Schimmelkapelle oder Schimmelkirche nennt man eine Kirche, wenn mit ihr eine überlieferte Geschichte um einen Schimmel verbunden ist.

In diesen Geschichten geht es oft um ein Pferd, das in dem Gebäude gefangen ist. Meist wird dies nicht bemerkt, sodass das Tier elend verhungern und verdursten muss. Später wird es tot vor dem Altar aufgefunden. Darüber soll dann nicht geredet werden.

Solche Sagen können auf einen vorchristlichen Hintergrund hindeuten und einen Zusammenhang mit ehemaligen Opferkultstätten für den germanischen Gott Wotan nahelegen.Gisela Schinzel-Penth: Sagen und Legenden von Wolfratshausen und Umgebung. ISBN 3-921445-19-1 Darüber hinaus können im Einzelfall konkrete historische Begebenheiten dazu geführt haben, dass eine Kirche diesen Namen erhielt. Vereinzelt wird auch auf eine phonetische Ähnlichkeit mit dem Begriff Simultankirche hingewiesen.

Beispiele

Kapelle St. Georg bei Ascholding, Oberbayern Kapelle St. Ulrich (Hutterhof), in Hutterhof, einem Gemeindeteil der Stadt Bogen im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen Kapelle St. Stephan in Enzelhausen (Rudelzhausen, Oberbayern) Kapelle St. Georg in Georgenried bei Finsterwald (Waakirchen, Oberbayern) Kapelle St. Ulrich bei Hofweinzier (Bogen, Niederbayern) Kapelle St. Georg in Pelka (Hohenkammer, Oberbayern) Schimmelkapelle in der Nähe von Schongau, Oberbayern Andreaskirche in Pichlwang, Oberösterreich Kirche St. Leonhard in Kartitsch, Tirol

Bearbeitungen des Themas Das Motiv der Schimmelkapelle wurde von Alois Johannes Lippl für sein bekannt gewordenes Stück Der Holledauer Schimmel aufgegriffen, das 1968 von Kurt Wilhelm verfilmt wurde.

Einzelnachweise

Kategorie:Liste (Kirchengebäude nach Name) Kategorie:Pferd in der Religion