Montpeyroux (; ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes de Montaigne Montravel et Gurson. Die Einwohner werden Montpeyrounnais und Montpeyrounnaises genannt.
Geografie
Montpeyroux liegt etwa 59 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 35 Kilometer westnordwestlich von Bergerac und etwa 24 Kilometer östlich von Libourne im Südwesten des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Gironde. Die Gemeinde befindet sich im Übergang der Landschaft Landais zum Bergeracois. Ihr Gebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Lidoire, die es im Südosten begrenzt, vom Lechout, der es im Westen begrenzt, von den Flüsschen Rieutord und Escuret sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Montpeyroux liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.
Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine vor allem nach Süden und Osten hin bewaldete, vereinzelt mit Weinbergen durchzogene, gewellte Landschaft mit Erhebungen unter Höhe. Der topografisch höchste Punkt mit Höhe befindet sich auf einem Hügel südwestlich des Zentrums. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Südwesten mit Höhe beim Austritt des Flüsschens Lechout aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa Höhe.
Rund 51 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 49 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen, genutzt (Stand: 2018).
Montpeyroux ist von folgenden neun Gemeinden umgeben:
Klima Die klimatischen Bedingungen in Montpeyroux werden als warm und gemäßigt eingestuft. Es ist bemerkenswert, dass das Gemeindegebiet das ganze Jahr über eine beträchtliche Niederschlagsmenge aufweist, einschließlich des Monats Juli mit der geringsten Luftfeuchtigkeit. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Montpeyroux beträgt 13,8 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 6,1 °C, die höchste im Juli und im August mit 21,8 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 786 mm.
Natürliche und technologische Risiken mini|Risikokarte zur Quellung/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Montpeyroux Naturrisiken manifestieren sich in Montpeyroux als Waldbrände Bodensetzungen Bodenbewegungen
Da das Gemeindegebiet überwiegend mit Wald bedeckt ist, besteht in einem größten Teil zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Département erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern. Die Wälder der Départements der ehemaligen Regionen Aquitanien und Poitou-Charentes gelten als besonders brandgefährdet. Für diese Gebiete wurde ein Département- oder départementsübergreifender Plan zum Schutz der Wälder vor Bränden entwickelt.
Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Seit dem 1. Oktober 2020 werden in Anwendung des Gesetzes über die Entwicklung von Wohnraum, Entwicklung und digitaler Technologie verschiedene Beschränkungen für Verkäufer, Projektleiter oder Bauherren von Immobilien in einem als mittel- oder hochgefährdet eingestuften Gebiet auferlegt. Die Dürreperioden in den Jahren 1992, 1995, 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr wird als niedrig eingestuft, das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Bodenbewegungen umfassen eine Reihe von Verschiebungen des Bodens oder Untergrunds, manche abrupter als andere. Die dabei auftretenden Volumina können von wenigen Kubikmetern bis zu mehreren Millionen Kubikmetern reichen. Diese Verschiebungen können langsam (einige Millimeter pro Jahr) bis sehr schnell (einige hundert Meter pro Tag) erfolgen. Im Allgemeinen verlaufen Bodenbewegungen mit einem signifikanten Volumen relativ langsam. Eine solche Bodenbewegung im Jahr 1999 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. In Montpeyroux besteht die Gefahr von Bodenbewegungen als Senkungen und Einstürzen anthropogenen Ursprungs, natürlich entstandene unterirdische Hohlräume, deren Decken einsturzgefährdet sind.
Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung, die das westliche Gemeindegebiet unterquert. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.
Etymologie und Geschichte Der Name des Dorfes wurde erstmalig in Verbindung mit der im 12. Jahrhundert errichteten Kirche mit einer für die Saintonge typischen Apsis erwähnt. Sie erfolgte im Jahre 1140 in der latinisierten Form Sanctus Petrus de Monte Petrose. Seine Schreibweisen waren in der Folge Montpeyrot im 13. Jahrhundert und Montpeyros im Jahr 1484. Er stammt über das okzitanische mont vom lateinischen mons () ab, begleitet vom Adjektiv petrosus (), aus dem peirós im Okzitanischen entstand. Das lateinische petrosus ist von petra (), im Okzitanischen pèira, abgeleitet. Andere Orte namens Montpeyroux gibt es in den Départements Puy-de-Dôme und Aveyron.
Zu Beginn der Französischen Revolution wurde die Gemeinde Saint-Cloud eingemeindet, deren Namen auf einen Heiligen des sechsten Jahrhunderts verweist. Cloud hat als Ursprung ein germanisches Patronym, Chlodoald.Siehe Tanet, Hordé, Seite 237
Das Gemeindegebiet ist seit der Urgeschichte ununterbrochen besiedelt. Es gibt Spuren eines gallischen Oppidums mit in den Kalkstein gegrabenen Gräben sowie römische Funde.
Das Schloss von Montpeyroux wurde von Michel de Montaigne für seinen jüngeren Bruder erworben, der es Ende des 16. Jahrhunderts umbauen ließ.
Bis zum 18. Jahrhundert war das Tal der Lidoire wirtschaftlich bedeutend, was durch zahlreiche Mühlen und religiöse Niederlassungen belegt wird.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Pierre-ès-Liens aus dem 12. Jahrhundert, seit 1908 als Monument historique klassifiziert Schloss Matecoulon aus dem 16. Jahrhundert. Fassaden und Dächer sind seit 1972 als Monument historique klassifiziert, der Park, die Fabriken, die Umfassungsmauer mit ihren Eingängen und die ehemalige Fayencefabrik sind seit 2003 als Monument historique eingeschrieben, die Innenräume des Schlosses, die Nebengebäude um den nördlichen Innenhof sowie das Grundstück, die Mauern und die Terrasse seit 2008. Das Schloss Les Durands am Lieu-dit le Bos Vieux befindet sich im Privatbesitz und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Zehntscheune, erbaut 1306. Sie gehörte den Bischöfen von Bordeaux und diente als Lager für den Teil der Ernte, den die Bauern an den Klerus abgeben mussten. Ein Zehntel der Ernte, der sogenannte Zehnt, war für den Klerus bestimmt. Nach der Französischen Revolution wurde diese Abgabe abgeschafft, und die Scheune wurde in eine Bäckerei umgewandelt.
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2023 waren 233 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Montpeyroux erwerbstätig, entsprechend 80,3 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (85,5 %) sehr viel höher war als bei den Frauen (75,2 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 24 Personen im Jahr 2023 etwas höher als im Jahr 2017 (23). Die Arbeitslosenquote sank aufgrund einer höheren Erwerbstätigkeit von 13,1 % (2017) auf 10,2 % (2023).
Branchen und Betriebe 50 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2024 in Montpeyroux wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Fertigung, Bergbau und andere Industrien714,0 %Baugewerbe1020,0 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1020,0 %Information und Kommunikation12,0 %Immobilien12,0 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten1122,0 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln612,0 %Andere Dienstleistungen48,0 %Gesamt50
Landwirtschaft Montpeyroux liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Weine: Bergerac blanc, rosé und rouge, Côte de Bergerac blanc und rouge, Côte de Montravel, Haut-Montravel und Montravel blanc und rouge.
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 41 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 23 im Jahr 2000, auf 19 im Jahr 2010 und auf 12 im Jahr 2020, ein Rückgang von 70,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 794 Hektar im Jahre 1988 auf 514 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 19,4 Hektar deutlich auf 42,8 Hektar.
Rundradweg Ab dem Dorfzentrum von Montpeyroux startet eine ausgeschilderte Rundstrecke mit 7,4 Kilometern Länge und einem Höhenunterschied von 101 Metern, die Boucle de Montpeyroux.
Fernwanderweg Der 714 Kilometer lange Fernwanderweg GR 89 „Chemin de Montaigne“ von Lyon nach Saint-Michel-de-Montaigne durchquert das Zentrum von Montpeyroux.
Verkehr Montpeyroux liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum der Gemeinde mit den Weilern und Nachbargemeinden.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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