Die Pflicht, glücklich zu sein (französisch: Propos sur le bonheur) ist das im deutschsprachigen Raum mit Abstand bekannteste Buch des französischen Philosophen Emile-Auguste Chartier, veröffentlicht unter seinem Pseudonym Alain. Die Sammlung kurzer pointierter Betrachtungen zum Thema „Lebensführung“ stammt von 1925.Alain: Die Pflicht, glücklich zu sein, Ausgabe Bibliothek Suhrkamp 1979, S. 228 (Nachwort) Die erste deutsche Übersetzung kam 1960 heraus.

Titel Der deutsche Titel des Buches geht auf eine vielzitierte Bemerkung des schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson zurück: Keine Pflicht wird so sehr vernachlässigt wie die Pflicht, glücklich zu sein.

Charakter Von der Überzeugung geleitet, kein Mensch habe auf Erden einen schlimmeren Feind als sich selbst,Ausgabe 1979, S. 55 spielt Alain an alltäglichen Vorfällen den Gegensatz von negativem und positivem Denken durch – wie man heute sagen würde. Bei der Kunst, jeder Situation das Beste abzugewinnen, hilft ihm sein unerschütterlicher Glaube an die Willensfreiheit. „Wer reich werden will, wird reich.“ Er muss nur die dazu erforderlichen Schritte unternehmen.Ausgabe 1979, S. 74 Weiter hält der Sohn eines Tierarztes große Stücke auf den physiologischen Blickwinkel: ein verkrampfter Brustkorb wird die wenigsten Menschen zuversichtlich stimmen. Andererseits gibt er viel auf Formen: „Ein nackter Mensch ist zügellos.“Ausgabe 1979, S. 192 Wenn Alains Überlegungen weit über den bekannten Volksglauben hinausgehen, jeder sei seines Glückes eigener Schmied, dann aufgrund seiner wohltuend anschaulichen, schlichten, gleichwohl ungewöhnlich funkelnden Sprache. Sie schält von jedem Gegenstand, den sie umkreist, Einsichten und Anregungen wie von einem rohen Diamanten ab. Schon dieser „Abfall“ an Splittern hat den Rang von Aphorismen.

Zitat

Wirkung Die erste deutsche Ausgabe des Buches erschien 1960 im Düsseldorfer Karl Rauch Verlag. Schon ihr waren bis 1965 drei Auflagen beschieden. 1975 ging die Lizenz an Suhrkamp. In diesem Verlag erlebte und erlebt das Buch bis heute über ein Dutzend Auflagen.

Zur deutschen Erstausgabe schrieb der Spiegel, der Autor habe in den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg als der „feuilletonistische Moral-Lehrer des französischen Mittelstands“ gegolten, dessen Lebensstil mit der „Dritten Republik“ untergegangen sei. Zu den Heilmitteln, mit denen Alain den menschlichen Widrigkeiten zu Leibe rücke, zählten Gähnen, Tanzen und Gymnastik.

Ausgaben Alle derzeit verfügbaren Ausgaben (2011) übersetzte Albrecht Fabri aus dem Französischen und schrieb dazu auch ein Nachwort. Karl Rauch Verlag, Düsseldorf 1960 (EA) Suhrkamp Verlag, Frankfurt/M. 2005, ISBN 978-3-518-06821-2. Suhrkamp, Frankfurt/M. 2005, ISBN 3-518-01470-6 (Bibliothek Suhrkamp; 470). Suhrkamp, Frankfurt/M. 1982, ISBN 3-518-37359-5 (st; 859).

Einzelnachweise

Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (Französisch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Essay