mini|Aufteilung Großpolens in ehemalige Woiwodschaften Die Woiwodschaft Großpolen () ist eine der 16 Woiwodschaften der Republik Polen. Die Hauptstadt der Woiwodschaft ist Posen.

Großpolen (Wielkopolska) wird mit den alten piastischen Königstädten Posen und Gnesen (Gniezno) als die Keimzelle Polens angesehen. Hier befindet sich mit Kalisz zudem die älteste Stadt in Polen.

Geschichte Das Gebiet der Woiwodschaft Großpolen entspricht in Teilen dem der früheren preußischen Provinz Posen. Das historische Großpolen umfasste allerdings ein weit größeres Gebiet.

Sie ging bei der Gebietsreform 1999 aus der Woiwodschaft Posen (Poznań) sowie aus Teilen der Woiwodschaften Kalisz, Konin, Schneidemühl (Piła), Lissa (Leszno) hervor. Einzelne Gemeinden Großpolens waren zudem vorher Teil der Woiwodschaften Grünberg (Zielona Góra), Landsberg (Gorzów) und Bromberg (Bydgoszcz).

Wappen Beschreibung: In Rot ein goldgeständerter und goldbewehrter silberner Adler mit goldenem Kleestängel und goldgebundenem Schwanz.

Verwaltungsgliederung Die Woiwodschaft Großpolen ist in 31 Landkreise und vier kreisfreie Städte unterteilt. Sie bilden zwar unter ihrem Namen ebenfalls einen Landkreis, gehören ihm aber selbst nicht an.

Kreisfreie Städte 24px Poznań (Posen) ; 262 km² 24px Kalisz (Kalisch) ; 69 km² 24px Konin (Konin/Warthe) ; 82 km² 24px Leszno (Lissa) ; 32 km²

Landkreise

(Einwohnerzahlen vom )

Landkreise Größte Kleinste flächenmäßig Powiat Poznański Powiat Rawicki bevölkerungsmäßig Powiat Poznański Powiat Międzychodzki

Geographie mini|Topographie der Woiwodschaft Großpolen mini|Landschaft nördlich von Poznań Flächenmäßig ist Großpolen mit knapp 30.000 km² die zweitgrößte Woiwodschaft Polens und mit rund 3,5 Millionen Einwohnern auch eine der bevölkerungsreichsten.

Landschaft Großpolen hat in der südöstlichen Hälfte große Anteile am Mittelpolnischen Tiefland (Niziny Środkowopolskie) und in der nordwestlichen Hälfte an der Großpolnischen Seenplatte (Pojezierze Wielkopolskie), an der Lebuser Seenplatte (Pojezierze Lubuskie) sowie an der Lissaer Seenplatte (Pojezierze Leszczyńskie), die allesamt eiszeitlich geprägt sind.Informationen über die Region Großpolen (PDF; 2,3 MB), Główny Inspektorat Ochrony Środowiska, abgerufen am 26. September 2020

Die gesamte Region befindet sich nahezu vollständig im Einzugsgebiet des Flusses Warta (Warthe). Mehrere Urstromtäler, wie das Thorn-Eberswalder Urstromtal oder das Warschau-Berliner Urstromtal, prägen außerdem die Landschaft. Weite Teile Großpolens sind von der Landwirtschaft geprägt. Im Nordwesten Großpolens befindet sich mit der Puszcza Notecka eines der größten geschlossenen Waldgebiete Polens.Charakterystyka obszaru badań, Regionalny Wydział Monitoringu Środowiska w Poznaniu, abgerufen am 26. September 2020.

Gewässer mini|Jezioro Powidzkie Im Bereich der Großpolnischen Seenplatte finden sich die meisten Seen der Region. Zu den größten Seen der Woiwodschaft gehören: Jezioro Powidzkie – 10,4 km² Wonieść (Stausee) – 7,7 km² Jezioro Zbąszyńskie – 7,4 km² Niedzięgiel – 5,5 km² Jezioro Gosławskie – 3,8 km² Jezioro Dominickie – 3,4 km² Jezioro Berzyńskie – 3,3 km² Jezioro Bytyńskie – 3,2 km²

mini|Warthe nahe Puszczykowo Die wichtigsten Flüsse der Region sind: Warta (Warthe) Noteć (Netze) Barycz (Bartsch) Drawa (Drage) Prosna Obra Wełna Ner

Klima Großpolen zählt mit einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von 500 bis 550 mm zu den trockensten Regionen Polens. Das Klima ist gemäßigt und wird in Richtung Osten zunehmend kontinentaler. Im Norden der Woiwodschaft liegt die Jahresdurchschnittstemperatur bei teils unter 8 °C und steigt in südlicher Richtung auf über 8,5 °C. In gleichem Zuge variiert die Vegetationsperiode zwischen 216 Tagen im Norden und 228 Tagen im Süden.Program ochrony środowiska dla województwa wielkopolskiego na lata 2016-2020, Urząd Marszałkowski Województwa Wielkopolskiego w Poznaniu, abgerufen am 26. September 2020.

Naturschutzgebiete Nationalpark Drawa (Drawieński Park Narodowy) Nationalpark Großpolen (Wielkopolski Park Narodowy) Landschaftsschutzpark Bartschtal (Park Krajobrazowy Dolina Baryczy) Lednicki Park Krajobrazowy Powidzki Park Krajobrazowy Przemęcki Park Krajobrazowy Sierakowski Park Krajobrazowy Park Krajobrazowy im. gen. Dezyderego Chłapowskiego Park Krajobrazowy Puszcza Zielonka

Nachbarwoiwodschaften

Bevölkerung mini|Poznań mini|Kalisz mini|Ostrów Wielkopolski mini|Gniezno mini|Leszno Am 31. Dezember 2019 waren 3.498.733 Einwohner in der Woiwodschaft Großpolen gemeldet, davon sind 1.702.134 Männer (48,65 %) und 1.796.599 Frauen (51,35 %).Bevölkerung nach Woiwodschaften am 31. Dezember 2019 - Hauptstatistikamt GUS, abgerufen am 26. September 2020

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt rund 117 Einwohner pro Quadratkilometer, wobei diese regional unterschiedlich hoch ist. In den kreisfreien Städten sowie in den Landkreisen Poznań, Ostrów und Jarocin ist die Bevölkerungsdichte überdurchschnittlich hoch, während sie in den Landkreisen Złotów, Czarnków und Międzychód im Durchschnitt 50 Einwohner pro Quadratkilometer nicht übersteigt.

Bevölkerungsentwicklung Großpolen hat in den Jahren 1995 bis 2019 ein moderates Bevölkerungswachstum von insgesamt über 160.000 Einwohnern verzeichnet.Einwohnerentwicklung 1995 bis 2019, Polska w liczbach (gemäß der Daten vom Hauptstatistikamt GUS), abgerufen am 26. September 2020

JahrEinwohnerzahl 1995 3.331.941 2000 3.345.316 2005 3.372.417 2010 3.419.426 2015 3.475.323 2019 3.498.733

Lebenserwartung Im Jahr 2019 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung in der Woiwodschaft Großpolen bei Männern 73 Jahre und bei Frauen 81,5 Jahre.Lebenserwartung im Jahr 2019 (PDF) – Hauptstatistikamt GUS, Główny Urząd Statystyczny, S. 17–18, abgerufen am 16. Juni 2021.

Größte Städte In Großpolen befinden sich 108 Städte, in denen rund 54 Prozent der Bevölkerung leben.

Die größten Ballungszentren befinden sich in der Region rund um die Woiwodschaftshauptstadt Poznań sowie im Südosten Großpolens rund um Kalisz und Ostrów Wielkopolski.

StadtDeutscher NameEinwohner 24px Poznań Posen 24px Kalisz Kalisch 24px Konin Konin 24px Piła Schneidemühl 24px Ostrów Wielkopolski Ostrowo 24px Gniezno Gnesen 24px Leszno Lissa 24px Luboń Luban 24px Września Wreschen 24px Swarzędz Schwersenz 24px Śrem Schrimm 24px Krotoszyn Krotoschin 24px Turek Turek 24px Jarocin Jarotschin 24px Wągrowiec Wongrowitz 24px Kościan Kosten 24px Środa Wielkopolska Schroda 24px Koło Kolo 24px Gostyń Gostyn 24px Rawicz Rawitsch

Wirtschaft mini|Geschäftsviertel in Poznań mit dem Einkaufszentrum Stary Browar mini|Internationale Messe Poznań Großpolen ist eine Region mit landwirtschaftlich-industriellem Charakter. Rund zwei Drittel der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. Besonders in den südlichen und südöstlichen Teilen der Woiwodschaft wird intensive Landwirtschaft betrieben und in diesem Zusammenhang existiert eine Vielzahl an Betrieben der Lebensmittelindustrie. Die landwirtschaftliche Produktionsmenge Großpolens hat einen Anteil von 17,4 % an der polnischen Gesamtproduktion, wobei die Region im Bereich Schweine- und Rinderzucht führend ist.

In der Region um Konin existieren bedeutende Braunkohlevorkommen sowie die Kraftwerke Pątnów, Adamów und Konin, die zu rund 10 Prozent zur polnischen Stromproduktion beitragen. Weiterhin gibt es in der Woiwodschaft mehrere Erdgasfelder und nahe Kłodawa außerdem das größte Steinsalzbergwerk Polens. Im wald- und seenreichen Westen und Norden Großpolens spielt der Erholungstourismus eine gewisse Rolle.

Poznań ist das wirtschaftliche Hauptzentrum Großpolens, in dem vor allem der Dienstleistungssektor, die Logistikbranche sowie der Einzelhandel (unter anderem mit dem Einkaufs- und Kulturzentrum Stary Browar (Alte Brauerei) im Stadtzentrum) stark ausgeprägt sind. Darüber hinaus ist die Stadt der wichtigste Messestandort in Polen.

Insgesamt betrachtet gehört Großpolen zu den wirtschaftlich stärkeren Regionen Polens. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Woiwodschaft 2018 einen Index von 76 (EU-27 = 100), bezogen auf den Wert pro Erwerbstätigem erreichte Großpolen hingegen einen Index von 77 (EU-27 = 100).GDP per capita in EU regions in 2018, Eurostat, 5. März 2020, abgerufen am 10. Januar 2021

Im Jahr 2007 lag der BIP-Index im Vergleich zur EU noch bei 57.

Mit einem Wert von 0,888 erreicht Großpolen Platz 5 unter den 16 Woiwodschaften Polens im Index der menschlichen Entwicklung.

Arbeitsmarkt Im Juli 2020 lag die Arbeitslosenquote in der Region bei 3,7 %, was den niedrigsten Wert aller polnischer Woiwodschaften darstellte.

Die Arbeitslosenquote lag 2005 noch bei 17,2 Prozent. Bis zum Dezember 2009 war sie auf 9,1 Prozent gesunken.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit Seit dem 7. Dezember 2000 besteht eine Partnerschaft zwischen Großpolen und dem deutschen Bundesland Hessen.Hessens Partnerregion Wielkopolska, Hessische Staatskanzlei, abgerufen am 13. Mai 2017. Eine weitere Partnerschaft besteht mit Niedersachsen., niedersachsen.de, abgerufen am 13. Mai 2017.

Infrastruktur mini|A2 im Osten Großpolens Straße Das Straßennetz ist zentral auf die Hauptstadt Poznań ausgerichtet. Hier verläuft unter anderem die wichtigste Verkehrsverbindung der Region, die Europastraße 30 bzw. die polnische Autobahn A2, die Berlin mit Warschau verbindet. Weitere wichtige Straßenverbindungen bestehen mit den Nord-Süd-Verbindungen Europastraße 261 (polnische Schnellstraße S5) in Richtung Wrocław bzw. Bydgoszcz sowie der Landesstraße 11 (zukünftige Schnellstraße S11) in Richtung Koszalin und Katowice.

Ganz im Süden durchquert zudem die Europastraße 67 (polnische Schnellstraße S8) die Woiwodschaft, die Wrocław mit Łódź und Warschau verbindet.

Weitere relevante Querverbindungen in Großpolen sind: Landesstraße 10: Szczecin – Piła – Bydgoszcz – (Warschau) Landesstraße 12: Łęknica – Żary – Leszno – Kalisz – Lublin Landesstraße 15: (Wrocław) – Krotoszyn – Gniezno – Toruń – (Olsztyn) Landesstraße 24: (Gorzów Wlkp.) – Skwierzyna – Poznań Landesstraße 25: (Wrocław) – Ostrów Wlkp. – Kalisz – Konin – Bydgoszcz Landesstraße 32: Zielona Góra – Wolsztyn – Poznań Landesstraße 36: (Legnica) – Lubin – Rawicz – Ostrów Wlkp. Landesstraße 72: Konin – Turek – Łódź

Das befestigte Straßennetz der Region hatte im Jahr 2019 eine Gesamtlänge von rund 30.211 Kilometern, davon entfielen 268 Kilometer auf Schnellstraßen und 211 Kilometer auf Autobahnen. Systematisch ausgebaut wird zudem das Radwegenetz, welches 2019 eine Länge von 1.964 Kilometern aufwies.Transport (PDF) - Regionales Statistikamt in Poznań, Urząd Statystyczny w Poznaniu, abgerufen am 11. Januar 2022.

Eisenbahn mini|Hauptbahnhof in Poznań Der größte und wichtigste Eisenbahnknotenpunkt der Woiwodschaft ist der Hauptbahnhof in Poznań (Poznań Główny). Hier kreuzen sich folgende Hauptstrecken: Warszawa–Konin–Poznań Poznań–Berlin Wrocław–Leszno–Poznań Poznań–Szczecin Katowice–Kluczbork–Poznań Poznań–Toruń Poznań–Piła–Słupsk

Durch den nördlichen Teil Großpolens führt außerdem ein Teil der ehemaligen Ostbahn.

Der Regionalverkehr wird sowohl durch die landesweite Polregio, wie auch insbesondere durch das regionale Unternehmen Koleje Wielkopolskie (Großpolnische Bahnen) organisiert.

Das Eisenbahnnetz der Region hatte im Jahr 2019 eine Gesamtlänge von insgesamt 1.889 Kilometern, wovon 1.260 Kilometer elektrifiziert sind.

Luftfahrt Internationaler Flughafen Poznań-Ławica, 7 km westlich von Poznań gelegen, rund 2,4 Millionen Passagiere (2019)

Weblinks

Website des Marschallamtes der Woiwodschaft

Fußnoten

Grosspolen

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