mini|Der namensgebende Otterbach innerhalb der gleichnamigen Gemeinde Otterbach ist die einwohnermäßig siebtgrößte Ortsgemeinde im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die zweitgrößte Ortsgemeinde ist. Gemäß Landesplanung ist Otterbach als Grundzentrum ausgewiesen.

Geographie Lage Otterbach liegt nordwestlich von Kaiserslautern in der sogenannten St. Ingbert-Kaiserslauterer Senke. Nördlich schließt sich das Nordpfälzer Bergland an und östlich der zum Pfälzerwald gehörende Otterberger Wald. Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen Otterbach und Sambach. Zum Ortsteil Otterbach gehören zusätzlich die Wohnplätze Falltal und Sambacher Ziegelhütte. Nordöstlich des Kernortes erstreckt sich das Kirchtal.

Nachbargemeinden sind die Ortsgemeinde Katzweiler im Nordwesten, die Stadt Otterberg im Nordosten und die kreisfreie Stadt Kaiserslautern mit den Stadtteilen Erlenbach, Morlautern, Wiesenthalerhof und Erfenbach im Süden.

Erhebungen Im Süden des Gemeindegebiets erhebt sich der hohe Schlossberg und im Norden der Galgenberg. Ganz im Osten erstreckt sich außerdem der Vordere Geisberg.

Gewässer Der Kernort liegt an der Mündung des Otterbachs in die Lauter. Ersterer nimmt zuvor am östlichen Ortsrand von rechts den Reichenbach auf. Zwischen dem Kernort und dem Ortsteil Sambach mündet von rechts der Ziegelbach in die Lauter. Letztere bildet zudem die westliche Gemarkungsgrenze zu Kaiserslautern. Auf Höhe von Sambach nimmt sie von rechts den Dutenbach auf.

Geschichte Im Mittelalter besaß das Zisterzienserkloster Otterberg in Otterbach Liegenschaften und eine Weideberechtigung.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (540).

Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Gemeinde zur Herrschaft Otterbach, die zur Familie von der Leyen gehörte. Vom 28. bis 30. November 1793 war das Gemeindegebiet teilweise Schauplatz der Schlacht bei Kaiserslautern.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Otterbach in den Kanton Otterberg eingegliedert. 1815 gehörte der Ort zunächst zu Österreich. Ein Jahr später wechselte er in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Kaiserslautern an; aus diesem ging das Bezirksamt Kaiserslautern hervor.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Otterbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Sambach am 7. Juni 1969 nach Otterbach eingemeindet. Zwei Jahre später wurde die Gemeinde Sitz der neu gebildeten gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sechs weitere Ortsgemeinden angehörten. Seit 1. Juli 2014 ist Otterbach Bestandteil der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg.

Bevölkerung Einwohnerentwicklung

Konfessionsstatistik Am 31. Juli 2014 waren 44,3 % der Einwohner evangelisch und 33,3 % katholisch. Die übrigen 27,5 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende Juli 2026 hatten 32,3 % der Einwohner die evangelische Konfession und 25,8 % die katholische. 41,9 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik Stadt Otterberg

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Otterbach besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FDP Grüne FWG Gesamt 2024 4 4 1 – 11 20 Sitze 2019 7 6 1 3 3 20 Sitze 2014 9 7 1 – 3 20 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2009 8 8 1 – 3 20 Sitze 2004 8 8 1 – 3 20 Sitze FWG = Freie Wählergruppe Otterbach-Sambach e. V.

Bürgermeister Marco Reschke (FWG) wurde am 28. November 2022 Ortsbürgermeister von Otterbach. Bei der am 20. November 2022 durchgeführten Direktwahl hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 59,8 % gegen drei Mitbewerber durchgesetzt. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Reschke als einziger Bewerber mit 88,6 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.

Reschkes Vorgänger Stefan Kölbel (SPD) war bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 mit einem Stimmenanteil von 53,28 % als Nachfolger von Herbert Matz gewählt worden, der nicht mehr kandidiert hatte.Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Im August 2022 kündigte Kölbel an, sein Ehrenamt aus beruflichen Gründen mit Wirkung zum 1. September 2022 vorzeitig niederzulegen, womit eine Neuwahl erforderlich wurde.

Wappen

Gemeindepartnerschaften Es besteht seit 1991 eine Gemeindepartnerschaft mit der thüringischen Gemeinde Mihla.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Katholische Kirche Mariä Himmelfahrt mini|hochkant=1.1|Motorrad Museum Heinz Luthringshauser Otterbach Bauwerke Kulturdenkmäler In Otterbach stehen zehn Objekte unter Denkmalschutz, darunter die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt und das Motorrad-Museum. Letzteres ist in der alten, 1847 erbauten, evangelischen Kirche in Otterbach seit etwa 1980 untergebracht. Davor wurde die Kirche fünf Jahre nicht genutzt.

Sonstige Bauwerke Ein weiteres Bauwerk ist die protestantische Christuskirche. Am Bahnübergang Richtung Erfenbach gibt es ein Stellwerkmuseum, das an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat historische Bahntechnik zeigt. Südöstlich der Ortschaft stand auf dem Schlossberg die verschwundene Burg Sterrenberg.

Natur Innerhalb der Gemeindegemarkung befinden sich drei Naturdenkmale.

Vereine Der Zen Bogyo Do e. V. betreibt das Jiu-Jitsu-Bundesleistungszentrum des Deutschen Jiu Jitsu Bundes und trug in der Gemeinde 2002 die Jiu-Jitsu-Meisterschaft aus. Mitgliederstärkster Verein der Gemeinde ist der TuS Otterbach e. V. Mit dem F. C. Phönix Otterbach beheimatet die Gemeinde auch den Fußballmeister der Kreisliga Kaiserslautern des Jahres 2007. Der SV Sambach 1961 e. V. ist der Fußballverein im Ortsteil Sambach, mit dem 1. LBC/Otterbach, einem Verein für den Boule- und Pétanquesport, besteht ein Team, dessen erste Mannschaft 2010 in der Bundesliga spielte.

Vocalis ist der gemischte Chor des Arbeitergesangvereins Liederkranz Sambach e. V., eines Traditionsvereins in Sambach, eines Ortsteils von Otterbach. Der Verein hat ca. 135 Mitglieder (Stand Januar 2024), wovon über 80 als aktive Sängerinnen und Sänger geführt werden. Das Repertoire ist weitgehend modern. Chorleiter ist Kusels Bezirkskantor Tobias Markutzik.

Die Hobby Singers e. V. sind ein Männerchor; daneben gibt es den gemischten Chor „Hobby-Swingers“ mit rund 700 Mitgliedern. Der Musikverein Otterbach ist ein Westpfälzer Blasorchester.

Veranstaltungen Jährlich wird in Otterbach eine Kirchweihrede gehalten. Am ersten Sonntag im August findet im Ort und in den umliegenden Gemeinden die Aktion Autofreies Lautertal statt. 2003 wurde die Disziplin „Mixed“ der Deutschen Pétanque-Meisterschaften in Otterbach ausgetragen.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft In Otterbach befindet sich eine Geschäftsstelle der Volksbank Lauterecken.

Verkehr Schiene mini|Bahnhof Lampertsmühle-Otterbach im Jahr 1887 Im Bahnhof Lampertsmühle-Otterbach hält die 1883 eröffnete Lautertalbahn, die zwischen Kaiserslautern und Lauterecken-Grumbach fährt. Von 1891 bis 1980 zweigten vom Bahnhof eine Stichstrecke nach Otterberg und von 1912 bis 1996 die Bachbahn nach Weilerbach beziehungsweise Reichenbach ab.

Straße Parallel zu den Gleisen der Lautertalbahn verlief früher die Bundesstraße 270, die mitten durch Sambach führt und seinerzeit im Ortsgebiet von Otterbach mit der „Lauterstraße“ identisch war, ehe im westlichen Gemeindegebiet eine Ortsumgehung entstand. Durch Otterbach verläuft die Landesstraße 389, die eine Verbindung nach Otterberg schafft. Hinzu kommen die Kreisstraße 40, die nach Morlautern führt, die Kreisstraße 41 zum Reichenbacherhof, der bereits Teil der Stadt Otterberg ist und Kreisstraße 62 Richtung Kaiserslauterer Kernstadt.

Behörden Otterbach verfügt über ein eigenes Rathaus und ein Touristen-Zentrum. Die Ortsgemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Kaiserslautern.

Tourismus

mini|Waldhaus Himmelreich

Mitten durch Otterbach führt der Pfälzer-Land-Radweg. Am westlichen Ortsrand verläuft der Lautertal-Radweg. Darüber hinaus ist die Gemeinde Ausgangspunkt eines Radweges, der im Einzugsgebiet des Reichswald sowie der Ramstein Air Base verläuft und bis nach Miesenbach führt.

Hinzu kommt ein Wanderweg, der mit einem grün-gelben Balken gekennzeichnet ist und der von Kirchheimbolanden bis nach Hirschthal verläuft. Im Norden der Gemeindegemarkung befindet sich das vom Pfälzerwald-Verein betriebene Waldhaus Himmelreich.

Bildungseinrichtungen Vorschulische Bildungseinrichtungen sind der protestantische Kindergarten mit Kindertagesstätte und die Katholische Kindertagesstätte „Arche Noah“. Die einzige Schule am Ort ist die Goetheschule, eine Grundschule.

AFN-Sender Südlich von Sambach befand sich bei der Mittelwellensender des AFN für den Großraum Kaiserslautern, der bis zum 31. August 2014 auf der Frequenz 1107 kHz mit 10 kW Sendeleistung arbeitete. Er verwendete als Sendeantenne einen 136 Meter hohen, gegen Erde isolierten, abgespannten Stahlfachwerkmast, der 1951 errichtet worden war. 2014 wurde der Sender abgeschaltet. Mittlerweile ist der Sendemast demontiert und entfernt.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Anton Höfle (1882–1925), Politiker (Zentrum) Robert Erbelding (1891–1965), Maler und Grafiker Theodor Nauerz (1909–2007), bedeutender Geistlicher, Verfolgter des NS-Regimes Hans Marschall (1913–1986), Kernphysiker Heinz Luthringshauser (1931–1997), Motorradrennfahrer Ludwig Schleifer (1931–2000), Politiker (SPD)

Personen, die mit Otterbach verbunden sind Peter Reheis (1739–1804), Baumeister des Otterbacher Schulhauses Heinrich Voit (1834–1914), Orgelbauer, baute 1893 die Orgel in der örtlichen katholischen Kirche. Richard Menges (1910–1998), fertigte in Otterbach ein Bronzerelief auf Sandstein. Roland Kiefaber (* 1942), Fußballspieler, spielte bis 1962 beim FC Phönix Otterbach. Kurt Lechner (* 1942), Politiker (CDU) und Notar Markus Merk (* 1962), Fußballschiedsrichter, lebt in Otterbach. Stephan Müller (* 1971), Maler und Bildhauer, entwarf in Otterbach die Skulptur „Der gute Hirte“. Thomas Riedl (* 1976), Fußballspieler, spielte in seiner Jugend von 1982 bis 1987 bei Phönix Otterbach. Miriam Welte (* 1986), Olympiasiegerin im Bahnradfahren

Literatur Jürgen Keddigkeit: Otterbach-Sambach (= Beiträge zur gemeinsamen Vergangenheit; Bd. 1). Otterbach 1994.

Weblinks

Ortsgemeinde Otterbach auf den Seiten der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Kaiserslautern