Ohmbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Oberes Glantal an.
Geographie mini|links|Blick auf Ohmbach von „de Platt“ Ohmbach liegt in etwa im Nordpfälzer Bergland. Die Gemeinde wird im Südwesten und Osten von bewaldeten Höhen wie dem Wartenstein oder dem Knechtenberg umrahmt. Letztgenannter ist mit die höchste Erhebung auf der Ohmbacher Gemarkung.
Der Ort wird von dem gleichnamigen Ohmbach durchflossen. Die nächsten größeren Städte sind Kaiserslautern etwa 35 km östlich und Saarbrücken etwa 40 km südwestlich.
Folgende Gemeinden grenzen an die Gemeinde Ohmbach und liegen – im Uhrzeigersinn beginnend im Norden – alle im Landkreis Kusel: Herschweiler-Pettersheim, Steinbach am Glan, Brücken (Pfalz), Dittweiler, Altenkirchen (Pfalz), Frohnhofen, Krottelbach.
Geschichte Frühe Geschichte Ohmbach entwickelte sich aus den ursprünglich selbstständigen Gemeinden Ober- und Niederohmbach (ehemals Weitersbach).
Beide Dörfer sind fränkischen Ursprungs und wohl im 7. und 8. Jahrhundert entstanden. Benannt wurden die beiden Orte vermutlich nach den Sippenältesten, so Witharisbach nach Witharis, aus dem sich später Weitersbach entwickelte, und Ohmbach nach Bach des Ovo bzw. Bach des Obo. Hieraus wurde über die Jahrhunderte 977 Ovenbach bzw. Ouenbach, 1256 Ovinbach, 1410 Obinbach, 1477 Obenbach, 1585 Ombach und seit 1592 das heutige Ohmbach. Hierbei ist zu beachten, dass die unterschiedlichen Schreibweisen auf die Unwissenheit fürstlicher Schreiber zurückzuführen sind. Ernst Christmann leitet den Namen vom althochdeutschen auwa, mittelhochdeutsch ouwe, neuhochdeutsch Aue, ab und deutet ihn als durch Auen fließender Bach.Ernst Christmann: Die Siedlungsnamen der Pfalz. Speyer 1952, S. 449
Die ersten Bewohner der Landschaft waren wohl die Kelten. Grabhügel von ihnen sind in Wahnwegen, Krottelbach und Ohmbach zu finden.Nils Bantelmann: Die Urgeschichte des Kreises Kusel. Speyer 1972, S. 57
Neben keltischen Grabhügeln finden sich auch römische Siedlungen auf der Gemarkung von Ohmbach. Ausgrabungen aus dem 20. Jahrhundert auf dem Hügel Rennweiler brachten Mauerzüge, Architekturfragmente und sogar Terra Sigillata hervor. Die Reste des Bauwerks befinden sich direkt angrenzend an einer Römerstraße, die Waldmohr mit Kusel verband und hier das Ohmbachtal überquerte.
Urkundliche Erwähnung mini|Erste urkundliche Erwähnung Ohmbachs Oberohmbach wurde am 12. April 977 als Ouenbach erstmals urkundlich bekannt. In der Urkunde Kaiser Otto des II. wurde auf Wunsch des Mainzer Erzbischofs Willigis der Besitz der Salvatorkapelle zu Frankfurt am Main bestätigt. Erzbischof Willigis veranlasste 975/976 den Wiederaufbau des Klosters Disibodenberg und zu seiner Unterhaltung verschiedene Schenkungen aus Mainzer Besitz. Diese Urkunde ist allerdings nicht erhalten geblieben, der Inhalt jedoch ist aus späteren Urkunden der Jahre 1108Ruthardurkunde, in Mainzer Urkundenbuch, Die Urkunde bis zum Tode Erzbischofs Adalbert I. (1137). Bearbeitet von Manfred Stimming, Darmstadt 1932, dok. 436, S. 342 und 1128Adalberturkunde, Manfred Stimming, MUB Bd. 1, Dok. 553, S. 461 zu entnehmen.
Bis 1900 mini|Römisches Götterrelief aus der Ohmbacher Kirchenmauer Graf Gerlach V. von Veldenz kaufte im Jahre 1256 Güter des Klosters Disibodenberg samt Zehnten, Zinsen und Patronatsrecht der Kirche zu Ovinbach und übergab sie dann dem Kloster Wörschweiler. Im Jahre 1444, mit dem Aussterben der Veldenzer Grafen im Mannesstamm, gelangte Ovinbach im Erbgang zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Weitersbach gehörte dem Reichsland an, wurde 1375 mit dem Kübelberger Gericht den Grafen von Sponheim verpfändet und fiel 1437 wieder an die Kurpfalz. Diese territoriale Zugehörigkeit beider Orte bestand über 300 Jahre unverändert fort. Im Jahre 1612 einigten sich Kurpfalz und Pfalz-Zweibrücken im Landauer Vertrag darauf, die Einnahmen aus dem Vermögen der Ohmbacher Kirche, deren Grundbesitz sich auf Gemarkung beider Gemeinden befand, zu teilen und Geld und Getreide je zur Hälfte an die Collectur zu Lautern und die Kirchenschaffnei Lichtenberg zu liefern.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde auch Ohmbach mit seinen beiden Ortsteilen weitgehend zerstört. Von Ohmbach heißt es in einem Steuerbuch des damaligen Schultheißen Hans Müller: Seit 1628 ist nichts mehr gebaut worden und wohnet niemand allda. Im Jahre 1673 wurde die Pfalz durch die Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. besetzt. Im Jahre 1779 fiel Niederohmbach durch Tausch des kurpfälzischen Unteramts Kübelberg an Pfalz-Zweibrücken. Ab 1793 eroberte die französische Revolutionsarmee das Linke Rheinufer.
Im neugebildeten Saardepartement wurden die beiden Orte erstmals zur Commune d’Ohmbach im Kanton Kusel zusammengeschlossen. 1816 kam Ohmbach zum Königreich Bayern. Im Jahre 1838 stellte Ober-Ohmbach den Antrag, den Kommunalverband Ohmbach wieder aufzulösen. Fast 100 Jahre lang waren die Gemeinden nun wieder getrennt. Ein Versuch der Nieder-Ohmbacher 1877 die beiden Gemeinden wieder zu vereinigen, scheiterte am Protest der Oberohmbacher. Grund hierfür war die Befürchtung des überwiegend protestantischen Oberohmbachs, dass nach der Vereinigung der Orte die Katholiken bei Gemeindewahlen mit Mehrheit die Protestanten überstimmen würden.
Auf Grund der schlechten wirtschaftlichen und sozialen Lage in der Pfalz und wegen der besonderen politischen Verhältnisse setzten viele Ohmbacher ihre Hoffnung in die Auswanderung nach Amerika. Von 1841 bis 1854 wurden 30 Familien- und Einzelanträge auf Auswanderung gestellt, was ungefähr 50 Personen entspricht; das waren zehn Prozent der Ohmbacher Bevölkerung.
20. Jahrhundert Der Erste Weltkrieg fordert große Opfer. Die Gemeinden beklagen 16 Tote. Im Jahre 1936 wurde Ohmbach durch Erlass der nationalsozialistischen Regierung erneut zusammengelegt. Der Zweite Weltkrieg hinterließ 48 Gefallene und 25 Vermisste.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie Bestandteil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Nun trat auch in Ohmbach ein tiefgreifender sozialer Wandel ein. Die Gemeinde, die noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem aus Bergleuten und kleineren Bauern und Handwerkern, neben wenigen größeren Pferdebauern, bestand, wurde nun zur Industriearbeitergemeinde. Die kleinen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetriebe wurden in den 50er und 60er nach und nach aufgegeben.
Das Neubaugebiet Rennweiler wird 1955 erschlossen und bebaut. In der Gewanne in den Höfen wurde 1957 parallel zur Hauptstraße am östlichen Ohmbachufers, das erste größere Neubaugebiet errichtet. Seit den 60er Jahren wurden noch die Neubaugebieten am Hühnerberg und Laimersbach erschlossen. 1970 erhielten die Katholiken nach langem Bemühen eine eigene, moderne Kirche.
Zur 1000-Jahr-Feier im Jahre 1977 wurde ein fünftägiges Festprogramm mit großem historischen Festzug veranstaltet. In den 90er Jahren wurde ein neuer Kindergarten gebaut.
Einwohnerentwicklung Die selbständige Entwicklung der Gemeinden Niederohmbach und Oberohmbach hatte auch eigene Statistiken der Einwohnerzahlen zur Folge. Jahr Niederohmbach Oberohmbach Gesamt1477 - - 701592 - 40 -1609 - 55 -1628 0 0 -1656 10 - -1675 - 25 -1768 52 - -1774 66 - -1787 59 - -1802 - - 1741838 171 290 4611846 - - 5221852 185 307 4921867 211 314 525 Jahr Niederohmbach Oberohmbach Gesamt1875 195 318 5131890 188 336 5241900 189 336 5241910 199 330 5291925 254 439 6931938 - - 7281950 - - 7121961 - - 8361970 - - 8371980 - - 7881990 - - 8302000 - - 7282005 - - 9102010 - - 8862015 - - 816
Religion Die seit mittelalterlicher Zeit quer durch Ohmbach entlang des Weitersbachs (auch Betzenbach genannt) verlaufende Landesgrenze zwischen dem Kurfürstentum Pfalz und dem Herzogtum Zweibrücken war nicht nur die politische, sondern auch die kirchliche Entwicklung der beiden Ortsteile getrennt. Oberohmbach war vorwiegend protestantisch, Niederohmbach katholisch. 2012 waren ca. 40 % der Einwohner katholisch und 43 % evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.
Evangelische Christuskirche Die evangelische Kirche ist das älteste Bauwerk Ohmbachs aus dem 9. Jahrhundert. Von 1779 bis 1785 wurde das Langhaus der romanischen Kirche auf Grund von Baufälligkeit durch eine barocke Hallenkirche ersetzt. Der mittelalterliche Turm wurde in den Grundprinzipien erhalten. In der Kirche befindet sich die wohl älteste Stummorgel im Landkreis Kusel.
Katholische Liebfrauenkirche Das katholische Gotteshaus wurde im Jahre 1969/70 erbaut und am 18. Oktober 1970, dem Tag der Ohmbacher Kerwe, eingeweiht. Die Kirche erhebt sich gleichsam als Gegenpol zur alten protestantischen Kirche oberhalb der Ohmbachtalaue. Im Jahre 2014 ging die Kirche in den Besitz der Ortsgemeinde über. Diese nutzt nun die Unterkirche als Bürgerhaus, genannt „Heimat- und Kulturtreff“. Dies ist einer der seltenen Fälle in der Bundesrepublik Deutschland, dass ein Kirchengebäude in den Besitz einer Kommune übergeht, der Gottesdienstraum und das gottesdienstliche Leben jedoch erhalten bleiben.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Ohmbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender. Bis 2009 wurden die Ratsmitglieder in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt, da mehrere Wahlvorschlagslisten eingereicht wurden.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG Gesamt 2024 per Mehrheitswahl (WG Hoffmann) 12 Sitze 2019 per Mehrheitswahl 12 SitzeDer Landeswahlleiter: 2014 per Mehrheitswahl 12 Sitze 2009 4 7 1 12 Sitze 2004 3 7 2 12 Sitze
Gemeindeoberhäupter Angelika Burkart wurde am 3. Dezember 2024 Ortsbürgermeisterin von Ohmbach. Bei der Direktwahl am 27. Oktober 2024 war sie als einzige Bewerberin mit einem Stimmenanteil von 86 % gewählt worden. Diese Wahl war notwendig geworden, da der bisherige Ortsbürgermeister Gerhard Kauf zwar bei der regulären Wahl am 9. Juni 2024 mit 61,8 % im Amt bestätigt worden war, die Wiederwahl aber nicht annahm.
Oberhäupter von Niederohmbach 1762: Stephan Michael, Bürgermeister 1762: Sommer Balthasar, Vorsteher 1767–1789: Groß Phillip, Oberbürgermeister 1767: Kirsch Wilhelm, Vorsteher 1797: Schramm Johannes, Vorsteher 1840–1848: Kirsch Jakob, Adjunkt 1850–1866: Sommer Jakob, Adjunkt 1869–1870: Bauer Jakob, Adjunkt 1871–1872: Kuhn Jakob, Adjunkt 1872–1874: Schuck Jakob, Adjunkt 1875–1884: Brauer Sebastian, Adjunkt 1884–1889: Schuck Jakob, Adjunkt 1890–1910: Straßer Paul, Adjunkt 1910–1918: Jung Jakob, Adjunkt 1918–1930: Jung Jakob, 2. Bürgermeister 1930–1933: Hemmer Johann, 2. Bürgermeister 1933–1936: Sommer Johann, 2. BürgermeisterOberhäupter von Oberohmbach 1840: Dauber, Adjunkt 1841–1843: Ludwig Jakob, Adjunkt 1844–1848: Becker Daniel, Adjunkt 1849–1857: Dauber, Adjunkt 1858–1874: Becker Daniel, Adjunkt 1874–1875: Ludwig Jakob, Adjunkt 1899–1904: Ohliger Jakob, Adjunkt 1904–1909: Daniel Jakob, Adjunkt 1909–1918: Kurz Johann, Adjunkt 1918–1933: Hartmuth Karl, 2. Bürgermeister 1933–1936: Müller Adolf, 2. BürgermeisterOberhäupter von Ohmbach 1819–1828: Dauber, Abraham, Adjunkt 1829–1834: Lensch Johannes, Adjunkt 1835–1838: Pfaff Peter, Adjunkt 1838–1840: Dauber, Adjunkt 1936–1945: Müller Adolf, 1. Beigeordneter 1945–1946: Kurz August, kommissarischer Bürgermeister 1946–1948: Becker Ludwig, 1. Beigeordneter 1948–1952: Huber Richard, 1. Beigeordneter 1952–1956: Hanß Willibald, 1. Beigeordneter 1956–1964: Spang Rudolf, 1. Beigeordneter 1964–1969: Heinz Oswald, 1. Beigeordneter 1969–1974: Meier Stefan, 1. Beigeordneter 1974–1979: Kauf Karl, Ortsbürgermeister 1979–1999: Jacquard Willi, Ortsbürgermeister 1999–2004: Körbel Karl-Heinz, Ortsbürgermeister 2004–2019: Mayer Jochen, Ortsbürgermeister 2019–2024: Kauf Gerhard, Ortsbürgermeister seit 2024:Burkart Angelika, Ortsbürgermeisterin
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Wartturm mini|Blick auf Ohmbach vom Wartturm aus