Kleine Talmudtraktate: Sowohl zum palästinischen wie zum babylonischen Talmud gibt es noch eine Anzahl von Traktaten, die außerhalb des talmudischen Ordnungsrasters geblieben sind („kleine Talmudtraktate“ / „kleinere Talmudtraktate“ / „außerkanonische Traktate“ – da sie nicht die Autorität des eigentlichen babylonischen Talmuds besitzen / „kleine Traktate“ – „klein“ eher im Sinn geringerer Autorität, nicht notwendig im Sinn eines geringeren Umfangs, gewöhnlich abgedruckt am Ende der Ordnung Nesiqin).

Man teilt die kleineren Traktate in zwei Gruppen: sieben selbständige Schriften und sieben thematische Sammlungen von Halachot zu bestimmten Themenkreisen.

Die sieben selbständigen Schriften Mesusah Teffilin Tzitzit Awadim über Sklaven und Sklavenrecht Gerim Proselyten Kutim über die Samaritaner

Die „kleinen Traktate“ Abot de R. Natan (auch Awot Rabbi Nathan) ein Paralleltraktat zu den Sprüchen der Väter Soferim über Schreibvorschriften und Schriftlesung der Torah oder des Tanach Ebel Rabbati bzw. „Smachot“ / „Semachot“ über Trauerbräuche (wörtlich: „Freuden“, ein Euphemismus für Trauerfälle) Kallah Rabbati Derech Eretz Rabbah Derech Erez Zuta

Literatur Günter Stemberger: Einleitung in Talmud und Midrasch, 9., vollständig neubearbeitete Auflage. C.H. Beck, München 2011, ISBN 3-406-62289-5.

Kategorie:Talmud