Lettweiler ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Nahe-Glan an.

Geographie Das noch weitgehend erhaltene Straßendorf liegt im Nordpfälzer Bergland in einem Seitental des Glan. Im Norden befindet sich Odernheim am Glan, im Osten Obermoschel, im Süden Unkenbach und westlich liegt Rehborn.

Etwa drei Kilometer (Luftlinie) östlich des Ortskerns liegt die zu Lettweiler gehörende, von Mennoniten begründete Siedlung Neudorferhof. Ebenfalls zur Gemeinde zählt der Wohnplatz Nachtweiderhof.

Geschichte Der Ort wurde um das Jahr 1194 unter dem Namen „Litwilre“ erstmals urkundlich erwähnt. Werner II. von Bolanden hatte das Dorf vom Mainzer Erzbischof zu Lehen. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Herrschaftsverhältnisse mehrmals.Wilhelm Fabricius: Die Herrschaften des unteren Nahegebietes: der Nahegau und seine Umgebung. Bonn: Behrendt, 1914, S. 429 (dilibri.de).

Im Jahr 1603 wurde das Dorf von Nassau-Saarbrücken an Pfalz-Zweibrücken abgetreten, bei dem es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts blieb.

Von 1798 bis 1814 gehörte der Ort zum Kanton Obermoschel im Departement Donnersberg.

Nach dem Wiener Kongress kam Lettweiler 1816 zum Rheinkreis im Königreich Bayern, wo es in der Pfalz (Bayern) bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs verblieb. Bei der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform 1969 wurde es vom Landkreis Rockenhausen in den Landkreis Bad Kreuznach umgegliedert.

mini|Mennonitenkirche auf dem Neudorferhof Die evangelische bzw. die römisch-katholischen Kirchengemeinden Lettweilers (Pfarramt Odernheim/Dekanat Obermoschel) gehören zur Evangelischen Kirche der Pfalz und zum Bistum Speyer. Seit 1889 befindet sich im Ortsteil Neudorferhof eine Mennonitenkirche, deren Gemeinde über die Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Mennonitengemeinden zur Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland gehört. Im Jahr 2019 gehörten ihr 28 Mitglieder anMennonitisches Jahrbuch 119 (2020), S. 184.; in dieser Zahl sind Kinder und Jugendliche nicht enthalten, da Mennoniten nur Menschen taufen bzw. als Mitglieder aufnehmen, die dieses nach ihrer persönlichen Entscheidung wünschen.

Statistik zur Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Lettweiler, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 382 1835 466 1871 529 1905 509 1939 380 Jahr Einwohner 1950 426 1961 339 1970 311 1987 241 2005 249 Jahr Einwohner 2011 224 2017 205 2022 204 Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Lettweiler besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Volker Wagner wurde am 26. Juni 2019 als Nachfolger von Hans-Werner Lamb Ortsbürgermeister von Lettweiler. Da bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 kein gültiger Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der sich auf seiner konstituierenden Sitzung für Volker Wagner entschied. Da auch für die folgende Direktwahl am 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, lag die Aufgabe einer Neuwahl erneut beim Rat, der den bisherigen Bürgermeister am 12. Juli 2024 für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigte.

Wirtschaft und Infrastruktur Lettweiler besitzt eine alte Weinbautradition. Die Weinberge gehören zum Weinbaugebiet Nahe.

In Lettweiler gibt es einen Sportplatz und eine Mehrzweckhalle. Im Südosten verläuft die Bundesstraße 420. In Staudernheim ist ein Bahnhof der Bahnstrecke Bingen–Saarbrücken.

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Lettweiler Liste der Naturdenkmale in Lettweiler

Weblinks

Website der Ortsgemeinde Lettweiler Lettweiler auf den Seiten der Verbandsgemeinde Nahe-Glan

Einzelnachweise

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