Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) sind das kommunale Verkehrsunternehmen der Schweizer Stadt Zürich und gehören zum Departement der Industriellen Betriebe (DIB), einer Untereinheit der Stadtverwaltung. Die VBZ, gegründet 1896 als Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ), betreiben heute den Grossteil des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt sowie einige Linien in der Region und sind eines von acht marktverantwortlichen Unternehmen (MVU) im 1990 gegründeten Zürcher Verkehrsverbund (ZVV).
Unternehmen Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) sind als städtische Dienstabteilung ein rechtlich unselbständiges Unternehmen der politischen Gemeinde Zürich. Der formale Verwaltungssitz innerhalb der Stadtverwaltung befindet sich im Amtshaus V, dem «Haus der Industriellen Betriebe», in der Zürcher Altstadt; den operativen Hauptsitz bildet das Areal der Zentralwerkstätte im Stadtteil Altstetten, mit dem 1993 eröffneten Verwaltungs- und Betriebszentrum «Silberwürfel».
Vorsteher der VBZ ist der jeweils amtierende Stadtrat, der dem Departement der Industriellen Betriebe (DIB) vorsteht. Diese Funktion wird seit 2018 von Michael Baumer (FDP) wahrgenommen.
Die Geschäftsleitung besteht aus acht Mitgliedern, welche die Direktion, den Unternehmensstab, die Kommunikation sowie die sechs Unternehmensbereiche Finanzen & Services, Personal, Markt, Betrieb, Technik und Infrastruktur leiten. Der vormalige Direktor Marco Lüthi hat die VBZ per Ende August 2024 verlassen. Danach lag das interimistische Co-Direktoriat bei Thomas Hablützel und Christoph Rütimann. Per 1. Juni 2025 hat Martin Sturzenegger die Rolle des Direktors eingenommen.
Mit einem Umsatz von rund 580 Millionen Schweizer Franken im Geschäftsjahr 2020 gehören die VBZ zu den grössten konzessionierten Transportunternehmen der Schweiz und sind das grösste städtische Verkehrsunternehmen in der Schweiz.
Vom Bundesamt für Verkehr (BAV) verfügen die VBZ über eine Eisenbahnkonzession (bzw. Infrastrukturkonzession) für das meterspurige Gleisnetz in Zürich, bis zu den Eigentumsgrenzen mit der FB (Rehalp, seit 1912), den VBG (Messe/Hallenstadion, seit 2006; Airgate/Leutschenbach, seit 2008) und der LTB (Farbhof, seit 2019). Die Personenbeförderungskonzession für den Trambetrieb umfasst 14 Tramlinien, für den Trolleybusbetrieb eine Gebietskonzession für die Stadt Zürich, und für den Autobusbetrieb eine Gebietskonzession für die Stadt Zürich, 32 regionale Buslinien sowie zwei städtische Buslinien und 13 Nachtbuslinien jeweils aufgrund von Haltestellen jenseits der Gemeindegrenze. Die Seilbahnkonzession umfasst seit 1978 die Seilbahn Rigiblick, welche dazumal von den VBZ übernommen und modernisiert wurde.
In einer Betriebsgemeinschaft stehen die VBZ mit der Forchbahn (FB), wobei letztere seit 2020 über einen eigenen Geschäftsführer verfügt. Ebenfalls verantwortlich sind die VBZ für die Betriebsführung der Dolderbahn, die 1973 als meterspurige Zahnradbahn die vormalige Standseilbahn abgelöst hat, der Polybahn, deren Standseilbahn-Konzession 1976 die Schweizerische Bankgesellschaft (SBG) übernommen hat, sowie der 1991 gegründeten städtischen Stiftung Behinderten-Transporte Zürich (BTZ).
Geschichte mini|StStZ-Billett aus den 1940er Jahren mit schematischem Netzplan Mitte 1896 gründete die Stadt Zürich den kommunalen Betrieb Städtische Strassenbahn Zürich (StStZ), nachdem sie die erst 1894 gegründete private Gesellschaft Elektrische Strassenbahn Zürich (ESZ) erworben hatte. Anfang 1897 wurde auch die ebenfalls private Zürcher Strassenbahn Gesellschaft (ZStG), die seit dem 5. September 1882 das normalspurige Rösslitram betrieb, von der Stadt übernommen und in die StStZ integriert.
In den folgenden Jahren übernahm die StStZ auch alle anderen parallel entstandenen privaten Tramunternehmen: 1903 die Industriequartier-Strassenbahn (IStB) 1906 die Zentrale Zürichbergbahn (ZZB) 1924 die Strassenbahn Zürich–Höngg (StZH) 1925 die Albisgütlibahn (AGB) 1931 die Limmattal-Strassenbahn (LSB) und die Strassenbahn Zürich–Oerlikon–Seebach (ZOeS)
1927 verkehrte die erste städtische Autobuslinie, der Busbetrieb gehörte anfangs zum rechtlich eigenständigen Unternehmen Kraftwagenbetrieb der Städtischen Strassenbahn Zürich. Dieser wurde 1935 in Autobusbetrieb der Städtischen Strassenbahn Zürich umbenannt. auf der Website der Stadt Zürich Ab 1939 wurden die ersten Trolleybusse eingesetzt, sie gehörten anfangs organisatorisch ebenfalls zum Autobusbetrieb. Im März 1949 wurden alle drei Betriebsteile zusammengelegt, es entstanden die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich.125 Jahre Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich auf reflektion.info 1978 erfolgte die Umbenennung in die heute gültige Kurzform Verkehrsbetriebe Zürich sowie die Einführung der Marketingbezeichnung VBZ Züri-Linie.
2021 schrieb die VBZ als schweizweit zweitgrösste Anbieterin von Aussenwerbung die Vermarktung der Haltestellen per 1. Januar 2022 für drei Jahre neu aus. Dabei sollten 257 bislang analoge Werbeflächen durch digitale Screens ersetzt werden. Den Wettbewerb gewann die Firma Neo Advertising. 2025 wurde die Aussenwerbung neu ausgeschrieben, diesmal für sieben Jahre. Den Wettbewerb gewann APG SGA.
Für den Fahrplanwechsel vom 14. Dezember 2025 wurde der grösste Wechsel in der Geschichte der VBZ organisiert. Für fünf Tramlinien wurden neue Fahrlinien festgelegt. Während grösserer Bauarbeiten am Bahnhofquai wurden zwei ausserdem zusätzliche, aber temporäre Bau-Linien (50 und 51) festgelegt.
Siehe auch: Linienchronik der Strassenbahn Zürich
Netz Tram mini|Ein Be-5/6-«Cobra»-Tram
Trolleybus alt=|mini|Ein Swisstrolley 3 vor dem Bahnhof Tiefenbrunnen, der Endstelle der Linie 33
Autobus mini|hochkant=1.3|Autobusnetz Zürich ab 14. Dezember 2025 Im Unterschied zu Tramlinien wurden Buslinien (einschliesslich Trolleybus) ursprünglich mit Buchstaben bezeichnet. Da man beabsichtigte, Tramlinien auf Trolleybusbetrieb und Autobusbetrieb umzustellen, drohten nutzbare Buchstaben auszugehen – man war bei «S» angelangt, unter Auslassung von «E» (Sonderfahrt), «I» und «J» (Verwechslungsgefahr «1»), sowie «O» und «Q» (Verwechslungsgefahr «0»). Im Oktober 1954 wurde den Autobuslinien daher der Nummernbereich 61–99 zugewiesen; als in den 1970er-Jahren kantonale Regionalverkehrsbetriebe und neue Regionallinien unter Verwaltung der VBZ entstanden, wurde der grosszügig dimensionierte Nummernbereich für Trolleybuslinien auf 31–40 verkleinert und der Bereich 41–60 ebenfalls Autobuslinien zugewiesen. Als 1988 neue Quartierbuslinien aus der Taufe gehoben wurden, wurde die Trennung vollständig aufgehoben. Mit Betriebsaufnahme des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) im Mai 1990 erhielten Regionallinien neu dreistellige Liniennummern, basierend auf der alten Nummer, denen die Ziffer der jeweiligen Region vorangestellt wurde.
Grundsätzlich unterscheiden die VBZ nicht zwischen den Betriebsarten der «Pneulinien»; Signaturen, Linienpläne, Haltestellenaushänge und Durchsagen sind einheitlich und lassen keine Rückschlüsse darauf zu, ob es sich um eine Trolleybuslinie oder eine Autobuslinie handelt. Intern besteht insbesondere eine technische Unterscheidung, aufgrund von Infrastruktur, Strassennetz, Gefässgrösse, Erschliessungsfunktion, Betriebszeiten und Taktintervall, wobei Übergänge fliessend sein können.
Stadtbusnetz
Das Stadtbusnetz besteht aus den vierzehn Linien 37, 61, 62, 66, 67, 69, 70, 75, 76, 77, 78, 80, 89 und 99. Die üblichen Gefässgrössen sind 18 Meter lange Gelenkbusse und zwölf Meter lange Solobusse, wobei insbesondere zu den Randzeiten auf kleinere Einheiten gewechselt wird. Der Charakter der einzelnen Linien unterscheidet sich teilweise stark, neben eigentlichen Hauptlinien (61, 62, 67, 70, 75, 80 und 89), die ganztägig im üblichen städtischen Taktintervall verkehren, orientieren sich andere Linien an Arbeits- und Ladenöffnungszeiten (66, 77) oder universitären Vorlesungszeiten (69, 80), wobei deutlich abweichende Taktintervalle verwendet werden. Die Linie 66 fährt nur montags bis samstags bis 20 Uhr bis zum Bahnhof Enge. Die Linie 76 verkehrt nur von Montag bis Samstag, da sie überwiegend ein Gebiet mit hoher Arbeitsplatzdichte erschliesst. LinieStreckeHaltestellenFahrzeit in Minutenmin. TaktfolgeFahrzeugeinsatz37Mühlacker – ETH Hönggerberg911 / 1030 MinutenSolobusse 61Mühlacker – Wallisellen, Glatt2227 / 2610–15 MinutenGelenkbusse 62Schwamendingerplatz – Waidhof2126 / 2410–15 MinutenGelenkbusse66(Bahnhof Enge/Bederstrasse –) Morgental – Neubühl – Kilchberg, Kirche1610 (18) / 11 (20)15 MinutenSolobusse67Bahnhof Wiedikon – Dunkelhölzli15165–7,5 MinutenSolobusse69ETH Hönggerberg – Milchbuck912 / 117,5 () MinutenGelenkbusse70Bahnhof Wollishofen – Mittelleimbach13 / 1214 / 1310 MinutenGelenkbusse75Schwamendingerplatz – Seebacherplatz (– Auzelg Ost)21 (26)26 (33)7,5 (15) MinutenGelenkbusse76Bahnhof Wiedikon – Binz Center777,5 MinutenSolobusse77Balgrist – Hegibachplatz10 / 111115 MinutenSolobusse78Heizenholz – Bahnhof Altstetten – Dunkelhölzli1620 / 217,5–15 MinutenSolobusse 80Bahnhof Oerlikon Nord – Triemlispital29 / 28366–7 MinutenGelenkbusse 89Unterengstringen, Sennenbüel – Bahnhof Altstetten – Sihlcity3138 / 397,5 MinutenGelenkbusse99Balgrist – Zollikon, Bahnhof11920 MinutenSolobusse Quartierbusnetz
Das Quartierbusnetz ist ein eigentliches Ergänzungsnetz, das die Feinstverteilung übernimmt und acht Linien (38, 39, 40, 42, 44, 45, 64 und 73) umfasst. Übliche Gefässgrössen sind zehn Meter lange Midibusse, oftmals bedingt durch enge Quartierstrassen in Tempo-30-Zonen sowie knappe Wendeplätze an den Endpunkten. Charakteristisch ist die Erschliessung von Friedhöfen, Alterswohnsiedlungen und Pflegeheimen sowie ferner auch isolierten Wohnquartieren, insbesondere an Hanglagen ohne Hauptverkehrsachse. Die Betriebszeiten dieser Buslinien sind in der Regel eingeschränkt, Frühdienste am Wochenende sind unüblich, und die üblichen Taktintervalle betragen 30, 20 oder 15 Minuten. LinieStreckeHaltestellenFahrzeit in Minutenmin. TaktfolgeFahrzeugeinsatz38Schützenhaus Höngg – Waidspital121130 MinutenMidibusse39Im Klösterli – Zoo – Letzistrasse12 / 1313 / 1630 MinutenMidibusse40Bucheggplatz – Seebach14 / 1616 / 177,5–15 MinutenMidibusse42ETH Hönggerberg – Seebach12 / 111415 Minuten (nur HVZ)Midibusse44ETH Hönggerberg – Reckenholz8 / 1012 / 1430 Minuten (nur HVZ)Midibusse45Werdhölzli – Bahnhof Altstetten – Dunkelhölzli – Friedhof Eichbühl17 / 182115 MinutenMidibusse64Bahnhof Oerlikon Nord – Maillartstrasse - Bahnhof Oerlikon Nord11915 MinutenMidibusse73Schweighof – Friesenbergstrasse – Zielweg57 / 615–30 MinutenMidibusse Regionalnetz
Das Regionalbusnetz in den unmittelbaren Agglomerationsgemeinden Zürichs unterstand bis 1990 vollständig der Verwaltung der VBZ, teilweise aufgrund eigener Linienkonzessionen, andernfalls im Auftrag des Kantons Zürich. Mittlerweile besteht es noch aus den zwei stark geschrumpften Marktgebieten Agglomeration Ost (oberes Glatttal, unterer Pfannenstiel) und West (Limmattal, unterer Zimmerberg), die von den VBZ betreut werden. Wie alle Regionalbusse im Gebiet des Zürcher Verkehrsverbunds haben diese Linien seit Mai 1990 dreistellige Nummern, die ursprünglich auf den von den VBZ vergebenen zweistelligen Nummern basierten.
Im Gegensatz zum Stadtnetz, das vollständig durch die VBZ betrieben wird, arbeiten die VBZ beim Regionalnetz seit Jahrzehnten mit Subunternehmen zusammen. Für den Eigenbetrieb der Regionallinien verfügen die Garagen Hardau und Hagenholz jeweils über eine Gruppe von Autobussen, die mit Kassensystemen und Entwertern ausgerüstet ist, da die Nachbargemeinden nicht flächendeckend über Billettautomaten an den Haltestellen verfügen.
Agglomeration West Unterer Zimmerberg: Eigenbetrieb Linien 161, 165, 184 und 185; Betrieb der Linien 162 und 163 durch AHW Busbetriebe AG, Horgen. Limmattal: Betrieb der Linien 301, 302, 305, 306, 307, 309, 314, 315, 317 und 325 durch Limmat Bus AG, Dietikon.