Die Lizenz für Verkehrspiloten in mehrköpfigen Flugbesatzungen (MPL) (von englisch ) ist eine Berufspilotenlizenz. Sie ergänzt die Berufspilotenlizenz (CPL) und die Verkehrspilotenlizenz (ATPL).JAR-FCL 1.001 Beruflich Tätiger Pilot (Professional Pilot)
Die theoretische Ausbildungsphase gleicht derjenigen der ATPL,JAR-FCL 1.520 Theoretische Kenntnisse während die praktischen Phasen im Vergleich zu den anderen beiden Lizenzen stärker auf die Tätigkeit in einem 2-Mann-Cockpit ausgerichtet sind. Somit können die Flugschüler zielgerichteter auf den Linienbetrieb vorbereitet werden. Die Lizenz wurde 2006 von der ICAO eingeführt,, abgerufen am 4. Mai 2011. zeitgleich dazu wurden in Zusammenarbeit der JAA und ECA europäische Richtlinien erarbeitet.ECA zum MPL, European Cockpit Association, abgerufen am 6. Juni 2011 In Deutschland wurden im Jahr 2008 die rechtlichen Grundlagen geschaffenJAR-FCL 1 deutsch Amendment 7, vom 17. November 2008 und 2009 vom LBA umgesetzt., abgerufen am 4. Mai 2011.JAR-FCL 1 deutsch Amendment 7 rechtswirksam ab 1. Februar 2009 Die Lizenz ist vorwiegend als ab-initio-Ausbildung angedacht,, ICAO Air Navigation Bureau, abgerufen am 17. Oktober 2012 Vorkenntnisse sind daher nicht erforderlich.
Die Lizenz mini|Die Schulung von Sozialkompetenzen zur Erhöhung der Sicherheit in Airlinecockpits ist eine wichtige Prämisse des MPL(A) Konzept Threat und Error Management (TEM) Mit dem Prinzip des Threat und Error Management (TEM) soll vermieden werden, dass es aufgrund mangelhafter Sozialkompetenz zu Störungen und Unfällen kommt. Die Trainingsziele definieren sich aus fest gelegten Leistungskriterien und Anweisungen über Verhaltensmuster. Für Fluggesellschaften ist diese Form der Ausbildung näher an der Praxis in einem Zweimanncockpit.JAR-FCL MPL(A) 1.530 Praktische Fähigkeiten
Aufteilung der Ausbildung Die praktische Ausbildung umfasst vier PhasenAnhang 1 zu JAR-FCL 1.520 und 1.525 Durchgehende Ausbildung für MPL(A) (11) FlugausbildungAnhang 1 zu JAR-FCL 1.520 und 1.525 Durchgehende Ausbildung für MPL(A) (17) Flugausbildung in synthetischen Flugübungsgeräten, Joint Aviation Authorities, abgerufen am 9. Mai 2011 und erfolgt in der Regel in verschiedenen Ausbildungsinstitutionen. Zunächst beginnt der Aspirant seine Grundlagenausbildung bei einem Ausbildungsbetrieb für Flugausbildung (ATO),JAR-FCL 1.055 Ausbildungsbetriebe und registrierte Ausbildungseinrichtungen (a) Flight Training Organisation (FTO) um die VFR- sowie Grundlagen der IFR-Fliegerei zu erlernen. Die Vertiefung der IFR-Ausbildung und die Qualifikation zum Erhalt der Musterberechtigung erfolgt dann in einem Ausbildungsbetrieb für Musterberechtigungen (TRTO)JAR-FCL 1.055 Ausbildungsbetriebe und registrierte Ausbildungseinrichtungen (b) Type Rating Training Organisation (TRTO) und wird nach dem Erhalt der Lizenz durch ein sogenanntes Linetraining bei einer Airline abgeschlossen.
Proof-of-Concept
Durch das Proof-of-Concept-Projekt wird die Lizenz und die Ausbildung einer Prüfung und Bewertung unterzogen, um festzustellen, ob die Lizenz erweitert oder verbessert werden muss. Dies geschieht, indem die Leistungen der Schüler genau dokumentiert und anschließend von der ICAO ausgewertet werden.
Voraussetzungen und Rechte
Flugschüler
Bewerber müssen mindestens 18 Jahre alt seinJAR-FCL 1.500 Mindestalter und ein gültiges Tauglichkeitszeugnis Klasse 1 besitzen.JAR-FCL 1.505 Flugmedizinische Tauglichkeit Die Ausbildung führt zur MPL-Lizenz, also einer Instrumentenflugberechtigung, die auf Flugzeuge mit einem 2-Mann-Cockpit beschränkt ist: Der Inhaber kann als Copilot eines mehrmotorigen, turbinengetriebenen Flugzeuges mit einer durch die Musterzulassung vorgeschriebenen Mindestflugbesatzung von zwei Piloten nach Sicht- und Instrumentenflugregeln tätig werden.JAR-FCL MPL(A) 1.510 Abschnitt (a) Voraussetzungen und Rechte
Fluglehrer Der Ausbilder muss zusätzlich zur FI(A)-Berechtigung mindestens 500 Stunden Flugerfahrung (davon mindestens 200 Stunden Lehrerfahrung) besitzen und damit die gleichen Anforderungen eines CPL-Fluglehrers erfüllen, um in der Grundausbildung (erste Phase) unterrichten zu dürfen.
Die Tätigkeit in der Aufbaustufe (zweite Phase) erfordert einen MPL-TrainingskursJAR-FCL 1.310 Abschnitt (d) (1) Zusätzliche Anforderungen an Lehrberechtigte oder Inhaber einer Anerkennung für eine Ausbildungstätigkeit in einem MPL(A)-Lehrgang, 1500 Flugstunden im Flugbetrieb mit mehreren Besatzungsmitgliedern sowie eine CRM-SchulungJAR-OPS 1.945 Abschnitt (a) (9) Umschulung und Überprüfung des Betreibers respektive dessen spezifischer Fortbildungskurse.JAR-FCL 1.330 Abschnitt (g) Rechte und Anforderungen zur Durchführung der Flugausbildung für den Erwerb einer MPL(A)
In den letzten beiden Phasen (Mittelstufe und Fortgeschrittenenstufe) sowie im Linetraining wird die Ausbildung von TRIs durchgeführt,JAR-FCL 1.405 Abschnitt (c) Anerkennung für die Ausbildung auf synthetischen Flugübungsgeräten (SFI(A)/MPA)-Rechte welche die Schulungen zur Ausbildung für diese Phasen absolviert haben.
Theoretische Ausbildung mini|MPL(A)-Theoriebescheinigung des Luftfahrt-Bundesamts Es werden die gleichen Themen wie in einer ATPL-Ausbildung behandelt, die in mindestens 750 Unterrichtsstunden vermittelt werden.Anhang 1 zu JAR-FCL 1.520 und 1.525 Durchgehende Ausbildung für MPL(A) (9) Theoretische Kenntnisse Dadurch müssen bei einer späteren Umschreibung keine weiteren Theorieprüfungen abgelegt werden. Nachfolgende FächerJAR-FCL 1.470 (a) Inhalt von theoretischen Prüfungen, LBA Homepage, abgerufen am 3. Mai 2011 sind Inhalt der Theorieausbildung, die an einem durch die Luftfahrtbehörde genehmigten Ausbildungsbetrieb für Flugausbildung (ATO) nachzuweisen sind:
010 Air Law (Luftrecht) 021 Airframe / Systems / Powerplant (Flugzeugstruktur / Systeme / Triebwerke) 022 Instrumentation (Instrumentierung) 031 Mass & Balance (Beladung & Schwerpunkt) 032 Performance Aeroplane (Flugzeugleistung) 033 Flight Planning and Monitoring (Flugplanung) 040 Human Performance (Menschliches Leistungsvermögen) 050 Meteorology (Meteorologie) 061 General Navigation (Allgemeine Navigation) 062 Radio Navigation (Funknavigation) 070 Operational Procedures (Betriebsverfahren) 080 Principles of Flight (Aerodynamik) 091 VFR Communication (VFR Sprechfunkverfahren) 092 IFR Communication (IFR Sprechfunkverfahren)
Die letzten beiden Fächer werden im Rahmen der dreitägigen LBA-Prüfung als „bestanden“ gewertet, wenn zuvor die Flugfunkzeugnisse AZF und BZF I erworben wurden.
Praktische Ausbildung mini|Joint Aviation Authorities MPL Training Scheme Der praktische Teil besteht aus vier Phasen, die sich auf mindestens 240 FlugstundenJAR-FCL 1.515 Flugerfahrung (davon wiederum mindestens zehn Stunden Soloflugzeit) verteilen sowie dem abschließenden Linetraining., abgerufen am 4. März 2014. Der Rest des Ausbildungssyllabus wird im Rahmen der LeistungskriterienJAR-FCL 1.001 Leistungskriterien (Performance Criteria) von den Flugschulen festgelegt. Es werden sowohl Pilot-Flying- (PF) als auch Pilot-Not-Flying-(PNF)-Stunden anerkannt, der Umfang der jeweiligen Phasen bleibt den Flugschulen freigestellt.
Core Phase (Fliegerische Grundausbildung) In der ersten Phase werden Grundlagen des Fliegens (Cockpitabläufe, Standard-Navigationsverfahren sowie die Basis des Instrumentenfluges) erlernt mindestens im Umfang der Privatpilotenlizenz (PPL). Dem Ausbildungsbetrieb steht es frei, ob die Schüler eine PPL-Prüfung absolvieren, um zusätzlich die Rechte eines Privatpiloten wahrnehmen zu können. Durch das Crew Ressource Management Training werden Fertigkeiten der Sozialkompetenz wie situative Aufmerksamkeit, Führungsverhalten und Entscheidungsfindung trainiert, was sich über die ganze Ausbildung erstreckt. mini|FNPT-II-Verfahrenstrainer
Basic Phase (Aufbaustufe) In der zweiten Phase der Ausbildung sammelt der Anwärter Erfahrungen als Pilot-Flying und Pilot-Not-Flying im Zweimann-Cockpit (Multi-Crew). Für den Erwerb der Instrumentenberechtigung sind Überlandflüge nach Instrumentenregeln durchzuführen und die Vorgehensweisen bei möglichen Störungen zu trainieren. Für diese erfolgen auch gesonderte Übungen auf einem FNPT-II-Simulator. mini|Die letzten beiden Phasen finden auf Full-Motion-Flugsimulatoren statt
Intermediate Phase (Mittelstufe) Das Training mit mehreren Besatzungsmitgliedern auf einem mehrmotorigen Flugzeug mit Turbinenantrieb findet in der dritten Phase der MPL-Ausbildung statt. Zur praktischen Unterstützung wird auf einem Full Flight Simulator (z. B. A320/B737) Level D trainiert. Als PF/PNF fliegen die Pilotenanwärter standard operating procedures (vereinheitlichte Cockpitabläufe der Fluggesellschaft) unter verschiedenen Flugbedingungen, trainieren Call-outs und üben den professionellen Umgang mit Checklisten. Die Koordination durch das Crew Ressource Management Training wird weiter gefestigt. Im Anschluss erfolgt das Line Orientated Flight Training (LOFT), basierend auf der Durchführung der Übungen im Simulator.
Advanced Phase (Fortgeschrittenenstufe) Musterberechtigung Diese Stufe dient dem Erwerb der Musterberechtigung (MPA; engl. Type Rating).JAR-FCL 1.001 Flugzeuge mit zwei Piloten (Multi-Pilot Aeroplane) Sie wird auf die Anforderungen und Standards der Fluggesellschaft abgestimmt, bei welcher der Teilnehmer den letzten Teil seiner Ausbildung absolviert. Während des Type Ratings vertiefen die Piloten ihre Kenntnisse im Full Flight Simulator. Sie trainieren normal und abnormal Procedures (Standardverfahren für den normalen Betrieb und für Notfallsituationen) sowie die aktive Zusammenarbeit im Cockpit. Im Rahmen des Platzrundentrainings müssen die Piloten zwölf Starts und Landungen (Touch-and-Goes) unter Aufsicht eines Lehrberechtigten der Airline durchführen.
Line Flying Under Supervision (LIFUS) Nach der Vollendung der Musterberechtigung erhält der Pilot seine Lizenz, mit der er bei der Airline den letzten Abschnitt seiner Ausbildung mit einem Linetraining abschließt. Der Bewerber ist hierbei an die konkrete Airline gebunden.Anhang 1 zu JAR-FCL 1.520 und 1.525 Durchgehende Ausbildung für MPL(A) (18/19) Praktische Fähigkeiten
MPL im deutschsprachigen Raum (A, CH, D) Airline Einführung Geplante Dauer Flugschule (FTO) Standorte Trainingsflotte Betrieb zur Musterzulassung (TRTO) Musterberechtigung Stationierung Vom Schüler zu tragende Kosten Lufthansa Group 2009* 24 Monate Lufthansa Aviation Training Bremen EDDW, Goodyear KGYR Cirrus SR20, Cessna Citation CJ1+ Lufthansa Flight Training A320, E-Jet, CRJ900 abhängig von übernehmender Airline der Lufthansa Group 80.000 € Condor, TFC Käufer MPL-Ausbildung für Condor, abgerufen am 21. Januar 2025 2014 24 Monate TFC Käufer Essen EDLE Pipistrel Velis Electro, Cessna 152, Grob G 115, Piper PA-28TFC Käufer A320/A321 Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt, München, Leipzig 89.000 € Swiss, SAT-Homepage, abgerufen am 17. Mai 2011 2008* 21 Monate Swiss Aviation Training Ltd. Grenchen LSZG, Vero Beach KVRB Diamond DA40NG, Piper PA-28 Warrior, Piper PA-44 Seminole, Diamond DA42 Swiss Aviation Training Ltd, Lufthansa Flight Training A320, C-Series Zürich LSZH 30.000 CHF für SchweizerInnen / 54.000 CHF für EU/EFTA-Staatsbürger Austrian 2017* 24 Monate Lufthansa Aviation Training Bremen EDDW, Goodyear KGYR, Rostock ETNL Cirrus SR20, Diamond DA42 Lufthansa Flight Training A320, Embraer 195 Wien LOWW 40.000 € * MPL eingestellt, aktuell ATPL Lizenz (Stand 21. Januar 2025)
Kritik Die MPL-Lizenz war aufgrund ihrer Struktur und ihrer im Vergleich zu den anderen Lizenzen begrenzten Möglichkeiten Kritik ausgesetzt:Bericht zum MPL, Vereinigung Cockpit e. V., abgerufen am 13. Mai 2011
Flugstunden