Brünst (fränkisch: „Brinst“E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 55.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.

Geografie Lage Unmittelbar südlich des Weilers entspringt der Schaltenbach, der rechte Oberlauf des Pulverbachs. 0,5 km westlich liegen die Waldgebiete Birkenschlag und Lehrberger Holz, 0,75 km nördlich grenzt das Waldgebiet Zimmerlach an. Unmittelbar nördlich des Orts verläuft die Kreisstraße AN 21, die nach Birkenfels (2 km nordwestlich) bzw. zur Staatsstraße 2255 bei Schmalach führt (0,3 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Ballstadt (1,7 km westlich) bzw. zur St 2255 (0,8 km südöstlich).

Gemarkung Die Gemarkung Brünst hat eine Fläche von 12,225 km². Sie ist in 1237 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9882,47 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Ballstadt, Gödersklingen, Kühndorf, Röshof, Schmalach, Walkmühle und Wüstendorf.

Geschichte Der Ort wurde 1222 als „Brunst“ erstmals urkundlich erwähnt. Aus dem Ortsnamen kann geschlossen werden, dass die Flur und die Siedlung durch Abbrennen von Wald entstanden ist (→ Brunst).

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Brünst 5 Anwesen (2 Höfe, 1 Halbhof, 1 Gütlein, 1 Schmiedgut) und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hofkastenamt Ansbach. Alle Anwesen hatten den Ansbacher Rat als Grundherrn.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 843.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 454. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.

1806 kam Brünst an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Brünst gebildet, zu dem Ballstadt, Birkenfels, Gödersklingen, Kühndorf, Röshof, Schmalach, Walkmühle und Wüstendorf gehörten. Die Ruralgemeinde Brünst entstand 1811Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach (1919 in Finanzamt Ansbach umbenannt). 1836 wurde Birkenfels nach Kettenhöfstetten umgemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 948. Ab 1862 gehörte Brünst zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1870 beim Landgericht Ansbach, von 1870 bis 1879 war das Stadt- und Landgericht Ansbach zuständig, seit 1880 ist es das Amtsgericht Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 982. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 12,215 km². Am 1. Januar 1978 wurde Brünst Im Zuge der der Gebietsreform in Bayern in den Markt Lehrberg eingegliedert.

Baudenkmäler Zwei mittelalterliche Grenzsteine, der sogenannte kleine und große Markmann, vielleicht Jagdgrenzsteine der Ansbacher Markgrafen und Freiherren von Crailsheim, beide in Gestalt eines aufrecht stehenden Menschen, aus Blasensandstein: Kleiner Markmann am Waldweg (Kirchweg) von Brünst nach Wernsbach Großer Markmann südöstlich von Brunst, 300 m westlich der Kreisstraße

Bodendenkmäler In der Gemarkung Brünst gibt es sechs Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Brünst Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 391 448 443 433 451 457 472 449 424 395 376 395 377 371 386 397 392 377 360 611 592 532 418 363HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 72 72 81 77 79 80 72 72 74 Quelle Für die Gemeinde Brünst zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Ballstadt (S. 7), Birkenfels (S. 10), Gödersklingen (S. 30), Kühndorf (S. 51), Neumühle (S. 63), Röshof (S. 76), Schmalach (S. 81) und Wüstendorf (S. 105).

Ort Brünst Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2008Einwohner 47 47 47 56 43 40 40 64 44 36 28 38 Häuser 7 7 8 8 7 8 8 8 Quelle

Religion Brünst ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Margaretha (Lehrberg) gepfarrt. Einige Anwesen waren bis 1829 nach St. Johannes (Wernsbach bei Ansbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Lehrberg) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1222 Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach