Wenzenbach ist eine Gemeinde (bis 1924 war der Gemeindename Schönberg) im Oberpfälzer Landkreis Regensburg in Bayern. Die Gemeinde im Nordosten der Stadt Regensburg stellt sich vor allem als Wohngemeinde dar.
Geografie Geografische Lage Wenzenbach liegt in der Planungsregion Regensburg etwa 9 km nordöstlich von Regensburg, am Rand des Bayrischen Waldes (Vorwald). Wenzenbach liegt am Wenzenbach. mini|Blick von Süden auf Wenzenbach Höhenlage: zwischen 320 und
Gemeindegliederung
Es gibt 33 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Grünthal I, Grünthal II, Hauzenstein, Wenzenbach und Kreuth.
Geschichte mini|Pfarrkirche St. Peter mini|Pfarrkirche St. Peter: Altar mini|Pfarrkirche St. Peter: Erweiterungsbau Wenzenbach hieß schon im 9. Jahrhundert Menzinpah, abgeleitet von dem althochdeutschen Eigennamen Manzo. Der Ortsname bedeutet demnach „zum Bach des Manzo“. Der Regensburger Bischof Ambricho beurkundete mehrfach in seinem domous episcopus in marca ad Menzinpah (= Haus des Bischofs in der Flur Wenzenbach) Tausch oder Schenkungen von Gütern.
1269 wird die Burg Schönberg als Besitz der Herren von Hohenfels erwähnt, die Ministeriale der Bischöfe von Regensburg waren. Spätere Besitzer waren die Bischöfe von Regensburg und die Herzöge von Bayern.
Am 12. September 1504 fand hier die Schlacht von Schönberg statt. Die letzte große Ritterschlacht entschied den Landshuter Erbfolgekrieg.
Wenzenbach gehörte ab 1614 den Grafen von Lerchenfeld, ab 1751 den Freiherren von Stingelheim und war Teil des Kurfürstentums Bayern. Wenzenbach war der Sitz der mit dem Blutbann begabten Herrschaft Schönberg. Die Familie der Stingelheim blieb bis 1817 im Besitz von Schönberg, dann kaufte Karl Alexander von Thurn und Taxis die Herrschaft. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde Schönberg, die aber dem Patrimonialgericht I. Klasse der Fürsten von Thurn und Taxis auf Schloss Schönberg unterstellt war. Dieses verwaltete auch die Patrimonialgerichte Bernhardswald und Wiesent. Die letzten Reste der Adelsherrschaft wurden in der Revolution 1848 aufgehoben.Diethard Schmid: Altbayern Reihe I Heft 66: Regensburg II. Das Landgericht Haidau-Pfatter und die pfalzneuburgische Herrschaft Heilsberg-Wiesent. München, 2014, aus der Reihe: Kommission für bayerische Landesgeschichte (Hrsg.): Historischer Atlas von Bayern, ISBN 978-3-7696-6558-1, S. 612.
Namensänderung Im Jahr 1924 wurde die damalige Gemeinde Schönberg amtlich in Wenzenbach umbenannt.
Eingemeindungen Zum 31. August 1945 wurden von der aufgelösten Gemeinde Kreuth die Orte Ehrenberg, Forstacker, Grabenbach, Strohberg, Zeitlhof und Ziegenhof eingegliedert.Gemeinde Wenzenbach (eingesehen am 1. Dezember 2023) Im Zuge der Gebietsreform in Bayern kamen am 1. Mai 1978 Grünthal (mit den Orten Grünthal, Irlbach, Gonnersdorf, Roith und Fußenberg) und Hauzenstein (mit den Orten Thanhausen und Hauzenstein) hinzu.
Religionen Die evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Kirche wurde 2016 eingeweiht. Katholische Pfarreien bestehen in Wenzenbach und Irlbach.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1939 2075 1950 2680 1961 3001 1970 4069 1985 5435 1990 6055 1995 6858 2000 7507 Jahr Einwohner 2001 7784 2002 7900 2003 8000 2005 8116 2006 8200 2007 8255 2008 8214 2009 8199 Jahr Einwohner 2010 8230 2011 8243 2012 8283 2013 8337 2014 8409 2015 8441 2016 8395 2017 8559 Jahr Einwohner 2018 8723 2019 8765 2020 8859 2021 8932 2022 9397
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 20 Mitgliedern. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 führte das Ergebnis zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat:
Bei der Wahl 2020 haben von den 7050 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Wenzenbach, 4890 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 69,36 % lag.https://wahlen.landkreis-regensburg.de/kommunal2020/20200315/09375208/html5/Gemeinderatswahl_Bayern_66_Gemeinde_Gemeinde_Wenzenbach.html
Bürgermeister Am 30. März 2014 wurde der 26-jährige Sozialdemokrat Sebastian Koch zum Ersten Bürgermeister gewählt. Er entschied die Stichwahl gegen Johannes Wiesbeck (CSU) mit fast 61 % für sich. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde Sebastian Koch mit 70,94 % der Stimmen wiedergewählt.https://wahlen.landkreis-regensburg.de/kommunal2020/20200315/09375208/html5/Buergermeisterwahl_Bayern_67_Gemeinde_Gemeinde_Wenzenbach.html
Wappen
Gemeindepartnerschaften Partnerstadt ist seit 2004 die tschechische Stadt Sušice.Website Wenzenbach, abgerufen am 15. Mai 2017
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Hauzenstein Kirchen und Kapellen
Katholische Pfarrkirche St. Peter in Wenzenbach Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Wenzenbach Profanierte Kirche des ehemaligen Gutshofes in Abbachhof Katholische Kapelle St. Andreas in Birkenhof Wegkapelle in Gonnersdorf Kriegergedächtniskapelle in Grünthal Schlosskapelle in Hauzenstein Katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Irlbach Hofkapelle des Hölzlhofs Kapelle zum Gegeißelten Heiland in Thannhausen
Schloss Hauzenstein
Eine Burg Hauzenstein wird erstmals 1372 erwähnt. Besitzer war damals ein Hermann Hauzendorfer. Die heutige Anlage wurde Ende des 17. Jh. von der Familie Freidl aus Steinen einer alten Burganlage erbaut. Seit 1830 ist es im Besitz der Familie Walderdorff. Die Anlage besitzt einen markanten Glockenturm mit Zwiebeldach und einen dreigeschossigen Hauptbau. In der Säulenhalle befindet sich die Schlosskapelle. Im Süden der Anlage gibt es einen Barockgarten. mini|Schloss Schönberg Schloss Schönberg
Dreigeschossiger Walmdachbau über nach Süden unregelmäßig gebrochenem Grundriss mit Erker, Kernbau 1253/54 (dendro. dat.) mit mittelalterlicher Erweiterung, prägende Umbauten vom späten 17. bis frühen 18. Jahrhundert und um 1770/71 (dendro. dat.), Dachstuhl 1820/23 bez., Schlosskapelle St. Joseph; mit Ausstattung; Kelleranlage eines ehem., in Fragmenten erhaltenen Nebengebäudes, zwei parallele tonnengewölbte Keller aus Bruchsteinmauerwerk, wohl zweite Hälfte 16. Jahrhundert; Teile der Ringmauer mit Schalentürmen; Zwingermauer mit Graben und äußere Mauer, Granitbruchstein, wohl spätmittelalterlich.
Alle Bau- und Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wenzenbach ist eine Wohngemeinde im unmittelbaren Einzugsbereich von Regensburg. Es gibt zahlreiche Handwerks-, Handels- und Dienstleistungsbetriebe.
Verkehr Wenzenbach lag an der Bahnstrecke Regensburg–Falkenstein. Diese wurde Ende der 1980er Jahre stillgelegt und ist mittlerweile ein Rad- und Wanderweg. Durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße 16, es gibt zwei Auf- und Abfahrten im Gemeindegebiet, eine bei Wenzenbach und eine am Thurnhof zwischen Fußenberg und Gonnersdorf. Zudem verläuft ein kleiner Teil der Bahnstrecke Regensburg–Regenstauf durch das westliche Gemeindegebiet. Auch zwei Kreisstraßen, die R21 und die R6, sowie eine Staatsstraße, die Staatsstraße 2150, führen durch die Gemeinde.
Sicherheit Im Gemeindegebiet Wenzenbach gibt es drei Freiwillige Feuerwehren (FF). FF Wenzenbach (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20, Tanklöschfahrzeug 3000, Mehrzweckfahrzeug (MZF), Gerätewagen-Logistik, Verkehrssicherungsanhänger)
FF Grünthal (Löschgruppenfahrzeug 10, MZF, Mehrzweckanhänger und Verkehrssicherungsanhänger)
FF Hauzenstein (Hilfeleistungslöschfahrzeug 10, MZF und Utility-Task-Vehicle (UTV)) Die Bereitschaft Wenzenbach-Bernhardswald des Bayerischen Roten Kreuzes stellt eine ehrenamtliche Helfergruppe für die Gemeinden Wenzenbach und Bernhardswald. Für die Gemeinde ist die Polizeiinspektion Regenstauf zuständig.
Öffentliche Einrichtungen Gemeindebücherei Jugendtreff Wenzenbach Wertstoffhof Wasserwerk und Zweckverband zur Wasserversorgung Wenzenbacher Gruppe Johanniter Kindergarten Wenzenbach Johanniter Kindergarten Irlbach Kath. Kindergarten Irlbach Waldkindergarten Grünthal Kinderkrippen Kinderhorte
Bildung Grundschule Irlbach Grundschule Wenzenbach Mittelschule Wenzenbach
Medien Im Gemeindegebiet können neben den überregionalen Programmen auch die Radiosender Radio Charivari, Radio Gong FM und der regionale Fernsehsender TVA empfangen werden.
Persönlichkeiten Adolf von Walderdorff (1835–1919), geboren auf Schloss Hauzenstein, bayerischer Kämmerer und Reichstagsabgeordneter (Zentrum) Josef Gradl (1921–2016), von 1966 bis 1978 ehrenamtlicher 1. Bürgermeister Wenzenbachs, seit 1993 Ehrenbürger Wenzenbachs Hans Huber (1934–2024), Amateurboxer, gewann bei den Olympischen Sommerspielen 1964 in Tokio die Silbermedaille Corinna Harrer (Leichtathletin)
Literatur Rudolf Ebneth (Red.): Wenzenbach – Junge Gemeinde mit langer Vergangenheit. Regensburg 1983. J. Meier: Schloß Schönberg und Wenzenbach. Regensburg 1914. Klaus Völger: Petrographie und Tektonik anatektischer Gesteine im Gebiet Wenzenbach-Altenthann. Dissertation, TU Berlin 1958.
Weblinks
Internetauftritt der Gemeinde Wenzenbach
Lange Geschichte in Irlbach
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Regensburg Kategorie:Ersterwähnung im 9. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)