Die Liste von Todesopfern bei Demonstrationen seit 1949 in der Bundesrepublik Deutschland umfasst die Personen, welche bei Demonstrationen in der Bundesrepublik Deutschland und in West-Berlin zu Tode kamen.
Todesopfer Name des Opfers Alter Berufsangabe Todesdatum Ort Todesumstände Philipp Müller 21 Arbeiter 11. Mai 1952 Essen Er wurde auf einer Demonstration gegen die bundesdeutsche Wiederbewaffnung von einem Polizisten erschossen. Benno Ohnesorg 27 Student 2. Juni 1967 West-Berlin Er wurde auf der Demonstration am 2. Juni 1967 in West-Berlin gegen den Schah von dem Polizisten Karl-Heinz Kurras erschossen. Rüdiger Schreck 27 Student 17. April 1968 München Rüdiger Schreck erlitt bei einer Demonstration gegen den Springer-Konzern nach dem Attentat auf Rudi Dutschke eine Schädelfraktur. Die Umstände seines Todes sind ungeklärt. Klaus Frings 32 Pressefotograf 17. April 1968 München Klaus Frings wurde bei einer Demonstration gegen den Springer-Konzern nach dem Attentat auf Rudi Dutschke von einem Stein getroffen und erlag später seinen Verletzungen. Olaf Ritzmann 16 Tischlerlehrling 29. August 1980 Hamburg Er wurde auf einer Demonstration gegen einen Wahlkampfauftritt von Franz Josef Strauß am 25. August auf der Flucht vor der Polizei am Sternschanzenbahnhof von einem S-Bahn-Zug erfasst und erlag vier Tage später seinen Verletzungen Klaus-Jürgen Rattay 18 22. September 1981 West-Berlin Er wurde auf einer Demonstration gegen die Räumung von besetzten Häusern von einem Bus tödlich verletzt. Günter SareDeutschlandfunk: Vor 20 Jahren wurde der Demonstrant Günter Sare von der Polizei überfahren (abgerufen am 5. Oktober 2010) 36 Maschinenschlosser 28. September 1985 Frankfurt am Main Er wurde auf einer Demonstration gegen die NPD, bei der es zu einer Straßenschlacht zwischen militanten Antifaschisten und Neonazis kam, von einem Wasserwerfer überfahren. Das Landgericht Frankfurt sprach die Besatzung des Wasserwerfers vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei. Sare, der zum Zeitpunkt des Unfalls unter Drogeneinfluss stand, war dem Fahrzeug nicht ausgewichen und hatte dem Gerichtsurteil zufolge die Verkehrslage falsch eingeschätzt. Erna Sielkahttps://www.medienladen-ev.de/filme/zeitung8.pdfhttps://www.laka.org/docu/magazines/atom/09-mai1986.pdfErstes Buch von Karin Schulz erschienen Leben im WiderstandWer wir waren, wer wir sind: Wie Deutsche ihre Geschichte erleben Buch von Michael Jürgs 2. März 1986 Wackersdorf bei einem Polizeieinsatz gegen Gegner der Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf erlitt sie ein Herzversagen Alois Sonnleitner (PDF; 9,9 MB) Medienhaus Der Neue Tag, 25. August 2007. 38 31. März 1986 Wackersdorf Durch den Einsatz von CS-Gas beim Polizeieinsatz gegen Gegner der Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf erlitt er einen Asthmaanfall und verstarb. Johann Hirschinger 31 Kriminalhauptkommissar 24. September 1986 Wackersdorf Erlag nach einem Hubschrauberunfall während eines Einsatzes bei Protesten an der Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf im Krankenhaus schweren Brandverletzungen.Theodor Mayerhöfer: Mit dem Polizeihubschrauber unterwegs!: Erlebnisse eines Einsatzpiloten der Bayerischen Polizei!. BoD, 2005, S. 262–269 Klaus EichhöferErmordung von Thorsten Schwalm und Klaus Eichhöfer an der Startbahn 18 West vor 20 Jahren. Gewerkschaft der Polizei Hessen, abgerufen am 6. Oktober 2010 43 Polizeihauptkommissar 2. November 1987 Startbahn West Aus der Demonstration heraus eröffnete ein Schütze das Feuer auf die Polizei, Eichhöfer starb vor Ort (Tötungsdelikte an der Startbahn West). Torsten Schwalm 23 Polizeimeister 2. November 1987 Startbahn West Aus der Demonstration heraus eröffnete ein Schütze das Feuer auf die Polizei, Schwalm starb auf dem Weg ins Krankenhaus (Tötungsdelikte an der Startbahn West). Conny Wessmann 24 Studentin 17. November 1989 Göttingen Im Rahmen von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rechtsextremen Skinheads und Autonomen in der Göttinger Innenstadt versuchten Zivilfahnder eine Antifa-Gruppe zu stellen, der Wessmann angehörte. Bei dem Versuch, den Polizisten über eine viel befahrene Straße zu entkommen, wurde Wessmann von einem Auto erfasst und tödlich verletzt.Jörn Barke: Vor 25 Jahren stirbt Conny W. Göttinger Tageblatt, 16. November 2014. Alexander KludtNach dem Mord auf der Love Parade will Anwältin Unterhalt einklagen, berlinonline.de, abgerufen am 21. Oktober 2010, Die Welt 31. Mai 2000 27 Krankenpfleger 10. Juli 1999 Berlin Alexander Kludt wurde während der Loveparade 1999 erstochen. Die Loveparade war bis zum Jahr 2001 offiziell als politische Demonstration angemeldet. Steffen MeynTod im Hambacher Forst: Vom Beobachter zum Freund, taz.de, abgerufen am 21. September 2018Journalist stirbt bei Sturz von Hängebrücke auf tagesschau.de vom 19. September 2018 (abgerufen am 19. September 2018) 26 Journalist und Künstler 19. September 2018 Hambacher Forst Im Rahmen der Protestaktionen gegen die Rodung des Hambacher Forstes brach der 26-jährige Mann durch eine Hängebrücke und stürzte mindestens 15 Meter in die Tiefe. Er hatte seit längerem das Leben der Umweltschützer in den Baumhäusern dokumentiert. Aufgrund seiner schweren Verletzungen verstarb er kurz darauf. Unbekannt 49 1. August 2021 Berlin Bei einer Querdenken-Demonstration in Berlin kollabierte der Mann bei der Identitätsfeststellung durch die Polizei und verstarb kurz darauf im Krankenhaus. auf sueddeutsche.de vom 2. August 2021 (abgerufen am 2. August 2021)Bei „Querdenker“-Demo: Mann bricht zusammen und stirbt auf mopo.de vom 2. August 2021 (abgerufen am 2. August 2021)TOTER BEI "QUERDENKER"-PROTESTEN: MANN (49) KOLLABIERT UND STIRBT IM KRANKENHAUS auf tag24.de vom 2. August 2021 (abgerufen am 2. August 2021) Boris Pfeiffer 53 24. Januar 2022 Wandlitz Bei einer Demonstration gegen die Impfpflicht in Wandlitz erlitt ein sogenannter Spaziergänger nach einer polizeilichen Maßnahme einen Herzinfarkt, an dessen Folgen er noch am selben Tag verstarb. Dabei handelte es sich um den Musiker Boris Pfeiffer, ehemals Mitglied der Band In Extremo"Tod nach Corona-Spaziergang: Musiker Boris Pfeiffer starb an Herzinfarkt auf BZ-berlin.de vom 27. Januar 2022Malte C.252. September 2022MünsterAm Rande des Christopher Street Day am 27. August 2022 in Münster wurden Teilnehmerinnen homophob beleidigt. Malte C. schritt ein und wurde darauf mit Faustschlägen angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Im Krankenhaus erlag er später seinen Verletzungen.
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