mini|Waldemar von Preußen in der Uniform eines Kapitänleutnants der Kaiserlichen Marine, ca. 1910 mini|Grabstätte von Prinz Waldemar auf dem Friedhof von Erbach im Rheingau Waldemar Wilhelm Ludwig Friedrich Viktor Heinrich Prinz von Preußen (* 20. März 1889 in Kiel; † 2. Mai 1945 in Tutzing) war ein deutscher Jurist sowie preußischer Offizier und Großgrundbesitzer. Er war Mitglied des Hauses Hohenzollern und Neffe des Kaisers Wilhelm II.
Leben Als Sohn des Prinzen Heinrich von Preußen und seiner Frau Irene geb. Prinzessin von Großherzogtum Hessen und bei Rhein geboren, erhielt der Prinz seinen Rufnamen nach Prinz Waldemar, dem früh verstorbenen Bruder seines Vaters. Er wurde von Lehrern des Kieler Gymnasiums in der „Schloßklasse“ unterrichtet.Ernst Dietrich Baron v. Mirbach: Prinz Heinrich von Preußen. Eine Biographie des Kaiserbruders. Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2013, ISBN 978-3-412-21081-6, S. 540.
Nach der Reifeprüfung studierte er Rechtswissenschaften an der Kaiser-Wilhelms-Universität zu Straßburg und seit dem 3. Mai 1910 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Von 1912 bis 1914 war er Regierungsreferendar in HannoverErnst Dietrich Baron v. Mirbach: Prinz Heinrich von Preußen. Eine Biographie des Kaiserbruders. Böhlau Verlag, Köln/Weimar/Wien 2013, ISBN 978-3-412-21081-6, S. 542. sowie ab 10. September 1913 Hauptmann im 1. Garde-Regiment zu Fuß. Außerdem stand er als Kapitänleutnant à la suite der Kaiserlichen Marine. Während des Ersten Weltkriegs war er Kommandeur des Kaiserlichen Kraftfahrkorps. Nach Kriegsende wurde er als Major der Kavallerie sowie Korvettenkapitän à la suite aus dem Militärdienst entlassen.Ehren-Rangliste des ehemaligen Deutschen Heeres. Hrsg.: Deutscher Offizier-Bund, E.S. Mittler & Sohn. Berlin 1926, S. 109.
Seit dem 14. August 1919 war Waldemar mit Calixta Agnes Adelheid geb. Prinzessin zur Lippe-Biesterfeld (1895–1982) verheiratet. Sie war eine Tochter des wenige Tage nach Kriegsbeginn am 6. August 1914 in Belgien als Oberst und Kommandeur des 1. Hannoverschen Infanterie-Regiments Nr. 74 gefallenen Prinzen Friedrich Wilhelm zur Lippe (1858–1914), ein Onkel des bis 1918 regierenden Fürsten Leopold IV. von Lippe.Vgl. Hans Friedrich von Ehrenkrook (Hrsg.): Genealogisches Handbuch des Adels. Band 90, C.A. Starke, 1987, S. 67. Die Ehe blieb kinderlos.
Von 1919 bis 1921 war er bei der Regierung in Schleswig, danach einige Jahre bei der Landschaftlichen Bank Schleswig-Holstein, der späteren Bank Companie Nord, in Kiel. In jener Zeit, am 25. April 1923, wurde er Conkneipant des Corps Holsatia, das ihm am 28. Juli 1923 als Corpsschleifenträger philistrierte. Am 6. August 1938 erhielt er das Band.
Seit 1926 verwaltete er das väterliche Gut Hemmelmark, ab 1941 den Besitz Kamenz in der Provinz Niederschlesien, der zum Familienfideikommiss Nassau-Oranien gehörte.Kulturwerk Schlesien: Kamenz (Kamieniec Ząbkowicki) Ferner gehörte ihm das am Rhein gelegene Schloss Reinhartshausen. Auf dem Landsitz seiner Mutter, Schloss Paretz bei Potsdam, befand sich eine Zinnfigurensammlung mit historischen Uniformen, die Prinz Waldemar erstellt hatte und die 1945 verschwand.
Im April 1945 flüchtete er vor der Roten Armee von Schloss Kamenz und kam nach Tutzing am Starnberger See. Durch die Flucht geschwächt, starb er als Hämophiliekranker an Magenblutungen. Beerdigt ist er auf dem Waldfriedhof zu Tutzing. Seine Witwe kam als Prinzessin Waldemar nach Erbach (Rheingau), wo sie bis zu ihrem Lebensende 1982 freies Wohnrecht in einer Etagenwohnung des Nordflügels von Schloss Reinhartshausen hatte, welches Waldemar an seinen Neffen Friedrich von Preußen (1911–1966) vererbt hatte.
Prinz Waldemar war u. a. Ritter des Schwarzen Adlerordens, des Großkreuzes des Roten Adlerordens, des Kronenordens I. Klasse, des Großkomtur des Königlichen Hausordens von Hohenzollern und des Ordens der Rautenkrone sowie des Großkreuzes des Orden der Württembergischen Krone mit Schwertern.Rangliste der Kaiserlich Deutschen Marine, Hrsg.: Marinekabinett, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1918, S. 3.
Interessen Er befasste sich mit der Geschichte von Uniformen. Die von ihm selbst hergestellte Sammlung von Zinnsoldaten war berühmt. Im Schloss Paretz fiel sie in russische Hand. Auf dem aus Hohenzollernschen Familienbesitz stammenden Gut im Havelland hielt er sich gern auf, und er ließ ihm besondere Pflege angedeihen.Louis Ferdinand Wentz: Die Mitglieder der Holsatia, Ergänzungen zum 4. und 5. Teil. In: Festschrift des Corps Holsatia. Kiel 1988.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Heinrich von Preußen (1862–1929) Kategorie:Irene von Hessen-Darmstadt Waldemar Waldemar Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Major (Preußen) Kategorie:Korvettenkapitän (Kaiserliche Marine) Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Ritter des Schwarzen Adlerordens Kategorie:Träger des Großkreuzes des Roten Adlerordens Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 1. Klasse Kategorie:Ritter des Hausordens der Rautenkrone Kategorie:Großkomtur des Königlichen Hausordens von Hohenzollern Kategorie:Träger des Ordens der Württembergischen Krone (Großkreuz) Kategorie:Person (Kieler Yacht-Club) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1889 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann