mini|Stadtkirche und Ipf mini|Marktplatz von Bopfingen mini|Schloss Baldern. Bopfingen ist eine Stadt im Ostalbkreis im äußersten Osten von Baden-Württemberg und eine ehemalige Reichsstadt. Sie gehört zur Region Ostwürttemberg. Seit 2025 führt Bopfingen die Zusatzbezeichnung Ipfmessstadt.Bekanntmachung des Ministeriums des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen über die Genehmigung von sonstigen Bezeichnungen vom 17. November 2025, Az. IM2-2200-6, GABl. vom 26. November 2025, S. 878.
Geographie Lage Bopfingen liegt am Nordrand des Härtsfelds und am Westrand des Nördlinger Rieses im Tal der Eger, eines Nebenflusses der Wörnitz, und im Gebiet des Geoparks Ries.
Im Norden der Stadt liegt der 668 Meter hohe Ipf. Der Schloßberg (579 Meter) mit der Ruine Flochberg liegt südlich der Stadt. Weitere markante Erhebungen sind der Sandberg (651 Meter) und Schloss Baldern (628 Meter). Die höchstgelegene Stelle liegt im Waldstück Hohe Brach bei Bopfingen-Unterriffingen (669 Meter); Bopfingen-Trochtelfingen am Riesrand liegt auf 448 Metern Höhe.
Nachbargemeinden Die Stadt grenzt im Norden an Unterschneidheim, im Nordosten an Kirchheim am Ries, im Osten an Riesbürg und an die bayerische Stadt Nördlingen, im Süden an die Stadt Neresheim und im Westen an die Stadt Lauchheim und die Kreisstadt Aalen.
Stadtgliederung Zu Bopfingen gehören die acht ehemals selbstständigen Gemeinden Aufhausen, Baldern, Flochberg, Kerkingen, Oberdorf am Ipf, Schloßberg, Trochtelfingen und Unterriffingen mit jeweils eigenen Ortsteilen. Insgesamt umfasst das Stadtgebiet neben der Kernstadt Bopfingen 32 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser. Über die Hälfte der Bevölkerung wohnt in den Teilorten.
Zur Stadt Bopfingen im Gebietsstand von 1969 gehörten die Stadt Bopfingen, der Weiler Hohenberg, das Gehöft Kalkofen und das Haus Holzmühle sowie die abgegangenen Ortschaften Hahnenberg, Wendenhof, Hahnenmühle und Wiesmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Aufhausen gehörten das Dorf Aufhausen, die Weiler Bayermühle und Michelfeld und die Häuser Schlägweidmühle und Walkmühle sowie die abgegangenen Ortschaften Hof Illenberg und Untere Schlägweidmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Baldern gehörten das Dorf Baldern, der Weiler Zimmerstetten, das Schloss Baldern, das Gehöft Blankenhöfe, die Häuser Forsthaus und Parkhaus sowie die abgegangene Ortschaft Wigermühle. Zur ehemaligen Gemeinde Flochberg gehörten das Dorf Flochberg, die Weiler Dorfen und Härtsfeldhausen und das Haus Heidmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Kerkingen gehörten das Dorf Kerkingen und die Weiler Edelmühle, Itzlingen und Meisterstall. Zur ehemaligen Gemeinde Oberdorf am Ipf gehörten das Dorf Oberdorf am Ipf und die Höfe Nagelmühle und Steinmühle sowie die abgegangene Ortschaft Mugenhofen. Zur ehemaligen Gemeinde Schloßberg gehörte das Dorf Schloßberg. Zur ehemaligen Gemeinde Trochtelfingen gehörten das Dorf Trochtelfingen und die Höfe Obere Röhrbachmühle und Untere Röhrbachmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Unterriffingen gehörten das Dorf Unterriffingen, der Weiler Oberriffingen und das Gehöft Ungnad.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 683–691.
Die acht ehemals selbstständigen Gemeinden bilden seit ihrer Eingemeindung zur Stadt Bopfingen Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Sie haben jeweils einen Ortschaftsrat, der bei den Kommunalwahlen gewählt wird und dessen Vorsitzender der Ortsvorsteher ist.
Flächenaufteilung
(nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014).Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung.
Geschichte Altertum Auf dem Ipf befinden sich Befestigungsanlagen aus der späten Bronze- und frühen Eisenzeit. Jüngste Fundstätten wie das 2004 ausgegrabene Heiligtum im Bugfeld bei Osterholz haben gezeigt, dass der Ipf zur Reihe der frühkeltischen Fürstensitze wie der Heuneburg oder des Mont Lassois gehört. Im „Osterholz“ konnten keltische Grabhügel ausgegraben werden. Einer dieser Grabhügel wurde wieder aufgeschüttet. mini|Auf dem Ipf befand sich in der Hallstattzeit ein sogenannter keltischer „Fürstensitz“ mini|hochkant|Grabhügel Bopfingen Osterholz mini|hochkant|Wegweiser zum keltischen Grabhügel
In römischer Zeit befand sich auf der Fläche des heutigen Oberdorfs das römische Kastell Oberdorf (Opie). Opie scheint eine prähistorische Bezeichnung für den Ipf zu sein.Dieter Planck: Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1555-3, S. 48f. Archäologische Befunde legen nahe, dass sich im Ortsteil Baldern in der Flur Große Heide zur Römerzeit eine Ziegelei befand.Ulrich Brandl, Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61).
Mittelalter Der Ort selbst ging aus einer um 500 gegründeten alemannischen Siedlung hervor, die 1153 zur Stadt erhoben wurde. Ein im Ortsteil Trochtelfingen gefundenes Bernstein-Collier datiert in das vierte Jahrhundert n. Chr.Bernstein – Gold der Germanen: Das Collier von Trochtelfingen. Auf altertuemliches.atAndreas Gut: Die Alamannen auf der Ostalb. Frühe Siedler im Raum zwischen Lauchheim und Niederstotzingen, S. 4.
1188 wurde „burgus Bebphingin“ (befestigte Stadt Bopfingen) in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien erwähnt, in dem die Ehe zwischen Friedrichs Sohn Konrad und Alfons’ Tochter Berengaria vereinbart wurde. Bopfingen gehörte mit weiteren 29 staufischen Gütern zur Morgengabe der Braut. Allerdings wurde diese Ehe nie in die Praxis umgesetzt.Peter Koblank: Vertrag von Seligenstadt 1188. Auf stauferstelen.net, abgerufen am 7. April 2017.
Zeit als Reichsstadt Während des Niedergangs der Staufer wurde Bopfingen nach 1240 eine Reichsstadt.Ludwig Weiland, Jakob Schwalm, Margarete Kühn: Monumenta Germaniae historica. Band 3. Inde ab a. MCCLXXIII. usque ad a. MCCXCVIII., ed. Iacobus Schwalm, Hannoverae, 1904–1906. 1488 schloss sich die Stadt dem Schwäbischen Bund an, um sich gegen die von der Grafschaft Oettingen ausgehende Bedrohung zu wehren. Bopfingen konnte wegen der ständigen Konkurrenz mit den Grafen von Oettingen kein größeres Territorium aufbauen. Als Reichsstadt war Bopfingen deshalb wenig bedeutend und besetzte im Reichsstädtekollegium lediglich die 37. und somit letzte Position auf der schwäbischen Bank. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist das Epitaph für Walter von Bopfingen in der Stadtkirche St. Blasius. Walter von Bopfingen starb 1336. mini|hochkant|Epitaph für Walter von Bopfingen
In den Jahren 1545 und 1546 führte Bopfingen die Reformation durch. Zur Strafe ließ Kaiser Karl V. 1546 im Schmalkaldischen Krieg Bopfingen durch spanische Truppen plündern.
Gegen Ende August 1634 wurde Bopfingen von den kroatischen Vortruppen der kaiserlichen Armee unter General Isolani geplündert und weitgehend zerstört. Die kaiserlichen Truppen waren im Anmarsch auf Nördlingen, wo Anfang September die Schlacht bei Nördlingen stattfand. Den kaiserliche Truppen folgten zwei schwedische Heere, die bei Bopfingen ein gemeinsames Lager auf dem Breitwang errichteten, von dem aus sie die kaiserlich-spanischen Belagerungstruppen von Nördlingen angriffen.Peter Engerisser, Pavel Hrncirik: Nördlingen 1634. Die Schlacht bei Nördlingen, Wendepunkt de Dreißigjährigen Krieges. Späthling, Weißenstadt 2009, ISBN 978-3-926621-78-8, S. 83f., 97f.
1802 verlor Bopfingen seine Reichsunmittelbarkeit und kam zu Bayern.
Württembergische Zeit 1810 gelangte Bopfingen durch den Grenzvertrag mit Bayern zum Königreich Württemberg. Dort gehörte es zum Oberamt Neresheim. Am 10. Juli 1811 besuchte König Friedrich von Württemberg die neu hinzugewonnene Stadt. An dieses Ereignis erinnert bis heute die Ipfmesse.
Die Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg führte 1938 zur Zugehörigkeit zum Landkreis Aalen.
Beim Novemberpogrom 1938 legten SA-Männer Feuer in der Synagoge in der Langen Straße 15, das jedoch von beherzten Nachbarn gelöscht wurde. Nach der Vertreibung und Deportation der jüdischen Einwohner diente die Synagoge ab 1940 als Turnhalle, dann als Kriegsgefangenenlager, ab 1950 als katholische Kirche und danach als Lagerraum. Auf dem jüdischen Friedhof an der Karksteinstraße erinnern Gedenktafeln mit den Namen an die Opfer der Shoa.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band I. Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 27. Auch in Aufhausen gibt es einen jüdischen Friedhof (letzte Beisetzung 1940, 363 Grabsteine sind erhalten).
Während des Zweiten Weltkriegs bombardierten in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober 1941 vermutlich englische Flugzeuge den Ort. Im selben Jahr wurden die jüdischen Einwohner Bopfingens in vier Deportationszügen ins Stuttgarter Sammellager Killesberg gebracht. Am 1. April 1945 ordnete man den Bau von Panzersperren an. Dennoch wurde die Stadt am 22. April an die Amerikaner übergeben.
Nachkriegszeit Da Bopfingen nach dem Zweiten Weltkrieg Teil der Amerikanischen Besatzungszone geworden war, gehörte die Stadt somit seit 1945 zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging.
1946 zählte Bopfingen 2800 Einwohner; 1968 waren es bereits 4100.bopfingen.de Geschichte Bopfingens
Durch die Kreisreform 1973 kam Bopfingen in den neu gegründeten Ostalbkreis.
Eingemeindungen 1. Januar 1970: Flochberg 1. Januar 1971: Schloßberg 1. Januar 1972: Kerkingen 1. April 1972: Trochtelfingen 1. Oktober 1973: Baldern, Oberdorf am Ipf 1. Januar 1975: Aufhausen, Unterriffingen
Religionen mini|Blick in die Stadtkirche, rechts zu erkennen ist des Epitaph für Walter von Bopfingen Die frühere Reichsstadt Bopfingen war rein evangelisch.Senta Herkle: Bopfingen. In: Württembergische Kirchengeschichte online. Bürgermeister und Rat der Stadt unterzeichneten die lutherische Konkordienformel von 1577.Vgl. BSLK, S. 765; vgl. S. 17. Infolge von Zuwanderung im 19. und 20. Jahrhundert sowie der Eingliederung der überwiegend katholischen Nachbardörfer ist die Bevölkerung der heutigen Stadt Bopfingen mehrheitlich katholisch. Es gibt sieben katholische Kirchengemeinden (Aufhausen, Baldern, Bopfingen, Flochberg, Kerkingen mit der Filialkirche Itzlingen, Oberdorf am Ipf und Unterriffingen),Diözese Rottenburg-Stuttgart: die zum Dekanat Ostalb gehören, und drei evangelische Kirchengemeinden (Bopfingen, Oberdorf am Ipf und Trochtelfingen) sowie je eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche, der Zeugen Jehovas sowie die Freie evangelische Gemeinde.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat Bopfingens besteht seit der letzten Kommunalwahl am 9. Juni 2024 aus 28 Mitgliedern, deren Amtszeit fünf Jahre beträgt. Die Sitze verteilen sich auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen wie folgt:Gemeinderatswahl Bopfingen 2024, abgerufen am 4. September 2024
+ Gemeinderat seit 2024 Fraktion Stärke Veränderung CDU 16 Sitze +3 SPD 6 Sitze −1 Freie Wähler 6 Sitze −2 mini|hochkant|Rathaus Bopfingen
In den acht Teilorten Aufhausen, Baldern, Flochberg, Kerkingen, Oberdorf, Schloßberg, Trochtelfingen und Unterriffingen existieren zudem jeweils eigene Ortschaftsräte, die ebenfalls zuletzt im Rahmen der Kommunalwahl 2024 für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt wurden.
Bürgermeister Seit Februar 2006 ist Gunter Bühler Bürgermeister der Stadt Bopfingen. Bühler ist Wirtschaftsgeograph und war zuvor im Bereich der Wirtschafts- und Strukturpolitik in Bayern tätig.
Frühere Bürgermeister waren Bernhard Rapp (1998–2006), Erich Göttlicher (1973–1998), Hans Ellinger (1936–1945, 1954–1973), Paul Merz (1945–1947), Eugen Enslin (1903–1936), Adolf Bergmüller (1900–1903), Wilhelm Dörr (1877–1899) und Wilhelm Haas (1840–1876).
Verwaltungsgemeinschaft Die Stadt ist Sitz der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Bopfingen mit den Gemeinden Kirchheim am Ries und Riesbürg.