thumb|Blick auf Reiffelbach von den Stufen der protestantischen Kirche

Reiffelbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Nahe-Glan an.

Geographie Das Haufendorf liegt am gleichnamigen Reiffelbach östlich des Glan im Nordpfälzer Bergland. Im Norden befinden sich Meisenheim und Callbach, im Osten Schmittweiler, im Süden Becherbach und westlich liegt Odenbach.

Etymologie Der Siedlungsname ist gebildet aus dem Grundwort Bach und dem althochdeutschen Personennamen Rîfilo, einer Verkleinerungsform des Namens Rîfo bzw.Hrîffo, was mit „Raureif“, „Tau“ zu übersetzen ist. Der Ortsname bedeutet also „Bach des Rîfilo“.

Geschichte Die älteste erhaltene Erwähnung von Reiffelbach stammt von 1293 und findet sich in einer Urkunde des Grafen Heinrich I. von Veldenz für den Ritter Eberhard von Odenbach, der ein Drittel des Zehnten zu Reiffelbach als Veldenzer Lehen besaß. Die Ritter von Odenbach waren auch im 14. Jh. die Inhaber des Zehnten in Reiffelbach.Pöhlmann, Regesten Veldenz, S. 166f Nr. 319 (um 1370), 320 (um 1370) u. 321 (1404 Nov 24). Auch das Kloster Otterberg war im Ort begütert.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (540).

In einem vermutlich um oder vor 1383 entstandenen Fehdebrief des Dietz von Wachenheim an die Stadt Worms wurde unter seinen zahlreichen niederadligen Helfern auch ein Peter von Ryffelbach genannt. In einem weiteren Fehdebrief gegen Worms von 1389 tritt ein Frank von Ryffelbach auf. Im 15. Jh. erbten die Edelknechte Lyfried von Heppenheim das Odenbacher Lehen mit dem Reiffelbacher Zehnten.Pöhlmann, Regesten Veldenz, S. 163 Nr. 310 (1406 Dez 27) u. Nr. 311 (1440 Jan 14). In einer Seelgerätstiftung des Henne Lifrid von Heppenheim aus dem Jahr 1401 wurden erstmals die Kirche mit Heilig-Kreuz-Patrozinium und die Dorfgemeinde Reiffelbach erwähnt. Die Kirche, der vermutlich eine andere Kapelle als Vorgänger vorausging,Anthes, 700 Jahre Reiffelbach, S. 132f. war eine Filiale der Pfarrei Meisenheim und wurde seelsorgerisch von den Johannitern der Meisenheimer Kommende betreut. Die heutige Kirche in Reiffelbach stammt aus dem Jahr 1849.Anthes, 700 Jahre Reiffelbach, S. 144.

Nach dem Wiener Kongress gehörte Reiffelbach zum Rheinkreis im Königreich Bayern, wo es bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs verblieb. Bei der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform 1969 wurde Reiffelbach vom Landkreis Kusel in den Landkreis Bad Kreuznach umgegliedert. In kirchlicher Hinsicht gehört Reiffelbach weiterhin zur Evangelischen Kirche der Pfalz und zum Bistum Speyer.

Bevölkerung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Reiffelbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 264 1835 339 1871 368 1905 324 1939 279 1950 326 Jahr Einwohner 1961 316 1970 304 1987 258 2005 253 2022 229

Politik und Verwaltung Gemeinderat Der Gemeinderat in Reiffelbach besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Hubert Rhode wurde am 31. Oktober 2024 Ortsbürgermeister von Reiffelbach. Da für eine am 10. November 2024 angesetzte Direktwahl kein gültiger Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat. Dieser entschied sich einstimmig für Hubert Rhode.

Rhodes Vorgänger Gerhard Geib hatte das Amt 2014 übernommen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 90,78 %Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: . und nach der Kommunalwahl 2024 bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 23. Juli 2024 durch einstimmige Wahl des Rates jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden. Nur wenige Tage nach dieser Wiederwahl verstarb er jedoch unerwartet, wodurch eine Neuwahl erforderlich wurde.

Gemeindewappen

Wirtschaft und Infrastruktur Durch den Ort führt die L 380. Im Norden verläuft die Bundesstraße 420. In Staudernheim ist ein Bahnhof der Nahetalbahn.

Literatur

Siehe auch mini|hochkant|Prot. Kirche in Reiffelbach Liste der Kulturdenkmäler in Reiffelbach Weblinks

Reiffelbach auf den Seiten der Verbandsgemeinde Nahe-Glan

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bad Kreuznach