mini|alt=Porträtgemälde Thomas Jeffersons, gemalt im Jahr 1800 von Rembrandt Peale|Thomas Jefferson (Rembrandt Peale, 1800) rahmenlos|zentriert|hochkant|klasse=skin-invert-image

Thomas Jefferson (* Bei Jeffersons Geburt galt noch der Julianische Kalender, und der 2. April ist auch auf seinem Grabstein als Geburtsdatum vermerkt. „Begangen“ wird sein Geburtstag dennoch im Allgemeinen am 13. April. in Shadwell bei Charlottesville, Colony of Virginia; † 4. Juli 1826 auf Monticello bei Charlottesville, Virginia) war einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten, von 1801 bis 1809 der dritte amerikanische Präsident und der hauptsächliche Verfasser der Unabhängigkeitserklärung sowie einer der einflussreichsten Staatstheoretiker der Vereinigten Staaten. Von 1797 bis 1801 war er außerdem der zweite amerikanische Vizepräsident.

Jefferson war einer der Gründer der Demokratisch-Republikanischen Partei der Vereinigten Staaten. In seine Zeit als Präsident fielen der Kauf von Louisiana, die Lewis-und-Clark-Expedition und ein fehlgeschlagenes Handelsembargo gegen Großbritannien und Frankreich.

Er gilt als „Vater der Universität von Virginia“, und seine Privatbibliothek war der Grundstock für den Wiederaufbau der Library of Congress nach dem Krieg von 1812. Sein Denken und Handeln war von den Prinzipien der Aufklärung bestimmt. Er setzte sich für eine Trennung von Religion und Staat, für eine große Freiheit des Einzelnen und für eine starke föderale Struktur der Vereinigten Staaten ein. Zur Sklaverei hatte Jefferson ein zwiespältiges Verhältnis: Als Pflanzer besaß er selbst Sklaven, äußerte sich aber mehrfach gegen die Institution. Auch seine Ansichten bezüglich der Indianer waren zwiespältig.

Darüber hinaus trat Jefferson als Architekt hervor. Bekannte Bauten sind sein Wohnsitz Monticello und die Universität von Virginia, die beide seit 1987 zum UNESCO-Welterbe gehören.Unesco World Heritage Center: Monticello and the University of Virginia in Charlottesville, abgerufen am 3. November 2012

Werdegang mini|hochkant|Jeffersons älteste Tochter Martha Jefferson Randolph

Familie und Erziehung Thomas Jefferson wurde als Sohn einer wohlhabenden und alteingesessenen Familie in Virginia geboren. Sein Vater war der Pflanzer Peter Jefferson (1708–1757), seine Mutter Jane Randolph Jefferson (1720–1776) entstammte der einflussreichen Familie der Randolphs (siehe unter anderem Peyton Randolph). Zu ihren Vorfahren gehörte der Augsburger Täufermärtyrer Eitelhans Langenmantel (1480–1528).Thomas Jefferson und die Weinreben aus Rhein–Main. Magazin USA; abgerufen am 26. Juli 2013 Die Vorfahren des Vaters von Thomas Jefferson stammten ursprünglich aus Wales.Merrill D. Peterson: The Jefferson Image in the American Mind. S. 421.

Jefferson hatte neun Geschwister, von denen zwei tot auf die Welt kamen. Er hatte ein gutes Verhältnis zu seinem Vater und war stolz auf ihn.R.B. Bernstein: Thomas Jefferson, S. 2. Anfangs wurde er von Privatlehrern unterrichtet und besuchte Privatschulen. 1760 wechselte er zum College of William & Mary in Williamsburg, das er 1762 abschloss. Anschließend studierte er Jura bei dem bekannten Anwalt und Politiker George Wythe. Ab 1767 praktizierte er selbst als Anwalt. Am 1. Januar 1772 heiratete er Martha Wayles Skelton (1748–1782). Sie hatten sechs Kinder, von denen vier früh verstarben und mit Martha „Patsy“ Jefferson Randolph (1772–1836) und Mary „Polly“ Jefferson Eppes (1778–1804) zwei das Erwachsenenalter erreichten. Seine Frau verstarb 1782 nach zehn Jahren Ehe, 33 Jahre alt. Wegen ihrer Kinder hatte sie Jefferson gebeten, nicht mehr zu heiraten; sie selbst hatte schlechte Erfahrungen mit ihren eigenen Stiefmüttern gemacht.William G. Hyland Jr.: Martha Jefferson: An Intimate Life with Thomas Jefferson. S. 1. Er zog die Kinder in seiner Zeit als Botschafter in Paris groß. Nach dem Tod seiner jüngeren Tochter Mary im Alter von nur 25 Jahren verband ihn eine enge Beziehung mit seiner älteren Tochter Martha, die zwischen 1801 und 1809 als First Lady galt. Später trennte sie sich von ihrem Ehemann Thomas Mann Randolph und lebte bei Jefferson in Monticello. In seinen letzten Jahren kümmerte sie sich aufopferungsvoll um ihren Vater. Historische Forschung und mehrere DNA-Untersuchungen zu Ende des 20. Jahrhunderts belegen, dass Jefferson während der langjährigen Zeit seiner Witwerschaft mehrere Kinder mit seiner Haussklavin Sally Hemings zeugte.Annette Gordon-Reed: Thomas Jefferson and Sally Hemings: An American Controversy. University of Virginia Press, Charlottesville 1998.The DNA legacy of Thomas Jefferson. In: BioRxiv, 21. September 2026, doi:10.64898/2026.09.18.752809.

Politische Karriere bis zum Ende des Unabhängigkeitskrieges mini|Der Entwurf einer Unabhängigkeitserklärung wird dem Kontinentalkongress vorgelegt. Gemälde von John Trumbull (um 1816).

In den 1770er Jahren erwarb sich Jefferson einen guten Ruf als Anwalt und Politiker. Er war Abgeordneter im House of Burgesses, der zweiten Kammer des virginischen Parlamentes. 1774 veröffentlichte er A Summary View of the Rights of the British America.Zu finden u. a. auf yale.edu; abgerufen am 31. Juli 2007 Diese Streitschrift, die als Instruktion für die virginischen Delegierten beim Kontinentalkongress gedacht war, machte ihn zu einem einflussreichen Vordenker der amerikanischen Patrioten, die sich gegen bestimmte Formen der britischen Besteuerung wandten.

1774 wurde Jefferson zum Abgesandten Virginias im Kontinentalkongress ernannt. Dort gehörte er dem Komitee an, das die Unabhängigkeitserklärung der Kolonien ausarbeiten sollte. Dieses Komitee beauftragte Jefferson, einen ersten Entwurf der Erklärung anzufertigen. Einige Verbesserungsvorschläge zu diesem Entwurf kamen von John Adams und Benjamin Franklin, und auch der Kongress selbst beschloss einige Änderungen. Trotzdem gilt Jefferson als Hauptautor der Erklärung.Noble E. Cuningham: Jefferson vs. Hamilton, S. 12f.

Ende 1776 kehrte Jefferson nach Virginia zurück, wo er wieder in das Bürgerhaus gewählt wurde. Als Abgeordneter arbeitete er auf eine groß angelegte Reform des virginischen Rechtssystems hin. Er verfasste in drei Jahren 126 Gesetzesentwürfe und setzte sich dabei unter anderem für die Abschaffung der Primogenitur, für Religionsfreiheit und für eine Reform des Strafrechts sowie des Bildungswesens ein. Unterstützt wurde er dabei unter anderem von George Wythe, James Madison und George Mason. Americanrevwar.homestead.com; abgerufen am 31. Juli 2007

1779 wurde er zum Gouverneur von Virginia gewählt. Seine Amtszeit von 1779 bis 1781 war geprägt von den Auswirkungen des Unabhängigkeitskrieges. Die Briten marschierten zweimal in den Staat ein und besetzten für kurze Zeit die spätere Hauptstadt Richmond. Vom Vorwurf, nicht genug für die Sicherheit der Stadt getan zu haben, sprach ihn eine parlamentarische Untersuchungskommission frei.

mini|hochkant=0.8|links|Jefferson während seiner Zeit als Botschafter in Frankreich (auf einem Besuch in London, Mather Brown, 1786) Danach zog er sich zunächst aus der Politik auf sein Anwesen Monticello zurück. Dort verstarb seine Frau am 6. September 1782 bei der Geburt ihres sechsten Kindes Lucy Elisabeth. 1784 öffnete er in Virginia einen indianischen Grabhügel und führte damit die erste systematische archäologische Ausgrabung in den Vereinigten Staaten durch, die er im 11. Kapitel seiner „Notes on the State of Virginia“ ausführlich beschrieb.Encyclopedia Virginia: Jefferson's Mound, abgerufen am 31. Dezember 2021.Vgl. dazu Karl Lehmann-Hartleben: Thomas Jefferson, Archaeologist. In: American Journal of Archaeology. Band 47, Nummer 2, 1943, , S. 161–163.

Botschafter und Außenminister Die Jahre 1785 bis 1789 verbrachte Jefferson als Botschafter in Paris. Aus diesem Grund war er an der Diskussion um die Verfassung der Vereinigten Staaten und die Federalist Papers nicht direkt beteiligt. Die von der Philadelphia Convention ausgearbeitete Verfassung gefiel ihm im Großen und Ganzen sehr (besonders das System der Checks and Balances). Er vermisste allerdings eine Bill of Rights zum Schutz des Einzelnen. Auch kritisierte er, dass die Anzahl der Amtsperioden eines Präsidenten keinen Beschränkungen unterlag.Brief an James Madison vom 20. Dezember 1787, zu finden auf teachingamericanhistory.org; abgerufen am 1. August 2007 In Paris verliebte sich Jefferson im August 1786 in die verheiratete Malerin Maria Cosway. Es kam nie zu einer Beziehung, die beiden führten jedoch eine lebenslange Brieffreundschaft.Jerry Holmes (Hrsg.): Thomas Jefferson: A Chronology of His Thoughts. Rowman & Littlefield, Lanham 2002, ISBN 0-7425-2116-8, S. 315. 1787 wurde Jefferson in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Der Diplomat nutzte seinen Aufenthalt in Europa für Reisen durch Südfrankreich und Oberitalien, wo er vor allem die Architektur sehr genau studierte,R.B. Bernstein: Thomas Jefferson, S. 64f. außerdem zur Atlantikküste sowie durch das heutige Belgien, die Niederlande und Teile Deutschlands, wo er sich sehr für das politische System des Heiligen Römischen Reiches interessierte.H. Klinke: Thomas Jeffersons Reisebericht von 1788. Eine Quelle zur Karlsruher Stadtgeschichte. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 155 (2007), S. 299–312. Jürgen Overhoff: Ein Kaiser für Amerika. Nach Deutschland der Verfassung wegen: Wie der spätere US-Präsident Thomas Jefferson 1788 das Alte Reich erlebte. Die Zeit, 31. Oktober 2012, Nr. 45, S. 20, Online-VersionThomas Jefferson: Notes of a Tour through Holland and the Rhine Valley, 3 March–23 April 1788 (Memorandums on a tour from Paris to Amsterdam, Strasburg and back to Paris.), founders.archives.gov (Transkription der Reisenotizen Jeffersons.)

Mit Sympathie stand Jefferson der Französischen Revolution gegenüber. Er unterstützte die Revolutionäre, soweit es sein Status als Diplomat zuließ. Unter anderem half er dabei, die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte zu entwerfen.R.B. Bernstein: Thomas Jefferson, S. 78 Ende September 1789 verließ er Paris und reiste zurück in die USA.

Nach seiner Rückkehr wurde Jefferson im März 1790 von George Washington zum Außenminister der Vereinigten Staaten ernannt. Bis dahin hatte John Jay noch für ihn amtiert.

mini|hochkant|Alexander Hamilton, Washingtons Finanzminister, der mit Außenminister Jefferson über eine Zentralbank stritt (John Trumbull, 1792)

In dieser Funktion war er, zusammen mit dem Finanzminister Alexander Hamilton, einer der wichtigsten Berater Washingtons. Mit der Zeit gab es jedoch Konflikte zwischen Hamilton und Jefferson. Während Hamilton beispielsweise die Errichtung einer nationalen Zentralbank befürwortete, war Jefferson der Auffassung, dass die Verfassung der Regierung nicht die dazu nötige Vollmacht gebe. Der New Yorker Hamilton wollte außerdem vor allem die Industrie fördern und schützen. Das Hauptaugenmerk des Virginiers Jefferson galt der Landwirtschaft. Zudem entzweiten sich die beiden Politiker hinsichtlich der Außenpolitik: Jefferson war eher profranzösisch, Hamilton trat für eine engere Bindung an Großbritannien ein.

Die politischen Streitigkeiten zwischen den beiden Männern führten schließlich zur Bildung der ersten Parteien der USA: Um Jefferson und seine Vertrauten (unter ihnen James Madison und James Monroe) bildete sich die Republikanische Partei (später Demokratisch-Republikanische Partei genannt), um Hamilton formierte sich die Föderalistische Partei. Die Konflikte zwischen den beiden Fraktionen dauerten trotz Vermittlungsversuchen durch den Präsidenten an.R.B. Bernstein: Thomas Jefferson, S. 102 Jefferson zog sich schließlich 1793 enttäuscht aus der Politik zurück und widmete sich dem Ausbau von Monticello.

Vizepräsidentschaft