Der Ruten-Lattich (Lactuca viminea) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lattich (Lactuca) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung mini|Die Achänen sind geschnäbelt und weisen einen Pappus mit ungefiederten, reinweißen Haaren auf. mini|Die Fruchtkörper der Achänen sind flach zusammengedrückt.

Vegetative Merkmale Der Ruten-Lattich ist ein zweijähriger, möglicherweise immergrüner Hemikryptophyt, der Wuchshöhen von 30 bis 60, selten bis zu 120 Zentimetern erreicht. Diese Halbrosettenpflanze bildet eine Rübe aus. Der Stängel ist aufrecht, gelblichweiß und markig und nach oben in zahlreiche verlängerte rutenförmige aufrecht-abstehende Äste geteilt.

Die Blattspreiten der untersten Laubblätter sind schrotsägeförmig fiederspaltig mit lanzettlichen oder linealischen, ganzrandigen oder gezähnelten Zipfeln, sie sind in den Blattstiel verschmälert. Die mittleren und oberen Laubblätter sind kleiner, fiederspaltig, haben am Grund zwei linealische Öhrchen und sind am Stängel herablaufend.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juli bis August. Die Blütenkörbe sind an den verlängerten Ästen ährig angeordnet. Die Korbhülle ist bei einer Länge von etwa 1 Millimetern walzlich. Die Hüllblätter sind dachig angeordnet; die äußeren sind eilanzettlich, die innersten linealisch; alle sind weiß berandet. Die Blütenkörbe enthalten nur fünf Zungenblüten. Die Zungenblüte sind blassgelb und auf dem Rücken rötlich überlaufen.

Die Achänen sind mit Schnabel 15 Millimeter lang, schwarz, gerieft, querrunzelig und allmählich in den Schnabel verschmälert.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.

Ökologie Auf dem Ruten-Lattich wurden die Pilze Erysibe cichoriacearum und Puccinia lactucarum beobachtet. Gallbildungen wurden durch Timaspis phoenixopodes hervorgerufen.

Vorkommen Der Ruten-Lattich kommt vor in Europa, den Kanaren, Nordafrika, Westasien, Turkmenistan und im Kaukasusraum. In Europa hat er ursprüngliche Vorkommen in Portugal, Spanien, Frankreich, Schweiz, Italien, früher auch in Deutschland, in Österreich, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, Ungarn, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, in der Ukraine und in der Türkei.

In Deutschland ist der Ruten-Lattich ausgestorben. Früher kam er in Sachsen an der Elbe sowie als unbeständiger Neophyt möglicherweise auch in Sachsen-Anhalt vor. In Österreich kommt er im Burgenland und in Niederösterreich vor; in der Schweiz im Kanton Wallis.

Der Ruten-Lattich wächst auf trockenen Felsfluren, in lückigen Trockenrasen und in Trockengebüschsäumen. Sie wächst in Gesellschaften der Ordnung Agropyretalia, aber auch der Klasse Festuco-Brometea oder des Verbands Geranion sanguinei.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).

Taxonomie und Systematik Die Erstveröffentlichung des Ruten-Lattichs erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 797 als Prenanthes viminea. Die Neukombination zu Lactuca viminea wurde 1819 durch Jan Svatopluk Presl und Karel Bořivoj Presl in Flora Cechica Seite 160 veröffentlicht. Je nach Autor gibt es einige Unterarten: Lactuca viminea subsp. chondrilliflora : Sie kommt in Marokko, Algerien, Tunesien, Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Kroatien vor. Lactuca viminea subsp. ramosissima : Sie kommt in Marokko, Spanien, Andorra, Frankreich, Korsika, Italien, Kroatien, Albanien, Griechenland und auf Inseln in der Ägäis vor. Lactuca viminea subsp. viminea: Sie kommt von Europa bis Pakistan vor.

Bilder

Literatur Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Spektrum Akademischer Verlag, München 2005, ISBN 3-8274-1496-2, S. 737.

Einzelnachweise

Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: W. Greuter, E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt Lactuca viminea In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 1129–1130. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9. Eckhard von Raab-Straube: Lactuca. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage, Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2019, ISBN 978-3-494-01700-6. S. 851.

Weblinks

Thomas Meyer: Lattich Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).

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