Frank Jæger (* 19. Juni 1926 in Frederiksberg; † 4. Juli 1977 in Helsingør) war ein dänischer Schriftsteller, der vor allem durch seine Gedichte bekannt wurde.
Leben und Werk Frank Jæger besuchte bis 1945 das Gymnasium, machte anschließend eine Ausbildung als Bibliothekar und lebte ab 1950 als freier Schriftsteller. Von 1952 bis 1953 war er Mitherausgeber der Zeitschrift Heretica.
Seine ersten Texte waren heiter-romantische Natur- und Liebesgedichte. Sein leichter, phantasie- und humorvoller Stil unterschied sich stark von der übrigen eher schweren und nachdenklichen dänischen Nachkriegsliteratur.
Themen seiner späteren Lyrik handeln von Jütland, von Einsamkeit und dem Meer mit manchmal düsteren Herbst- und Winterbildern. Sein Gedicht „Sidenius in Esbjerg“, das Abschlussgedicht seiner Lyriksammlung Cinna, in der er der Realität des Todes entgegensieht, wurde in den Dänischen Kulturkanon aufgenommen. Seine Lyrik ist insgesamt geprägt von „großer Wortkunst und launiger Ironie“.Lexikon der Weltliteratur L–Z. München 1997
Einige frühe Erzählungen weisen Verwandtschaft mit den deutschen Romantikern auf. In Iners (Aus dem Lateinischen: untüchtig) erinnert der Flöte spielende Held an Eichendorffs Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts. In Kapellanen og andre Fortællinger (Der Kaplan und andere Erzählungen) zeigt Jæger auf vielfache Weise, wie sich Isolierung auf die Persönlichkeit auswirkt. Seine späten Prosawerke Døden i skoven (Tod im Wald) (1970) und Provinzen (1972) sind von dunkler Skepsis geprägt. Neben Lyrik und erzählender Prosa schrieb Jæger Schauspiele, Hörspiele, Essays und eine fiktive Autobiografie; er erhielt zahlreiche Auszeichnungen.
Viele seiner Gedichte wurden vertont. So inszenierte unter anderem „Det Flydende Teater“ 2010 das musikalische Drama Idylia über Frank Jægers wildes Leben, eine Veranstaltung im Wasser, bei der zusammen mit biografischen Szenen seine Gedichte mit Vertonungen von Frederick Mellquist aufgeführt wurden.Idylia auf der Website des Theaters (Internetaufruf vom 23. September 2010)
Veröffentlichungen (Auswahl) Lyrik 1948: Dydige digte 1949: Morgenens trompet 1953: Tyren 1956: Havkarlens sange 1959: Cinna og andre digte 1964: Fyrre Digte 1967: Idylia
Prosa 1950: Iners 1957: Kapellanen og andre fortællinger 1964: Pastorale. Pelsen 1965: Drømmen om en sommerdag og andre Essays 1972: Provinser 1973: S 1976: Udsigt til Kronborg
Deutschsprachige Ausgaben Tod Im Wald. Erzählungen. Aus dem Dänischen übertragen von Alexander Grossmann. Hinstorff, Rostock 1970
Auszeichnungen 1958: Dänischer Kritikerpreis 1959: De Gyldne Laurbær 1960: Emil Aarestrup Medaille 1962: Søren-Gyldendal-Preis 1962: Literaturpreis Drachmannlegatet 1969: Großer Preis der Dänischen Akademie
Literatur Lotte Thyrring Andersen: Det grønne mørke. Rummelighed og intethed i Frank Jægers digtning. Odense Universitetsforlag, 1996. Mogens Brøndsted: Frank Jæger. In: Nordische Literaturgeschichte. Band II. Fink, München 1984, ISBN 3-7705-2105-6. Sven Holm: Jæger, Frank. In: Danske digtere i det 20. århundrede. Band 3. 1980–1982. Bjarne Nielsen Brovst: Frank Jægers forfatterskab. En monografi. Hernov, 1977. Jørn Knudsen: Frank Jæger. En bibliografi. Danmarks biblioteksskole, Kopenhagen 1982, ISBN 87-7415-114-2. Jæger, Frank. In: Gero von Wilpert (Hrsg.): Lexikon der Weltliteratur L–Z. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1997, ISBN 3-423-59050-5.
Weblinks Frank Jæger in der Gyldendal-Enzyklopädie (dänisch)
Einzelnachweise
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