60px|verweis=|alt=60px|verweis=|alt= Die Bremer Zeitungen erschienen seit dem 17. Jahrhundert zumeist regelmäßig. In chronologischer Folge wird die Herausgabe von periodisch erscheinenden Zeitungen in Bremen und Bremerhaven sowie im Bremer Territorium bei einem Bezug auf Bremen als Herzogtum, als Bundesland und auf seine Städte dargestellt.

17. und 18. Jahrhundert Die Geschichte der Zeitungen beginnt nach der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg (1445) am Beginn des 17. Jahrhunderts, als in Deutschland um 1615 die Frankfurter Postzeitung entstand und 1650 in Leipzig die Einkommende Zeitungen als erste Tageszeitung erschien. Im 18. Jahrhundert erlebten vor allem die Zeitschriften eine Blütezeit; Tageszeitung blieben noch eine Ausnahme. Vornehmlich Anzeigenblätter wurden in Bremen herausgegeben. Erst am Ende des 18. Jahrhunderts steigert sich in Bremen die Bedeutung der Aktualitätenzeitung als Vorläufer der Tageszeitung. Ein Vorläufer war die Maurer-Zeitung von 1654, als ältestes Presseerzeugnis in Bremen gedruckt, ein einmaliges Extrablatt, das als öffentlicher Anschlag mit dem „Bericht Eroberung der Burgk betreffend“ vom Sieg der Bremer „Krieges-Leuthe“ über die Schweden in Bremen-Burg schrieb.Weser-Kurier im Archiv vom 5. November 1957: „Burgk zu Nachtes erobert“. In Bremen erscheinen folgende Zeitungen:

mini|hochkant|Bremer Wöchentliche Nachrichten von 1743

Die Ordinari Postzeitung erschien zwischen 1632 und 1641 und wurde von Mitgliedern der Familie Köhler gedruckt. Die Dingstägige Post-Zeitung erschien um 1692/1694 bis 1741 als Aktualitätenzeitung und wurde von Hermann Brauer gedruckt. Die erste Bremer Zeitung kam im Anschluss der Post-Zeitung von 1741 bis 1812 (nach anderen Angaben ab 1742)digiPress-Zeitungsliste heraus und war auch eine Aktualitätenzeitung, die von der Witwe Brauer und dem Ratsdrucker Meier herausgegeben und gedruckt wurde. Die Wöchentlichen Frag- und Anzeigungsnachrichten erschienen um 1741 und 1742. Die Bremer Wöchentliche Nachrichten folgten vom 7. Januar 1743 bis zum 31. Dezember 1853, mit Unterbrechung in der Franzosenzeit. Im 19. Jahrhundert gelang es Gustav Bernhard Schünemann (1815–1865), dieses Anzeigenblatt zu übernehmen. Die Neuen Beiträge zum Vergnügen des Verstandes und Witzes wurden als wöchentliche Zeitschrift unter dem Begriff Bremer Beiträge bekannt. Die Zeitschrift wurde 1744 vom Schriftsteller Karl Christian Gärtner gegründet; sie erschien in Bremen und Leipzig u. a. im Verlag Nathanael Saurmann.

19. Jahrhundert Am Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Bremer Wöchentliche Nachrichten und die Bremer Zeitung die bedeutenden Blätter in der Region. Neben den Anzeigenzeitungen nahm nun die Bedeutung der Tageszeitungen ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zu; so wurde auch die Bremer Nachrichten zur Tageszeitung. Die größten Verleger – auch von Zeitungen – wurden Carl Schünemann und seine Erben sowie Leopold von Vangerow an der Wesermündung. Die Provinzial-Zeitung und die Nordsee-Zeitung prägten ab 1852 bzw. 1866 zunehmend die Zeitungslandschaft in Geestemünde, Lehe und das erst 1827 gegründete Bremerhaven; die Orte waren noch lange Zeit selbständige Gemeinden. Eine Vielzahl von kleinen Blättern belebten oft nur kurzzeitig den Markt. Erst nach dem Ende des Sozialistengesetzes im Deutschen Kaiserreich durfte in Bremen 1890 von der SPD die Bremer Bürger-Zeitung herausgegeben werden. Es erschienen im 19. Jahrhundert: Das Journal du Département des Bouches du Weser erschien in deutscher Sprache als Zeitung des Departements der Weser-Mündungen und in französischer Sprache in der Bremer Franzosenzeit. Am 1. Februar 1812 erfolgte der Erlass des Kaiserreichs Frankreich, dass nur diese Zeitung im Départements des Bouches du Weser erscheinen durfte, die bis zum 26. Oktober 1813 herauskam. Das Journal wurde von der 1810 gegründeten Druckerei Schüneman sowie von Heyse und Jöntzen gedruckt. Die erste Neue Bremer Zeitung entstand 1813 aus dem Journal. Auch sie wurde von 1813 bis 1815 von Schünemann gedruckt. Die Rechte an der Zeitung gingen an die Buchhandlung Heyse über. Die zweite Bremer Zeitung entstand aus der Neuen Bremer Zeitung und erschien von 1815 bis 1848. Herausgeber der liberalen Zeitung für Norddeutschland war der Verleger Johann Georg Heyse. Sie ging an die Gebr. Jänecke aus Hannover über und aus ihr entwickelte sich dann seit 1872 der Hannoversche Kurier. Eine Zeitung aus dem Feldlager wurde 1813 von dem Generalmajor Friedrich Karl von Tettenborn herausgegeben. Der Deutsche Beobachter war vorübergehend 1814 für ein Jahr von Hamburg nach Bremen verlegt worden. Der Bürgerfreund bzw. Bremer Bürgerfreund erschien wöchentlich von 1814 bis 1866, bis 1842 bei der Druckerei Georg Jöntzen danach beim Verlagsbuchhändler und Drucker Wilhelm Wulff. Die Zeitschrift mit gemischten Inhalten befasste sich mit der bremischen Kulturgeschichtsforschung und druckte verschiedene Lithografien. Das Bremer Unterhaltungsblatt gab es von 1820 bis 1857. Das Bremische Magazin wurde von 1830 bis 1834 von F. Donandt herausgegeben. Der Bremer Kirchenbote kam wöchentlich von 1832 bis 1847 in der Buchhandlung Wilhelm Kaiser heraus. rechts|240 px|Kopfzeile der Bremerleher wöchentlichen Anzeigen Nr. 71/1843Die Bremerleher wöchentliche Anzeigen kamen 1842 als Wochenblatt heraus, hießen ab 1846 Wöchentliche Anzeigen für Lehe, Umgegend und Land Wursten, ab 1848 Der Mitteiler an der Unterweser, ab 1861 Volksblatt an der Nordsee und ab 1862 Volksblatt an der Weser. Das Blatt war ein Anzeigenblatt und zeitweise auch Intelligenzblatt mit auch politischen Nachrichten. Herausgeber war der propreußische Drucker Paul Friedrich Lamberti, der in Lehe und dann in Bremerhaven residierte. Obwohl das Blatt in Lehe herausgegeben wurde, um das Versagen einer Genehmigung von Bremen zu umgehen, war es überwiegend für den Bereich von Bremerhaven bestimmt. Die Zeitung wurde 1869 an die Nordsee-Zeitung verkauft. Die Weser-Zeitung erschien von 1844 bis 1942 im Schünemann Verlag (1918 bis 1923: Bremer Zeitungsverlag, 1923: Verlag Weser-Zeitung). Sie war ein liberales Wirtschafts- und Handelsblatt. Von 1886 bis 1917 (†) war Emil Fitger ihr bedeutender Chefredakteur. Der Courier an der Weser erschien von 1846 bis 1906 und hieß von 1863 bis 1886 nur Courier und von 1886 bis 1906 Bremer Courier. Verleger war bis 1904 N.A. Ordemann und bis 1906 die Bremer Zeitungsgesellschaft. Die Wochenzeitschrift für Vegesack und Umgebung war von 1846 bis 1859 ein Intelligenzblatt und von 1860 wurden unter dem Namen Vegesacker Wochenzeitschrift auch politischen Nachrichten gemeldet. 1885 ging sie an die Norddeutsche Volkszeitung über. Politische Wochenschrift für die Gegend der Unter-Weser und Elbe hieß 1849 ein liberales antipreußisches Blatt des Verlegers Horney, das Lamberti in Lehe druckte. Der Bremer Beobachter erschien von 1849 bis 1855 und ging in das Bremer Tageblatt über. Das Vegesacker Wochenblatt kam von 1849 bis 1860 heraus. Die zweite Neue Bremer Zeitung erschien von 1849 bis 1853 als konservatives Blatt und wurde bis 1851 (wie schon zuvor die Bremer Zeitung von 1815 bis 1848) von Johann Georg Heyse und bis 1853 von Georg Hunckel gedruckt. Die Tageschronik brachte von 1849 bis 1851 Georg Hunckel heraus. In dem demokratischen Blatt berichtete der Theologe und Revolutionär Rudolph Dulon. Der Bremer Volksfreund wurde von 1849 bis 1851 als Zeitschrift und 1852 als demokratische Zeitung gedruckt. Das Bremer Handelsblatt erschien von 1851 bis 1883. Von 1861 bis 1866 war Arwed Emminghaus Redakteur der Zeitung. Das Wochenblatt für Bremerhaven und Umgebung erschien von 1852 bis 1854 durch den Verlag von J. G. Heyse. Die Provinzial-Zeitung übernahm das Blatt 1854. rechts|240 px|Kopfzeile der Provinzial-Zeitung vom 3. Nov. 1864 rechts|140 px Die Provinzial-Zeitung war von 1852 bis 1926 zugleich der Anzeiger für den Königlichen Obergerichts-Bezirk Lehe. I. W. Möller aus Lehe druckte und verlegte den pro hannoverschen Anzeiger. 1854 kaufte J. G. Heyse die Zeitung und schon 1855 wurde die Buchhandlung Heyse vom Buchdrucker Otto Remmler und vom Verleger Leopold von Vangerow übernommen. 1889 ging das Blatt an Otto Remmler jun. Ab 1926 hieß die Zeitung Wesermünde Neueste Nachrichten. mini|Schriftzug der Bremer Nachrichten Die Bremer Nachrichten kamen erstmals als Nachfolgezeitung für die Bremer Wöchentliche Nachrichten seit 1854 als Anzeigenblatt heraus. Sie soll, unter Einbezug der Bremer Wöchentliche Nachrichten, die drittälteste noch erscheinende Zeitung in Deutschland sein. Als Tageszeitung erschien sie von 1871 bis 1944 und seit dem 19. September 1949. Herausgeber war bis 1974 der Schünemann Verlag, der die dahin liberal-konservative Zeitung an die Weser-Kurier GmbH verkaufte. Die Bremer Nachrichten verloren ab den 1980er Jahren zunehmend ihre Eigenständigkeit (siehe auch bei Weser-Kurier, 1945). Das Bremer Fremdenblatt war von 1854 bis 1860 erhältlich und wurde von G. Hunkel verlegt und gedruckt. Die Morgen-Zeitung auch (allgemeine) Wochen-Chronik kam 1854 und 1855 im Verlag und Druck von Ordemann heraus. Das Bremer Tageblatt war von 1855 bis 1859 Nachfolger des Bremer Beobachters. Es wurde von Heinrich Strack verlegt und gedruckt. Das Correspondenzblatt für Bremerhaven erschien seit 1856 und wurde wie die Provinzial-Zeitung von Leopold von Vangerow herausgegeben. Die Bremer Wochenzeitung wurde 1859 von Moritz Lindemann erstellt. Der Telegraph erschien von 1859 bis 1863, seit 1859 bei Schünemann. Er wurde an den Courier an der Weser von Ordemann verkauft. Das Volksblatt an der Nordsee wurde von 1861 bis 1869 – ab 1862 mit dem Namen Volksblatt an der Weser – von Lamberti verlegt und gedruckt (s. o. 1842 bei Bremerlehe). Der Grenzbote war von 1862 bis 1872 das Amtsblatt der Ämter Blumenthal und Lilienthal und wurde von W. Vonnoh verlegt und gedruckt. Er wurde 1872 Teil der Wochenschrift für Vegesack und Umgebung, die als Vegesacker Wochenschrift bis 1885 bestand. Die Bremer Morgenpost von 1863 bis 1870 war aus dem Telegraph hervorgegangen. Das liberale Blatt hatte wechselnde Verleger. Das Bremer Kirchenblatt wurde von 1865 bis 1928 von der Bremischen Evangelischen Kirche wöchentlich herausgegeben. Danach kamen von 1929 bis 1931 die Bremer kirchlichen Monatshefte und von 1928 bis 1941 die Bremer Kirchenzeitung heraus. rechts|240 px|Kopfzeile der Nordsee-Zeitung vom 7. Jan. 1871 Die Nordsee-Zeitung wurde 1866 vom Ortsvorsteher Johann Bohls und von A. E. Lachmann in Geestemünde gegründet. Die erst bürgerlich-freisinnige und dann deutsch-nationale Zeitung wurde 1901 an die Provinzial-Zeitung von Geestemünde verkauft. 1947 erhielten Bruno Stöwsand und Walter Gong von der US-Militärregierung die Lizenz, die Nordsee-Zeitung neu herauszugeben. 1949 übernahm Kurt Ditzen wieder die Leitung des Verlages, der bis 1945 die Nordwestdeutsche Zeitung herausgegeben hatte. Die Zeitung trägt deshalb diesen Namen heute noch im Untertitel. Von September 1949 an arbeitete die Nordsee-Zeitung bis Anfang der 1970er Jahre mit den bürgerlichen Bremer Nachrichten zusammen. Die Nordsee-Zeitung erscheint heute mit einer verkauften Auflage von über 60.000 Exemplaren (2010). (Weiteres siehe auch bei der Nordwestdeutsche Zeitung von 1895) Die Bremerhavener Zeitung – Organ für das gesamte Unterwesergebiet gab der Redakteur F. Dannemann und Albers als freisinnige Zeitung von 1874 bis 1877 heraus. Das Bremer Fremdenblatt erschien nach 1854 bis 1860 nun erneut von 1874 bis 1875 im Verlag Adolph Schmidt und Heinrich Frese druckte das Blatt. Das Bremer Montagsblatt von 1874/75 wurde von Johannes Ordemann verlegt und gedruckt. Das Volksblatt in Bremen erschien 1875 bis 1878 als freisinniges Blatt in Verlag und Druck bei Adolf Feldmann.