miniatur|Jeremias Gotthelf um 1844 Wie Joggeli eine Frau sucht ist eine kleine Erzählung von Jeremias Gotthelf, die im „Almanach Alpina auf das Jahr 1841“ in Solothurn erschien.Benutzte Ausgabe, S. 357

Inhalt Der reiche Junggeselle Joggeli besitzt im Bernbiet einen schönen Hof. Nachdem die Mutter gestorben ist, merkt der Bauer, es fehlt die Hausfrau. Bei der Wahl der rechten Ehefrau fürchtet Joggeli den Missgriff. Denn er weiß, die heiratsfähigen Mädchen verstellen sich in der Öffentlichkeit. So kündigt Joggeli eine Geschäftsreise ins Luzernerbiet an. Doch er zieht, als Kesselflicker kostümiert, durchs Bernbiet. Auf der Suche nach seiner zukünftigen Ehehälfte fragt Joggeli in verschiedenen Bauernhöfen „nach verlöcherten Pfannen und zerbrochenen Kacheln“. Zwei Mädchen – Rösi und Marei – zeigen ihr Wochentagsgesicht und bestehen die Tiefenprüfung des „Keßlers“ nicht. Dann aber findet Joggeli seine Anne. Das Mädchen merkt wohl, der junge Mann mit dem rußverschmierten Gesicht ist überhaupt kein Kesselflicker und schickt ihn fort. Dann aber träumt sie nachts von ihm. Joggeli kommt nach ein paar Tagen frisch gewaschen wieder und führt Anne heim.

Gotthelfs Moral: Käme öfter ein Kesselflicker, benähme sich manch heiratsfähiges Mädchen auch werktags manierlicher.

Stil Meistens kann der Satzsinn aus dem hochalemannischen Berndeutsch erraten werden.

Bärndütsch Standarddeutschkupen schmollenverflümeret von: verfluchtBschüttiloch Jauchegrubegrupeten kauertenfiseln herumlungernstotzen schlendernschnausen durchstöbernbranzen zankenertauben erzürnen Zyberligränne Sauertopf Krüsch Kleie stüpfen (stechend) stoßen Hudel Lump Ätti Vater plötschen tappen

Fehr ordnet den Text in Gotthelfs „Freier-Novellen“ ein.neben „Wie Christen eine Frau gewinnt“, „Segen und Unsegen“, „Michels Brautschau“ und „Der Besenbinder von Rychiswyl“ (Fehr, S. 147, 9. Z.v.u.)

Literatur Verwendete Ausgabe Wie Joggeli eine Frau sucht. Ein ländliches Bild. S. 88–105 in: Bibliothek deutscher Klassiker. Henri Poschmann: Gotthelfs Werke. In zwei Bänden. Bd. 1. Aufbau-Verlag Berlin 1982 (3. Aufl.). Textgrundlage: Gotthelf-Gesamtausgabe von Rudolf Hunziker und Hans Bloesch (München 1911) sowie die 20-bändige Ausgabe von Walter Muschg (Basel 1948)

Ausgaben Jeremias Gotthelf: Wie Joggeli eine Frau sucht. Jent & Gassmann, Solothurn 1841 in: Jeremias Gotthelf: Erzählungen und Bilder aus dem Volksleben der Schweiz. 5 Bde. Springer, Berlin 1850 Jeremias Gotthelf: Wie Joggeli eine Frau sucht. Wie Christen eine Frau gewinnt. H.R. Fretz, Zürich 1921. Mit Textillustrationen nach Holzschnitten von Otto Lüssi.

Sekundärliteratur Karl Fehr: Jeremias Gotthelf. Poet und Prophet – Erzähler und Erzieher. Zu Sprache, dichterischer Kunst und Gehalt seiner Schriften. 262 Seiten. Francke Verlag, Bern 1986, ISBN 3-317-01611-6

Weblinks

Der Text im Gotthelf-Projekt der Universität Bern

Einzelnachweise

Kategorie:Werk von Jeremias Gotthelf Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Schweiz) Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Erzählung