Moulin-Neuf (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle Double Landais. Die Bewohner werden Moulinoviens und Moulinoviennes genannt.

Geografie

Moulin-Neuf liegt etwa 75 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 56 Kilometer westsüdwestlich von Périgueux und etwa 39 Kilometer nordnordwestlich von Bergerac im Westen des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Gironde. Die Gemeinde befindet sich am Übergang der Landschaft des Landais zum Double. Sie gehört zum Einzugsgebiet der Dordogne und erstreckt sich am linken Ufer der Isle. Sie wird außerdem von den zeitweise trockenfallenden Flüsschen Galant, Courbarieu und Ruisseau de la Lande sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern entwässert.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Moulin-Neuf liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakustrischen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist im zentralen und im südlichen Gemeindegebiet eine bewaldete, relativ flache Landschaft auf mit Erhebungen unter Höhe. Der topografisch höchste Punkt mit Höhe befindet sich im äußersten Süden an der Grenze zur Nachbargemeinde Villefranche-de-Lonchat. Der niedrigste Punkt ist mit im Nordwesten beim Austritt der Isle aus dem Gemeindegebiet zu finden. Das Zentrum von Moulin-Neuf liegt im Tal der Isle auf etwa Höhe.

Rund 39 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, ausschließlich heterogen, genutzt, rund 34 % sind bewaldet, rund 14 % entfallen auf Binnengewässer, rund 11 % auf bebaute Flächen, rund 1 % auf Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen (Stand: 2018).

Moulin-Neuf wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:

Klima Die klimatischen Bedingungen in Moulin-Neuf werden als warm und gemäßigt eingestuft. In der Gemeinde kommt es das ganze Jahr über zu erheblichen Niederschlägen. Selbst im trockensten Monat Juli fallen noch große Niederschlagsmengen. Nach der Köppen-Geiger-Klassifikation werden die vorherrschenden Wetterbedingungen in diesem Gebiet als Cfb (Gemäßigtes Ozeanklima) eingeordnet. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Moulin-Neuf beträgt 13,7 °C, die niedrigste Durchschnittstemperatur im Januar mit 6 °C, die höchste im Juli und im August mit 21,7 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt gemäß den meteorologischen Aufzeichnungen etwa 786 mm.

Etymologie und Geschichte Das Dorf war bis 1906 Teil der Gemeinde Minzac. Sein Name geht zurück auf eine Französisierung des okzitanischen molin, hervorgegangen aus dem spätlateinischen molinum (), und auf nòu (), das das lateinische novus fortführt. In den Ortsnamen folgt auf Moulin im Singular immer ein zweites Element. Im Périgord gibt es Lieux-dits, die mit La Mouline bezeichnet werden. In diesem Fall ist der Name eine Französisierung des okzitanischen molina ().Siehe Tanet, Hordé, Seite 241

Eine archäologische Diagnose wurde zwischen dem 16. Januar und dem 2. März 2017 in der Gemeinde durchgeführt, als Reaktion auf eine vorherige Anfrage nach einer Steinbrucherweiterung an einem Lieu-dit Les Chaumes. Dabei wurden lithische Überreste (Dolerite, Quarzite und schwarze senonische Feuersteine) aus dem Alt- und/oder Mittelpaläolithikum entdeckt.

Der Ort verdankt seinen Namen Moulin-Neuf einer 1620 erbauten Mühle, die die Isle überspannte. Sie wurde 1826 durch Überschwemmungen zerstört und 1827 stillgelegt, um die Schifffahrt zu erleichtern. Die kleine, heute zusammenhängende Gemeinde war einst eine Ansammlung von Weilern, die zwischen den Pfarreien hin und her geschoben wurden und den Nachbarorten als Verhandlungsmasse dienten. Ursprünglich Teil der Pfarrei Le Pizou, mit der Isle als gewaltiger Barriere, und angrenzend an Villefranche-de-Lonchat, mit dem sie keine gemeinsame Grenze hatte, wurde sie später Minzac zugesprochen, das sich jedoch kaum um sie kümmerte. So mussten die Einwohner bis zur Gründung der Gemeinde im Jahr 1906 allein um ihr Überleben kämpfen. Diese heute schnell wachsende Gemeinde kann besonders stolz auf die mittelalterlichen Ursprünge der Kapelle La Madeleine des Brandes sein. Ein Dokument aus dem Jahr 1541 überliefert den Namen des Kaplans, Jean Durand, der damals die Kapelle La Madeleine betreute. Doch die verheerenden Kriege des 16. Jahrhunderts zerstörten viele Heiligtümer. Die Kapelle wurde vermutlich 1586 zerstört, als Katholiken und Hugenotten um die Festung Minzac kämpften. Die Kapelle im Wald, erbaut an einer gallischen Kultstätte nahe einer Wunderquelle, machte Moulin-Neuf bekannt für ihre Prozessionen Ende Juli, eine Tradition, die bis ins frühe 20. Jahrhundert fortgeführt wurde und Tausende von Gläubigen anzog.

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Joseph Kapelle La Madeleine des Brandes

Bildung Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire) „Leopold Lachaize“ mit 99 Schülerinnen und Schülern in vier Klassen (2025).

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2023 waren 408 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Moulin-Neuf erwerbstätig, entsprechend 77,3 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (81,2 %) deutlich höher war als bei den Frauen (73,5 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 46 Personen im Jahr 2023 niedriger als im Jahr 2017 (63). Die Arbeitslosenquote fiel entsprechend von 16,9 % (2017) auf 11,3 % (2023). Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen sank in diesem Zeitraum von 37,1 % auf 19,2 %.

Branchen und Betriebe 56 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2024 in Moulin-Neuf wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Fertigung, Bergbau und andere Industrien712,5 %Baugewerbe814,3 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1832,1 %Information und Kommunikation23,6 %Finanzen und Versicherungen35,4 %Immobilien11,8 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten712,5 %Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln35,4 %Andere Dienstleistungen712,5 %Gesamt56

Landwirtschaft Moulin-Neuf liegt in den Zonen der geschützten Ursprungsbezeichnungen (AOP) der Weine: Bergerac blanc, rosé und rouge und Côte de Bergerac blanc und rouge.

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf den Anbau von Getreide und/oder Ölsaaten. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 18 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 6 im Jahr 2000 und auf 2 im Jahr 2010 und im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 88,9 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verkleinerte sich von 236 Hektar im Jahre 1988 auf 22 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb sank von 13,1 Hektar auf 11 Hektar.

Wanderwege Der 714 Kilometer lange Fernwanderweg GR 89 „Chemin de Montaigne“ von Lyon nach Saint-Michel-de-Montaigne durchquert das Gemeindegebiet. Ein 10 Kilometer langer Rundwanderweg führt vom Zentrum zur Kapelle La Madeleine des Brandes und zurück.

Verkehr Die Autobahn A 89 La Transeuropéenne von Brive-la-Gaillarde nach Libourne in der Nähe von Bordeaux durchquert das südliche Gemeindegebiet ohne Anschlussstelle. Die zur Departementsstraße D 6089 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 89 von Lyon nach Bordeaux durchquert das Zentrum von Moulin-Neuf.

Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und den Nachbargemeinden.

Die Bahnstrecke Coutras–Tulle durchquert das Gemeindegebiet ohne Haltepunkt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ort an der Isle Kategorie:Gemeindegründung 1906