große Chinesische Garten mit u. a. Kranichen und Kleinen Pandas als Geschenk der Duisburger Partnerstadt Wuhan an die Stadt Duisburg.

Abschluss der Ära von Wolfgang Gewalt war die Planung des dritten Delfinariums, das im Jahr 1995 unter seinem Amtsnachfolger Reinhard Frese als modernstes überdachtes Delfinarium Europas eröffnet wurde.

Übergang ins 21. Jahrhundert mini|Koala Während der Direktionszeit von Reinhard Frese galt es, den Zoo Duisburg für das 21. Jahrhundert aufzustellen und alte, nicht mehr zeitgemäße Anlagen durch moderne Neubauten zu ersetzen, was auch dazu führte, dass manche Arten wie z. B. Eisbären oder Schimpansen abgegeben werden mussten. Nach und nach verschwanden alte Käfigeinheiten, wie das sogenannte Raritätenkabinett (das seinerzeit erste Affenhaus des Zoos) oder die vielen kleinen Raubtierkäfige. Neu entstanden großzügige, naturnah gestaltete Anlagen für u. a. Schildkröten, Otter, Nasenbären und Fossas.

mini|Zwergflusspferde

Das ehemalige Großsäugerhaus wurde in einen modernen Elefantenkomplex umgestaltet, während die Giraffen eine Neuanlage am Haupteingang des Zoos erhielten. Dort entstand auch eine große, für Besucher begehbare Katta-Anlage. Das Äquatorium wurde durch eine neue Außenanlage für Gorillas und zwei neue Eingangsbereiche mit integrierten Anlagen für Bärenstummelaffen und Zwergflusspferde deutlich aufgewertet.

Mit dem Beginn der Koalahaltung im Jahr 1994 etablierte der Zoo Duisburg ein weiteres bedeutendes Alleinstellungsmerkmal neben der Delfinhaltung. Lediglich der Tierpark Berlin hatte 1994 einen knappen Monat vor dem Zoo Duisburg die beiden ersten Koalas in Deutschland erhalten, die im Rahmen einer Einstellung des San Diego Zoo viereinhalb Monate gezeigt wurden.Dr. Bernhard Blaszkiewitz: Manati und Beutelbär - Der Tierbestand 1994. In: Jahresbericht 1994 Tierpark Berlin-Friedrichsfelde GmbH, Berlin 1995, S. 5. Die folgenden 19 Jahre waren Koalas deutschlandweit nur im Zoo Duisburg zu sehen. Im November 2013 erhielt der Zoo Dresden zwei Koala-Männchen aus der Zucht in Duisburg. Damit ist dieser Zoo der zweite in Deutschland, der diese Tiere zeigt. 2016 folgte der Zoo Leipzig als aktuell dritter Halter in Deutschland.

Weichen musste im Jahr 1997 die alte Expo-Brücke über der Bahnstrecke Duisburg-Wedau–Bottrop Süd und der Bundesautobahn 3. Sie wurde durch eine neue, bis zu 30 Meter breite Landschaftsbrücke ersetzt, die die zwei Seiten des Zoos nunmehr vom Lärm der beiden Verkehrswege isoliert miteinander verbindet. Von der Autobahn sichtbar ist der Schriftzug "ZOO", der aus einer Hecke gebildet wird. Die Expo-Brücke wurde ein paar Hundert Meter weiter südlich des alten Standortes wieder aufgebaut, sie verbindet heute den Campus Duisburg der Universität Duisburg-Essen mit dem Duisburger Stadtwald. Sie überquert nur noch die Autobahn, dient aber insofern noch immer als Landmarke für die Fahrer aus Richtung Süden als Beginn des Ruhrgebietes.

Im Jahr 2005 eröffnete der Zoo die Tropenhalle Rio Negro, die neben Faultieren, Krallenaffen u. a. einen großen Beckenkomplex für die einzigartigen, in den Flussläufen Südamerikas heimischen Amazonasdelfine bietet. Im Dezember 2020 musste der Zoo die Entscheidung treffen, den letzten verbliebenen Amazonasdelfin Orinoko im außergewöhnlich hohen Alter von über 46 Jahren einzuschläfern. Nach der umfassenden Modernisierung und Erweiterung der Filteranlage zogen im Juni 2022 zwei Karibik-Manatis in die Tropenhalle ein.

Anfang 2007 übernahm der langjährige stellvertretende Direktor Achim Winkler die Leitung des Zoos, mit dem Ziel, die Modernisierung der letzten Jahre fortzusetzen. Es entstanden neue Anlagen für Wombats, Bergkängurus, Schildkröten, Riesenotter, Luchse, Wildkatzen und Erdmännchen, die großen naturnahen Anlagen für Brillenbären und Tiger, die deutschlandweit erste Anlage für Tasmanische Teufel sowie ein großer Streichelzoo und eine moderne Holzhackschnitzelheizanlage. Als bedeutende Zuchterfolge gelangen im Jahr 2007 erstmals die gleichzeitige Aufzucht von zwei Großen Tümmlern und im Jahr 2008 erstmals im Zoo Duisburg die Zucht von Gorillas, ebenfalls mit zwei Jungtieren.

Im Dezember 2016 wurde der 49-jährige Hans Köppen zum neuen Zoodirektor gewählt. Er sollte sein Amt am 1. Juni 2017 antreten. Kaum vier Wochen später sagte er aus persönlichen Gründen ab. Astrid Stewin hat das Amt als Vorstandsvorsitzende zum 1. November 2017 angetreten. Der bisherige Vorsitzende („Zoodirektor“) Winkler blieb jedoch bis zu seinem Ausscheiden Ende Juli 2018 Vorstandsmitglied der AG und zoologischer Direktor.Astrid Stewin wird neue Vorstandsvorsitzende. Meldung auf der Homepage des Zoos Duisburg, abgerufen am 17. März 2018. Im August 2018 trat der damals 29-jährige Biologe Johannes Pfleiderer, zuvor seit Februar 2016 als Kurator im Zoo Duisburg tätig, sein Amt als Zoologischer Leiter an.