Die Fédération Internationale de Philatélie (FIP) ist der Weltverband der nationalen philatelistischen Organisationen. Sie wurde am 18. Juni 1926 gegründet und hat ihren Sitz in Zürich. Die FIP koordiniert die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Philatelie, fördert den Austausch zwischen den nationalen Verbänden und nimmt eine zentrale Rolle bei der Standardisierung des Sammelgebiets ein.

Zu den wichtigsten Aufgaben der Organisation zählen die Förderung des Briefmarkensammelns, die Entwicklung und Festlegung internationaler Bewertungsrichtlinien sowie die Vergabe der Schirmherrschaft für internationale Briefmarkenausstellungen. Diese Ausstellungen stellen die bedeutendsten Wettbewerbe der Philatelie dar und unterliegen einheitlichen, von der FIP festgelegten Kriterien.

Die FIP umfasst mehr als 90 nationale Mitgliedsverbände sowie drei kontinentale Dachorganisationen und ist damit die maßgebliche internationale Institution der organisierten Philatelie.

Geschichte und Struktur Der Verband wurde am 18. Juni 1926 durch sieben europäische Philatelistenverbände (Deutschland, Österreich, Belgien, Frankreich, Niederlande, Schweiz und Tschechoslowakei) gegründet. Ziel war die Schaffung einer internationalen Organisation zur Koordination philatelistischer Aktivitäten und zur Förderung des Austauschs zwischen den nationalen Verbänden.

Die FIP entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts von einer zunächst europäischen Initiative zu einem weltweit tätigen Dachverband mit Mitgliedsorganisationen auf allen Kontinenten.

Die FIP ist in der Rechtsform eines Vereins nach schweizerischem Recht organisiert und hat ihren Sitz in Zürich. Neben dem Rechtssitz in Zürich unterhält die FIP eine Korrespondenzadresse in Singapur, über die das Generalsekretariat organisiert wird.

Als in der Schweiz registrierter Verband unterliegt die FIP den dortigen gesetzlichen Bestimmungen und entrichtet Steuern; die Jahresabschlüsse werden durch externe Prüfer kontrolliert.

Der Verband wird durch einen Vorstand geleitet. Der FIP-Kongress wird jährlich im Rahmen einer von der FIP geförderten internationalen Briefmarkenausstellung abgehalten.

2014 waren 87 nationale Verbände Mitglied; bis 2026 ist die Zahl auf über 90 Mitgliedsverbände angewachsen. Hinzu kommen drei kontinentale Dachverbände: FEPA (Europa), FIAF (Amerika) und FIAP (Asien).

Die internationale Tätigkeit der FIP umfasst insbesondere die Förderung und Koordination von Ausstellungen, die sich aus lokalen Sammlerbörsen („Salons“) des 19. Jahrhunderts zu groß angelegten internationalen Veranstaltungen entwickelt haben. Aufgaben und Bedeutung Die vorrangigen Ziele des Verbandes sind: Förderung des Briefmarkensammelns und der Philatelie Aufrechterhaltung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Völkern Aufbau enger Verbindungen zum philatelistischen Handel und zu staatlichen Postverwaltungen Förderung philatelistischer Ausstellungen (durch Schirmherrschaft oder Federführung)

Darüber hinaus koordiniert die FIP die internationale Zusammenarbeit der philatelistischen Organisationen und wirkt an der weltweiten Standardisierung der Philatelie mit.

Die FIP erlässt internationale Regelwerke für Ausstellungen, insbesondere die „General Regulations for the Evaluation of Exhibits“ (GREV) sowie Spezialreglemente (SREV) für einzelne Sammelgebiete.

Internationale Ausstellungen Die FIP vergibt ihre Schirmherrschaft („Patronage“) oder Anerkennung („Recognition“) für internationale Briefmarkenausstellungen. Diese stellen die wichtigsten Wettbewerbe der internationalen Philatelie dar.

Die Bewertung erfolgt durch akkreditierte Juroren nach einheitlichen internationalen Kriterien.

Präsidenten + Präsidenten der FIP Person Nationalität Amtszeit Willy Bigwood (1872–1929) Belgien 1926–1929 Georg Vincent van der Schooren (1876–1931) Niederlande 1929–1931 Pierre-Jean Maingay (1877–1941) Belgien 1931–1941 Emile Friederich (1877–1956) Schweiz 1946–1955 Lucien Berthelot (1903–1985) Frankreich 1955–1972 Léon Pütz (1908–2003)Wolfgang Maassen: Wer ist wer in der Philatelie?, Band 4, 2021. Luxemburg 1971–1978 Ladislav Dvořaček (1923–2015) Tschechoslowakei 1980–1990 D. N. Jatiya (1930–2000) Indien 1990–1998 Knud Mohr (1935–2016)Maassen 2021. Dänemark 1998–2002 Koh Seow Chuan (* 1939) Singapur 2002–2006 Joseph Wolff (* 1934) Luxemburg 2006–2010 Tay Peng Hian Singapur 2010–2018 Bernard Beston Australien seit 2018

Kommissionen Die 11 Fachbereiche (Kommissionen genannt) werden durch je einen Kommissar geleitet:

Aerophilatelie Astrophilatelie Fälschungsbekämpfung Maximaphilie Philatelistische Literatur Postgeschichte Ganzsachen Thematische Philatelie Klassische Philatelie Stempelmarken Jugendphilatelie

Die Kommissionen sind international besetzte Fachgremien, die Richtlinien entwickeln und die Bewertungskriterien koordinieren.

Die ehemalige Kommission für philatelieschädigende Ausgaben wurde aufgelöst.Maassen, Wolfgang. In: philatelie, 2010.

Literatur FIP-Weltorganisation: Aufschwung für die 80er Jahre. In: Sammlerdienst Nr. 25/1980, S. 1851–1852 Pütz, Léon: F.I.P. : Ursprung und Werdegang des Internationalen Verbandes der Philatelie (Fédération Internationale de Philatélie). F.I.P., Luxemburg 1984, 244 S. - OCLC: 680174293

Weblinks Offizielle Website

Einzelnachweise

Kategorie:Organisation (Philatelie) Kategorie:Internationale Organisation Kategorie:Verein (Zürich) Kategorie:Verbandsgründung 1926