Ernest Winar, auch Ernst Winar, gebürtig Wilhelm Joseph Carl Eichhoff (* 3. September 1894 in Leiden;Geburtsindex Niederlande: https://www.wiewaswie.nl/nl/detail/53548601 † 28. Juni 1978 ebenda), war ein niederländischer Schauspieler und Regisseur.

Leben Winar studierte gerade an der Universität Leiden, als er 1914, angesichts der allgemeinen europäischen Mobilmachung, eingezogen wurde. Er blieb nahezu die gesamte Kriegszeit in Uniform, trat aber seit 1916 auch immer mal vor die Kamera. 1918 entschloss sich Winar, zur Bühne zu gehen und gab sein Debüt beim niederländischen Casino Ensemble. Auch seine Filmarbeit setzte er fort.

Winars Fach war anfänglich das des jungen Liebhabers, später gelang ihm mühelos der Wechsel ins Charakterfach. Im April 1920 verließ Ernest Winar Amsterdam und ging nach Berlin, wo er im August desselben Jahres die männliche Hauptrolle des Fritz in Robert Dinesens Film Die Benefiz-Vorstellung der vier Teufel erhielt. Seitdem spielte Ernest Winar eine Reihe von großen Neben- und gelegentlichen Hauptrollen bis zum Beginn des Tonfilms. Regie führte er 1922 bei der ‘Flappy’-Filmserie, 1923 während einer Stippvisite in seiner alten Heimat sowie 1927/28 bei weiteren fünf Filmen. Künstlerische Beachtung verdient nur sein Problemstück § 182 minderjährig.

Heimgekehrt in die Niederlande, konzentrierte sich Ernest Winar primär auf die Arbeit an der Bühne und drehte nur noch sporadisch Kinofilme. Nach 1955 widmete er sich der Synchronregie und war auch als Verwalter beim Luftschutz in Leiden tätig. Zuletzt nahm er die eine oder andere Rolle in Fernsehproduktionen an.

Winar war seit dem 15. Juni 1923 mehrere Jahre lang mit der britischen Schauspielerin Colette Brettel verheiratet.

Filmografie (als Schauspieler) 1916: Majoor Frans 1916: La renzoni 1917: Gloria Transita 1917: Ulbo Garvema 1917: De kroon der schande 1918: Toent’t licht verdween 1918: Pro Domo 1918: De kroon der schande 1918: Oorlog en vrede, 3 Teile 1919: De duivel in Amsterdam 1919: Een Carmen van het noorden 1920: Het verborgen leeven 1920: Wat eeuwig blijft 1920: Die Benefiz-Vorstellung der vier Teufel 1920: Die Präriediva 1921: Der Liebling der Frauen 1921: Der Flug in den Tod 1921: Am roten Kliff 1922: Flappy als Primaballerina (Kurzfilm, Regie) 1922: Flappy hat einen Fimmel (Kurzfilm, Regie) 1922: Flappy als Badegast (Kurzfilm, Regie) 1923: Zwischen Flammen und Bestien 1923: Wettlauf ums Glück 1923: Der Mann im Hintergrund (De man op den achtergrond, Regie, Drehbuchmitarbeit) 1924: Komödie des Herzens 1924: Gefährliche Freundschaft 1924: Die Millionenkompagnie 1925: Die große Gelegenheit. Raub in der Zentralbank 1925: Die Kleine vom Bummel 1925: Das stolze Schweigen 1925: Die da unten 1926: Die Wacht am Rhein 1926: Sünde am Weibe 1926: Zirkus Renz 1926: Der falsche Erzherzog 1926: An der Weser 1927: Der Neffe aus Amerika (Regie) 1927: Das Haus am Krögel (Regie) 1927: § 182 minderjährig (Regie) 1927: Wochenendbraut (Regie) 1928: Der Hafenbaron (Regie) 1929: Was eine Frau im Frühling träumt 1930: Die heiligen drei Brunnen 1934: Cabaretalbum (Regie) 1935: De kribbebijter (Coregie) 1935: Op stap (Regie) 1938: De laatste dagen van een eiland (Regie, Drehbuch) 1942: Dik trom en zijn dorpsgenoten (Regie, Drehbuch) 1948: Viftig jaren (Regie) 1949: Trouwe kameraden (Regie) 1950: Kees de zoon van de stroper (Regie) 1955: Vier jongens en een jeep (auch Regie) 1971: Toen (TV) 1975: Volk en vaderliefde (TV)

Einzelnachweise

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 414.

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