Die 1. Garde-Reserve-Division war ein Großverband der Preußischen Armee im Ersten Weltkrieg. Ende Januar 1919 wurde sie aus Freiwilligen neu aufgestellt und im Rahmen des Grenzschutz Ost im Baltikum Baltikum und Polen eingesetzt. Die Auflösung erfolgte im Juli 1919.

Gliederung Kriegsgliederung 1914 Im August 1914 wurde die 1. Garde-Reserve-Division formiert. Die ursprüngliche Organisation war folgende:Cron et al., Ruhmeshalle

1. Garde-Reserve-Infanterie-Brigade 1. Garde-Reserve-Regiment 2. Garde-Reserve-Regiment Garde-Reserve-Jäger-Bataillon 15. Reserve-Infanterie-Brigade Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 64 Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 93 Garde-Reserve-Schützen-Bataillon Garde-Reserve-Dragoner-Regiment Garde-Reserve-Feldartillerie-Brigade 1. Garde-Reserve-Feldartillerie-Regiment 3. Garde-Reserve-Feldartillerie-Regiment 2. Kompanie/2. Brandenburgisches Pionier-Bataillon Nr. 28 3. Kompanie/2. Brandenburgisches Pionier-Bataillon Nr. 28

Kriegsgliederung 1918 Ab 1915 erhielten die meisten deutschen Divisionen eine so genannte triangulare Gliederung: eine aus drei Infanterie-Regimentern bestehende Infanterie-Brigade, Divisionsartillerie und übrige Divisionstruppen; im Gegensatz zu der bei Kriegsausbruch herrschenden Karree-Gliederung mit zwei Infanterie-Brigaden zu je zwei Infanterie-Regimentern. Ein Artilleriekommandeur ersetzte im Verlauf des Krieges das Artillerie-Brigade-Hauptquartier; die Kavallerie wurde reduziert und das Pionierkontingent erhöht. Darüber hinaus wurde eine Nachrichtenabteilung geschaffen. Die Gliederung der 1. Garde-Reserve-Division am 23. Februar 1918 spiegelt diese Veränderungen wider:

1. Garde-Reserve-Infanterie-Brigade 1. Garde-Reserve-Regiment 2. Garde-Reserve-Regiment Garde-Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 64 MG-Scharfschützen-Abteilung Nr. 70 1. Eskadron/Garde-Reserve-Dragoner-Regiment Garde-Artillerie-Kommandeur Nr. 8 1. Garde-Reserve-Feldartillerie-Regiment II. Abteilung/2. Garde-Reserve-Fußartillerie-Regiment Stab 2. Brandenburgisches Pionier-Bataillon Nr. 28 2. Kompanie/2. Brandenburgisches Pionier-Bataillon Nr. 28 3. Kompanie/2. Brandenburgisches Pionier-Bataillon Nr. 28 5. Garde-Minenwerfer-Kompanie Divisions-Nachrichten-Abteilung Nr. 401

Geschichte Die Division war eine Reserveformation des preußischen Gardekorps. Sie wurde mit der Mobilmachung im August 1914 gebildet und als Bestandteil des Garde-Reserve-Korps zunächst in Belgien und bereits im September als Verstärkung der 8. Armee in Ostpreußen eingesetzt. Im weiteren Kriegsverlauf kämpfte sie an der Ost- und ab Spätherbst 1915 wieder an der Westfront. Von der alliierten Aufklärung wurde sie als verlässliche Division eingeschätzt, die bereit war, unter Opfern die Stellung zu halten oder zurückzuerobern.Histories of Two Hundred and Fifty-One Divisions of the German Army which Participated in the War (1914–1918). Compiled from records of Intelligence section of the General Staff. American Expeditionary Forces, at General Headquarters. Chaumont, France 1919. (1920). S. 24–25.

Nach Kriegsende und Rückkehr in die Heimat wurde die Division Ende Januar 1919 in Berlin aus Freiwilligen neu aufgestellt und dem VI. Reserve-Korps unter Rüdiger von der Goltz im Baltikum zugeteilt. Im Frühling 1919 war sie der stärkste Verband der sogenannten Baltikumer, welche 1919 im Auftrag der Obersten Heeresleitung Grenzschutzoperationen an der Nordostgrenze Deutschlands übernahmen und ab März 1919 im Lettischen Unabhängigkeitskrieg eingesetzt wurden.Bernhard Sauer: Vom „Mythos eines ewigen Soldatentums“. Der Feldzug deutscher Freikorps im Baltikum im Jahre 1919. In: ZfG 43 (1995), S. 869–902, hier S. 876. Erster Generalstabsoffizier der Division während des Baltikumeinsatzes war Friedrich von Rabenau.Wilhelm Lenz: Die deutsche Reichspolitik, das Bermondt-Unternehmen und die Deutschbalten 1918/1919. In: Boris Meissner, Dietrich André Loeber, Detlef Henning (Hrsg.): Die deutsche Volksgruppe in Lettland während der Zwischenkriegszeit und aktuelle Fragen des deutsch-lettischen Verhältnisses. Bibliotheca Baltica, Tallinn 2000, ISBN 9985-800-21-4, S. 15–39, hier S. 21.

Gefechtskalender 1914 20. August --- Maasübergang in Andenne 22. bis 25. August --- Eroberung von Namur 26. August bis 3. September --- Transport nach dem Osten 26. August bis 3. September --- Reserve der OHL 5. bis 15. September --- Schlacht an den Masurischen Seen 8. bis 9. September --- Schlacht an der Alle 28. September --- Gefecht bei Jendrzejow 30. September --- Gefecht bei Kielce 1. Oktober --- Gefecht bei Bzin 4. bis 5. Oktober --- Gefechte bei Opatów und Radom 9. bis 20. Oktober --- Schlacht bei Iwangorod 22. bis 28. Oktober --- Kämpfe an der Pilica 5. November bis 15. Dezember --- Kämpfe bei Czenstochau 15. bis 16. Dezember --- Gefecht bei Piotrkow 18. Dezember bis 10. Januar --- Schlacht an der Rawka-Bzura 18. Dezember --- Rceczyia 19. bis 20. Dezember --- Lubocz ab 21. Dezember --- Kämpfe bei Rceczyia-Lubocz

1915 bis 10. Januar --- Kämpfe bei Rceczyia-Lubocz 10. bis 13. Februar --- Gefechte bei Sierpe 14. bis 17. Februar --- Gefechte bei Racionz und Drobin 18. Februar bis 26. Juni --- Stellungskämpfe bei Racionz 19. bis 21. Februar --- Gefechte bei Radzanowo-Bromierz 1. bis 9. März --- Gefechte bei Plock 13. bis 17. Juli --- Durchbruchschlacht bei Przasnysz 13. Juli --- Durchbruch bei Zberoz-Wengra 15. Juli ---Durchbruch bei Sjeljona 16. Juli --- Filipy 17. Juli Erstürmung der Chelchy-Stellungen 18. bis 22. Juli --- Verfolgungskämpfe zum unteren Narew 23. Juli bis 3. August --- Schlacht am Narew 24. Juli --- Einnahme von Pultusk 25. bis 26. Juli --- am Prut und bei Ciepielin 4. August --- Erstürmung der feindlichen Stellungen an der Bahnlinie Passjeki-Ponikiew-Goworowo 4. bis 7. August --- Schlacht am Orz-Bach 7. August --- Maidan-Wonsewo-Trynosy 8. bis 10. August --- Schlacht bei Ostrow 11. bis 12. August --- Schlacht bei Tschishew-Sambrow 12. August --- Erstürmung von Godlewo-Slup 13. bis 18. August --- Verfolgungskämpfe am oberen Narew und Nurzec 19. bis 25. August --- Schlacht bei Bielsk 19. bis 21. August --- Kämpfe am Biala-Abschnitt 22. August --- Erstürmung der Höhen von Topczykaly 23. bis 24. August --- Kämpfe an der Orlanka 26. August bis 5. September --- Verfolgungskämpfe am Swislocz und an der Naumka-Werecia 5. September --- Kämpfe bei Szylowice und Szewki 6. bis 7. September --- Schlacht bei Wolkowyszk 8. bis 12. September --- Schlacht an der Zelwianka und am Njemen 12. bis 17. September --- Schlacht an der Szczara und Jelnia 17. bis 27. September --- Verfolgungskämpfe in den litauischen Sümpfen 28. September bis 4. Oktober --- Stellungskämpfe an der Beresina, Olschanka und Krewljanka 4. bis 15. Oktober --- Transport nach dem Westen ab 5. Oktober --- Reserve der OHL im Raume der 6. Armee

1916 bis 8. Mai --- Reserve der OHL im Raume der 6. Armee 9. Mai bis 23. Juni --- Stellungskämpfe in Flandern und Artois 24. Juni bis 7. Juli --- Erkundungs- und Demonstrationsgefechte 7. bis 27. Juli --- Stellungskämpfe in Flandern und Artois 27. Juli bis 19. August --- Schlacht an der Somme 24. August bis 9. September --- Schlacht an der Somme 10. September bis 3. November --- Reserve der 1. bzw. 4. Armee 4. bis 18. November --- Schlacht an der Somme ab 19. November --- Stellungskämpfe an der Somme

1917 bis 15. März --- Stellungskämpfe an der Somme 16. bis 23. März --- Kämpfe vor der Siegfriedfront 23. März bis 1. April --- Stellungskämpfe in Flandern und Artois 2. April bis 20. Mai --- Frühjahrsschlacht bei Arras 21. bis 30. Mai --- Stellungskämpfe in Flandern und Artois 31. Mai bis 6. Juni --- Reserve der Heeresgruppe „Kronprinz Rupprecht“ 7. Juni --- Schlacht bei Wytschaete und Messines 7. bis 12. Juni --- Schlacht in Flandern 12. Juli bis 31. Dezember --- Stellungskämpfe in Flandern und Artois 15. bis 27. August --- Kämpfe bei Lens

1918 1. Januar bis 26. Februar --- Stellungskämpfe in Flandern und Artois 26. Februar bis 15. März --- Reserve der OHL 16. bis 20. März --- Aufmarsch zur Großen Schlacht in Frankreich 21. März bis 6. April --- Große Schlacht in Frankreich 9. bis 18. April --- Schlacht bei Armentières 1. Mai bis 4. August --- Stellungskämpfe in Flandern und Artois 5. bis 20. August --- Kämpfe vor der Front Ypern-La Bassée 21. August bis 2. September --- Schlacht bei Monchy-Bapaume 2. September --- Kämpfe bei Dury und Villers-lez-Cagnicourt 3. bis 26. September --- Kämpfe vor der Siegfriedfront 27. September bis 8. Oktober --- Abwehrschlacht zwischen Cambrai und St. Quentin 9. Oktober bis 4. November --- Kämpfe vor und in der Hermannstellung 5. bis 11. November --- Rückzugskämpfe vor der Antwerpen-Maas-Stellung ab 12. November --- Räumung des besetzten Gebietes und Marsch in die Heimat Dezember --- Schutz von Berlin

1919 Januar --- Schutz von Berlin und Personelle Neuaufstellung aus Freiwilligen Februar bis Mai --- Verlegung per Schiff von Stettin nach Kurland, Aufmarsch und Operationen Tauwetter und Eisgang in Kurland Mai bis Juli --- Verlegung zu Grenzschutz Ost nach Polen Juli --- Auflösung und Rückkehr des 2. Garde-Infanterie-Regiments (Freikorps Plehwe) ins Baltikum

Kommandeure Dienstgrad Name DatumGeneralmajor/GeneralleutnantViktor Albrecht1. August 1914 bis 23. Januar 1917GeneralmajorPaul Tiede24. Januar 1917 bis 10. Juni 1919

Literatur Ruhmeshalle unserer Alten Armee. Herausgegeben auf Grund amtlichen Materials des Reichsarchivs. Militär-Verlag. Berlin 1927. S. 82–83.

Einzelnachweise

Reservedivision, Garde #:1 Reservedivision #:1 Kategorie:Lettischer Unabhängigkeitskrieg Kategorie:Gegründet 1914 Kategorie:Aufgelöst 1919