mini|hochkant|Grimme-Preisträger Eric Friedler bei der Verleihung 2014 Eric Friedler (* 20. Juni 1971 in Sydney, Australien) ist ein deutsch-australischer Fernsehjournalist, Regisseur, Reporter und Buchautor. Er wurde für seine Dokumentationen und Dokumentarspiele mehrfach auch international ausgezeichnet; seine Features und Filme gelten teilweise als „Fernsehklassiker“.
Leben Nach seinem Abitur in Köln volontierte Eric Friedler in den USA bei der deutsch-jüdischen Exilzeitung „Aufbau“ und arbeitete dort auch für verschiedene Radio-Stationen und Printmedien. Vor seinem Wechsel 2002 zum NDR arbeitete Friedler mehrere Jahre als Redakteur und Reporter für das Politmagazin Report des SWR. Für die ARD entwickelte und betreute er seitdem etliche Dokumentar-, Spiel- und Fernsehfilme. Der von ihm mitentwickelte erste Hamburger Tatort mit Mehmet Kurtuluş als türkischstämmiger Kommissar erhielt 2009 den Grimme-Publikumspreis.
Von 2010 bis 2021 leitet er beim NDR die Abteilung Dokumentarfilm, Dokudrama & Sonderprojekte im Programmbereich Kultur & Dokumentationen als Nachfolger von Horst Königstein. Darüber hinaus veröffentlichte er unter anderen die Bücher Zeugen aus der Todeszone: Das jüdische Sonderkommando in AuschwitzEric Friedler, Barbara Siebert, Andreas Kilian: Zeugen aus der Todeszone: Das jüdische Sonderkommando in Auschwitz, Lüneburg, Klumpen Verlag, 2002; München, Deutscher Taschenbuch Verlag, ungekürzte, aktualisierte Ausgabe, 2005. und zusammen mit Peter Loewy das Kochbuch Bagels. Für seine Produktionen und Filme wurde Friedler als Regisseur und Drehbuchautor vielfach international und national ausgezeichnet, unter anderen mehrfach mit dem Deutschen Fernsehpreis und dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. 2016 wurde Eric Friedler für seinen Film Aghet – Ein Völkermord mit dem armenischen Staatspreis ausgezeichnet. Aghet (armenisch: Die Katastrophe) thematisiert den Völkermord an den Armeniern von 1915/16.
Von 2021 bis 2023 war Friedler als Hauptabteilungsleiter für Dokumentationen beim SWR zuständig. Seit Januar 2024 ist er Geschäftsführer und Programmleiter des Haus des Dokumentarfilms (HDF). Zusammen mit Manfred Hattendorf bildet er den HDF-Vorstand.
Rezeption Nach Meinung des FAZ-Journalisten Franz Josef Görtz ist Friedler von den Görtz bescheinigt ihm .Görtz: Der besessenste aller Rechercheure. Auf Faz.net, abgerufen am 20. Juni 2011.
Filmografie (Auswahl) 1995: Der Partisan 1997: Fremde Welten im Herzen 1997: Die Angst sprang mit (ARD-Dokumentation) 1998: Blutige Beute. Das SS-Raubgold und die verschwundenen Akten (SWR-Dokumentation) 1999: SS Kriegsverbrecher aus dem Allgäu (SWR-Reportage) 1999: Das Tribunal 2000: Aktenzeichen Massenmord 2000: Verstümmelt 2000: Zeugen aus der Todeszone 2001: Dr. Illegal – Deutsche Doktortitel gegen Geld 2001: Sattes Land, hungrige Kinder? – Wenn die Kleinsten für Essen anstehen. (SWR-Dokumentation) 2003: Konvoi in den Tod – Die Amerikaner und ein Massaker in Afghanistan. (NDR-Reportage) 2004: Für Allah in den Tod (ARD/NDR-Reportage) 2005: Der Kreml – Im Herzen Russlands (NDR-Dokumentation) 2007: Das Schweigen der Quandts 2009: Berlin 36 2010: Aghet – Ein Völkermord 2011: Die Olympia IntrigeNorddeutscher Rundfunk: Die Olympia Intrige. Das Doppelleben der Dora Ratjen. 2012: Der Sturz – Honeckers EndeNDR Fernsehen: Der Sturz. Honeckers Ende 2012: Ein deutscher Boxer (NDR-Dokumentation) 2012: Nichts als die Wahrheit – 30 Jahre Die Toten Hosen 2013: The Voice of Peace – Der Traum des Abie Nathan beim ARD-Fernsehen, abgerufen am 7. Januar 2014.Rezension von Michael Hanfeld in der FAZ vom 7. Januar 2014, S. 31 (Der Pirat, der unter der Friedensflagge segelte) 2014: Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K.? (ARD-Dokumentation) 2015: Der Clown (ARD-Dokumentation) 2016: Sklaven der Gaskammer (ARD-Dokumentation) 2018: Eskimo Limon – Eis am Stiel. Von Siegern und Verlierern oder Die bittersüße Geschichte einer unendlichen Filmproduktion (NDR-Dokumentation) 2018: It Must Schwing – The Blue Note Story – die Geschichte von Francis Wolff und Alfred Lion und ihrem Jazz-Plattenlabel Blue Note.Offizielle Website zum Film, abgerufen am 26. September 2018 2020: Wim Wenders – Desperado (zusammen mit Andreas Frege) 2026: Die Toten Hosen – Das letzte Album (SWR-Dokumentation)
Preise und Nominierungen (Auswahl) 2000: Ekotop Umweltpreis / Beste Reportage 2003: Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis / Förderpreis für Fernsehjournalismus 2003: Houston Film Festival / Gold Special Jury Award / Beste Dokumentation 2003: SONY International Impact Award 2003: Rory Beck Award for hard News für Afghan Massacre: The Convoy of death 2005: Axel-Springer-Preis / 1. Platz für beste Reportage 2006: New York Film Festival / Beste Dokumentation 2007: Norddeutscher Filmpreis / Beste Dokumentation 2008: Deutscher Fernsehpreis / Beste Dokumentation 2008: Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus 2008: Houston Film Festival / Platinum Award 2009: New York Film Festival / World Gold Medal / Beste Dokumentation 2009: Grimme-Publikumspreis / Tatort: Auf der Sonnenseite 2010: Deutscher Fernsehpreis / Beste Dokumentation 2011: Humanitarian Award, ARPA Filmfestival, Los Angeles 2011: New York Film Festival / World Gold Medal / Beste Dokumentation 2011: Grimme-Preis / Beste Dokumentation 2011: Robert-Geisendörfer-Preis in der Kategorie Fernsehen (Buch und Regie von Aghet – Ein Völkermord) 2012: Goldene Spectra 2013: Grimme-Preis / Ein deutscher Boxer 2014: Grimme-Preis / The Voice of Peace 2014: Grimme-Publikumspreis / The Voice of Peace 2020: Rose d’Or Award/ Wim Wenders, Desperado
Weblinks
Aghet - Ein Völkermord, YouTube-Video, 2012, 1:31:36 Std. ARD-Erstsendung am 9. April 2010
Einzelnachweise
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