mini|hochkant=1.3|Eine Zusammenstellung von 20 Frauenporträts

Frau (, von „vornehme, hohe Frau; Herrin“, wie althochdeutsch frō und gotisch frauja, „Herr“, zu germanisch fraujan „Herr“Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Herausgegeben von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin/New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 215.), lateinisch und fachsprachlich auch Femina, bezeichnet einen weiblichen erwachsenen Menschen. Weibliche Kinder und Jugendliche werden als Mädchen bezeichnet. Die höfliche Anrede für eine Frau lautet im Deutschen Frau, gefolgt vom Familiennamen der Angesprochenen. In manchen Kontexten ist noch die Bezeichnung als Dame üblich.

Frauen mit typischer genetischer Entwicklung weisen ein Chromosomenpaar XX auf und sind im Gegensatz zu Männern in der Regel in der Lage, von der Pubertät bis zur Menopause schwanger zu werden und Kinder zu gebären. Die weibliche Anatomie umfasst im Unterschied zur männlichen die Eileiter, Eierstöcke, Gebärmutter, Vagina, Vulva, Klitoris, Paraurethraldrüse und Bartholin-Drüsen. Das Becken der erwachsenen Frau ist tendenziell breiter, die Hüften sind breiter und die Brust ist größer und fetthaltiger als die eines erwachsenen Mannes. Frauen haben deutlich weniger Gesichts- und andere Körperhaare, einen höheren Körperfettanteil und sind im Durchschnitt kleiner und weniger muskulös als Männer.

Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben traditionelle Geschlechterrollen häufig die Aktivitäten und Möglichkeiten von Frauen definiert und eingeschränkt (vergleiche Weiblichkeit). Vor allem mit der Erringung des allgemeinen Wahlrechts für Frauen lockerten sich im Laufe des 20. Jahrhunderts die Rollenbeschränkungen in vielen Gesellschaften (vergleiche Geschlechterordnung); Frauen wurden als gleichberechtigte und eigenständige Menschen verstanden und erhielten Zugang zu Berufsfeldern, Aufstiegschancen und höherer Bildung, wodurch sie mehr Meinungsfreiheit erreichten und nicht mehr auf traditionelle Hausfrauenrollen festgelegt wurden.

Biologische Merkmale

mini|Eine unbekleidete Frau mit entfernter Körperbehaarung in anatomischer Standardposition

Genetische Merkmale mini|Karyotyp einer Frau

Aus molekularbiologischer Sicht unterscheidet sich die Frau vom Mann durch das Chromosomenpaar XX in den Geschlechtschromosomen. Dieser Unterschied führt zu einem Geschlechtsdimorphismus und bildet das chromosomale Geschlecht. Durch das Zusammentreffen eines X-Chromosoms von mütterlicher Seite (Eizelle) und eines X-Chromosoms von väterlicher Seite (Spermium) in der Zygote entsteht dieser in Bezug auf die Ausbildung der Geschlechtsorgane schon während der Embryonalentwicklung. Frauen besitzen in ihrem Chromosomensatz in der Regel zwei X-Chromosomen, während Männer in der Regel nur ein X- und das geschlechtsbestimmende Y-Chromosom haben, auf dem die Sex determining region of Y (SRY) liegt und das beim Mann für die embryonale Produktion des Hoden-determinierenden Faktors (TDF für englisch Testis-determining factor), eines Proteins, verantwortlich ist. Wird TDF gebildet, kommt es zur Ausbildung männlicher Merkmale. Bei Fehlen des TDF bilden sich weibliche Merkmale. Durch verschiedene genetisch bedingte Ursachen kann sich ein Embryo deshalb ausnahmsweise auch trotz eines 46,XY-Chromosomensatzes zu einem weiblichen Baby entwickeln (siehe auch XY-Frau).

Morphologische und physiologische Merkmale mini|hochkant|Schwangere Frau mini|hochkant|Frau mit Säugling

Frauen unterscheiden sich körperlich von Männern in den primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen, dem somatischen Geschlecht. Die primären Geschlechtsmerkmale der Frau sind die eigentlichen weiblichen Geschlechtsorgane, die zum größten Teil im Körper liegen und der Fortpflanzung dienen. Zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen der Frau gehören zum Beispiel der Busen, die Körperform, die geringere Körperbehaarung und die Stimme.

Die inneren Geschlechtsorgane der Frau bestehen aus der im Körper liegenden Gebärmutter mit den paarigen Eileitern sowie den weiblichen Keimdrüsen, den Eierstöcken, in denen die Eizellen als weibliche Keimzellen angelegt werden und reifen. Die Gebärmutter ist über die durchschnittlich 4–9 cm lange Vagina mit der Vulva verbunden, die das äußere primäre Geschlechtsteil der Frau bildet. Der Vaginalausgang liegt dabei zwischen den kleinen und großen Schamlippen im Scheidenvorhof, in den auch die Harnröhre als Ausgang der Harnblase mündet. An der vorderen Umschlagfalte der kleinen Schamlippen liegt die Klitoriseichel. Der weitaus größere Teil der durchschnittlich 9–11 cm großen, komplex geformten Klitoris, befindet sich unter Haut und Bindegewebe von Vulva und Vagina. Bei der Klitoris handelt es sich um ein von Schwellkörpergewebe gebildetes und erektiles Organ, das mit sensiblen Nervenenden durchsetzt ist und dadurch besonders dazu in der Lage ist, auf Berührung zu reagieren.

In den weiblichen Brüsten, die mit den darin liegenden Milchdrüsen zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen gehören und sich erst mit der Pubertät ausbilden, wird nach einer Geburt eines Kindes Muttermilch gebildet, mit der die Mutter das Neugeborene stillen kann, bis es mit anderer Nahrung (Babynahrung) gefüttert werden kann.

Neben den unterschiedlichen Fortpflanzungsorganen und Brüsten gibt es tendenziell einige weitere körperliche Unterschiede zwischen Mann und Frau, die auch als tertiäre Geschlechtsmerkmale bezeichnet werden. So unterscheidet sich zum Beispiel der weibliche Knochenbau insbesondere beim Becken teilweise deutlich vom männlichen. Der Gesichtsschädel unterscheidet sich geringfügig, auch der Muskelanteil und die Verteilung und Ausprägung von Fettgeweben ist meist anders als beim Mann. Der Körper der Frau ist tendenziell weniger muskulös als der des Mannes; während der Anteil des Skelettmuskelgewebes bei Frauen durchschnittlich etwa 23 Prozent ausmacht, beträgt er bei Männern rund 40 Prozent. Begründet wird der Unterschied vor allem durch die Wirkung des männlichen Sexualhormons Testosteron, das stark muskelaufbauend wirkt. Bedingt hierdurch kann eine durchschnittlich gebaute Frau nur etwa 65 % der Muskelkraft eines durchschnittlichen Mannes entwickeln.Arne Schäffler, Nicole Menche: Mensch, Körper, Krankheit. 3. Auflage, Urban & Fischer, München 1999; S. 109. ISBN 3-437-55091-8. Ebenfalls hormonell bedingt ist eine höhere Anfälligkeit von Frauen gegenüber der knochenabbauenden Krankheit Osteoporose, die etwa 25 % der Frauen nach der Menopause betrifft und vor allem durch die nach den Wechseljahren fehlende Produktion von Östrogenen bedingt ist. Bei Männern kann diese Krankheit ebenfalls vorkommen, tritt hier jedoch seltener und meist in höherem Alter auf.Arne Schäffler, Nicole Menche: Mensch, Körper, Krankheit. 3. Auflage, Urban & Fischer, München 1999; S. 157. ISBN 3-437-55091-8.

Einen weiteren markanten Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt es beim Frequenzspektrum der menschlichen Stimme durch die unterschiedliche Größe des Kehlkopfes und Länge der Stimmbänder.

In welchem Grad körperliche Merkmale, sofern sie auch individuell vorhanden sind, als „typisch weiblich“ angesehen werden, hängt von der Erziehung und Prägung ab. Alle Frauen haben auch sogenannte „männliche Anteile“ – und umgekehrt (siehe Weiblichkeit sowie Männlichkeit).

Hormonelle Merkmale und Menstruation mini|Schematische Darstellung des Ovarialzyklus

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Männern und Frauen wird durch die hormonelle Ausstattung und den dadurch gesteuerten Menstruationszyklus gebildet. Die hormonelle Regelung wird vor allem durch das Zusammenspiel des Follikelstimulierenden Hormons (FSH-Hormon), das bei beiden Geschlechtern in bestimmten Zellen des Vorderlappens der Hypophyse (Adenohypophyse) gebildet wird, und der in den Eierstöcken in Follikeln und im Gelbkörper gebildeten Östrogene und Progesteron sowie dem luteinisierenden Hormon bedingt.

Der Zyklus besteht dabei aus einem regelmäßigen und etwa in einem monatlich stattfindenden Rhythmus angelegten Ablauf, bei dem jeweils die Reifung einer Eizelle in einem Ovarialfollikel im Eierstock bis zum Eisprung (Ovulation) etwa zur Hälfte des Zykluszeitraums stattfindet. Während sich die Eizelle über den Eileiter zur Gebärmutter bewegt, wird der Follikel zum Gelbkörper und zuletzt vollständig abgebaut. Parallel zur Eireifung wird in der Gebärmutter ein Endometrium und im Bereich des Gebärmutterhalses ein Schleimpfropfen (Zervixschleim) aufgebaut, das im Fall einer Befruchtung die sich dann bildende Zygote aufnehmen und als Mutterkuchen ernähren kann. Kommt es nicht zu einer Befruchtung und Einbettung der Eizelle, wird das Endometrium zum Ende des Zyklus wieder abgebaut und führt zur Monatsblutung der Frau.

Neben dem veränderten Spiegel der beteiligten Hormone, die im Fall des FSH, LH und der Östrogene zum Eisprung ihren höchsten Wert haben und im Fall des Progesteron während der zweiten Hälfte des Zyklus an- und wieder absteigen, sowie den organischen Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut und der Zervix, verändert sich auch die Basaltemperatur der Frau, indem sie nach dem Eisprung ansteigt und bis zur Monatsblutung wieder abfällt.

Die Frau in der Kulturgeschichte Die Rolle der Frau in der Gesellschaft ist abhängig von den verschiedenen Kulturen unterschiedlich und hat sich über die Zeit und die Entwicklung der Kulturen teilweise stark verändert.

Frauen in der Urgeschichte und in Naturvölkern mini|Die Versorgung von Kindern schränkt die Mobilität von Frauen ein (Yanomami-Frau mit Kind) mini|hochkant|Mandan-Mädchen pflücken Beeren (Edward S. Curtis, etwa 1908)

Bei rezenten und historischen Naturvölkern ist die Rolle der Frau verschiedenartig. In den meisten Völkern übernimmt sie vornehmlich die Rolle der Kinderaufzucht und -erziehung und bleibt daher meistens in der Nähe der Siedlungen. Bei Jäger- und Sammlerkulturen ist sie in der Regel die Person, die das Feuer hütet und die Nahrung zubereitet, zusätzlich sammelt bzw. sammelte sie pflanzliche Nahrung und Kleintiere im Umfeld des Lagers als Nahrungsgrundlage und bereitet die Nahrung zu, während der Mann meist auf der Jagd ist und für das proteinreiche Fleisch sorgt. In traditionellen Grabstock- und Hackbaukulturen wird der größte Teil der Arbeit zur Nahrungsversorgung durch die Frauen geleistet, wodurch sich in diesen Völkern häufig matriarchische Strukturen durchsetzten. Im Gegensatz dazu spielt sie bei nomadisierenden Hirtenvölkern eine geringere Rolle bei der Nahrungsbeschaffung.„Frau“ In: Brockhaus. Enzyklopädie in 30 Bänden. Brockhaus, Leipzig 2005 bis 2006; S. 540–542. ISBN 978-3-7653-4140-3.

Manche Anthropologen wie zum Beispiel Margaret Ehrenberg gehen davon aus, dass urgeschichtlich Frauen gegenüber Männern die Angeseheneren waren. Für die frühen Gruppen der Jäger und Sammler waren demnach weibliche Mitglieder durch die größere Stetigkeit der Erträge als Sammlerinnen gegenüber dem wechselnden Erfolg der Jäger ökonomisch möglicherweise wichtiger. Mit ihrer Fähigkeit zu gebären trugen Frauen zum Erhalt der Gruppe bei. Die Tatsache, dass die Mutter eines Kindes immer zweifelsfrei benennbar ist, dies für die Vaterschaft jedoch nicht gilt, soll die Rolle der Frau innerhalb der Gruppe gestärkt haben. Ob für die Urgeschichte überhaupt von einer Geschlechterhierarchie gesprochen werden kann, ist jedoch umstritten.