Der Große Feldberg (auch Feldberg im Taunus, regional nur Feldberg) ist der höchste Berg des im Südwesten Hessens gelegenen Mittelgebirges Taunus und des gesamten Rheinischen Schiefergebirges. Unter allen in Deutschland gelegenen Bergen dieses Namens ist er der zweithöchste, nach dem Feldberg im Schwarzwald.

Die Angaben zu seiner genauen Höhe liegen je nach Quelle zwischen 878 und Höhe (siehe Abschnitt Höhe). Mit einer Prominenz von 670 m (über dem Sattel bei Großen-Buseck nahe Gießen) und einer Dominanz von 101 km (gegen die Dammersfeldkuppe in der Rhön) ist er einer der markantesten Mittelgebirgsgipfel in Deutschland. Er ist nicht nur vom südlich gelegenen Rheintal und den meisten freien Aussichtspunkten im Hintertaunus, sondern auch vom Westerwald aus gut zu sehen und beherrscht dort den Südhorizont.

Das Feldbergmassiv, bestehend aus Großem Feldberg und dem nahen Kleinen Feldberg (), ist Bestandteil des Taunushauptkamms (Hoher Taunus oder auch Hochtaunus genannt).

Ab 1935 wurde der Berg zum Experimentiergebiet für die frühe deutsche Fernsehtechnik. Sein unbewaldeter Gipfelbereich ist seit langer Zeit ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel. Als Wintersportgebiet verliert er allerdings wegen abnehmender Schneesicherheit an Attraktivität.

Geographie mini|Blick vom Kemeler Rücken zum 32 km entfernten Großen Feldberg (Mitte), der das Panorama dominiert

Lage Der Große Feldberg erhebt sich im Naturpark Taunus und im Hochtaunuskreis innerhalb der Gemarkung des Ortes Niederreifenberg, der zur Gemeinde Schmitten im Taunus gehört, dessen Kernort nördlich des Bergs liegt. Oberursel liegt östlich, Kronberg südöstlich, Königstein südlich und Glashütten südwestlich. Knapp 1,4 km südsüdwestlich befindet sich der Kleine Feldberg, 2,85 km südöstlich der Altkönig ().

Naturräumliche Zuordnung Der Große Feldberg gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Taunus (Nr. 30) und in der Haupteinheit Hoher Taunus (301) zur Untereinheit Feldberg-Taunuskamm (301.3), wobei seine Landschaft nach Norden in die zur Haupteinheit Östlicher Hintertaunus (302) gehörende Untereinheit Pferdskopf-Taunus (302.6) und nach Süden in der Haupteinheit Vortaunus (300) und in der Untereinheit Altkönig Vorstufe (300.2) in den Naturraum Königsteiner Taunusfuß (300.20) abfällt.

Höhe mini|Tafel mit Berghöhe am Gipfelkreuz mini|Triangulationspunkt am Eingangsbereich des Fernmeldeturms Über die exakte Höhe des Großen Feldbergs finden sich auch in offiziellen Quellen unterschiedliche Angaben in einem Bereich, der mehrere Meter umfasst: Das Feldberg-Gipfelkreuz trägt eine Tafel mit der Angabe . Das Hessische Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation gibt in den Onlinekarten seines Geoportals folgende Höhen an: (Karte H200), (Kartengrafiken PG50 und PG25) und (TK25). Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) weist in den Onlinekarten seines Geoportals folgende Höhen aus: (M = 1:500.000), (M = 1:250.000, 1:100.000, 1:50.000 und 1:25.000) sowie (M = 1:10.000 und 1:5.000). Auf der Basis von Laserscanning-Daten wurde für den Feldberg eine Höhe von ermittelt. In der Literatur finden sich noch weiter abweichende Höhenangaben, etwa .

Weiterhin befindet sich am Eingangsbereich des Fernmeldeturms ein Triangulationspunkt.

Geologie Auf dem Plateau des Großen Feldbergs gibt es an vielen Stellen den für den Hohen Taunus typischen Taunusquarzit, wie er zum Beispiel auch am Goldgrubenfelsen an die Oberfläche tritt.

Klima Das Klima des Großen Feldbergs hebt sich deutlich vom Klima seiner Umgebung ab. Es ist kühler und auch feuchter als im Flachland. Temperaturunterschiede von 5 Grad und mehr sind keine Seltenheit. Aufgrund sogenannter Inversionswetterlagen ist es gelegentlich nachts milder als im Tal. Vor allem im Sommer ist es mit kaum 20 °C teilweise mehr als 5 °C kühler als im Flachland. Jährlich fallen etwa 1000 mm Niederschläge.

Der Große Feldberg liegt innerhalb des Heilklimaparks Hochtaunus.

Geschichte mini|links|Feldbergplateau (um 1868) mini|Feldberghaus (nach 1860) mini|Historische Ansichtskarte mit Feldberghaus anno 1902 Einer der ersten literarisch belegten Aufenthalte auf dem Großen Feldberg betrifft Johann Wolfgang von Goethe. In Dichtung und Wahrheit schreibt er: „Durch zufällige Anregung, sowie in zufälliger Gesellschaft stellte ich manche Wanderung nach dem Gebirge an, das von Kindheit an so fern und ernsthaft vor mir gestanden hatte. So besuchten wir Homburg, Kroneburg, bestiegen den Feldberg, von dem uns die weite Aussicht immer mehr in die Ferne lockte.“

Am 12. Juli 1786 fand unter Leitung des Wissenschaftlers Johann Andreas Benignus Bergsträßer ein Experiment mit dem Optischen Telegrafen statt. Mehrere Fürsten codierten am Feldberg Nachrichten mit Inhalten wie „Der Feind bricht auf“ oder „Marsch!“, die dann mit akustischen und optischen Signalen (Kanonen, Fackeln, Raketen) ins Tal geschickt und in Frankfurt am Main erfolgreich decodiert wurden. Die Nachrichtenübermittlung galt als Übungsmanöver gegen Frankreich, was einigen nicht an dem Experiment beteiligten deutschen Fürsten missfiel.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Große Feldberg vor allem für die Frankfurter Bevölkerung zu einem beliebten Ausflugsziel. Daher rief der „Frankfurter Turnvater“ Friedrich August Ravenstein die Kommission für die Erbauung eines Hauses auf dem Feldberg ins Leben, um ein Jugend- und Wanderheim sowie einen Aussichtsturm für die Turnausflügler errichten zu lassen. Nach der Grundsteinlegung 1859 wurde am 12. August 1860 mit dem ,Feldberghaus’ nach einem Entwurf des Architekten Heinrich Velde das erste feste Bauwerk auf dem Feldberg eingeweiht, das zehn Betten für Wanderer bot.

mini|Geodätischer Beobachtungspfeiler zur ersten europäischen Gradmessung von 1867 Bei der ersten europäischen Gradmessung im Jahr 1867 diente der Große Feldberg als Messpunkt. Daran erinnert ein auf dem Plateau stehender Triangulationspfeiler.

Im Jahr 1868 wurde im Feldberghaus unter dem Namen Bund der Feldbergläufer der erste deutsche Wanderverein gegründet, der heutige Taunusklub. Das Gasthaus (heute: Feldberghof) ist noch immer erhalten, in einem Raum des Restaurants befindet sich ein Standesamt.

Am 2. Dezember 1943 kollidierte ein Flugzeug der Luftwaffe, das auf dem Weg von Erfurt (Roter Berg) nach Frankfurt war, in dichtem Nebel mit dem Aussichtsturm. Auslaufendes Flugbenzin erzeugte einen Brand, der den Turm vollständig zerstörte. Elf Menschen verloren ihr Leben.

Der Große Feldberg ist beliebtes Ziel für Motorradfahrer, Wanderer, Fahrradfahrer und Ausflügler unter anderem aus dem Rhein-Main-Gebiet. Über mehrere Jahrzehnte wurde ein Teil des Plateaus als gebührenpflichtiger Parkplatz genutzt, später wurde an dessen Stelle eine Bushaltestelle mit Wendeschleife angelegt, die von Königstein und Oberursel-Hohemark aus mit der Linie 57 regelmäßig angefahren wird. Parkplätze für PKW befinden sich jetzt entlang der Zufahrtsstraßen.

Limes Über das Massiv des Großen Feldbergs verlaufen Abschnitte des Obergermanisch-Raetischen Limes – insbesondere auf seiner Nordflanke. Unweit südwestlich des Bergs befinden sich entlang des Limes Reste des römischen Kastells Kleiner Feldberg (Feldbergkastell) und nordöstlich jene des Kleinkastells Altes Jagdhaus.

Gipfelplateau mini|Blick vom Aussichtsturm auf das Plateau und zum Hintertaunus mit Brunhildisfelsen am Wiesenende (mittig) Auf dem waldfreien Plateau des Großen Feldbergs befindet sich eine umfassende Bebauung mit Sendeanlagen und Ausflugszielen.

Gipfelkreuz Seit November 2011 steht auf dem Feldberg ein Gipfelkreuz. Ermöglicht wurde das von einem Niederreifenberger Bürger und Unternehmer und vielen Helfern. Das rund 2,50 Meter hohe Kreuz besteht aus in Kreuzform gebogenen Edelstahlbändern und trägt in seiner offenen Mitte einen Quarzitbrocken. Am Fuß ist eine Informationstafel sowie ein Kasten mit einem Gipfelbuch angebracht.

In unmittelbarer Nähe des Kreuzes liegen die Bushaltestelle mit witterungsgeschützten Warteplätzen und seit dem 16. September 2009 der „Römer-Spielplatz“ für Kinder, der sich gestalterisch an römische Limeswachtürme anlehnt und Teil des Limeserlebnispfads ist.

Brunhildisfelsen mini|Blick vom Brunhildisfelsen am nördlichen Plateaurand Der am nördlichen Rand des Plateaus liegende Quarzit-Felsen wird im Volksmund Brunhildisfelsen genannt. Postkarten mit dieser Bezeichnung sind aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten. Dieser Name soll der Legende nach auf die Siegfried-Sage zurückgehen, da hier Brünhild einmal in Schlaf versetzt worden sein soll. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Felsen als Punkt einer Grenzbeschreibung der Bardo-Urkunde im Jahr 1043 als „lectulus Brunhildi“ (Bettlein der Brunhilde).

mini|hochkant|links|Aussichtsturm Großer Feldberg (rechts)

mini|Panorama von den Brunhildisfelsen mini|Brunhildenfelsen

Aussichtsturm Großer Feldberg Auf dem Plateau steht der 40 m hohe Aussichtsturm Großer Feldberg. Er wurde 1902 errichtet und unter anderem von Kaiser Wilhelm II. besucht. Im Inneren gibt es seit der Turmeinweihung ein Jugend- und Wanderheim des Taunusclubs mit Aufenthalts- und Seminarräumen sowie Übernachtungsmöglichkeiten.

Bei dem Flugzeugabsturz von 1943 entzündete auslaufendes Flugbenzin die Holzverkleidung des Turms, der vollständig abbrannte. Der Turm wurde 1949 durch den Hessischen Rundfunk wieder aufgebaut und mit einer Sendeanlage versehen.

Vom Turm, der gegen Eintritt betreten werden kann, fällt der Blick über den Taunus und unter anderem auch in das Rhein-Main-Gebiet mit der Skyline Frankfurts sowie zu den Nachbargebirgen (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden): Westerwald, Vogelsberg, Rhön, Spessart, Odenwald, Pfälzerwald, Nordpfälzer Bergland, Hunsrück und Eifel.

Falkenhof und Feldberghaus mini|Gipfelkreuz und Feldberghof (2012) Der Falkenhof auf dem Großen Feldberg ist eine im Juni 1965 gegründete Falknerei. Ursprünglich lag der Schwerpunkt in der Zucht von Greifvögeln, um insbesondere den Uhubestand in Deutschland zu sichern. Heute betreibt der Falkenhof eine Pflege- und Aufzuchtstation und versteht sich als Lehr-, Ausbildungs- und Informationsbetrieb. Er kann im Sommerhalbjahr gegen Eintritt besichtigt werden.

Der in den 1980er Jahren gebaute Feldberghof wurde 2019 geschlossen, bis 2022 baulich saniert und dann unter dem Namen Feldberghaus neu eröffnet. Im Feldberghaus befinden sich ein Restaurant, ein Seminarraum und das höchstgelegene Standesamt Hessens. Draußen betreibt der Pächter eine Terrasse und einen großen Biergarten.taunus.info (abgerufen am 21. November 2024)feldberghaus.com

Sendeanlagen mini|V. l. n. r.: Rohrmast, hr-Gebäude mit Sendemast, Aussichtsturm mit UKW-Reserveantennen, Alter Fernsehturm

Der auf dem Plateau 1937 errichtete Fernsehturm gehört zusammen mit dem 1936 gebauten Fernsehturm auf dem Brocken im Harz zu den ältesten Fernsehtürmen in der Geschichte des Fernsehens in Deutschland. Auf einem Sockel aus Stahlbeton war eine Holzkonstruktion aufgebaut, die zum Schutz der Sendeantennen vor Witterungseinflüssen diente. Der Turm wurde im Zweiten Weltkrieg militärisch genutzt und durch Bombentreffer fast vollständig zerstört. Nach Kriegsende verändert wieder aufgebaut, steht er heute wegen seiner einzigartigen Konstruktion unter Denkmalschutz.

Beim Wiederaufbau des Aussichtsturms nach dem Flugzeugabsturz von 1943 brachte der Hessische Rundfunk 1949 eine Sendeanlage auf dem Turm an. Diese dient heute noch als Reserveanlage für UKW.

Daneben existiert auf dem Großen Feldberg ein 116,17 m hoher, abgespannter Sendemast mit zugehörigen Gebäuden des Hessischen Rundfunks für die Verbreitung von Radio- und Fernsehprogrammen. Hörfunk wird auf UKW analog und im DAB+-Standard gesendet. Dazu kommen Sender für digitales Fernsehen im Standard DVB-T2 HD.

Im Fernmeldeturm, im Aussichtsturm sowie auf dem hr-Rohrmast sind außerdem einige Amateurfunkrelais untergebracht.

mini|links|Bergwacht des DRK

Bergwacht